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Tebru

Pilatus

Disteghil Sar (7885m)
Nach skiliftfotos.ch stammt praktisch die gesammte ursprüngliche Technik von WSO von Tebru. Neben den von WSO verwendeten Portalstützen gab es auch noch die interessant aussehenden Stützen aus Rundrohr.

Sehr interessant zu dem Thema ist dieser Link:
www.jacomet.ch/themen/skilift/album/index.php?cat=17

Hat jemand noch mehr Bilder von Tebru-Liften?

Beispiel Bilder von Tebruliften mit den lustigen Rundrohr-Portalstüzen:

Jura (Bilder seilbahn.tk.111.com):
http://seilbahn.tk.111.com/jura/stutze.jpg


Selwyn Snowfields
http://skier.tvn.hu/selwi/050826/mtn3.jpg

Wo gibt es noch mehr solche Lifte, und gibt es noch solche mit den von WSO weiter verwendeten Stützten (grosse Verwechslungsgefahr)
 
sorry,war tebru auch mal ein lift-hersteller?wenn ja seit wann existiert der nicht mehr und was passierte mit diesem?Insolvenz,Pleite?
 
Tebru steht für "Theodor Brunner". Mehr zu ihm hier. Die Rolle Brunners ist umstritten: Er war wohl eher eine "komplizierte", eigenwillige Persönlichkeit. Wenn man mal ohne Historikergewissen mit dem Herzen dahintergeht, kann man ihn als genial bezeichnen; man sagt, er habe nebst seilbahntechnischen Errungenschaften auch die "Schneehäcksler" bei den Pistenmaschinen erfunden, wie auch ganz andere Dinge wie Eis-Portionierer ("Brunners Glace-Dosator"). Sein Schicksal war, dass immer andere das Geld mit seinen Erfindungen machten; womöglich eine Folge davon, dass er "ein etwas Schwieriger" war.

Was war seine Rolle bei WSO? Ich habe kürzlich ein Gespräch mit einer ehemaligen Sekretärin von Walter Städeli geführt. Sie sagte, Brunners Rolle dürfe nicht überbewertet werden. Er sei einer von vielen gewesen. Allerdings verliess Brunner die WSO im Streit; Walter Städeli habe ihn gewissermassen "zum Fenster raus geworfen". Die Sekretärin kannte Brunner nicht persönlich, nur aus Erzählungen. Die Inserate aus diversen Zeitschriften sowie Konstruktionspläne sprechen eine ganz andere Sprache: Anfangs lief das Geschäft unter dem Namen "Tebru Ski- und Sessellifte, W. Städeli Maschinenfabrik Oetwil am See" - nachzulesen auf einem Plan zu einem der oben verlinkten Masten von 1956. Noch 1958 inserierte Tebru unter seinem Namen - pikanterweise mit jenem Logo, das ab ca. 1962 das offizielle WSO-Briefpapier zierte! Ich versteige mich also - noch in Unkenntnis aller Fakten - zur These, dass Brunner die Grundsteine für die WSO-Skilifte gelegt hat. Es wird sich zeigen, ob das zu gewagt ist.

Später arbeitete Brunner allem Anschein nach für eine Firma namens "Skima", die besonders für Ponylifte berühmt wurde. Auch eine Firma "Tebru Engineering" taucht in den Unterlagen auf.

Alles in allem bleibt zu sagen: Ich bleibe an der Geschichte dran und habe vor, in den nächsten Monaten dazu noch einige Leute zu befragen.

Dank Brunners Sohn hab ich einiges Material aus seinem Nachlass bei mir zu Hause rumliegen; da hats viele Perlen aus der Pionierzeit der Seilbahnen dabei. Eines bleibt sicher: Theo Brunner war garantiert kein unwichtiger im Schweizer Seilbahnwesen.
 
Ich hatte in der Nähe von Boulder (Colorado) gestern Gelegenheit, mit einer der wohl letzten noch lebenden (und sehr gesprächigen) Personen zu reden, die in der Pionierzeit des Sessel- und Skiliftbaus hautnah dabei waren. Freundlicherweise hat mich die ehemalige Sekretärin Walter Städelis auf ihn aufmerksam gemacht.

Der Berner Fritz Schmutz baute in den 1950er-Jahren für GMD die ersten Sessellifte am Mount Ruapehu (Whakapapa) in Neuseeland, war lange Zeit bei den Bergbahnen Flims, arbeitete bei Karl Brändle und später vor allem als Westcoast-Vertreter für Städeli und Kissling. Dabei war er natürlich auch für diesen Lift verantwortlich - so schliessen sich Kreise... Dies ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus seiner illustren Biographie (nebenbei fuhr er den Neuseeländern in den 50ern bei ihren nationalen Skimeisterschaften um die Ohren...). Um sein weitläufiges Archiv zu sichten, werde ich wohl bald noch einmal in die USA reisen! Fritz hatte allerlei Interessantes zu erzählen. Herrlich!

Dabei bestätigte er auch als erster unumwunden, dass praktisch die gesamte Technik auf Brunners Know How und Zeichnungen basiert. Walter Städeli und Theodor Brunner hatten wie erwähnt das Heu nicht auf der selben Bühne - daher wurde Brunner später rausgeschmissen. Das deckt sich mit den bisher erschlossenen Quellen dazu.

Brunner versuchte es vermutlich mit der Firma SKIMA auf eigene Faust, wie verschiedene Dokumente aus seinem Nachlass ebenfalls untermauern - er war aber eher der Tüftler und Erfinder als der Geschäftsmann... und musste bald mal bei der Übermacht von WSO, GMD und so einsehen, dass das nichts bringt. SKIMA-Lifte sahen so aus: Bild 1 / Bild 2

Hier einige Leckerbissen aus dem Neuseeland-Fotoalbum von Fritz. Am Schluss sind auch zwei aktuelle Artikel.

Nebenbei sagte Fritz auch, dass die Gehänge-Hydropumpe vermutlich erstmals von Borer entwickelt worden sei und die anderen dann dort abgeschaut hätten...
 
Sehr interessant finde ich das mit der Borer Hydropumpe! Ich war vor gut einer Woche auf dem Hochstuckli um dort den Huber Skilift anzuschauen. Danach habe ich meine Fotos mit Fotos von www.skilift-nostalgie.ch sowie Fotos von BSG77 Gehängen verglichen. Wie es scheint werden bei dem Lift Brandle-Gehänge mit Borer-Hydropumpe verwendet werden. Ich frage mich allerdings, ob die Gehänge umgebaut wurden, oder so erhältlich waren.
 
@Pilatus: Bilder her :)

Betreffend Theodor Brunner reime ich mir die Geschichte inwzischen etwa so zusammen:

- Brunner beginnt Mitte 1950er-Jahre bei Städeli, entwirft die meisten Skilifte und Gehänge (Indizien: Gehänge 16 von Brunner sieht ähnlich aus wie SL-7 bis SL-10 von WSO, Konstruktionspläne sind mit Brunner unterzeichnet, Typenbezeichnungen Brunners wurden später von WSO übernommen, Firma hiess anfangs "Tebru Ski- und Sessellifte, W. Städeli Maschinenbau", Firmenlogo Brunners später im WSO-Briefkopf, Aussagen von Fritz Schmutz). Tebru steht natürlich immer für "Theo Brunner".

- Brunner verlässt WSO im Streit ca. Beginn 1960er-Jahre (laut einigen Quellen ein Rausschmiss); die inzwischen gewachsene Firma Städeli optimiert seine Entwicklungen und gibt alles unter eigenem Namen raus. Da Brunner vermutlich nie was patentieren liess, kann er nichts tun. (Indizien: Aussagen seines Sohnes, Aussagen von ehemaligen WSO-Leuten)

- Brunner macht alleine weiter, gründet eine Firma "Skima". Gegen die Übermacht der inzwischen zahlreich gewordenen Liftfirmen (WSO, Habegger, Oehler, Von Roll, Garaventa, Doppelmayr usw.) hat er aber keine Chance. Nur wenige Lifte (Ponys, Bügellifte) kommen unter den Bezeichnungen Tebru und Skima heraus. Die ersten Tebru-Lifte Mitte 1950er-Jahre waren vermutlich die späteren Städeli-Lifte, wobei gewisse Portalstützen eine etwas leichtere Konstruktion aufweisen (vgl. Saas im Prättigau - kürzlich abgerissen - und im Jura, wo wohl der letzte Tebru-Lift steht). Skima-Lifte haben deutlich andere Stützenformen. Brunners Anlagen-Design lebt bis zum Ende der Firma Städeli weiter; die klassischen WSO-Portal-Stützen für leichte (US-50), mittlere (US-70) und schwere Anlagen (US-120) stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus seiner Feder.

- Brunner ist wohl auch als externer Berater tätig (Indiz: Briefverkehr mit Von Roll betreffend Berechnungen Titlsbahn). Irgendwann in den 1950er-/1960er-Jahren entwickelt er zudem vermutlich den Vorläufer des Hydrogehänges, wobei die Anfahrtsbremsung mechanisch erfolgt (Indizien: Aussagen von Brunners Sohn, Foto eines mutmasslichen US-120-Tebru-Liftes).

- Wahrscheinlich etwas desillusioniert wendet sich Brunner später anderen Tätigkeitsfeldern zu (Optimierung von Pistenraupen, Eis-Portionierer "Brunners Glace-Dosator", Velowerkstatt in Illnau).
 
Hier die Gehängebilder. Wirklich eigenartig. Das Gehäuse scheint eindeutig von Brändle zu sein wärend die Hydropumpe baugleich mit denen des Borer BSG77 ist.
 

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@MM: Dachte ich eben auch... laut Auskunft der Leute vom Skilift Ghöch handelt es sich aber um einen Original-WSO-Lift: "Die ursprünglichen Teile von unserem 1980 erstellten Lift waren Städeli-Produkte, obwohl sie aussahen wie von Tebru fabriziert. An der jetzigen Anlage ist nur noch das Umlenkrad original. Alle anderen Teile sind warscheinlich von Städeli."

Werde da aber gelegentlich noch Gespräche führen.
 
Weil Tebru vermutlich WSO war. Tebru war quasi die "Entwicklungsfirma" von WSO. Gebaut hat dann WSO den Lift. Das würde sich auch nicht mit den anderen Erkentnissen wiedersprechen.
 
Und irgendwann verschwand dann der Name Tebru bei Städeli, wie der Name Städeli später dann bei Garaventa verschwand.
 
...so einfach ist es schon nicht ganz. Tebru waren zwar nach heutigem Erkenntnisstand klar die "Vorgängeranlagen" von WSO (siehe oben). Nach dem Ausscheiden Brunners bei Städeli trat er aber unter verschiedenen Namen eigenständig auf dem Markt auf, u.a. als "Skima". Nebst "Tebru"-Gehängen wie diesen hier gibts auch Skima-Gehänge, die den Zusatz "System Brunner" tragen. Einige Quellen wollen auch wissen, dass Brunner für GMD gearbeitet habe.
 
Wieso gibt es Skima nicht mehr? Was steckt eigentlich hinter dem Namen Skima? Hat sie auch Lifte gebaut?
 
Steht dnn jetzt noch einer? Oder wurden alle abgerissen?
 
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