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Stubaier Gletscher (22.04 - 29.04)

Ein später Ostertermin, da stellt sich die Frage, wohin zum Skifahren? Ein Gletscher muss es sein, ein Tiroler sollte es sein, aber welcher?
Kaunertal – scheidet wegen der Straße aus
Pitztal – wenn die neue Brunnenkogelbahn fertig ist
Sölden – zu viel Ballermann
Hintertux – steht auf der Agenda, wenn die neue Bahn heuer gebaut wird

Also bleibt das Stubaital. Der letzte Besuch liegt schon mehr als 10 Jahre zurück. Damals gab es noch keine Schaufeljochbahn, die Wildspitzbahn begann noch am Felsen und die Eisjochpiste war eine zurecht durchgängig als blaue Abfahrt klassifizierte Strecke.

Nach mehr als 10 Jahren wiedersehen präsentierte sich das Stubaital landschaftlich reizvoll und erinnerte ein bisschen an den Vinschgau: Unten Frühling mit grünen Wiesen oben schneebedeckte Berggipfel. Hinter Neustift suchen zahlreiche Wasserfälle ihren Weg ins Tal und runden das Bild eines intakten und ein Stück weit romantischen Gletschertals ab. Diese Bild ging dann am nächsten Morgen erstmal verloren: In mitunter engen Reisebussen, (wer auch immer dafür verantwortlich ist, muss hoffentlich seinen Hut nehmen: Es ist zwar löblich, dass man zusätzliche Busse für die Hochsaison angeschafft werden, aber enge Reisebusse mit steilen Treppen, engen Sitzen und fehlenden Haltegriffen für Stehgäste sind als Skibusse ungeeignet) die nahezu alle 10 Minuten fahren, werden unzählige Massen in Richtung Mutterbergalm gekarrt, begleitet von unzähligen Autos...! Nunja: Es ist Ostersamstag und die Gletschergebiete haben Hochsaison. Da sind solche Verhältnisse halt normal.
An der Talstation der Mutterbergalm angekommen, präsentiert sich die Talstation nach vorne in einem modernen und ansprechenden Glaskasten, hinten sausen etwas betagt wirkende aber zuverlässig ihren Dienst verrichtende Gondeln in rot und grau in unzähligen Massen den Hang hinauf. Als nächstes will der großzügige Einstiegsbereich der Seilbahnen erklommen werden: Über zahlreiche kreisförmige Rampen geht es hinauf zum Einstieg, nachdem in einem weitläufigen Kassenbereich, den man so sonst nur aus Freizeitparks kennt, bei wirklich freundlichen Damen das Ticket erworben wurde. Während die Gamsgartenbahn am Ostersamstag gegen 09:00Uhr bereits 10 Minuten Wartezeit hatte, geht es an der Eisgratbahn sofort los (an den weiteren Tagen kam es an der Gamsgartenbahn vereinzelt zu kurzen Wartezeiten bei der Bergfahrt, ansonsten weitgehend freie Fahrt). Soll noch mal einer was gegen alte 6EUB´s sagen...! Nach rund 20 Minuten erreichen wir den Eisgrat zusammen mit der Reisebus äh Skibusfahrt ab Neustift hat die Anreise 65 Minuten gedauert. In den nächsten Tagen dauerte es von Neustift bis zum Eisgrat rund 60 Minuten – jetzt dürfen mal alle rechnen, die heuer gegen die Zahnradbahn in Garmisch gewettert haben und so schlau waren die These aufzustellen, man sei von GAP aus schneller in Seefeld als auf der Zugspitze...! Anders als im Stubaital muss man dafür in Garmisch in keinen Reisebussen wie Vieh zusammengequetscht sitzen und auch ein Umsteigen mit längerem Fußmarsch ist nicht erforderlich.
Zurück zum Eisgrat: Die neue Station präsentiert sich modern und einladend, ob es wirklich Rolltreppen auf 2900m braucht, sei dahingestellt, aber das neue Restaurant macht im Inneren optisch einen ansprechenden Eindruck (auf Monitoren werden die Speisen präsentiert), äußerlich konnte ich bis auf den Anbau für die Schaufeljochbahn keine Erneuerungen feststellen.
Zum Skigebiet:
Lifttechnisch ist der Stubaier perfekt erschlossen: Von beiden zentralen Knotenpunkte (Gamsgarten und Eisgrat) werden die Massen gleichmäßig in alle Teile des Gebietes verteilt, bei starkem Andrang an den Gondeln laufen zusätzlich die DSB Gamsgarten und der SL Fernau, um Wartezeiten an der Mittelstation zu vermeiden. Dass der SL nur an starken Tagen läuft, finde ich persönlich eher unglücklich, da so eine direkte Verbindung zum Fernauferner nicht mehr besteht und nur über den Umweg Eisgrat möglich ist. Aber: Da bei Betrieb beider Anlagen kaum einer Schlepper fährt, sondern die meisten sich tatsächlich für die fast 2000m lange Gamsgartenbahn entscheiden, eine wohl zeitgemäße Entscheidung.
Beim Betrieb der Anlagen achtet man am Stubaier penibel auf die Wirtschaftlichkeit. Sobald an den genannten Anlagen der Bedarf nachlässt, werden sie abgestellt, selbiges gilt für den Daunenferner II, der morgens mal läuft, mittags mal nicht und nachmittags dann wieder. Spätestens um 16Uhr fällt dann ohnehin das Gitter (an der Schaufeljochbahn durchaus wörtlich zu nehmen) und die Massen werden in den Gondeln wieder nach unten gekarrt. An der Gamsgartenbahn wurde am Ostersamstag zur Verkürzung der Wartezeit Tee gereicht. Der Wartebereich an der Eisgratbahn war an Ostern komplett bis auf die Terrasse gefüllt. Offensichtlich hatten nur die wenigsten Lust auf Wasserski zur Mittelstation.
Wartezeiten gab es in der Osterwoche an den Skiliften so gut wie keine. Während es in der Karwoche wohl ziemlich voll gewesen sein soll (angeblich bis zu 10.000 Personen pro Tag), gab es selbst am Knotenpunkt Gamsgarten keine nennenswerten Pflichtaufenthalte.
Auch der Gesamteindruck der Stubaier-Station ist recht vielseitig: Der weitläufige Gamsgarten (erinnert mit seinem riesigen Kinderland und den schnellen Sesselliften an ein typisches Winterskigebiet), der kompakte Eisgrat - präsentiert sich als typische Gletscherstation-, die Jochdohle als postmoderne Gletscherhütte sorgen für Facettenreichtum.
Leider hat der Stubaier Gletscher einen entscheidenden Nachteil: schlecht präparierte Pisten!
Damit meine ich nicht die Buckel, die sich Nachmittags bei Massen bilden, nicht die dünne Neuschneeauflage, die sich nicht sofort mit der Altschneedecke bindet und auch nicht den Sulz, der sich bei frühlingshaften Temperaturen natürlich bildet. Ich spreche von enormen Unebenheiten, die auf nahezu alle Pisten zu finden sind und dazu führen, dass lange Carvingschwünge ohne Schläge kaum möglich sind. Für ein Skigebiet, dass sich selbst als „Königreich im Schnee“ bezeichnet und damit sich selbst die Krone aufsetzt, ist sowas einfach erbärmlich. Ich hab das jetzt eine Woche bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen beobachtet (niederschlagsfreie Nacht; Nacht mit Niederschlag; extrem Warm, „normale“ Temperaturen) mein Fazit: Die Stubaier können keine Pisten präparieren....! Fairerweise muss ich sagen, dass es am Daunenferner und am Gaiskarferner noch „normale Pisten gab“. Dennoch waren die Pistenverhältnisse für mich ein Grund, anstatt 7 nur 5 Tage auf den Gletscher zu fahren.

Entsprechend meine Bewertung:

2 Punkte für das gute Liftsystem
1 Punkt für die Gastronomie
½ für den Service und die Freundlichkeit des Personals

Aber was nützt das alles, wenn die Pisten stellenweise unter aller Kanone sind?

Deswegen leider nur:

Wertung 3.5 von 6

Bilder folgen!
 
Danke für deinen ausführlichen Bericht und deinen Eindrücken. Ich war vor etwa 2 Jahren auf dem Stubaier und ich kann deine Aussage nur bestätigen. Es war zwar ziemlich am Ende der Saison(Ende Mai), jedoch musste ich die Erfahrung machen das von Tag zu Tag die Präperierung schlechter wurde. Wenn ich andere Gletschergebiete betrachte z.B. Kitzsteinhorn, dann muss ich feststellen, dass die in Kaprun einfach etwas "fitter" sind, was das Präparieren angeht. Denn dort, wurde selbst Ende Juni, alles aus ihren Pisten raus geholt was eben möglich war.

Ich bin mal auf die Bilder gespannt

Grüße Dennis
 
Was hat es eigentlich mit dem Zugspitze-Thema „Wie komme ich am schnellsten auf's Platt“ auf sich, dass dich das seit Jahren so sehr beschäftigt?

Was den Stubaier betrifft, bin ich jedenfalls gespannt auf die Fotos.
 
@ münchner: Die Fotos kommen hoffentlich heute Abend. Den von dir erwähnten Satz konnte ich mir nicht verkneifen, weil ein User hier im Forum von einiger Zeit schrieb, man sei von Garmisch schneller auf der Rosshütte als mit der Zahnradbahn auf der Zugspitze...usw. Aber du hast Recht, es gehört hier nicht rein und ich werde derartige Anspielungen zukünftig unterlassen.
 
Aufgang zum SB-Restaurant am Eisgrat



Blick vom Eisgrat zur Mittelstation Fernau



Beweisfoto schlechte Pisten am Fernauferner (Hier Nr.11)



Dito



Hochsaison am Daunenferner



Der kleine Windachferner



Die Scharte







Talstation Gletscherbahnen



Die Gamsgartenbahn Sektion II



Und die Eisgartbahn Sektion II

 


Die Himmelsbahnen am Gamsgarten







Die Eisjochbahn in der Totalen



Und das Gegenüber:



Nochmal das "Herz" des Gebietes. Hier staut es sich in der Hochsaison manchmal, aber beide Bahnen schaufeln ordentlich was weg und skiFahren will man ja auch, daher lieber ein bisschen stehen. Bei meinen Besuchen gab es nie Wartezeiten von mehr als 5 Minuten!



Top of "Tyrol" Schaufeljochbahn und Aussichtsplattform


 
@ Emilius3557: Ja natürlich, hab es oben geändert. Danke :D !

Interessant, dass die Erfahrung mit den schlechten Pisten viele gemacht haben und dass sich trotz der Beschwerden (ich habe es auch getan) nicht wirklich was ändert. Vielleicht kann jemand erklären, woher diese Bedingungen kommen? Einzig durch Fehler beim versetzten Fahren kann sowas ja nicht kommen oder?
 
DAB schrieb:
Einzig durch Fehler beim versetzten Fahren kann sowas ja nicht kommen oder?

Meine Beobachtung ist folgende: beim Präparieren wird ja neben der Fräse auch das Schild verwendet, es sollte idealerweise 10 bis 15 cm in die Piste eintauchen um eine ordentliche Belüftung des Schnees zu erreichen (hab ich gesagt bekommen von einem Fahrer). Bei den Fahrern am Stubaier machen das aber nicht alle, was ich bei der Präparierung der Daunscharte gesehen habe. Eventuell liegts daran.

MFG Dachstein
 
würde auch zur Kostenphilosopie passen (rein hypothetisch):
Schild weniger tief = weniger Widerstand = weniger Diesel = geringere Kosten für die Präparierung.

Wie gesagt, reine Spekulation meinerseits...
 
Ich war letztes Jahr Ostern im Skiurlaub im Stubaital. Neben der Axamer Lizum und Schlick 2000 gings auch 2 Tage auf den Stubaier Gletscher. Da Ostern dort fast einen Monat früher war als dieses Jahr waren die Pisten alle top. Auch was die Präparierung angeht konnte ich da nicht meckern. Lag aber wohl daran, dass es vohrer ca. 30-50cm Neuschnee gegeben hatte und es einen Tag dann eine perfekte Piste war und den anderen Tag bei Dauerschneefall ein Tiefschneeparadies.

Da es dieses Jahr leider nicht geklappt hat bin ich am überlegen vllt im Herbst wenns klappt runter zu fahren. Im letzten Herbst konnte ich beobachten, dass der Stubaier das Gebiet war, dass die meisten Pistenkm Anfang November aufhatte.

Dieses Jahr sind die Ferien hier vom 24.10. - 05.11.
Nach Möglichkeit würde ich da auch die zweite Woche fahren wollen, weil die Chancen ja besser stehen gute Verhältnisse und möglichst viele Pistenkm zu haben.
Meint ihr es lohnt, im Herbst in den Skiurlaub zu fahren? Oder würdet ihr mir sonst einen anderen Gletscher empfehlen. Letzten Herbst war ich am Kitzsteinhorn aber dort hatten leider nur die beiden Schlepplifte im Gletscherbereich geöffnet, was arg wenig war.

Der Stubaier hatte Anfang November soweit ich weiß schon zwischen 60 und 70km Piste laut Internetseite auf. Ist ja ein wahnsinnsangebot für den Herbst. Und wie schaut es wohl mit Wartezeiten aus? Im Herbst ist ja bekanntlich viel los aber in welchem Rahmen werden die Wartezeiten dann wenn wohl liegen?
 
bzgl. der Pistenkilometer kannst Du bei den Stubaiern mal gut 60% abziehen... die haben hier ihre eigenen Rechenregeln. Es gibt hierzu ganz erstaunliche Postings aus den Kinderjahren dieses Forums ( => Forum-Suchfunktion).

Ausm Bauch raus, subjektiv:
- alle Gletscher sind im Herbst überfüllt
- alle Gletscher versuchen durch Schneedepots bereits großzügigen Betrieb anzubieten
- die interessantesten/vielfältigsten Pisten im Ostalpenraum dürfte Hintertux bieten (i.d.R. ist die Kaserer-Seite schon offen)
- Stubai hat den Vorteil, die wenigsten Skiclubs anzulocken. Diesbzgl. also die geringsten Einschränkungen.

Meine persönliche Entscheidung würde in dieser Jahreszeit aufgrund des ersten Punktes eindeutig gegen Gletscherskigebiete ausfallen.
 
CV schrieb:
Ausm Bauch raus, subjektiv:
- alle Gletscher sind im Herbst überfüllt
- ...
Meine persönliche Entscheidung würde in dieser Jahreszeit aufgrund des ersten Punktes eindeutig gegen Gletscherskigebiete ausfallen.
Das kommt darauf an, wie man Herbst definiert. Meine Erfahrung ist, dass es immer erst ab dem 1. November so richtig voll wird und man auch mit echten Wartezeiten rechnen muss. Immer wenn ich schon im Oktober auf einem der Gletscher war, musste ich nie (außer morgens unten im Tal) länger als 3 Minuten irgendwo anstehen.

Ich fahr übrigens vom 22. - 25.10. mit meinen Kids (Schulferien NRW) ins Stubai und rechne damit, dass
- es noch nicht so voll ist,
- das in jedem Fall bis Gamsgarten alles geht
(- und spekuliere drauf, dass möglicherweise sogar schon Fernau offen ist und von dort die Abfahrt bis Mittelstation)

Warten wir es mal ab.
 
Meine Erfahrung von vor 10 Jahren im Herbst war, dass es sich nur am Wochenende staut. Damals hatte der Stubaier 55km Pisten. Inzwischen gibt man nicht mehr die Luftlänge sonder die Fahrlänge an. Deswegen hat die Abfahrt 1a und b 5km...!
 
Das mit der Fahrlänge 5 km ist ein Schmarrn. Von der Bergstation der KSB Eisjoch zur Talstation sind es etwa 2 km. Wenn jeamnd in Bögen runterfährt und dabei jedesmal um 90° aus der Richtung rausfährt (also bei jedem Bogen extrem aus der Richtung rausfährt, wäre die Fahrlänge 2 km * pi/2 = 3,14 km.

Da eine solche Line unrealistisch ist, ist auch dieser Wert zu hoch geschätzt.

Realistisch dürften bei der KSB Eisjoch Fahrlängen zwischen 2,5 km und 2,8 km sein.
 
@meine Antwort zu Herbst:
Diese bezog sich auf die in der Frage genannte Ferienzeit! Und da ist es wahrlich auch während der Woche voll....
 
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