Ein später Ostertermin, da stellt sich die Frage, wohin zum Skifahren? Ein Gletscher muss es sein, ein Tiroler sollte es sein, aber welcher?
Kaunertal – scheidet wegen der Straße aus
Pitztal – wenn die neue Brunnenkogelbahn fertig ist
Sölden – zu viel Ballermann
Hintertux – steht auf der Agenda, wenn die neue Bahn heuer gebaut wird
Also bleibt das Stubaital. Der letzte Besuch liegt schon mehr als 10 Jahre zurück. Damals gab es noch keine Schaufeljochbahn, die Wildspitzbahn begann noch am Felsen und die Eisjochpiste war eine zurecht durchgängig als blaue Abfahrt klassifizierte Strecke.
Nach mehr als 10 Jahren wiedersehen präsentierte sich das Stubaital landschaftlich reizvoll und erinnerte ein bisschen an den Vinschgau: Unten Frühling mit grünen Wiesen oben schneebedeckte Berggipfel. Hinter Neustift suchen zahlreiche Wasserfälle ihren Weg ins Tal und runden das Bild eines intakten und ein Stück weit romantischen Gletschertals ab. Diese Bild ging dann am nächsten Morgen erstmal verloren: In mitunter engen Reisebussen, (wer auch immer dafür verantwortlich ist, muss hoffentlich seinen Hut nehmen: Es ist zwar löblich, dass man zusätzliche Busse für die Hochsaison angeschafft werden, aber enge Reisebusse mit steilen Treppen, engen Sitzen und fehlenden Haltegriffen für Stehgäste sind als Skibusse ungeeignet) die nahezu alle 10 Minuten fahren, werden unzählige Massen in Richtung Mutterbergalm gekarrt, begleitet von unzähligen Autos...! Nunja: Es ist Ostersamstag und die Gletschergebiete haben Hochsaison. Da sind solche Verhältnisse halt normal.
An der Talstation der Mutterbergalm angekommen, präsentiert sich die Talstation nach vorne in einem modernen und ansprechenden Glaskasten, hinten sausen etwas betagt wirkende aber zuverlässig ihren Dienst verrichtende Gondeln in rot und grau in unzähligen Massen den Hang hinauf. Als nächstes will der großzügige Einstiegsbereich der Seilbahnen erklommen werden: Über zahlreiche kreisförmige Rampen geht es hinauf zum Einstieg, nachdem in einem weitläufigen Kassenbereich, den man so sonst nur aus Freizeitparks kennt, bei wirklich freundlichen Damen das Ticket erworben wurde. Während die Gamsgartenbahn am Ostersamstag gegen 09:00Uhr bereits 10 Minuten Wartezeit hatte, geht es an der Eisgratbahn sofort los (an den weiteren Tagen kam es an der Gamsgartenbahn vereinzelt zu kurzen Wartezeiten bei der Bergfahrt, ansonsten weitgehend freie Fahrt). Soll noch mal einer was gegen alte 6EUB´s sagen...! Nach rund 20 Minuten erreichen wir den Eisgrat zusammen mit der Reisebus äh Skibusfahrt ab Neustift hat die Anreise 65 Minuten gedauert. In den nächsten Tagen dauerte es von Neustift bis zum Eisgrat rund 60 Minuten – jetzt dürfen mal alle rechnen, die heuer gegen die Zahnradbahn in Garmisch gewettert haben und so schlau waren die These aufzustellen, man sei von GAP aus schneller in Seefeld als auf der Zugspitze...! Anders als im Stubaital muss man dafür in Garmisch in keinen Reisebussen wie Vieh zusammengequetscht sitzen und auch ein Umsteigen mit längerem Fußmarsch ist nicht erforderlich.
Zurück zum Eisgrat: Die neue Station präsentiert sich modern und einladend, ob es wirklich Rolltreppen auf 2900m braucht, sei dahingestellt, aber das neue Restaurant macht im Inneren optisch einen ansprechenden Eindruck (auf Monitoren werden die Speisen präsentiert), äußerlich konnte ich bis auf den Anbau für die Schaufeljochbahn keine Erneuerungen feststellen.
Zum Skigebiet:
Lifttechnisch ist der Stubaier perfekt erschlossen: Von beiden zentralen Knotenpunkte (Gamsgarten und Eisgrat) werden die Massen gleichmäßig in alle Teile des Gebietes verteilt, bei starkem Andrang an den Gondeln laufen zusätzlich die DSB Gamsgarten und der SL Fernau, um Wartezeiten an der Mittelstation zu vermeiden. Dass der SL nur an starken Tagen läuft, finde ich persönlich eher unglücklich, da so eine direkte Verbindung zum Fernauferner nicht mehr besteht und nur über den Umweg Eisgrat möglich ist. Aber: Da bei Betrieb beider Anlagen kaum einer Schlepper fährt, sondern die meisten sich tatsächlich für die fast 2000m lange Gamsgartenbahn entscheiden, eine wohl zeitgemäße Entscheidung.
Beim Betrieb der Anlagen achtet man am Stubaier penibel auf die Wirtschaftlichkeit. Sobald an den genannten Anlagen der Bedarf nachlässt, werden sie abgestellt, selbiges gilt für den Daunenferner II, der morgens mal läuft, mittags mal nicht und nachmittags dann wieder. Spätestens um 16Uhr fällt dann ohnehin das Gitter (an der Schaufeljochbahn durchaus wörtlich zu nehmen) und die Massen werden in den Gondeln wieder nach unten gekarrt. An der Gamsgartenbahn wurde am Ostersamstag zur Verkürzung der Wartezeit Tee gereicht. Der Wartebereich an der Eisgratbahn war an Ostern komplett bis auf die Terrasse gefüllt. Offensichtlich hatten nur die wenigsten Lust auf Wasserski zur Mittelstation.
Wartezeiten gab es in der Osterwoche an den Skiliften so gut wie keine. Während es in der Karwoche wohl ziemlich voll gewesen sein soll (angeblich bis zu 10.000 Personen pro Tag), gab es selbst am Knotenpunkt Gamsgarten keine nennenswerten Pflichtaufenthalte.
Auch der Gesamteindruck der Stubaier-Station ist recht vielseitig: Der weitläufige Gamsgarten (erinnert mit seinem riesigen Kinderland und den schnellen Sesselliften an ein typisches Winterskigebiet), der kompakte Eisgrat - präsentiert sich als typische Gletscherstation-, die Jochdohle als postmoderne Gletscherhütte sorgen für Facettenreichtum.
Leider hat der Stubaier Gletscher einen entscheidenden Nachteil: schlecht präparierte Pisten!
Damit meine ich nicht die Buckel, die sich Nachmittags bei Massen bilden, nicht die dünne Neuschneeauflage, die sich nicht sofort mit der Altschneedecke bindet und auch nicht den Sulz, der sich bei frühlingshaften Temperaturen natürlich bildet. Ich spreche von enormen Unebenheiten, die auf nahezu alle Pisten zu finden sind und dazu führen, dass lange Carvingschwünge ohne Schläge kaum möglich sind. Für ein Skigebiet, dass sich selbst als „Königreich im Schnee“ bezeichnet und damit sich selbst die Krone aufsetzt, ist sowas einfach erbärmlich. Ich hab das jetzt eine Woche bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen beobachtet (niederschlagsfreie Nacht; Nacht mit Niederschlag; extrem Warm, „normale“ Temperaturen) mein Fazit: Die Stubaier können keine Pisten präparieren....! Fairerweise muss ich sagen, dass es am Daunenferner und am Gaiskarferner noch „normale Pisten gab“. Dennoch waren die Pistenverhältnisse für mich ein Grund, anstatt 7 nur 5 Tage auf den Gletscher zu fahren.
Entsprechend meine Bewertung:
2 Punkte für das gute Liftsystem
1 Punkt für die Gastronomie
½ für den Service und die Freundlichkeit des Personals
Aber was nützt das alles, wenn die Pisten stellenweise unter aller Kanone sind?
Deswegen leider nur:
Wertung 3.5 von 6
Bilder folgen!
Kaunertal – scheidet wegen der Straße aus
Pitztal – wenn die neue Brunnenkogelbahn fertig ist
Sölden – zu viel Ballermann
Hintertux – steht auf der Agenda, wenn die neue Bahn heuer gebaut wird
Also bleibt das Stubaital. Der letzte Besuch liegt schon mehr als 10 Jahre zurück. Damals gab es noch keine Schaufeljochbahn, die Wildspitzbahn begann noch am Felsen und die Eisjochpiste war eine zurecht durchgängig als blaue Abfahrt klassifizierte Strecke.
Nach mehr als 10 Jahren wiedersehen präsentierte sich das Stubaital landschaftlich reizvoll und erinnerte ein bisschen an den Vinschgau: Unten Frühling mit grünen Wiesen oben schneebedeckte Berggipfel. Hinter Neustift suchen zahlreiche Wasserfälle ihren Weg ins Tal und runden das Bild eines intakten und ein Stück weit romantischen Gletschertals ab. Diese Bild ging dann am nächsten Morgen erstmal verloren: In mitunter engen Reisebussen, (wer auch immer dafür verantwortlich ist, muss hoffentlich seinen Hut nehmen: Es ist zwar löblich, dass man zusätzliche Busse für die Hochsaison angeschafft werden, aber enge Reisebusse mit steilen Treppen, engen Sitzen und fehlenden Haltegriffen für Stehgäste sind als Skibusse ungeeignet) die nahezu alle 10 Minuten fahren, werden unzählige Massen in Richtung Mutterbergalm gekarrt, begleitet von unzähligen Autos...! Nunja: Es ist Ostersamstag und die Gletschergebiete haben Hochsaison. Da sind solche Verhältnisse halt normal.
An der Talstation der Mutterbergalm angekommen, präsentiert sich die Talstation nach vorne in einem modernen und ansprechenden Glaskasten, hinten sausen etwas betagt wirkende aber zuverlässig ihren Dienst verrichtende Gondeln in rot und grau in unzähligen Massen den Hang hinauf. Als nächstes will der großzügige Einstiegsbereich der Seilbahnen erklommen werden: Über zahlreiche kreisförmige Rampen geht es hinauf zum Einstieg, nachdem in einem weitläufigen Kassenbereich, den man so sonst nur aus Freizeitparks kennt, bei wirklich freundlichen Damen das Ticket erworben wurde. Während die Gamsgartenbahn am Ostersamstag gegen 09:00Uhr bereits 10 Minuten Wartezeit hatte, geht es an der Eisgratbahn sofort los (an den weiteren Tagen kam es an der Gamsgartenbahn vereinzelt zu kurzen Wartezeiten bei der Bergfahrt, ansonsten weitgehend freie Fahrt). Soll noch mal einer was gegen alte 6EUB´s sagen...! Nach rund 20 Minuten erreichen wir den Eisgrat zusammen mit der Reisebus äh Skibusfahrt ab Neustift hat die Anreise 65 Minuten gedauert. In den nächsten Tagen dauerte es von Neustift bis zum Eisgrat rund 60 Minuten – jetzt dürfen mal alle rechnen, die heuer gegen die Zahnradbahn in Garmisch gewettert haben und so schlau waren die These aufzustellen, man sei von GAP aus schneller in Seefeld als auf der Zugspitze...! Anders als im Stubaital muss man dafür in Garmisch in keinen Reisebussen wie Vieh zusammengequetscht sitzen und auch ein Umsteigen mit längerem Fußmarsch ist nicht erforderlich.
Zurück zum Eisgrat: Die neue Station präsentiert sich modern und einladend, ob es wirklich Rolltreppen auf 2900m braucht, sei dahingestellt, aber das neue Restaurant macht im Inneren optisch einen ansprechenden Eindruck (auf Monitoren werden die Speisen präsentiert), äußerlich konnte ich bis auf den Anbau für die Schaufeljochbahn keine Erneuerungen feststellen.
Zum Skigebiet:
Lifttechnisch ist der Stubaier perfekt erschlossen: Von beiden zentralen Knotenpunkte (Gamsgarten und Eisgrat) werden die Massen gleichmäßig in alle Teile des Gebietes verteilt, bei starkem Andrang an den Gondeln laufen zusätzlich die DSB Gamsgarten und der SL Fernau, um Wartezeiten an der Mittelstation zu vermeiden. Dass der SL nur an starken Tagen läuft, finde ich persönlich eher unglücklich, da so eine direkte Verbindung zum Fernauferner nicht mehr besteht und nur über den Umweg Eisgrat möglich ist. Aber: Da bei Betrieb beider Anlagen kaum einer Schlepper fährt, sondern die meisten sich tatsächlich für die fast 2000m lange Gamsgartenbahn entscheiden, eine wohl zeitgemäße Entscheidung.
Beim Betrieb der Anlagen achtet man am Stubaier penibel auf die Wirtschaftlichkeit. Sobald an den genannten Anlagen der Bedarf nachlässt, werden sie abgestellt, selbiges gilt für den Daunenferner II, der morgens mal läuft, mittags mal nicht und nachmittags dann wieder. Spätestens um 16Uhr fällt dann ohnehin das Gitter (an der Schaufeljochbahn durchaus wörtlich zu nehmen) und die Massen werden in den Gondeln wieder nach unten gekarrt. An der Gamsgartenbahn wurde am Ostersamstag zur Verkürzung der Wartezeit Tee gereicht. Der Wartebereich an der Eisgratbahn war an Ostern komplett bis auf die Terrasse gefüllt. Offensichtlich hatten nur die wenigsten Lust auf Wasserski zur Mittelstation.
Wartezeiten gab es in der Osterwoche an den Skiliften so gut wie keine. Während es in der Karwoche wohl ziemlich voll gewesen sein soll (angeblich bis zu 10.000 Personen pro Tag), gab es selbst am Knotenpunkt Gamsgarten keine nennenswerten Pflichtaufenthalte.
Auch der Gesamteindruck der Stubaier-Station ist recht vielseitig: Der weitläufige Gamsgarten (erinnert mit seinem riesigen Kinderland und den schnellen Sesselliften an ein typisches Winterskigebiet), der kompakte Eisgrat - präsentiert sich als typische Gletscherstation-, die Jochdohle als postmoderne Gletscherhütte sorgen für Facettenreichtum.
Leider hat der Stubaier Gletscher einen entscheidenden Nachteil: schlecht präparierte Pisten!
Damit meine ich nicht die Buckel, die sich Nachmittags bei Massen bilden, nicht die dünne Neuschneeauflage, die sich nicht sofort mit der Altschneedecke bindet und auch nicht den Sulz, der sich bei frühlingshaften Temperaturen natürlich bildet. Ich spreche von enormen Unebenheiten, die auf nahezu alle Pisten zu finden sind und dazu führen, dass lange Carvingschwünge ohne Schläge kaum möglich sind. Für ein Skigebiet, dass sich selbst als „Königreich im Schnee“ bezeichnet und damit sich selbst die Krone aufsetzt, ist sowas einfach erbärmlich. Ich hab das jetzt eine Woche bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen beobachtet (niederschlagsfreie Nacht; Nacht mit Niederschlag; extrem Warm, „normale“ Temperaturen) mein Fazit: Die Stubaier können keine Pisten präparieren....! Fairerweise muss ich sagen, dass es am Daunenferner und am Gaiskarferner noch „normale Pisten gab“. Dennoch waren die Pistenverhältnisse für mich ein Grund, anstatt 7 nur 5 Tage auf den Gletscher zu fahren.
Entsprechend meine Bewertung:
2 Punkte für das gute Liftsystem
1 Punkt für die Gastronomie
½ für den Service und die Freundlichkeit des Personals
Aber was nützt das alles, wenn die Pisten stellenweise unter aller Kanone sind?
Deswegen leider nur:
Wertung 3.5 von 6
Bilder folgen!