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The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

The summer after: Feuerkogel / 31.07.2010

Beim Bericht zu meiner heutigen Feuerkogel-Begehung hab ich mich für den Titel vom Film "The day after" inspirieren lassen. Das, was ich hier zu sehen bekommen habe, hat selbst mich erschreckt. Aber seht selbst.

Wie den Viellesern hier bekannt sein dürfte, ist am Feuerkogel im Sommer 2010 nach jahrelangen Diskussionen ein massiver Ausbau in Angriff genommen worden. Das zuvor nicht mehr zeitgemäße Angebot (1 Pendelbahn, 1 Doppelsesselbahn, 5 Schlepplifte - keine Beschneiungsanlagen) war den Ansprüchen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht. Die Investitionen im Gesamtwert von etwa 16 Mio. Euro wurden zur Gänze von der OÖ. Seilbahnholding, welche sich zu 100% im Eigentum des Landes Oberösterreich befindet, finanziert und getätigt. Die Investitionen sollen den Feuerkogel in eine neue Liga katapultieren und das Angebot zu anderen Skigebieten in Oberösterreich konkurrenzfähig sein.

Erst sehr spät viel der Startschuss für dieses Megaprojekt, die Bauarbeiten waren geprägt von massivem Zeitdruck und geradezu minutiöser Zeitplanung.

Ich war aufgrund des langwierigen Zustieges im letzten Herbst nur 1x auf der Baustelle - die Doku ist hier nachzulesen. In folgendem Topic finden sich auch alle weiteren Informationen zum Ausbauprojekt:

http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=12&t=5131&hilit=feuerkogel&start=150

Die beiden neuen Anlagen (8-EUB Gsoll-Jet, 6-KSB Grubersunk) konnten schließlich aber trotzdem plangemäß zum 23. Dezember 2010 (und für Viele - auch hier - unerwartet) fertiggestellt werden. Allein - es fehlte der Schnee.

Erst am 30. bzw. 31. Jänner konnten die beiden neuen Bahnen - bedingt durch massive Schneefälle in Betrieb gehen. Dennoch herrschten während der ganzen Saison zumeist grenzwertige Pistenverhältnisse, von einer Steinwüste war oftmals die Rede. Dies war auch der Grund dafür dass ich - als Einheimischer und nur 2 Kilometer von der Talstation der Feuerkogelseilbahn entfernt - im ersten Winter der neuen Bahnen nie am Berg war. Grund genug also, der Sache dafür einmal auf den Grund zu gehen.

Von der Talstation der Feuerkogelseilbahn marschiere ich weg, und nach einer guten Stunde erreiche ich endlich die Talstation der neuen 8-EUB Gsoll-Jet:

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Relativ schnell wird klar: SO einfach kann man hier keine 1. Sektion anbauen (wie oftmals gewünscht/gefordert und von Hr. Bruckschlögl auch versichert)!

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Der Grund dafür ist auch recht schnell ersichtlich: Keinerlei Vorbereitungen für Durchfahrbetrieb, zudem steht der Kontrollraum genau in der Bahnachse einer etwaigen 1. Sektion.

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Dürfte ein wenig aufwändig werden, das umzubauen.

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Das Stationsgebäude sieht interessant aus - in jedem Fall besser als eine Standardstation.

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Schon bald nach der Talstation folgt der erste Schreck: Da ist absolut nichts begrünt worden! Humus = Fehlanzeige!

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Kahle Landschaft.

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Wenigstens hat man die Stufen entschärft - im Winter dürfte man hier nur mehr sehr wenig merken:

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Es folgen nun kommentarlos einige Bilder des neuen Pistenabschnitts zwischen der neuen Talstation der 8-EUB Gsoll und der alten, weiter oben beginnenden DSB.

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Ich befinde mich in etwa in der Pistenmitte, knapp unterhalb der ehemaligen Talstation der DSB.

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Blick zurück.

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Erstes Fazit der neuen Abfahrt: Tolle Trassierung, aber ohne 1-1,5 Meter Schnee ist hier an steinfreies Skivergnügen nicht zu denken. Es erschreckt mich vor allem, dass im 1. Sommer nach dem Pistenbau mit Anfang August hier absolut NICHTS unternommen wurde, um in irgendeiner Form eine Renaturierung des Geländes zu ermöglichen. Wer über diese Piste marschiert wird mir übrigens in meiner Behauptung zustimmen, dass hier selbst eine Beschneiungsanlage nichts bringen wird. Oberstes Gebot muss hier in jedem Fall zunächst einmal die Aufbringung einer Humusschicht sein, ansonsten ist jeder Beschneiungsversuch sinnlos.

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Wirkt alles noch unaufgeräumt hier.

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Das Einzige, was man sauber gelöst hat, ist die Beseitigung der alten Talstation der DSB. Diese stand genau hier.

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Keine Spur mehr. Wer´s nicht weiß, wird nichts merken.

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Nur die alte Schneise lässt noch auf eine ehemalige Liftanlage schließen.

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Blick von etwas weiter oben zurück.

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Ebenfalls auf Pistengelände, wenn auch am Rand.

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Blick kurz nach Stütze 4 bergwärts.

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Und Tiefblick zur Talstation. Bis hierher verläuft die Trasse äußerst steil und abgesehen von der Stütze ganz unten in der Pistenmitte stützenlos.

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Im Flachstück gibt es nun zwei Pisten. Zu sehen der neue Pistenabschnitt links. Hier ist deutlich zu merken, dass die Felsbrocken viel kleiner gebrochen wurden. Ein Skibetrieb ist hier somit viel früher möglich.

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Man sieht, wie die Piste hier (rücksichtslos?) ins Gelände rein trassiert wurde.

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Ein einsamer Bagger steht mitten auf der alten Piste.

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Der angesprochene neue Pistenabschnitt, schön glatt planiert.

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Blick zurück - links die alte Piste, rechts die neue Abfahrt. Die großen Felsbrocken im Vordergrund gehören zum Pistenvergnügen.

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Etwas anderer Blickwinkel.

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Das hier war letztes Jahr alles noch grün. Durch Modellierungsarbeiten in diesem Bereich ist die Humusschicht verschwunden.

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Der Skibelag lässt grüßen.

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Mitten auf der Piste liegen die letzten Reste des Grubersunk-Schlepplifts.

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Wird wohl nirgends mehr aufgestellt. :wink:

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Wer braucht eine Umlenkscheibe?

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Ein bezeichnendes Bild für die Eingriffe am Feuerkogel. Ein einsamer Baum im Bereich einer Pistenkreuzung.

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Schauplatzwechsel - hier die neue blaue Abfahrt, die knapp unterhalb des Naturfreundehauses von der Gsollabfahrt zur Grubersunkbahn abzweigt.

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Diese Piste ist wirklich toll trassiert, auch hier fällt auf: Schön glatt gebügelt. Sollte mit 50 cm Schnee problemlos befahrbar sein.

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Hier nach einer tollen 90°-Kurve.

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Noch eine Kurve, und dann gehts runter in den Grubersunk.

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Auch hier mit mehreren sanften Kuppen und Kurven. Das dürfte richtig Spaß machen hier!

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Blick zurück nach oben.

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Ab der Talstation des ehemaligen Grubersunkschlepplifts ist die Piste wohl relativ langweilig, zunächst aber noch der Blick in die alte Lifttrasse.

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An der bestehenden Grubersunkabfahrt hat man quasi gar keine weiteren Eingriffe vorgenommen, lediglich der allerletzte, kurze Hang wurde modelliert. Rechts gehts dann weiter zur Talstation.

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Das letzte Stück zur Talstation - man beachte überall die Warnungen vor Absturzgefahr!

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Und das ist auch berechtigt - die Talstation kann hier nur dank einer ca. 10-15 Meter hohen Stützmauer stehen. Dahinter geht´s seeeeeehr steil hinunter.

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Talstation - auch hier keine Standardstation.

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Stationsgaragierung der 6er-Sessel:

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Die Bahn ist mit knapp 700 Metern Länge ja sehr kurz, überwindet dabei aber fast 300 Höhenmeter.

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Die Steilheit kommt auf diesem Bild nicht wirklich rüber.

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Über die alte Grubersunkabfahrt bin ich dann zurückaufgestiegen und weiter zur Bergstation der neuen Gondelbahn am Paulnriedl.

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Der neue Pistenabschnitt von der Gondelbahn runter zur alten, bestehenden Abfahrt. Ebenfalls toll trassiert.

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Nun nochmal ein Sprung fast ganz runter zur Talstation der EUB - im Bild hier die blaue Umfahrung, die die alte Skiroute kreuzt. Bedingt durch diese Stufe wird die Skiroute in diesem Bereich nur mehr sehr schwer zu fahren sein.

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Weiter runter zur Talstation - für einen Skiweg breit genug.

Nach dieser Tour bin ich zweigespalten - einerseits freue ich mich über die gelungene Trassierung der neuen Abfahrten, andererseits bin ich aber schon enttäuscht von der Art, wie hier der Pistenbau vorgenommen wurde. Überall liegen noch Bäume, Baumstümpfe, Äste usw. herum - und das jetzt knapp 3-4 Monate nach der Schneeschmelze! Man sollte sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen und hier zumindest aufräumen.

Weiters sollte man DRINGEND mit einer Renaturierung der Pisten beginnen, ansonsten hat man in den nächsten Jahren mit dem gleichen Dilemma wie im vergangenen Winter zu kämpfen.

Ich habe jedenfalls heute beschlossen, mir auch heuer wieder keine Saisonkarte dort zu kaufen - zu unsicher ist mir die Schneesituation; zu sicher bin ich mir, dass man auch heuer wieder massive Probleme haben wird, die Hauptabfahrt der 8-EUB Gsoll-Jet zu einem vernünftigen Zeitpunkt zu öffnen.

Aber unsere Seilbahnholding-Bosse wissen ganz sicher, was sie tun. :wink:

Angesichts dieser Eingriffe ist es meiner Meinung nach müßig, über einen kleinen Felsabtrag am Gaislachkogel-Gipfel zu sprechen. HIER fanden die wirklichen Natureingriffe statt. Jedem, der bedingungslosen Pistenbau und Neuerschließungen fordert, kann ich nur zu Herzen legen, sich das hier mal anzuschauen. Bei so etwas beginnt man nachzudenken (ich nehme mich da selbst nicht aus).

Ich hoffe, der Bericht bringt einige interessante Informationen für euch - gefallen kann er ja nicht wirklich.
 
Was glaubst du, was die Leute erwarten? Genau das. Am Liebsten würden alle sofort nach den Baumaßnahmen den Zustand "Grüne Wiese" haben. Spielt sich aber nicht.

Wie eingehens von mir angedeutet, ist das Rekultivieren in Karst eine etwas komplexere Sache. Dass sich die Seilbahnholding wieder Gedanken um die Sache gemacht hat, zeigt die Tatsache, dass sie eine spezielle, für die Verhältnisse Feuerkogel gemischte, Saatmischung gedordert hat, dazu noch die weiteren Maßnahmen mit Hackschnitzel und Heu (ich habe selber nicht gewusst, dass sowas auch gemacht wird, bis jetzt stammt mein Wissen aus zwei drei Papers, in denen diese Fakten nicht erwähnt wurdem - ist mir recht, wieder was gelernt). Ich bleib dabei: gut Ding braucht Weile, und genau das wird hier umgesetzt. In wenigen Jahren wird man von der Baumaßnahme wesentlich weniger sehen als jetzt.

Und unter die Diskussion: "warum wird überhaupt begrünt" können wir einen Schlussstrich ziehen: weil es die zuständige Behörde meines Wissens verlangt.

MFG Dachstein
 
Werden neben einer Begrünung der planierten Flächen eigentlich auch noch zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen andererorts gefordert?
Der Begriff "Begrünung" hört sich zumindestens schon mal sehr ehrlich an, ganz im Gegensatz zu "Renaturierung", die ja niemals Sinn der Sache sein kann.
 
ATV schrieb:
Weil solche Begrünungen schnell wachsen müssen damit schon im Sommer danach alles wieder schön grün ist und auch User wie lanschi wieder ruhig schlafen können. :lach:

Solche Statements haben in einer sachlichen Diskussion eigentlich nichts verloren.

hagelschlag schrieb:
@Lanschi: Mit welchem Ergebnis hast du gerechnet, als man die neuen Pisten gebaut hat? Kaum ist der letzte Bagger weg, stehen schon Kühe und Schafe auf einer saftigen Weide?

Klar. :roll:

Ich erwarte mir, dass da im Mai 2010 wieder Gerät auffährt, das die teils gemeingefährlichen Felsbrocken zerkleinert und so im Winter halbwegs gefahrloses Ski fahren ermöglicht. Und weiters erwarte ich mir, dass man nicht erst nahezu am Ende der Vegetationsperiode (wahrscheinlich) im September damit beginnt, etwas zu unternehmen.

Mir geht es gar nicht einmal primär darum, das alles zu kaschieren - sondern vor allem auch darum, das im Winter zumindest sinnvoll befahrbar zu machen. Ich wage zu behaupten, dass man auch heuer erst - sofern nicht ein Jahrhundertwinter kommt - frühestens nach Jahreswechsel dort Ski fahren wird können. Und das kann doch nicht das Ziel einer derartigen Investition sein.
 
Mhhh...wenn ich mir die Bilder von der Piste der Kathrinseilbahn im oberen Bereich ins Gedächtnis hole, ist am Feuerkogel ned wirklich viel mit begrünen.

Trotzdem stört mich folgendes:

- Felsen/Steine gehören geschreddert auf ein odrdentliches Mass, damit zumindest der Humus oder was auch immer aufgetragen werden soll oderntlich eben ist. So ein Steingarten mit Humusfleckchen dazwischen kanns ja wohl ned sein
- Wo sind Humus und Wurzelstämme während der Bauphase hingekommen? Alleine wenn man den Humus seitlich gelagert und die Menge an Wurzelstöcken gleich gehäckselt hätte, könnte man schon ein gutes Stück wieder "begrünen/renaturieren", je nachdem wie mans bezeichnen will.
- Wenn eine Schneeanlage dermassen kompliziert ist, warum hat man den Berg überhaupt modernisiert? Seit ich zurückdenken kann, gabs am Feuerkogel seltnest genug Schnee zu ordentlich Skifahren, während Dachstein-West, Loser&co oderntliche Bedingungen vorweisen konnten.
- Wie Lanschi sehe ich den späten Beginn etwas kritisch...warum wurde ned früher begonnen? Evtl. ist das Wetter im Hochsommer/Spätsommer besser zum Auftragen?
- 1.Sektion EUB: Warum soll die durchgehend kommen? Könnt doch wie in Hopfgarten 2 getrennte Sektionen geben. Dann hat den Stau an der Mittelstation durch volle Gondeln von unten beseitigt(Zustiegssituation).

Trotzdem sollten wir jetzt erst mal die Arbeiten abwarten und uns nächstes Jahr im Juli das ganze nochmal anschauen. Evtl. siehts da schon wieder komplett anderst aus.
 
@ Af: geschreddert gehören die Steinbrocken nicht unbedingt, es kommt drauf an wie man die Renaturierungsmaßnahmen einleitet; nach der Devise: viele wegen führen nach Rom.

Wegen der Schneeanlage: nochmal: kompliziert an der Schneeanlage alleine nichts, aber die äußeren Umstände, die Schneeanlage gemeinsam mit zwei Anlagen zu erreichten und das in einem extrem kurzen Zeitraum von gerade mal 4 Monaten (!!!) hätte den Bau zu einer Unmöglichkeit gemacht.
Und auch deiner Aussage, dass der Kogel nur selten schitaugliche Bedingungen aufweist, muss ich entschieden entgegentreten; es gab durchwegs sehr gute Winter, wie Berichte unseres Ebenseer Lokalmatadors beweisen.
Wegen der Zeit des Auftragens: ich werde mal schauen, ob ich diesbezüglich ein konkretes Paper auf der Uni bei uns finde. Die Geographen haben da anscheinend mehrere Arbeiten darüber geschrieben, was ich so mitbekommen habe. Bei Bedarf forsche ich gerne nach meinem Urlaub mal nach.

MFG Dachstein
 
@ Dachstein: Für mich klang das jetzt halt so, dass die Beschneiungsanlage zu aufwändig würde, und deswegen nicht realisiert werden würde.

@ Skibedingungen: Kann nur aus den 80ern/90ern sprechen. Da war so gut wie nie was möglich am Feuerkogel. Sind aber meist auch im März gefahren, deswegen kanns ggfls. sein, dass zu diesem Zeitpunkt der Schnee bereits wieder dahin war.
 
Also ich war seit meiner Kindheit ca. ab dem Winter 1991/92 insgesamt an die 300x am Feuerkogel Ski fahren. Besonders in meiner Zeit als Rennläufer im örtlichen Skiklub hatten wir auch immer eigene "Feuerkogel-Ski" bzw. "Trass-Ski" (Trass ist der Name der Talabfahrt), um den doch oftmals grenzwertigen Skibedingungen gerecht zu werden.

Vor allem im oft schon warmen März waren Schneeprobleme durchaus normal. Die restliche Wintersaison (ab ca. Weihnachten bis Anfang März) war der Feuerkogel jedoch schon durchaus schneesicher und - wie man hier ja auch in etlichen Berichten sehen kann - durchaus auch nicht von Frau Holle benachteiligt.

Aber die Vor- und Nachsaison waren am Feuerkogel schon immer ein Problem und werden es zumindest auch im kommenden Winter sein - wahrscheinlich in noch stärkerem Ausmaß als die Jahre davor.
 
Die restliche Wintersaison (ab ca. Weihnachten bis Anfang März) war der Feuerkogel jedoch schon durchaus schneesicher und - wie man hier ja auch in etlichen Berichten sehen kann - durchaus auch nicht von Frau Holle benachteiligt.

Aber die Vor- und Nachsaison waren am Feuerkogel schon immer ein Problem und werden es zumindest auch im kommenden Winter sein - wahrscheinlich in noch stärkerem Ausmaß als die Jahre davor.


Interessant wie jeder den Begriff der Saison anders definiert. Für mich sehe ich das ungefahre so:

Bis mitte Januar: Vorsaison
mitte Januar bis mitte März: Hauptsaison
Ab mitte März: Nachsaison

Ich denke ich gehe da ungefähr mit den Schneefällen und der Schneelage einher. Jedenfalls kann ich mich nie an besonders tollen Schnee (abseits der Kunsteispisten) ende Dezember bis ca. mitte Januar erinnern.
 
@baeckerbursch

Man kann sicherlich lang und heftig darüber diskutieren, was eigentlich zu welchem Zeitpunkt welche Saison ist.
Es ist aber dennoch aus touristisch-traditioneller Sicht, ohne die nur ein Bruchteil der Infrastrukturmaßnahmen getätigt worden wäre, das Weihnachts-, Winterferien und Ostergeschäft als Hochsaison zu bezeichnen. Ostern schwankt bekanntlich heftig dank des klerikalen Kalenders; die Winterferien unterliegen sehr starken regionalen Einflüssen - weshalb tatsächlich für viele Gebiete die Weihnachtsferien ein Kern des Geschäftsjahres darsellen.

Es ist also durchaus angebracht zwischen persönlicher Betrachtung und der geschäftlichen der Betreiber zu unterschieden.
Da wir beide Off-Pist-Boarder sind (so lese ich es zumindest aus den Foren heraus), scheiden sich unsere Geister nicht sonderlich.
Dies ist aber unsere Ansicht - die durchaus konträr zu betriebswirtschaftlichen Interessen und Notwendigkeiten situiert sein kann.
 
Wir und viele andere Liftbetreiber sehen das mit den Saisonzeiten genau so wie der Bäckerbursch geschrieben hat.
 
Mir ist auch klar daß ich (oder wir) da nur noch die Ausnahme ist, für eine Vielzahl an Wintersportler ist die Weihnachtszeit Hochsaison.
 
Af schrieb:
@ Dachstein: Für mich klang das jetzt halt so, dass die Beschneiungsanlage zu aufwändig würde, und deswegen nicht realisiert werden würde.

Nein, das ist so nicht korrekt. Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen wäre die Geschichte zu heftig geworden - man stelle sich vor: eine Baustraße mit beträchlicher Länge und Höhenunterschied, eine 8 EUB, eine 6 KSB, dazu die Pisten in gerade mal 4 Monaten aus dem Boden zu stampfen - ein Wahnsinnspensum in dieser kurzen Zeit. Dazu noch eine Schneeanlage - das wäre der Dinge zu viel gewesen. Auch die Leute dort haben nur zwei Hände und haben in der Endphase vermutlich durchgearbeitet. Da wäre die Schneeanlage vermutlich zu viel gewesen. Als neuer Bauabschnitt aber halte ich die Schneeanlage für durchaus möglich. Und nicht vergessen - zahlen muss auch noch wer. ;)

Ich denke, irgendwo muss einfach mal ein Strich unter der Rechnung gemacht werden; und mit dem, was dort oben jetzt steht sollte man im Augenblick zufrieden sein - mehr war einfach nicht drinnen; der nächste Schritt wird aber sicher noch folgen. ;)

MFG Dachstein
 
Jedenfalls ist klar daß man momentan (finanziell) am schlechtesten Punkt ist.

Moderne Anlage (die bezahlt werden wollen) und evtl. kein Schnee. Ein klassischer BWL´er "Stuck in the middle"
 
Da muss ich mich nach längerem Überlegen auch zu Wort melden, versuche aber dabei die 'polemischen' Bereiche so gut es geht zu umgehen - hab momentan wenig Lust auf eine Grundsatzdiskussion mit Modellirungsgegneren (die neuerdings offensichtlich sogar Begrünungsgegner geworden sind 8O ).

Nun, vielleicht war ich bei diesem Bericht etwas weniger schockert als die meisten, weil ich schon oft genug auf Pisten im karstigen Gelände unterwegs war: Vogel, Kanin, Sella Nevea, um nur drei bekannte zu nennen. Da sieht es überall so aus, und das tlw. noch viele Jahre nach dem Bau, da ist nix mit Almwiesen und Kühen 2 Jahre nach dem Bau wie etwa in Schladming, um ein markantes Gegenbeispiel zu nennen. Die grossen Steine im unteren Bereich schreddern, viel mehr ist heuer kaum noch drin. Dann, wie es Dachstein bereits erklärt hat, abwarten bis sich das ganze etwas setzt.

Erfahrung vom Kanin: natürlich war ich im ersten Winter nach dem Bau der 4SB Prevala samt Piste oben und trotz ofiiziell 2 m Schnee gab es vor allem im Bereich der Liftstationen viele kleine Steine. 1 Jahr danach, bei ähnlicher Schneelage, was es schon deutlich besser. Irgendwo (im slow. Forum? oder in den Medien? Weiss nich mehr genau ... ) habe ich dann eine Erklärung gelesen, die mir plausibel erscheint: da die Bauarbeiten erst sehr spät, irgendwann im November / Dezember fertig wurden (genau so wie am Feuerkogel), konnte sich das Gestein nicht setzen, die kleinen Steine lagen ganz lose an der Oberfläche. Nach der Schneeschmelze, ein paar ordentlichen Sommergewittern und Herbstregen hat sich dan die Lage irgendwie stabilisiert, die kleinsten Steine wurden zwischen die grösseren Brocken gewaschen und dadurch wurde der Boden kompakter und stabiler.

Zum Thema Scheeanlage: natürlich kann man sie auch im solchen Gelände verlegen und natürlich macht sie auch in diesem Fall Sinn, nur kostet der Bau entsprechend mehr und auch die produzierte Schneemenge muss grösser sein als auf 'braven' Wiesen in den Zentralalpen. Gutes beispiel ist grade die genannte italienische Skistation Sella Nevea, dort hat man gleich beim Bau der Piste die Schneleitungen bis auf 2100m hinauf verlegt.

Zum Vergleich ein paar meiner (im Forum bereits bekannten) Aufnahen von Kanin / Sella nevea aus den vergangenen Jahren - sieht sieht ähnlich aus wie am Feuerkogel, oder?
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Zum Thema (nicht)begrünung: generell muss ich sagen, dass oberhalb etwa 1800 - 2000m die grauen Pisten nicht auffallen, da auch rundherum nichts grün ist - neben der Piste gibts halt grosse Felsen, auf der Piste zerkleinerte. Optisch schlimm finde ich die umbegrünten Pisten im karstigen Gelände in mitteleren Bereichen zwischen 1000 und 1500m, wo links und rechts alles grün ist, also z. B. die oben abgebildete Talabfahrt auf Sella, diverse Pisten am Vogel oder eben am Feuerkogel :x . So schnell wird man da kaum was machen können, aber in ein paar Jahren siehts hoffentlich doch besser aus. Dabei hoffe ich dass die Betreiber so klug sind dass sie zuerst die Schneeanlage verlegen, bevor sie ernsthaft mit der Begrünung anfangen, sonst reissen sie wieder alles auf.
 
Zum Setzen der Piste:

Grundsätzlich kann es auch sein, dass sich das Material jetzt schon genug gesetzt hat und demnächst begonnen wird. Ich kann das auf den Bildern nicht beurteilen, und will es auch nicht, zumal man als Erdwissenschaftler lernt, zuerst mal eine ordentliche Aufnahme der Gegebenheiten zu machen.
Der Betreiber wird hier nichts über den Zaun brechen und objektiv beurteilen, ob es geht oder nicht. Abwarten, was passiert ist angesagt, mehr kann ich auch nicht sagen.
Die zuständige Behörde wird wegen der Begrünung (wie man das auch immer nennen will) sicher Auflagen erteilt haben, die auch einzuhalten sind und eingehalten werden. Schließlich gehört die Traunsee Touristik dem Land Oberösterreich - und ich bezweifle stark, dass sich ein landeseigener Betrieb es leisten kann, nicht zu renaturieren.

MFG Dachstein
 
Was ich mich immer frage wenn ich sowas sehe: Wie kriegen die, die neu gestalteten Pisten so schön gerade? Bagger???
 
Werna76 schrieb:
Was ich mich immer frage wenn ich sowas sehe: Wie kriegen die, die neu gestalteten Pisten so schön gerade? Bagger???
Wie genau man es heute beim Pistenbau macht, weiß ich nicht, aber zum Herstellen eines Planums gibts verschiedene Methoden.
ZB 3d GPS Steuerung, Lasersteuerung, klassich vermessen und abstecken mit Schnurgerüsten etc.
Zumindest die Feinarbeit wird meines Wissens per Bagger so gemacht. Heutzutage würde ich stak vermuten, dass es idR elektonisch gemacht wird.
Aber sicher wird sich hier auch der eine oder andere Pistenbauspezialist oder jemand, der Ahnung von Erd- und Tiefbau hat finden, der das genauer weiß.
Jedenfalls geht das heute mit verhältnismäßig geringem Aufwand.
Es bietet sich somit vereinfacht an, nicht aus den Gegebenheiten heraus eine spannungsvolle Lösung zu entwickeln, sondern nach irgendwelchen Normen, Radien etc. standardbasierte - gar "normgerechte" Trassierungen in der CAD im 3D Raum zu creieren.
Der Wandel im Zeitgeist, das Vorhandene nicht geschickt zu nutzen, sondern einfach zu überplanen, schreitet weiter voran.
Das erklärt auch die im Zuge der Standardisierung zunehmende Austauschbarkeit der Pisten, die fortschreitend ihre Indivdualität einbüßen.
 
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