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Tragseilkontrollfahrt an der Tiroler Zugspitzbahn

PHB

Fichtelberg (1214,6m)
Registriert
12. Jan. 2006
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21
Servus Sportsfreunde,

heute mal ein Bericht über einen normalen Tag an der Tiroler Zugspitzbahn.

Die Tiroler Zugspitzbahn ist 1926 durch Adolf Bleichert mit bannbrechendem Antrieb in der Talstation und grandioser Streckenführung erbaut worden. Ein Wunder der Technik.

Dieses Wunder war 1991 etwas in die Tage gekommen und wurde durch eine 100er PB durch die Arbeitsgemeinschaft Waagner Biró - Garaventa ersetzt.

2003 Wurde die Talstation ein Raub der Flammen. Ein Tragseil stürzte ab. Die Einschlagmarken sind noch heute am Geländer in der Bergstation sichtbar, nicht zu vergessen die Schneise im Wald.

2003 wurde Sie durch Garaventa in Rekordzeit wiederaufgebaut. Im Zuge dessen erhielt Sie komplett neue Kabinen von CWA.

Meiner Meinung Nach ist die Tiroler Zugspitzbahn ist eine der schönsten und spektakulärsten sowie Geschichtsträchtigsten Seilbahnen Österreichs, Tirols und Europa.

BerichtON
Dienstbeginn ist um 8 Uhr morgens. Je nach dem muss der Bahnsteig von Schnee befreit werden.

Die ersten machen sich zur Revisionsfahrt klar. D.h. ein oder mehrere Seilbahner nehmen am Laufwerk Position ein. Der Maschinist bleibt per Funk mit Ihnen in Kontakt, und regelt die Anlage dabei händich.

Im "Handbetrieb" werden bei der Revisionsfahrt 5m/s gefahren. an den Stützen im Schneckentempo, um die den reibungslosen ablauf in Augenschein nehmen zu können.

Besonders Bizarr ist der Anblick von den vereisten Seilreitern sowie der komplett vereisten Stütze 3

Ein absolut herrliches Gefühl ist es ebenfalls, wenn man über die vereisten Tragseile fährt.

Es ist besonders schön anzuschauen wie die vordersten Wippen mit den Eiskratzern "flattern" wenn die Eiskratzer gut zu tun haben.

Nun zu den Bildern;





Dort habe ich mal versucht einen Seilreiter einzufangen....


Die Überfahrt der Stütze 1










Über Tag kann es passieren dass es wunderbar aufreist und sich ein grandioses Bild der Bergstation im Eis zeigt.






Zum Feierabend wird die Zugspitze leer gefahren, der Wagen 2 mit einem Betongewicht und Führerlos gen Berg geschickt, sowie das Personal herunter gebracht.
 
Hi, da war gestern was in Gallileo, habs aufgenommen, aber noch nicht zum anschaun kemmen.
Jedenfalls super Bilder, liebe solche verschneiten Seilbahnstützen .
 
PHB schrieb:
Meiner Meinung Nach ist die Tiroler Zugspitzbahn ist eine der schönsten und spektakulärsten sowie Geschichtsträchtigsten Seilbahnen Österreichs, Tirols und Europa.

Naja, bezogen auf Österreich hast du sicher recht. In der Schweiz gibt´s so etwas aber öfter, z. B. am Säntis. Es hat nur lange gedauert, bis man in Österreich so eine Bahn nach Schweizer Baumuster genehmigt hat :lol:

Aber schöne Bilder, toller Bericht. Finde ich auch einfach nur geil. :D :D :D

Gruß aus Bonn
 
Danke für die interessante Reoprtage!
Warum wird der Wagen mit einem Betongewicht beschwert, währenddem er in der Bergstation übernachtet?
Und wie schwer ist dieses Gewicht?
 
Danke für die Bilder, ist wirklich sehr interessant! :D
Klosterwappen schrieb:
Warum wird der Wagen mit einem Betongewicht beschwert, währenddem er in der Bergstation übernachtet?
Und wie scher ist dieses Gewicht?
Das würde mich auch interessieren. Hat die Bahn vielleicht den Antrieb in der Bergstation und deshalb das Betongewicht in der Kabine (falls der Antrieb defekt ist, damit noch Personal nach oben kann um ihn wieder weitestgehend hinzubekommen)?
 
schmittenfahrer schrieb:
Hat die Bahn vielleicht den Antrieb in der Bergstation und deshalb das Betongewicht in der Kabine (falls der Antrieb defekt ist, damit noch Personal nach oben kann um ihn wieder weitestgehend hinzubekommen)?
Eine interessante These.
Ich hatte gedacht; damit der leere Wagen nicht entgleist, wenn das Seil vereist ist.
Aber ich habe keine Ahnung!
 
Normalerweise werden Kabinen mit Gewichten bestückt, damit sie bei Wind stabiler sind.
 
GAG schrieb:
Normalerweise werden Kabinen mit Gewichten bestückt, damit sie bei Wind stabiler sind.
Danke; aber wozu braucht man das in einer geschlossenen Station?
 
Danke dass euch die Bilder gefallen.

Also das Gewicht ist 800kg schwer und wird tatsächlich zur stabilisierung bei Wind genutzt. Da am Berg keiner nächtigt, hat man sie drin, falls am Morgen Sturm ist, oder bei der Leerfahrt Sturm ist.

@Klosterwappen

Also damit die Kiste bei vereistem Seil entgleist, muss schon verdammt viel Eis sein.

Es ist jedoch trotzdem herrlich mitanzuschauen wie die vordersten Wippen bei 5m/s und Eis am Schwingen sind. Der Eiskratzer ist schon eine gute sache, wenn man bedenkt dass frühere Bahnen gar keinen hatten, bzw. erst einen in der Mitte der Wippe.

@Cristoph,
sogesehen hast du natürlich recht und ich weiß dass du die Geschichten zur Genehmigung und Doppeltragseilsystem in Österreich genau so gut kennst wie ich.

Ich finde diese Bahn ist trotzdem eine der grandiosesten.


Der Bericht auf Galileo war naja nicht schlecht, gut mir kann man eh nicht viel neues erzählen. Aber aufjedenfall bemerkenswert dass Galileo sich die Mühe macht, und dann auch noch 4 Tage inkl. Hubschrauber filmt.

Wer sich näher für das thema Seilzug, Vergusskegel, etc interessiert, dem kann ich die DVD von der TZB empfehlen da ist alles gefilmt und etwas detailierter beschrieben. (meinerMeinung nach..)
 
Sehr interessanter Bericht und gute Fotos! Sag mal wie wird das dann bei älteren und kleineren PBs am Morgen gemacht? Stellt sich da der Maschinist aufs Dach?
 
@Darkstar ich denke du meinst Pendelbahnen mit einem Tragseil.

Als ich zum letzten Mal am Walmendingerhorn war haben sie grade die damals Monatliche Tragseilkontrollfahrt gemacht.

Es stellt sich nicht der Maschinist aufs Dach, der fährt die Anlage per Hand. Es stellt sich ein Seilbahner auf das Podest am Gehänge und ein weiterer in einen speziellen Korb.

DIeser Korb wird auf eine verlängerte Welle einer Wippe gesetzt. Hier kann ein Seilbahner platz nehmen und das Tragseil in Augenschein nehmen. Der Korb wird nach der Fahrt wieder abgenommen.



 
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