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Sulden am Ortler 1. bis 6. April 2012

Es war das erste Mal, dass Dolomitenfan und ich unseren Schiurlaub in Sulden verbrachten, und es war das erste Mal überhaupt, dass dieses Forum der Grund für die Auswahl unseres Urlaubsortes war. Schließlich gab es zahlreiche positive Berichte aus diesem Schiort, der sich im Vergleich zu den schneesicheren Gebieten Österreichs, stets als ruhige Alternative zeigen soll.

Gleich Vorweg: Die hohen Erwartungen haben sich erfüllt. Sulden hat zwei neue Fans dazugewonnen. Dennoch möchte ich auch einige kritische Betrachtungen in diesen Bericht einfließen lassen. Doch der Reihe nach:

Für unseren Aufenthalt wählten wir das Hotel Eller, ein Traditionshaus im alten Ortszentrum von Sulden, nur wenige Meter von der Langensteinbahn entfernt. Das Haus mit tollem Preis-Leistungsverhältnis und grandioser Sauna-Landschaft kann ich wämstens weiterempfehlen.

Das Wetter war leider ein wenig durchwachsen. Die ersten drei Tage waren sehr schön, am Nachmittag des dritten Tages begannen sich die Gipfel der dominanten Berge (Ortler, Zebru, Königsspitze,…) in Wolken zu hüllen. Den vierten Tag verbrachte man am Madritsch im Nebel, in den tieferen Schigebieten war die Sicht etwas besser. In der Nacht zum fünften Tag gab es am Madritsch ca. 20cm Neuschnee, im Tal regnete es. Am fünften Tag selbst war die Sicht im Madritschgebiet wieder grottenschlecht und immer wieder schneite es (Im Tal Regen). Am sechsten Tag war es deutlich freundlicher bei Sonnenschein, allerdings waren die Gipfel erneut in den Wolken, und wenige cm Neuschnee aus der Nacht davor taten den Pisten an diesem relativ warmen Tag nicht gut. Der Untergrund war sehr klebrig.

Beim Lift- und Pistenstatus muss ich nun etwas kritisch werden. Laut Seilbahn-Sulden-Homepage waren zum Zeitpunkt unserer Ankunft alle Lifte und Pisten geöffnet außer Nr.5 Hochleiten. Laut Info-Tafel bei der Madritschseilbahn war sogar Alles geöffnet. Tatsächlich waren aber auch die schwarze 7 Gran Zebru 1 ebensowenig zu finden wie die blaue 13 Zayabfahrt. Letztere war höchstens für Grasschifahrer geöffnet. Mitte der Woche musste dann noch die Piste 1c Kanonenrohr geschlossen werden, dies wurde auch an der Infotafel angezeigt. Mein Schibelag war der Ansicht, dass die Schließung auch schon ein paar Tage früher stattfinden hätte können. Hab am Dienstag ein paar Steine voll erwischt. Grundsätzlich war der Zustand auf den geöffneten Abfahrten aber ausgezeichnet und trotz fehlender Pisten war immer noch genug Abwechslung vorhanden. Dass Sulden heuer den ganzen Winter wenig Naturschnee abbekommen hat, war vor allem an den Schiwegen vom Madritsch zur Kanzel bzw. Langenstein zu erkennen. An einigen Stellen musste man über die Wiese gehen, bei der Bachüberquerung über die Brücke sogar abschnallen. Den optimalen Weg von der Seilbahn zur Kanzel hab ich erst beim dritten Anlauf gefunden, leider fehlen hier Wegweiser.

Wartezeiten: Sulden war in dieser Hochsaisonwoche gut gebucht. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass ca 85% aller Sulden-Gäste auschließlich im Madritsch-Gebiet unterwegs waren und sich dort hauptsächlich auf den blauen Pisten 1, 1a und 2 aufhielten. Grundsätzlich gab es nämlich keine Wartezeiten. Die große Ausnahme bildete die 4KSB Madritsch wo man sich doch manchmal 5 bis 10 Minuten anstellen musste (vor allem kurz nach 10:00 Uhr, wenn die Schikurse gleichzeitig starteten). Ebenso haben wir einmal den Fehler gemacht, gegen 10:30Uhr zur Seilbahn-Mittelstation abzufahren. Zu dieser Zeit kamen die Gondeln voll vom Tal und es mussten erst in der nächsten Gondel extra Plätze freigehalten werden, die aber bei der Ankunft in der Mitte für die nächsten Schifahrer von Oben erneut nicht ausreichten. Irgendwo in diesem Forum habe ich gelesen, dass manche User die Seilbahn für überdimensioniert halten. Diese Ansicht teile ich nicht. Die längste Wartezeit der Woche hatten wir aber am ersten Schitag von 13:50 bis 14:20 vor der SB in der Madritschhütte. Die restlichen Tage haben wir die Mittagspause an anderen Orten verbracht, meistens auf der Kanzel.

Wir werden sicher wieder in einigen Jahren nach Sulden fahren, doch jetzt lasse ich mal die Bilder sprechen.
 

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Jetzt möchte ich noch einige Bilder von den Schlechtwettertagen anhängen:
 

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chr schrieb:
In der Nacht zum fünften Tag gab es am Madritsch ca. 20cm Neuschnee, im Tal regnete es.

Jetzt ist mir klar, warum bei meinem Skitag in Sulden am 9. April die Pisten an Langenstein und Kanzel so schlecht waren. Danach ist es kalt geworden und dadurch sind die Pisten, auf die es zuvor draufgeregnet hat, durchgefroren. Da es nicht warm genug zum Auffirnen der Pisten war, waren die Pisten dort den ganzen Tag hart und eisig.
Oben war der Schnee super, doch es war starker, kalter Wind und deshalb auch kein Genuss, oben zu fahren.

In Sulden kann man tolle Skitage erleben, aber nur, wenn die Bedingungen passen, insbesondere das Wetter. Ist dies nicht der Fall, kann der Skitag sehr zäh werden. Vielleicht ist es doch sinnvoller, ein Quartier im Obervinschgau zu nehmen und nicht direkt in Sulden. Dann kann man an schlechten Tagen in nicht so wetterempfindliche Skigebiete wie zum Beispiel Schöneben ausweichen. Jedoch ist man auch dann nicht vor Fehlentscheidungen sicher, wie mein Beispiel zeigt. Der Wetterbericht für den 9. April war nämlich besser als es dann tatsächlich war. Allerdings war auch Nordföhn vorhergesagt und das habe ich wohl unterschätzt.
 
Kommt natürlich drauf an, was man will. Sulden ist für zwei, drei Tage schon ok.
Quartier im Obervinschgau (Mals, Glurns, etc.) ist eine gute Alternative, man braucht eine gute halbe Stunde nach Sulden. Im Frühjahr ist der Kontrast zwischen Frühling und Fast-Hochwinter schon was besonderes. Schöneben bietet sich vor allem für den Rückreisetag an.
 
Ich finde eine Unterkunft im Obervinschgauer Tal auch sinnvoller. Sulden wäre mir für mehrere Tage zu klein.
 
Ist immer eine Frage, was man will. Da Dolomitenfan bei Frühjahresschneeverhältnissen den Schitag auch schon mal gerne zu Mittag beendet und den Wellnessbereich des Hotels früh am Tag aufsucht, und ich doch meist bis zum Betriebsschluss der Lifte unterwegs bin, musste es bei uns ein Quartier sein, zu dem man jederzeit ohne Privat-PKW vom Schigebiet hinkommt. Und für unsere Ansprüche war das Schigebiet auch für eine Woche groß genug.
 
Wenn man im Vinschgau wohnt, kann man halt während eines Skiurlaubes leichter einige verschiedene Skigebiete erkunden. Und wenn man seine Unterkunft in Sulden wählt, kann man es dort auch problemlos ein paar Tage beim Skifahren aushalten.
 
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