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Sturmsicherheit bei Seilbahnen

Whistlercarver

Kilimandscharo (5892m)
Hallo
Heute hat es ja am Feldberg und im gesamten Schwarzwald Orkan gegeben mit mehr als 130km/h. Da ist mir die Frage gekommen ob es der DSB am Seebuck am Feldberg nichts ausmacht wenn es so starken Wind hat und alle FBM's am Seil sind? Damit meine ich ob da dann nicht das seil aus den Robas springt oder ein Sessel einen Überschlag macht. Denn wenn man sich mal so umschaut ist schon bei deutlich schwächerem Wind eine Menge Bewegung auszumachen.

Danke für eure Antworten im voraus und falls es das thema schon gibt tut es mir leid, ich habe hier im Forum keines gefunden.

Gruß Andreas
 
Whistlercarver schrieb:
Hallo
Heute hat es ja am Feldberg und im gesamten Schwarzwald Orkan gegeben mit mehr als 130km/h. Da ist mir die Frage gekommen ob es der DSB am Seebuck am Feldberg nichts ausmacht wenn es so starken Wind hat und alle FBM's am Seil sind?

Da es eine fix geklemmte DSB ist, kann man das kaum vermeiden - es würde einige Zeit dauern, alle Sessel abzumontieren

Whistlercarver schrieb:
Damit meine ich ob da dann nicht das seil aus den Robas springt oder ein Sessel einen Überschlag macht. Denn wenn man sich mal so umschaut ist schon bei deutlich schwächerem Wind eine Menge Bewegung auszumachen.

Sesselbahnen werden natürlich so konstruiert, das sie selbst einen Orkan aushalten - sprich: Gerade bei einem fix geklemmten Sessel (wo man eben nicht mal "eben schnell" die FBMs einfahren kann - muss die Konstruktion natürlich so sein, dass sie auch einen Orkan übersteht.

Schau Dir mal:

http://www.youtube.com/watch?v=6-5ks3JLl-g
http://www.youtube.com/watch?v=_MYmniEupIQ&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=ZtcFa2lB1lc&feature=related

an, was Sesselbahnen so aushalten....

Eine lange Diskussion darüber gab es auch schon hier:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=39&t=20295

Gruß, Jens
 
Es gibt Gesetzliche Bestimmungen und auch von den Behörden zugelassene Maximalwindstärken, bis Seilbahnanlagen leergefahren werden müssen.
Meist sind das 14-18 m/s.
Wenn der Eingestellte Windalarm anschlägt ist die Bahn leerzufahren.

Der Wind ist bei offenen Sesselbahnen eigentlich nur Gefährlich, solange sie fahren.
Wenn eine offene Sesselbahn steht, dann besteht bis 160km/h eigentlich keine Gefahr für die Anlage.

Bei Haubensesselbahnen und Kabinenbahnen sieht das etwas anders aus.
Die sollten nicht angehalten werden, sondern so schnell wie möglich die Fahrbetriebsmittel Garagiert werden.

Wenn man den Wetterbericht beobachtet und den Flugwetterdienst anruft, was wir bei solchen Wetterlagen immer machen, dann kann man rechtzeitig Reagieren.
 
Es gibt ja auch fixe Bahnen mit Hauben, wie wird das da gemacht? Die sind ja auch so Windanfällig wie KSBs mit Hauben (ok, jetzt nicht soo anfällig wie eine 4/6/8KSB :wink: ) und können nicht garagiert werden. Oder dürfen solche Bahnen nicht an Windexponierten Stellen gebaut werden? (Ich habe bis jetzt auch nur Bilder von einer 2CLF/B gesehen und kann daher nicht sagen wie diese Bahn gelegen ist).
 
also ich kenn nur die ``Hausbergbahn `` in Ellmau ( langsame fixe DSB mit Bubbles, West-Ost Richtung), geht von ca. 800 - bis a bisserl über 1000 m rauf, meist im Wald. da schätz ich mal, iss Wind kein großes Problem.
Früher gabs noch eine in Sportgastein, und in Dorgsatein die Brandsteinbahn. Die warn auch alle von West nach Ost - Richtung. Die Sonnenkopfbahn( Klösterle / Arlberggebiet) war auch von West nach Ost ... alle die gleiche Richtung.
 
Dann tanzen halt die Sessel im Wind. Sollte der Wind zu stark sein würde das Seil ja erst in den Seilfangschuh landen. Und das würde am nächsten Tag vor Betriebsbeginn festgestellt werden.
 
Was ist eig. wenn das Seil nicht im Seilfang landet? Die Sessel schwingen ja auch noch im Seilfang weiter...
__________
Gruß Markus
 
mark13 schrieb:
Was ist eig. wenn das Seil nicht im Seilfang landet? Die Sessel schwingen ja auch noch im Seilfang weiter...

Was genau meinst Du jetzt?
Das das Seil gar nicht erst im seilfang landet oder dort wieder "rausgehoben" wird?

In beiden Fällen würde natürlich das Seil (und damit die Sessel/Gondeln) abstürzen...

Aber der Seilfänger ist so gebaut, das es extrem Unwahrscheinlich ist, das dass Seil auch da wieder rausspringt.
Ich habe noch nicht von einem Fall gehört, wo da Seil dann nachdem es in Seilfänger gelandet war dort wieder rausgesprungen ist.

Schau Dir mal den Unfall der Sesselbahn "Fallboden" in Grindelwald Janur letzten Jahres an:
Hier ist das Seil zuerst im Seilfänger gelanden - danach ist dann aber leider durch die Wucht die Befestigung der Roller-Batterie gebrochen und die komplette Roller-Batterie ist weggenknickt - und hiermit sind leider Seil und die Sessel abgestürzt..

Gruß, Jens
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Wenn das Seil vom sturm aus den Rollen gehoben wird kann es danach aber auch aus den Fangschuhen gehoben werden.

Theoretisch schon - der Fangschuh hat aber einen höheren Rand als die Rollen.
Schau Dir mal einen Seilfänger im vergleich zu den Rollen genau an....
Ausserdem sind die Seilfänger idR. nach innen gebogen.

Ich habe noch nie davon gehört, dass der Wind dann das Seil aus einem Seilfänger wieder rausgehoben hat.

Gruß, Jens
 
Ich hatte gemeint von den Rollen zum Seilfang und dann ganz raus hast du ja schon beantwortet :D :D
Danke für die schnelle Antwort!

_______
Gruß Mark13
 
Hier nochmal der Bereicht von der Fallboden Bahn:

http://www.seilbahn.net/snn/bericht.php?wert=1469&wert1=1&zurueck=0

Noch ein Interessanter Bericht:
http://www.uus.admin.ch/pdf/13.pdf

Besonders interessant ist hier Seite 9:

Daraufhin entgleiste auch das einlaufseitige Förderseil, fiel in den Seilfänger und schliff darauf für einen Moment. Anschliessend wurde die Bahn durch die Betätigung des Stützenschalters auf der Stütze 6 automatisch angehalten. Durch das Fehlen einer Überschlagssicherung an der Rollenbatterie drehte sich die ganze Rollenbatterie in die vertikale Lage und liess das Seil auch einlaufseitig komplett entgleisen.

Gruß, Jens
 
Die Seilfangschuhe müssen auch so konstruiert sein, das die Klemme eines FBMs diese auch ohne Gefahr passieren kann.

Es kann ja mal vorkommen das genau das Seil dann entgleist wenn ein FBM an der Stütze ist.
 
Mal eine Frage: Wenn das Seil entgleist und in den Seilfangschuh fällt, wird dann auch schon der Bruchstab zerbrochen, oder läuft die Bahn dann einfach normal weiter? Ich meine jetzt vorallem Bahnen, die noch ohne Seillageüberwachung und "nur" mit den roten Rollen ausgestattet sind. Da kippen ja die roten Rollen nach unten und zerschlagen den Bruchstab :arrow: kann das auch passieren, wenn das Seil im Fangschuh ist?
 
schmittenfahrer schrieb:
Mal eine Frage: Wenn das Seil entgleist und in den Seilfangschuh fällt, wird dann auch schon der Bruchstab zerbrochen, oder läuft die Bahn dann einfach normal weiter? Ich meine jetzt vorallem Bahnen, die noch ohne Seillageüberwachung und "nur" mit den roten Rollen ausgestattet sind. Da kippen ja die roten Rollen nach unten und zerschlagen den Bruchstab :arrow: kann das auch passieren, wenn das Seil im Fangschuh ist?

In dem Bericht, den ich bereits oben gepostet habe:
http://www.uus.admin.ch/pdf/13.pdf

kann man lesen:
In der Folge entgleiste das Förderseil auslaufseitig komplett. Daraufhin entgleiste auch das einlaufseitige Förderseil, fiel in den Seilfänger und schliff darauf für einen Moment. Anschliessend wurde die Bahn durch die Betätigung des Stützenschalters auf der Stütze 6 automatisch angehalten

Ich weiss jetzt nicht ob mit "Stützenschalter" der Bruchstab gemeint ist - aber wie man sieht, gibt es hier einen mechanismus, der die Seilbahn in so einem Fall stoppt.

Gruß, Jens
 
Ich meinte jetz nicht speziell in diesem Fall, sondern allgemein. Die Stillsetzung im Fall der Fallbodenbahn geschah, soweit ich es richtig verstanden habe, auch erst, nachdem das Seil von der gesamten Rollenbatterie und Seilfangschuh entgleiste.
 
Sobald das Seil die Rollenwippe mit der roten Rolle verlassen hat, wird der Bruchstab zerstört und die Bahn stellt ab.

Oder aber wenn das Seil in den Seilfangschuh fällt, wird der Bruchstab im Seilfangschuh zerstört.


Bei der Fallbodenbahn hat der Bruchstab auch abgeschaltet, das Seil viel ja in den Seilfangschuh. Aber die Verdrehsicherung der Rollenbatterie hat der Belastung nicht standgehalten und so ist die Rollenbatterie umgekippt und das Seil viel zu Boden.
^^ Soweit ich das noch in Erinnerung hab. Genaures steht in dem Bericht drin.
 
Ich glaube das ist doch so geregelt das der Schaltkreis unterbrochen wird, wenn das Seil in den Seilfänger knallt.Gabs das schon bei den älteren Bahnen??
:roll: :roll:

__________
Gruß Markus
 
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