Die Wirksamkeit des Rückenprotektors ist jedoch noch nicht gänzlich erforscht. Bei Stauchungsverletzungen der Wirbelsäule, z.B. bei Sturz auf den Kopf, kommt der Rückenprotektor nicht zum tragen. Skifahrer verletzen sich besonders im Bereich der oberen Wirbelsäule, Snowboardfahrer vor allem an der Lendenwirbelsäule. Beides wird durch den Rückenprotektor nur unzureichend geschützt. Die Schutzwirkung des Rückenprotektor ist bei diesen "Laienstürzen" folglich eher gering.
Die Expertin der SUVA berichtet, dass beim Rückenprotektor in der letzten Wintersaison eine regelrechte Hysterie entstanden ist und die Schutzwirkung allgemein stark überschätzt wurde. Besonders der Sportartikelhandel hat versucht, Rückenprotektoren aggressiv im Markt zu vertreiben. Dabei hat die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (EMPA) bewiesen, dass bei Stürzen ein Rucksack mit Pullover bereits eine ähnliche Schutzwirkung aufweist wie die Rückenprotektoren. Alle Experten waren sich einig, dass für den Normal-Schneesportler der Einsatz des Rückenschutzes nicht notwendig ist. In diesem Zusammenhang stellte der Experte des Schweizer Verbands der Sportartikellieferanten (SPAF) klar, dass Rückenprotektoren zur vollen Schutzwirkung optimal an den Rücken angepasst werden müssen und erst nach einer ausführlichen Beratung im Sportfachgeschäft gekauft werden sollten.