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Titlisbahn steht still! 1000 Touristen blockiert!

Vadret

Gaislachkogl (3058m)
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Hä?
War da jetzt was defekt, oder hat ein Scherzkeks die Notbremse gezogen ? Fahren die Titlis-Gondeln ohne Führer?
 
ChaosB99 schrieb:
Hä?
War da jetzt was defekt, oder hat ein Scherzkeks die Notbremse gezogen ? Fahren die Titlis-Gondeln ohne Führer?
Die asiatischen Gäste probieren bisweilen alles aus, was nicht Niet- und Nagelfest ist. Schnell mal ins Telefon gesprochen, schnell mal eine Taste gedrückt und die Tür geschlossen. Alles schon in Engelberg erlebt. Dass die Fahrgäste zur Rede gestellt wurden, habe ich noch nie erlebt, der Kunde ist halt König.
 
In der Tagesschau vom Schweizer Fernsehen hab es einen Berricht.
Über die "Karte" die sie zeigen kann, ich nur lachen. Richtiger Schnellschuss.
 
Laut Bericht des CH-TVs sei es ein unabsichtlicher Griff in den Notbremshebel gewesen; wohl weil jemand schwergewichtiges etwas aus dem Gleichgewicht gekommen sein wird und sich irgendwo abstützen wollte - und dann eben nach der erstbsten Möglichkeit griff, sich irgendwo festzuhalten - und das sei eben der Notbremshebel gewesen - der dann auch gleich abgerissen sei. Tönt durchaus plausibel - sonst würde nicht der oberste Chef der Titlisbahnen das im TV zu besten geben.

NB: die Anordnung des Notbremshebels war auch schon in den 1980ern bei Prof. Oplatka an der ETHZ ein Thema. Grundlegend ist die Erreichbarkeit des Notbremshebels ein "Ingenieurtechnisches Problem", das eben nicht ganz trivial ist - und da muss eben irgendwo ein Kompromiss zwischen "notwendig guter Erreichbarkeit im Notfall" und "nicht übermässig guter Erreichbarkeit als vermeintlicher Haltegriff" gefunden werden. Und ersteres hat eben durchaus höhere Priorität als letzteres - wie das dann auch immer ausgestaltet ist; und setzt man anstatt des mechanischen Zughebels einfach nur einen Druckknopf (mit elektrischer Schaltung "hintendran") ein, kommt ein weiteres Element dazu, das im Bedarfsfall auch mal versagen könnte. Handkehrum hat der Zughebel den Nebeneffekt, dass im Falle einer Zugseilkappung während des Abkippens der Kabine die Beschleunigungskräfte so hoch sind, dass der Zughebel gar nicht erreichbar ist.
 
Den Hebel gleich abgerissen.... Starke Leistung. :lach: Dann lässt sich das Ventil nur noch durch russische Methode schliessen. Schraubenschlüssel+Fausthammer. :lach:

Unsere Medien recherchieren sehr gut: Sicherheitsbremse...... Öhm die ist auf dem Antriebsrad. Wenn schon Fangbremse oder Tragseilbremse??
Auch der Ausdruck "Notbremse" ist nur Abgeleitet damit des der gemeine Gondeltourist aus der Grossstadt versteht weilc gleich beschriftet ist wie in der U-Bahn... :lach:

Kakadu schrieb:
und setzt man anstatt des mechanischen Zughebels einfach nur einen Druckknopf (mit elektrischer Schaltung "hintendran") ein, kommt ein weiteres Element dazu, das im Bedarfsfall auch mal versagen könnte.
Bei neuen Bahnen sowieso Standart da elektrisch ausgelöste Fangbremsen. Das kann genausogut versagen wie ein Seilzug.

Kakadu schrieb:
Handkehrum hat der Zughebel den Nebeneffekt, dass im Falle einer Zugseilkappung während des Abkippens der Kabine die Beschleunigungskräfte so hoch sind, dass der Zughebel gar nicht erreichbar ist
Muss man ja nicht, denn in dem Fall ist es sowieso schon zu spät, daher fällt die Fangbremse im falle eines Zugseilrisses selbstständig ein. Die Zeit die vergeht bis der 0815 Gondelführer bemerkt, dass das Zugseil gerissen ist, schlägt die Gondel schon in der Talstation auf. Ob der Fahrgast überhaupt die Möglichkeit haben muss selber die Fangbremse zu betätigen mag ich stark bezweifeln. Es währe sinnvoller wenn der Notbremshebel in der Kabine wie bei den fangbremslosen Bahnen einfach elektrisch einen NHSB oder ggf EH oder BB auslöst.
 
Grundsätzlich sehe ich das auch so wie ATV. In der Kabine braucht es eine Möglichkeit die Bahn im Notfall sofort anhalten zu können. Das geht über Nothalt mit Sicherheitsbremse sehr gut. Eine manuelle Auslösung der Fangbremse macht, vor allem bei Pendelbahnen, in meinen Augen eigentlich nie so wirklich Sinn. Ein Seilriss löst die Fangbremse selbst aus. Dieses Risiko abzufangen ist ihre Hauptaufgabe. Sicher, die Fangbremse bremst im Notfall jenachdem schon leicht schneller als ein Nothalt. Wenn man aber eine Kabine so schnell anhalten muss - sind es andere Gründe als "Probleme" an der Kabine oder auf dem Fahrweg sieht man es entweder als Kabinenbegleiter sowieso nicht oder nimmt sowieso den Nothalt - so hat man in der Regel ganz andere Probleme als ob der Bremsweg jetzt ein paar Meter länger oder kürzer ist.

Ich finde es schon gut wenn man eine "Notbremse" in der Kabine so kennzeichnet dass sie auch ein Fahrgast im Notfall erkennen kann. Wenn er da ersteinmal alle anderen Knöpfe durchschauen muss, ist das jenachdem nicht förderlich. Der klassische Hebel verführt aber in der Tat zum Festhalten, grade bei Bahnen bei welchen oft grössere Mengen an ungeübten Fahrgästen mitfahren.
 
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