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Tangentialeinstieg

Jay

Mt. Blanc (4807m)
In der neuen Ausgabe der DM Kundenzeitschrift wird der neue Tangentialeinstieg angepriesen, aber irgendwie kommt mir die Funktionsweise von der Garaventa 6KSB Plaun in Laax bekannt vor? Täusch ich mich und es gibt eine wirkliche Innovation oder preist man hier nur etwas altbekanntes an?

Jakob
 
Um die gewünschte hohe Förderleistung von 3.600 P/h sicher zu stellen, hat Doppelmayr mit dem weltersten „Tangentialeinstieg“ bei einer 6er-Sesselbahn eine hochinteressante Innovation realisiert. Der Sessel kommt schräg, etwa im Winkel von 45°, zum Einstiegsbereich. Zum
Einstiegspunkt werden die Passagiere mit einem Förderband gebracht. Die Schranken für das Betreten des Förderbandes öffnen sich zum Ausgleich der Kurvenlänge der Bahnen, welche die Sitze beschreiben,
zeitversetzt: Zuerst starten die Passagiere der Innenbahn, zuletzt jene,
deren Sitz ganz außen ist. (Das lässt sich gut mit der gestaffelten Startaufstellung von 400-Meter-Läufern in der Leichtathletik vergleichen.) Das Timing ist derartberechnet, dass sich am Ende des Förderbandes alle Passagiere auf gleicher Höhe befinden; sie können nun bequem auf dem Sessel Platz nehmen. Auf Grund der Schrägstellung des Sessels
kann die Folgezeit deutlich verkürzt werden: Würden die Sessel nicht zunächst neben den auf dem Förderband befindlichen Skifahrern geführt und sich nicht erst kurz vor dem Einstiegspunkt hinter die Passagiere schwenken, müsste man den Skifahrern– wie es normalerweise der Fall ist – viel mehr Zeit zum Einsteigen geben. (Doppelmayr ist übrigens weltweit Vorreiter für dieses Einstiegsprinzip: Es wurde erstmals 2002 bei der 8-CLD Les Tommeuses – ebenfalls in Tignes – realisiert. (Diese Bahn hat eine Förderleistung von 4500 P/h.) Diese Kapazitätserhöhung liegt deutlich über der von den bisherigen französischen Vorschriften gesetzten Grenze von 3.000 P/h. Das machte ein besonderes behördliches Genehmigungsverfahren notwendig; die Zustimmung der Behörde wurde im November erteilt.

Quelle: http://www.doppelmayr.com/upload/prj1/wir/maijuni2006/wir-juni06_d.pdf, S. 10f.

Hmm, nennt sich das Ganze nicht auch asynchroner Einstieg? Die 6-KSB Romains von Leitner/Poma in Alpe d´Huez hat das auch, transportiert ebenfalls 3600 p/h. Das mit der Kap-Grenze von 3000 p/h in Frankreich kann insofern nicht stimmen, als dass dort die meisten 6-KSB mit über 3000 p/h überhaupt stehen, sage nur: Double embarquement in Val Tho und Menuires.
 
Also sowas, was die 8-KSB mit Bubbles (Idjoch?) in Ischgl auch hat, versteh ich das richtig?

Schaut doch sehr nach Lückenfüller aus.
 
@jwahl:
auf welche anlage in laax bezieht sich das jetzt?
du meinst wohl die neuere anlage von scansinas - mutta rodunda?
die anlage von plaun - CSG hat auch einen einstieg von diesem prinzip, aber ohne förderband. allerdings besteht diese anlage seit einigen jahren, wüsste also nicht, was an diesem einstiegsprinzip neu sein soll, ausser dass jetzt bei der anlage von scansinas - mutta rodunda noch ein förderband verwendet wird.
 
Also bei 8er KSBs findet das wirklich rege Verwendung. Das System selbst ist also auch bei DM nichts neues, nur die tatsache, dass sie es bei einer 6er einbauen.

Wo wir grad dabei sind, ein 90° Einstieg hat doch einen ähnlichen Efekt, weis jemand ob der mehr oder weniger Sesselabstand zuläst als ein Tangentialeinstieg?
 
Ich schätze die frz. Grenze von 3000 p/h bezieht sich auf herkömmliche KSBs die keine "Sondereinrichtungen" zur Kap-Steigerung haben. Wenn man spezielle Vorrichtungen einbaut (wie z.B. auch DE) scheint das verhandelbar zu sein :D
Schlüsselgröße ist und bleibt ja die Zeit, die die Passagiere zum Einsteigen haben, und damit verbunden natürlich die Sesselfolgezeit. DE umgeht dieses Problem durch die zwei Einstiege.

Leitner baut solche Tangentialeinstiege auch, siehe der Neubau der 8-KSB Arpette in La Plagne. Wer's aber "erfunden" hat weiß ich jetzt spontan auch nicht, könnte aber schon DM gewesen sein.

Aber schon interessant wie man wieder auf das Wörtchen "Weltneuheit" wert legt, für etwas das es vom Prinzip her schon längst gibt.
 
wasserfäller schrieb:
@jwahl:
auf welche anlage in laax bezieht sich das jetzt?
du meinst wohl die neuere anlage von scansinas - mutta rodunda?
die anlage von plaun - CSG hat auch einen einstieg von diesem prinzip, aber ohne förderband. allerdings besteht diese anlage seit einigen jahren, wüsste also nicht, was an diesem einstiegsprinzip neu sein soll.

Genau das meine ich ja. Diesen so angepriesenen Einstieg kannte ich eben von der Plaun-CSG Anlage (wenn auch ohne Förderband) und fand es etwas überzogen, wie das hier jetzt angepriesen wurde...

Jakob
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Also bei 8er KSBs findet das wirklich rege Verwendung. Das System selbst ist also auch bei DM nichts neues, nur die tatsache, dass sie es bei einer 6er einbauen.

sorry, ich kenn weder eine 8KSB noch sonst eine KSB, wo es einen derartigen Einstieg gibt...

(kanns mir trotz der guten Beschreibung auch nicht wirklich gut vorstellen)
 
Ich hab trotz intensiver Suche bei Google leider kein Bild gefunden, deswegen versuch ich es dir nochmal zu erklären. :lol:
Im Prinzip handelt es sich bei diesem Einstiege um einen ganz normalen Einstieg, also kein 90° oder sowas. Der Unterschied liegt in der Länge des Sesselumlaufs und der Position der Zugangssperren. Bei einer normalen Bahn liegen alle Zuganssperrren in einer Linie direkt nebeneinander. Beim Tangentialeinstieg sind die Sperren versetzt angeordnet, das heist wenn man davor steht sind die Sperren die zur Mittelachse der Bahn hin liegen weiter weg vom Einstieg und die folgenden sind immer ein Stück weiter vorne. Beim normalen Einstieg gehen alle Sperren zur selben Zeit auf, beim Tangentialeinstieg geht zuerst die auf die am weitesten vom Einstiegspunkt weg ist, danach die daneben und so weiter. Der Sessel kommt ganz nah an die Sperren ran und ist an dem Punkt noch schräg. Deswegen auch die versetzte Anordnung der Sperren, sie folgen dem "Lichtraumprofil" (so nennt man das bei Schienenfahrzeugen, keine Ahnung obs das auch bei Seilbahnen gibt) der Sessel. Der Vorteil ist einfach, dass man die Sperren direkt hinter dem Sessel wieder öffnen kann. Bei manchen Bahnen kann man sich sogar am vorderen sessel festhalten und zum einstieg ziehen lassen.
Ich hoffen ich konnte dir helfen.
 
Die 8-KSB Höölbodenbahn in Ischgl hat ne versetzte Zugangssperre. Ich weiss aber nicht ob dieser Tangentialeinstieg ist.
 
tommeuses-1.jpg


tommeuses-7.jpg

hier erkennt man es teilweise.

Eins hab ich noch gefunden:
IMGP2617.jpg
 
Hier ein Bild, wo man es ganz genau erkennen kann.

Die rechten Schranken öffnen sich vor der den linken Schranken

 
Das ist für mich jetzt auch schwierig zu erklären, aber es hat eigentlich nicht Direkt was mit der Zeitversetzten schranke zu tun, die ist eigentlich bei allen neuen KSBs ab 6er Stanart, sondern um die einlenkung des Sessels auf die Fahrgäste.
er fährt nicht wie normal seinen Bogen, sondern schert aus und kommt dann weiter im Bogen, so dass er nicht so extrem schnell zu den Gästen fährt.
ich glaub irgendwo auf der Leitner website ist das ganz gut beschrieben.
Es werden praktisch immer ein sessel abgefertigt und die nächsten Gäste komme schon rein. Die Folgezeit wird ohne stress erhöht.
Ich hoffe das passt so, denn es wirklich kompliziert zu erklären wenn man kein Lehrer ist.
 
Bei Seilbahnfreunds Link ist ja auch die Sesselführung eingezeichnet. Die leuft ja nicht in einem exakten Halbkreis sondern eher......... :? .......>anders eben (Keine ahnung wie mann das ausdrückt?!)
 
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