„Eine perfekte Saison”
Der verspätete Saisonbeginn und ein insgesamt relativ warmer und niederschlagsarmer Winter konnten nicht verhindern, dass der Tourismusmotor im Bezirk Landeck schnurrte – es gab ein leichtes Nächtigungsplus.
Der April war im Bezirk Landeck aus touristischer Sicht eine kleinere Katastrophe: - 9,1 Prozentpunkte bei den Nächtigungen; lediglich acht der 30 Gemeinden schafften ein Plus. Der gesamte Winter hingegen kann sich sehen lassen: + 0,4 Prozent. Im Gegensatz dazu musste tirolweit ein Minus von 2,8 Prozentpunkten hingenommen werden. Über ein Fünftel aller Übernachtungen von November bis April in Tirol wurden im Bezirk verzeichnet: knapp 5,26 Millionen. „Landeck” ist damit mit Abstand die gefragteste Destination im „heiligen Land”; Platz zwei nimmt der Bezirk Schwaz (4,77 Mio.) ein, „Imst” schafft knapp 3,36, „Kitzbühel” noch 3,07 Millionen. Ischgl oder auch St. Anton allein weisen mehr Nächtigungen aus als der gesamte Bezirk Lienz oder die Landeshauptstadt; gemeinsam haben sie mehr Übernachtungen als der Bezirk Reutte oder auch der Bezirk Kufstein.
PLATEAU STARK. In Ischgl wurde diesen Winter 1,2 Millionen Mal genächtigt – das bedeutet: Pro Ischgler/in waren im Schnitt gut vier Gäste im Dorf. Laut Landesstatistik gab’s heuer ein Minus von 1,1 Prozentpunkten. St. Anton mit gut 912.000 Übernachtungen musste ein Minus von 1,6 Prozentpunkten hinnehmen. Serfaus ist Dritter: 661.000 Übernachtungen bedeuten ein beachtliches Plus von 4,2 Prozentpunkten in einem schwierigen Winter. Fiss konnte mit knapp 478.000 Nächtigungen (+ 4 %) ebenfalls zulegen (Ladis komplettiert den Sonnenplateau-Erfolg mit 134.000 Nächtigungen; + 4,1 %). Ein Plus gab’s auch in Kappl (knapp 400.000, + 1,1 %); Galtür (knapp 291.000) musste ein Minus von 2 Prozentpunkten hinnehmen. Beachtlich geschlagen hat sich Nauders: 273.000 Übernachtungen bedeuten ein Plus von 4,8 Prozentpunkten – bei erschwerter Zufahrt aufgrund der Baustelle „Unterer Finstermünztunnel”. Insgesamt also ein relativ gutes Ergebnis, inklusive punktueller leichter Unzufriedenheit: Alfons Parth, Obmann des TVB Paznaun-Ischgl, ist mit dem Ischgler Minus nicht gerade glücklich. Aber selbst er meint: „Wenn ich mir anschaue, wie heuer gebaut wird, hatten wir eine perfekte Saison.”
QUALITÄT GEFRAGT. Laut Tirol Werbung liegt der vergangene Winter sowohl bei den Nächtigungen (Platz 5) als auch bei den Ankünften (Platz 4) unter den Top 5 der Tiroler Winterergebnisse. Das „Tiroler Tourismusbarometer” (eine Erhebung der Katalogpreise in 8.500 Beherbergungsbetrieben) weist ein einprozentiges Umsatzplus bei Übernachtung und Frühstück aus. Erfreulich ist die voranschreitende Internationalisierung – es zeichnet sich eine breitere Streuung der Quellmärkte, besonders Richtung Osteuropa ab. Der Trend zu mehr Qualität im Beherbergungssektor setzt sich auch heuer wieder fort – nur die 4- und 5-Stern-Betriebe (+ 0,9 % Nächtigungen) und die Ferienwohnungen (+ 5,8 %) konnten sowohl die Zahl der Nächtigungen als auch den Umsatz steigern.