Also, ich würd mich als Lehrer ja freuen... und als Lehrerin...hm na ja, o.k.

De facto muss man aber auch sagen, dass hier bei uns zumindest langsam gewisse Grenzen derart überschritten wurden, dass das tatsächlich zu Störungen geführt hat. Ich weiß von mehreren persönlichen Bekannten - gerade von Haupt- und Sonderschulen - dass sie sagen, dass es wiederholt Fälle gab, wo in 8. und 9. die Mädels das etwas übertrieben haben. (Da gings aber schon um mehr als nur bauchfreie Tops). Das führte halt vor allem zu Aufruhr und Undizipliniertheit a) unter den anderen Mädels und b) vor allem unter den Jungs natürlich, die in dem Alter ja wohl eh eher an die Mädels als an die Schulde denken (was heißt hier in "dem" Alter

). Na ja, jedenalls war das sowohl für Klassendisziplin wie auch für das Lernverhalten schei... Es gibt also m.E. schon Grenzen. Gegen bauchfrei ist aber wohl kaum was einzuwenden. Trotzdem sollte man in meinen Augen auch unabhängig von Klassendizplin schlichtweg einen gewissen Anstand waren.
Von Schuluniformen halte ich persönlich gar nichts. Uniormen haben nach meiner Meinung in der Schuke nichts zu suchen. Außerdem ist die ARt sich zu kleiden auch eine Form sich selbst auszudrücken - sei es Punk, Edel, Hippie oder HipHop. Ich finde nicht, dass man das unterbinden sollte - im Gegenteil glaube ich, dass das sogar wichtiger Teil der Persönlichkeitsbildung in der Jugend ist, mit Kleidung uns Stilen zu experimentieren. Fast jeder hat doch irgendwelche Jugendphotos, über die er heute grinst, weil er irgendwas stranges an hat. Das mit dem Markenwahn halte ich auch für gefährlich (in Maßen jedenalls), weil das schlichtweg die finanziellen Verhältnisse vieler überfordert. Noch schlimmer ist da aber der ganze Handy Blödsinn - damit treiben sich ja mittlerweile regelmäßig jugendliche in den Ruin. Ich glaube aber dennoch, dass das ein Problem in den Köpfen ist und das es wichtig ist, mit erzieherischen Mitteln den jungen Leuten zu vermitteln, dass es im Leben auf mehr ankommt als auf Symbole eines nicht vorhandenen Reichtums. Letztendlich ist doch beides zunehmend Zeichen einer gewissen Anonymtät in unserer Gesellschaft. Die Angst davor, sich vor anderen Menschen zu sehr eine Blöße zu geben und nicht mehr akzeptiert zu werden, führt dazu dass man sich eine gewisse Anonymität offen hält. Ein weiterer Grund für eine gefühlte Anonymität ist wohl auch ein Umfeld, in dem theoretisch alle Wege offen sind, man aber plötzlich nicht mehr weiß, welchen man eigentlich gehen soll oder will. Diese wird dann kompensiert durch ein gesteigertes Bedürfnis nach Kommunikation (man möchte nicht nur immer und überall erreichbar sein, man möchte gerne auch erreicht werden!). Außerdem muss man sich in einer Gesellschaft, die man als anonym empfindet, wieder irgendwem zugehörig fühlen - daher kleidet man sich entsprechend. Fast jeder Jungendliche sagt im Interview, es kaufe sich Markenklamotten, um auch dazu zu gehören. Dazu kommte dann noch in beiden Fällen (Markenklamotten und Mobiltelephone) das Statussymbol - man "ist was" in dieser ansonst so grauen Gesellschaft und hebt sich von allen anderen, die "nichts sind" ab - "nichts sein", wieder das wovor die größte Angst emfunden wird.
Sich wieder selber mehr über seine Persönlichkeit zu definieren, eine solche Persönlichkeit zu entwickeln, und nicht zuletzt soziale Kompetenzen, über die man Kontakte findet und die ein erkauftes "dazugehören" überflüssig machen, das ist es meines Erachtens, was wir unseren Jugendlichen wieder mehr vermitteln müssen. In dieser Richtung müssen meines Erachtens die Betrebungen in der Schule gehen. Verbote bekämpfen immer nur die
Wirkung - die Gefahr liegt jedoch stets in der
Ursache.