Spätsaison im Thüringer Wald
01.04.2022, Großer Inselsberg:
#1 Freitag Abend zunächst alleine, dank 20 cm Pulverneuschnee super zu fahren. Hier oben war auch noch eine ausreichende Altschneeunterlage gegeben, weiter unten nicht mehr.
Ein Wermutstropfen war leider, dass später auch ein Auto 2x über einen Teil der Piste pflügte. Im nahen Wald waren ich und ein anderer Tourengeher aber sicher.
02.04.2022, Großer Inselsberg:
#2 Auch am nächsten Tag ging es wieder zum Inselsberg. Der über Nacht gefallene Neuschnee konnte die Autospuren zum Glück überdecken. Dadurch, dass beide Vereinslifte in Betrieb waren, waren die oberen Hänge aber schon recht stark verspurt, als ich ankam. Der große Lift lief leider nicht, obwohl auch er mittlerweile vom SV Tabarz betrieben wird, wie ich im Lauf des Tages erfahren habe.
#3 Nach Nebellichtung zeigte sich auch das Thüringer Becken, komplett verschneit. Die Skier steckten da übrigens in einer Schneewehe.
#4 Firstlines waren eher selten, hier ist mir das ganz gut gelungen, auch wenn die Abfahrt ein bisschen flach ist.
#5 Abends wurde dann noch mit dem kleinen PB (110) präpariert, am nächsten Tag sollte nochmal ein Training oder Rennen stattfinden. Für den öffentlichen Betrieb reiche der Schnee aber nicht, sagte der PB-Fahrer auf Nachfrage.
Mit gut 2200 hm endete nach 11 Aufstiegen der Tag mit einem persönlichen Rekord.
03.04.2022, Schneekopf:
#6 Am Sonntag nahm ich mir bei deutlich besserem Wetter nochmal den Schneekopf vor. Hier der Erfurter Hang. Auf dem Westhang liegt der meiste Schnee im Schatten, von hier aus gesehen links.
#7 Die Loipen waren recht gut besucht, obwohl hier leider nicht nochmal präpariert wurde. Ein Langläufer erzählte, er sei von Oberhof bis hierher gelaufen.
Ich war hingegen der einzige Tourengeher, der unterwegs war - auch wenn ich auf dem Hang noch eine ältere Spur erkennen konnte.
#8
#9 Blick nach Erfurt
#10 Der Hang im Schneetiegel war etwas verblasener, hier links lag der meiste Schnee (ca. 10-15 cm kompakter/verblasener Pulverschnee; etwas bremsig). Das war dann auch meine erste Firstline auf diesem Hang.
#11 Bis ganz runter ging es nicht, dass hier ist der vorletzte Abschnitt. Den Neuschnee hatte es in die zentrale Rinne geweht. Beim letzten Schwung bin ich leider vornüber gekippt, da war ich schneller als meine Skier im tiefen und relativ schweren Triebschnee.
#12 Danach querte ich zum Felsenschlagturm. Diese Schneise bin ich dann aber doch nicht abgefahren, da mir oben zu viel Gestrüpp war - im Februar war das kein Problem, nun aber schon unangenehem.
#13 Stattdessen nahm ich die mehr oder weniger parallele Schneise. Hier hatte es nur noch vereinzelt eine Altschneeunterlage und Bodenkontakte gab es häufiger. Ganz unten gab es dann auch nochmal Bruchharsch. Die von hier aus gesehen oberen 35 hm wiederholte ich noch einige Male mit geschulterten Skiern.
#14 Tiefstehende Sonne auf dem Rückweg zum Gipfelplateau, ehe es dann über eine kurze Abfahrt zum Parkplatz Güldene Brücke ging.
12.04.2022, Schneekopf (Resteskitour):
#15 Der Schnee schmolz leider sehr schnell wieder und daher war ich erst 9 Tage später wieder im Thüringer Wald. Hier die Abendstimmung am Schneekopfturm, der gerade so noch auf einem durchgehenden Schneeband erreichbar war. Möglich, dass zu der Färbung des Himmels wieder Sahara-Sand beitrug.
#16 Auf dem Weg zur "Hölle" nahm ich dann leider doch die falsche Variante und musste noch ein paar Meter aufsteigen.
#17 Aufgrund der engen Tallage mit ein paar säumenden Felsen zwar landschaftlich reizvoll und schneesicher, aber nicht so einfach zu fahren.
#18 Der Neuschnee vom vorigen Wochenende war schon angetaut und ließ sich in Verbindung mit der harten Unterlage mittelgut fahren.
#19 Von der Hölle wechselte ich über den Ziehweg zum Schneetiegel, der sich aber aufgrund der unebenen Altschneeunterlage größtenteils nur mäßig gut fahren ließ - hier einer der besten Abschnitte. Vom Wochenende waren hier noch 3 Spuren zu sehen.
#20 Aufstieg durch die Hölle mit Mond
Anschließend fuhr ich noch zum Erfurter Hang, wo sich der feucht-weiche Neuschnee auf dem ebenen, harten Altschnee sehr schön fahren ließ. Aufgrund der Dunkelheit habe ich von meinen 6 Fahrten dort keine guten Bilder.
20.04.2022, Schneekopf (Resteski):
#21 In der nächsten Woche ging es dann direkt ohne Felle los und auf Schusters Rappen zum Erfurter Hang. Auch wenn ich auf der Hinfahrt von Gräfenroda hinauf gesehen hatte, dass am Schneetiegel ebenfalls noch Schnee liegt - aber bei wenig Schnee kann dieser Hang seine Stärken nicht ausspielen.
#22 Abendstimmung am 45 hm (865-910 m) langen Schneefeld.
#23 Sonnenuntergang. Anschließend ging ich über den unteren Weg wieder zurück, da ich dort annahm, dass keine Schneereste mehr auf dem Weg liegen...naja, war dann auch so, aber ich bin fast 1 km ununterbrochen über Schnee gelaufen.
20.04.2022, Schmücke (Resteski):
#24 Schon auf dem Hinweg hielt ich kurz an der Schmücke. Dort gab es auch noch dieses ca. 300 m (35 hm) lange Schneefeld. Lt. einiger älterer Karten gab es hier auch mal einen Skilift.
#25 Auf dem Rückweg hielt ich dann nochmal kurz an - ließ sich ganz gut fahren und hat - wie man sieht - eine gute Schneesicherheit und ein gutes Gefälle für Wedler oder Anfänger.
27.04.2022, Schmücke (Resteski):
#26 An diesem Tag wollte ich die Runde von letzter Woche umdrehen und so ein ganzes Stück abfahren...leider hatte das Tauwetter ziemlich zugeschlagen und daraus wurde nichts. Ich musste mehrere 100 m Tragen auf mehreren Abschnitten. Und das waren dann auch die besten Schwünge auf der Strecke.
#27 Am Erfurter Hang sah es kaum besser aus, das durchgehende Schneefeld existierte so nicht mehr, sondern war schon in mehrere Flecken zerfallen - letztes Jahr konnte ich am 3.5. noch auf 35 hm abfahren. Dieses Mal waren es immerhin noch 5 und 50 mit reichlich Heide - die war immerhin recht schnell.
#28 Blick den hang hinab.
#29 Nach ein paar Schwüngen ließ ich es gut sein.
#30 Aufstieg zum Gipfel, bis zum Sonnenuntergang wollte ich dort sein. Leider war die Sonne dann wieder hinter den Wolken verschwunden, als ich oben ankam.
#31 Nun wollte ich nochmal zum Schneetiegel, um dort nach der Schneelage zu sehen. Dabei nahm ich noch ein kurzes, aber steiles Schneefeld mit.
#32 Bei der Abfahrt durch die "Hölle" kam ich leider nicht sonderlich weit, da ich an einer Art Bachlauf einbrach (ca. 1 m tief) und gegen einen Fels oder dergleichen fuhr. War relativ unangenehm, aber verletzt habe ich mich nicht. Der Ski wurde hingegen um ca. 10° nach oben verbogen...damit endet die Skisaison im Thüringer Wald für mich und das Leben des Skis nach 7 Jahren und ca. 150 Skitagen.
Am Schneetiegel lag übrigens fast gar kein Schnee mehr, nur noch ein paar handgroße Fleckchen.