Ne, deinen Ausführungen zur Sicherheitskultur muss ich wiedersprechen. Auch die frühen PBs (auch die noch deutlich älteren als die erste Silvrettabahn) verfügten bereits über ausgeklügelte technische Sicherheitseinrichtungen wie z.B. automatische Tragseilfangbremsen. Das hat zwar nichts direkt mit dem Mechanismus des ischgler Unfall zu tun, aber Sicherheit war auch damals ein wichtiges Thema und es existierte auch ein betriebswirtschaftliches Bewusstsein dafür, dass Unfälle schlechtes Marketing sind.
Zugseilüberschlag bedeutet, dass eben jenes "hochschnackt" und sich in einer langgezogenen Schlaufe über das Tragseil wirft. Dies kann dann reibend/schneidend/ziehenden Schaden am Tragseil verursachen bzw. zu dessen Abriss führen.
"Reparieren", Achsel zucken und hoffen, dass es nicht wieder passiert, funktioniert hier nicht. Die Ursache ist am ehesten ein Konstruktionsfehler z.B. ungünstige Abstände oder fehlende Seilreiter, unpassende Seilspannung, ungünstige Radien bei der Seilüberführung an den Stützen etc. Der Unfall der Silvrettabahn passierte bei einer der frühen Testfahrten beim Bau. Tote gab es in der Tat nicht, die Gondel war soweit ich weiß aber auch nur mit dem Gondelführer und sonst niemandem besetzt. Du kannst davon ausgehen, dass bei der Reperatur die Konstruktion überarbeitet wurde.