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Stubaier Gletscher 10.5.11 - Dachstein 70

Jubiläum - nein, Dachstein ist nicht 70 Jahre alt geworden, sondern Dachsteins Skisaison 70 Tage. Durch eine glückliche Wendung des Schicksals musste ich heute rauf zum Stubaier Gletscher. Nun, das Jubiläum wurde zünftig gefeiert. Obwohl es genau genommen nur ein Skihalbtag war, kann getrost gesagt werden, dass alles perfekt war. Angefangen vom Parkplatz bis hin zur Präparierung - nicht mal ein kleiner Absatz trübte den positiven Gesamteindruck. Offen ist, mit Ausnahme Fernau I, II sowie Daunscharte alles. Ebenso geschlossen der kürzere Schlepper am Daunferner (wo zu hätte der auch laufen sollen) und die DSBs Wildspitz (auch sinnlos, da die Piste vom Daunferner bedient wird) und die DSB Pfaffengrat (auch sinnlos, da Fernau zu). Die ZUB hat übrigens im Moment Revision, man muss also mit der Gamsgartenbahn ins Vergnügen. Ist aber auch egal im Grunde, rauf bringen sie einen alle.

Beginnen wir mal gleich mit den Bildern:

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Erste Abfahrt am Eisjochferner - und was fällt auf? Am Eisgrat wird massiv vermattet. Der Zustieg zum Eisjochschlepper erfolgt nun von der anderen Seite. Ansonsten: gute Pistenqualität, gen Gamsgarten tendenziell weicher werdend. Da wenig Leute unterwegs waren, gabs aber keine großen Buckel. Vollgas bis zum Schluss!

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Bei solchen Ausblicken kann man sich wirklich nicht beklagen!

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Neue Auffahrt, neues Glück auf einer guten Piste. Das Resto am Eisgrat ist übrigens geschlossen. Nur am Gamsgarten ist noch das SB offen. Sonst ist dort auch alles zu. Es herrscht fleißige Nachsaisonstätigkeit, überall wird geputzt und geschrubbt sowie aufgeräumt.

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Der Gamsgarten vom Eisjoch aus. Hier wird die Abfahrt schmaler und auch weicher. Massen an Skifahrer will ich da drauf nimmer erleben müssen.

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Und nochmal einen leeren Eisjochfernerhang. *sabberzumquadrat*

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Hallo Sölden, hört mich da drüben wer? ;) Davor der Windachferner. Kurz, aber gut, und heute auch keine Stangelfahrer. ;)

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Eisjochferner vom Rotadl aus. Man beachte den Füllungsgrad! Sonst wuselt es hier immer.

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Daunferner - ähm ja - na bum! 8O

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Der Gamsgarten von der Piste 17, die bereits gesperrt ist, aus. Im mittleren Teil ist der Schnee etwas dünn geworden, trotzdem kommt man problemlos runter. Die Spuren der letzten Pistenpräparierung sind nach wie vor zu sehen, Firn vom Feinsten!

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Gamsgarten von der Murmelebahn aus gesehen. Der Felsriegel in der Piste wird leider immer größer...

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Und übern Eisjochferner tront die Schaufelspitze. Die EUB ist wegen Revision geschlossen.

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Und noch ein kleines Pano zum genießen. ;)

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Abschließend noch ein Bild in Richtung Rettenbach und Tiefenbachferner sowie Pitztaler Gletscher.

Fazit: Perfekter Tag! Hat zum "runden Geburtstag" gepasst wie die Faust aufs Auge. ;)

MFG Dachstein
 
Das ist soweit klar. Aber falls es den Felsriegel an dieser Stelle nicht geben würde, könnte das Eisfeld auch in diesem Bereich doch noch durchgängig sein, oder?
Mit "von oben ausapern" meinst Du, dass der Gletscher als solches insgesamt an Masse (und damit "Höhe"/"Dicke") verliert und deswegen die Überdeckung der Felsen nicht mehr gegeben ist, richtig? Könnte man dann Deine Aussage ergänzen mit: Wenn der Gletscher nicht so viel an Masse/Dicke verloren hätte "würde [der Felsriegel, Em.] überhaupt erst garnicht freiliegen"?

Genau das müsste der Fall sein. Bei einem intakten, also "lebenden" Gletscher würde dieser Massenverlust dann durch nachrückendes Eis von oben ersetzt. Für den Schaufelferner nehme ich an, das dort in den letzten Jahre überhaupt kein bzw. kaum neues Eis enstanden ist.

Man sieht ja schön anhand der Trasse der 6-KSB den Eismassenverlust der letzten Jahrzehnte. In den 1970ern/1980ern müssten die SLte im Bereich des heutigen Steilhangs ja mehr oder weniger parallel neben der Piste auf Eis verlaufen sein, oder? Heute liegt die KSB-Trasse etliche Meter weiter oben umgeben von recht frisch ausgeaperten Gletscherschliffen.
Kann ich leider nichts zu sagen, das war vor meiner Zeit :wink: .

Zur Eisbewegung des Tuxer Ferners: nicht unbedingt im Bereich TFH-Hang, aber im Bereich darüber sollte durchaus noch Fließbewegung vorhanden sein. In ausgeaperten Zustand gibt es dort ja immer noch reichlich Spalten. Oder haben die nicht per se etwas mit der Fließgeschwindigkeit von Gletschern zu tun? (z.B. durch Geländeübergänge im Untergrund)

Am Tuxer Ferner gibt es sicherlich noch Bewegung, auch wenn diese natürlich auch dort nachgelassen hat. Spalten entstehen meistens aus den von dir aufgeführten Gründen. Dazu kommen dann noch Spalten die durch Unterspülung entstehen und nicht von nachrückendem Eis wieder gefüllt werden. Ein Beispiel dafür wäre der Einsturztrichter an der Zunge des Mittelbergferners oder, wenn auch in kleinerem Maßstab auf der 2009 Aufnahme zu erkennen, am Ende der Eisjochzunge.

Generell ist der Tuxer Ferner auch bedeutend größer als der Schaufelferner, ich würde mal schätzen er hat etwa die größe aller durch Lifte erschlossenen Stubaier Gletscher zusammen. Außerdem hat es zumindest den Anschein, als würde zumindest unterhalb des Olperers immernoch Eis gebildet.
 
Erstmal Danke für den Bericht...da krieg ich schon wieder Lust !

Kurze Frage zu dem letzten Bild des Berichtes...was genau sind die Bahnen der Söldener Gletscher ? Und was die Bahnen des Pitztalers ? Ist hier nicht auch die Gaislochkoglbahn drauf ?
 
Ich will mal wieder einen netten Vergleich anstoßen. Ich hatte diese Postkarte vor vielen Jahren schon hier eingestellt. Damals durfte man das noch. Darum sollte es auch nicht gegen die Regeln verstoßen, wenn ich das Bild nun wieder raushole.
Wie gesagt - eine Postkarte, die wohl in den frühen 80er Jahren entstanden ist. Wann kam der Rotadl dazu? War doch ganz spät in den 80ern, oder? Zumindest ist der noch nicht drauf.
Der rote Pfleil deutet auf den Felsen am unteren Ende des Eisjochsteilhanges, den man damals noch nicht mal erahnen konnte.

Postkarte_80er_1_web.jpg


Und dann das Bild von Dachstein. Er stand bei dem Bild wohl etwas weiter oberhalb des Gamsgartens (den es damals noch gar nicht gab, oder?). Aber ansonsten passt die Perspektive ganz gut. Man beachte, wie sich das "Becken" unterhalb des Eisgrats entwickelt hat und hoch die Eisdecke über dem heutigen Felsriegel gewesen sein muss. Es ist sicher ganz schwer zu schätzen, aber da fehlen bestimmt 50m an Eishöhe.

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oli schrieb:
Ich will mal wieder einen netten Vergleich anstoßen. Ich hatte diese Postkarte vor vielen Jahren schon hier eingestellt. Damals durfte man das noch. Darum sollte es auch nicht gegen die Regeln verstoßen, wenn ich das Bild nun wieder raushole.
Wie gesagt - eine Postkarte, die wohl in den frühen 80er Jahren entstanden ist. Wann kam der Rotadl dazu? War doch ganz spät in den 80ern, oder? Zumindest ist der noch nicht drauf.

Die 4er Sesselbahn wurde glaube ich 1989 gebaut. Das ist echt interessant diese Veränderungen von Gletschern zu sehen. Hat jemand sowas auch noch aus Hintertux?
 
matze250479 schrieb:
Kurze Frage zu dem letzten Bild des Berichtes...was genau sind die Bahnen der Söldener Gletscher ? Und was die Bahnen des Pitztalers ? Ist hier nicht auch die Gaislochkoglbahn drauf ?

Im Vordergrund etwas schlecht zu sehen ist, wie du richtig sagtest, der Gaislachkogl. Links die 3er Einfahrtsstützenkombi gehört zur Schwarzen Schneid Bahn am Rettenbachferner, den Schlepper dort sieht man auch noch. Dahinter, etwas weiter rechts sieht man dann den Schlepper vom Pitztaler und die Bergstation der GUB, daneben dann der Ziehweg runter.

MFG Dachstein
 
Danke für das interessante alte Bild :D
Damals war der "Eisjochsteilhang" noch ne schöne breite blaue Gletscherpiste... :nein:
 
Hab auch nochmal gekramt und zwei alte Bilder abgeknipst die zum Jahreswechsel 89/90 dort entstanden sind (Brrr...., war das kalt!)

Eisjochhang. Hier sind die Felsen schon deutlicher zu sehen.
Rechts der Rotadl.


Hier noch ein Bild aus dem Schlepper Richtung Eisgrat. Schön zu erkennen, wie steil der Schaufelferner vom Eisgrat aus direkt anstieg.
Heute gehts topfeben dahin.


Man trug übrigens noch enge Hosen und bescheuerte bunte Stirnbänder :lach:
 
Pistencruiser schrieb:
... Hier sind die Felsen schon deutlicher zu sehen.
Der Felsen auf Deinem Bild ist aber ganz unten kurz oberhalb der Talstation der Schlepplifte. Da war früher schon kein Gletscher. Ich beziehe mich immer (roter Pfleil auf meiner Postkarte), auf den großen Felsen, der heute am Ende des Eisjochsteilhangs, also ein paar hundert Meter höher, zu sehen ist. Auf Deinem Bild ist er zu erahnen. Der Zahnarzt würde zum Gletscherschwund sagen..."beginnend".
Pistencruiser schrieb:
Man trug übrigens noch enge Hosen und bescheuerte bunte Stirnbänder :lach:
...und ELHO-Jacken. Ich hab meine in knallgrün noch im Schrank ;-)
 
oli schrieb:
Wie gesagt - eine Postkarte, die wohl in den frühen 80er Jahren entstanden ist. Wann kam der Rotadl dazu? War doch ganz spät in den 80ern, oder? Zumindest ist der noch nicht drauf.
Der rote Pfleil deutet auf den Felsen am unteren Ende des Eisjochsteilhanges, den man damals noch nicht mal erahnen konnte.
dsc0499a.jpg

Die Gegend ist wirklich kaum wiederzuerkennen. Der Begriff Steilhang dürfte also im wesentlichen auf das Abschmelzen zurückzuführen sein.
 
Zum Thema Steilhang:
Ich kann mich erinnern, dass mein Bruder und ich damals (Ende der 80er) immer mit dem letzten Lift hoch bis zum Eisjoch gefahren sind und dann gewartet haben, bis die Piste leer war. Dann sind im Schuß runter bis zum Gamsgarten. Ok - Ab der Kante (heute Felsriegel) wurde es deutlich zügiger, aber doch zu schaffen.
Das sollte man heute mal machen...üblicherweise ist der Hang nach Liftschluß eine einzige Buckelwüste und sicher viel zu steil zum Schußfahren. Damals war das wirklich noch ne blaue Autobahn.
 
Also von meiner Seite aus: Herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten!

Die Zahl an Skitagen hab ich mal für kommende Saison als Ziel angepeilt, wird aber schwer als "Pendler" :-)
(hab viel Zeit die nächsten 3 Jahre...)

Weiter so! Schöne und v.a. informative Berichte, top.
 
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