Um die gewünschte hohe Förderleistung von 3.600 P/h sicher zu stellen, hat Doppelmayr mit dem weltersten „Tangentialeinstieg“ bei einer 6er-Sesselbahn eine hochinteressante Innovation realisiert. Der Sessel kommt schräg, etwa im Winkel von 45°, zum Einstiegsbereich. Zum
Einstiegspunkt werden die Passagiere mit einem Förderband gebracht. Die Schranken für das Betreten des Förderbandes öffnen sich zum Ausgleich der Kurvenlänge der Bahnen, welche die Sitze beschreiben,
zeitversetzt: Zuerst starten die Passagiere der Innenbahn, zuletzt jene,
deren Sitz ganz außen ist. (Das lässt sich gut mit der gestaffelten Startaufstellung von 400-Meter-Läufern in der Leichtathletik vergleichen.) Das Timing ist derartberechnet, dass sich am Ende des Förderbandes alle Passagiere auf gleicher Höhe befinden; sie können nun bequem auf dem Sessel Platz nehmen. Auf Grund der Schrägstellung des Sessels
kann die Folgezeit deutlich verkürzt werden: Würden die Sessel nicht zunächst neben den auf dem Förderband befindlichen Skifahrern geführt und sich nicht erst kurz vor dem Einstiegspunkt hinter die Passagiere schwenken, müsste man den Skifahrern– wie es normalerweise der Fall ist – viel mehr Zeit zum Einsteigen geben. (Doppelmayr ist übrigens weltweit Vorreiter für dieses Einstiegsprinzip: Es wurde erstmals 2002 bei der 8-CLD Les Tommeuses – ebenfalls in Tignes – realisiert. (Diese Bahn hat eine Förderleistung von 4500 P/h.) Diese Kapazitätserhöhung liegt deutlich über der von den bisherigen französischen Vorschriften gesetzten Grenze von 3.000 P/h. Das machte ein besonderes behördliches Genehmigungsverfahren notwendig; die Zustimmung der Behörde wurde im November erteilt.