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Traum .. oder nicht?

Traum oder nicht?

  • Traum!! Geil! SOFORT HABEN WILL!!

    Stimmen: 23 51,1%
  • Grausig!! Nix da! Nie und nimmer!!

    Stimmen: 22 48,9%

  • Umfrageteilnehmer
    45
Pancho schrieb:
Preisfrage:
Wenn sich Gebiete immer mehr zusammen schließen, gibt es dann nicht am Ende immer weniger?
Mit welchen Auswirkungen für den Wettbewerb und die Preise?

Der regulatorische Ansatz ist aber in der Tat nicht ganz unproblematisch. Begrüßenswert wäre eine steigende Wertschätzung auch kleinerer Angebote durch uns Verbraucher. Also ich bin da am Umdenken und hatte grandios schöne Skitage gerade in kleineren Gebieten, die durchaus nicht an Freiluftmuseen erinnern müssen. Im Gegenteil, am hier häufig genannten Beispiel Arlberg zeigt sich, dass Zusammenschluss nicht immer besseres Skierlebnis bedeutet.

Genau daraum geht es - um ein Umdenken auch bei den Skifahrern. Das "schneller-höher-weiter" Denken ist eine furchtbare subtile Manipulation des Neoliberalismus, von der die Mehrheit mehr oder weniger (un)bewusst befallen ist.
Ich will keineswegs regulieren - sondern dem Markt einfach nur eine Obergrenze setzen, damit er nicht grenzenlos ausartet. Wenn eine Obergrenze jedoch als "Regulation" aufzufassen ist, dann... - es ist eine philosophische Frage. Derzeit haben wir auch ein Regularium, nämlich dass des Stärkeren, welcher den Schwächeren frisst. Für mich kann es nur dann einen halbwegs ausgeglichenen Wettbewerb geben, wenn die "Machtverhältnisse" etwas näher zusammenrücken. Diese Diskussionen kommt in der Ökonomie derzeit immer starker auf.


j-d-s schrieb:
Manitou, wenn ich dich richtig verstehe, ist deine Argumentation, dass Verbindungen schlecht sind, weil dadurch zwar Gästezuwächse zustande kommen, diese aber auf Kosten anderer (v.a. kleinerer) Gebiete?

Wenn wir mal annehmen, das sei richtig so, wäre das nur dummerweise immer noch kein Grund gegen die Verbindung. Denn es ist in der Marktwirtschaft ganz normal, dass man Gewinne auf Kosten anderer macht (das nennt sich Konkurrenz), und Marktbereinigungen (=LSAP) sind ebenso ganz normal.

...und diese grenzenlose "Normalität" ist das Problem. Im Straßenverkehr kann ja auch nicht jeder grenzenlos schnell fahren, obwohl es offensichtlich nicht wenige wollen in Anbetracht der Diskussion um ein Tempolimit. Fakt ist jedoch, dass es abschnittsweise Tempolimits geben muss, weil das Verkehrssystem sonst nicht harmonisch funktioniert. Bis auf PS-Fanatiker sehen das alle ein - es ist normal. Im Wirtschaftsliberalismus hingegen bekommen die "Raser" recht - egal mit welcher Gefahr für das Allgemeinwohl aller anderen Wirtschaftsteilnehmer.


starli schrieb:
Der große Markt an Skifahrern will leider immer größere Skigebiete und wenn Skigebiet A nicht mit Skigebiet B fusioniert, dann tut es C und D sowieso und gräbt damit A+B die Kunden ab. Da können wir uns hier wehren wie wir wollen und sinnlos rumdiskutieren, es wird nix nützen. Nicht zu verachten auch die dabei anfallende Werbewirksamkeit der Zusammenschlüsse...
Das ist die andere (Konsumenten)Seite dieses Problems von dem jds die Unternehmensseite aufgezeigt hat - es ist ein Teufelskreis! Durch die Werbung bzw. werbewirksamkeit wird psychologisch etwas besseres suggeriert "schneller weiter höher", der Kunde springt drauf an und die Skigebiete reagieren bzw. müssen reagieren. Es stellt sich in diesem selbstverstärkendem Mechanismus die Frage nach dem Anfang d.h nach Huhn oder dem Ei. Hier ist folglich auch das Verantwortungsbewusstsein des Skifahrers gefragt!
Es geht hier ja nicht allein um die Skigebiete, sondern da hängt ja vielfach der Tourismus des ganzen Ortes dran. Hier im Forum wird aber meist nur der Wettbewerb unter den Skigebieten selbst in Betracht gezogen.

Starlis Argument ist exakt das gleiche Problem wie bei der Massentierhaltung. Die Leute wollen möglichst immer billigger einkaufen, also müssen die Märkte reagieren und den Druck auf die Produzenten verstärken. Ohne Größe und fragwürdige Praktiken können die Tierproduzenten nicht mehr agieren sonst gehen sie pleite - d.h. es leiden die Verantwortungsbewussten - nicht nur wegen der "bösen" großen Discounter, sondern wegen des fehlenden Bewusstseins der Konsumenten! Gleiches Problem betrifft auch dem Milchpreis... etc.

Deshalb plädiere ich für eine mittelmäßige Genügsamkeit, das heisst einen Wettbewerb von kleinen und mittleren Skigebieten. Das entstehen der Großen hat diesen humanen und normalen Wettbewerb in Schieflage gebracht. Da nun entsprechend Starlis Argument den meisten Skifahrern das Bewusstsein für den Gesamtzusammenhang fehlt - und sie nur ihr eigenes hedonistisches Vergnügen sehen, muss m.E. der Gesetztgeber dem Übermaß eine Grenze setzen und unnötige Vergrößerungen verbieten - damit Skigebietsbetreiber als auch Konsumenten zur Besinnung kommen. Um in der Metapher des Verkehrswesen zu sprechen - er muss ein Tempolimit setzen. Das gilt für globale Konzernverdichtung insgesamt.

Um nochmal auf das Bsp. See/SFL zurückkommen: Um diesem kleinen das Überleben zu sichern, kann man ihm den Zusammenschluss nicht verbieten. Dadurch wird SFL allerdings noch Größer - muss man zugunsten von See hinnehmen.

Es gibt aber auch viele Skigebiete, die können sich rein geografisch nicht Zusammenschließen!
Nehmen wir als Beispiel Andelsbuch/Bezau oder Diedamskopf und im Bregenzer Wald. Die haben beide Probleme. Sie sind klar im Wettbewerbsnachteil gegenüber diesem Trend. Sie leiden unter Mellau/Damüls und anderen Großen. Letzterer Zusammenschluss war jedoch unabdingbar um den Bregenzer Wald nicht vom Skitourismus abzuhängen, da die mit ihren vielen kleinen Skigebieten keine Chance mehr hatten im schneller-höher-weiter Skitourismus. Das Wäldle mit seinem überwiegend sanften Tourismus zählt so gesehen zu den Verantwortungsbewussten - wären nicht andernorts Großen (Arlberg, Montafon, selbst die Verbindung Brandnertal) entstanden, hätten die Wäldler ihre vielen Kleinen Skigebiete vielleicht besser im angemessenen Rahmen technisch Modernisieren können, als sie nun festhängen. LSAP ist dort vorprogrammiert. (Anteile möglichen Eigenverschuldens/trägheit lasse ich hier mal außer Acht)

Ein weiteres Beispiel aus meiner eigenen Skiregion Allgäu:
Ich bin gegen eine Verbindung Kanzelwand/Parsenn - sie ist unnötig. Fellhorn/Kanzelwand sollte ein Skigebiet für sich bleiben. Es funktioniert prächtig.
Die nun mit der Ifen-Modernisierung zusammengefügte Arena Ifen/Heuberg/Walmendigerhorn hingegen braucht m.E. noch die Liftverbindung Heuberg-Auenhütte - allein schon, um den zunehmenden Autoverkehr zum Ifen aus dem Schwarwassertal fernzuhalten. So entsteht ein mittelgroßes zusammenhängendes Skigebiet mit ca. 50km Pisten. Die Kleinwalsertaler Skigebiete sind damit eh die Größten am Alpennordrand. Verbinden sie alle zu einem Einzigen, setzen sie GO, Bolsterlang, Oberjoch...etc. unter Druck, denn dann wollen wieder viele unvernünftige Skifahrer als Tagesgäste zunehmend ins Kleinwalsertal fahren. Derzeit sind am Wochenende auch GO, Oberjoch und Balderschwang sehr stark frequentiert - und das sollte m.E. so bleiben.

Damit will ich zeigen - man kann im Einzelfall nichts pauschalisieren - sondern es gilt abzuwägen. Was man hingegen Pauschalisieren kann und sollte ist eine ungefähre Richtlinie für die Notwendigkeit - und die kann sich m.E. nur daran orientieren, ob ein Zusammenschluss oder eine Expansion wirtschaftlich unabdingbar ist oder nicht. Im Falle Sölden/Pitz heisst die Antwort klar NEIN! Beide können auch ohne Zusammenschluss prima existieren, auch wenn man durch Zusammenschluss zusätzlich profitieren kann, wie mancher hier einwendet. Aber es muss nicht sein!

Damit will ich die Thematik meinerseits beenden - einige hier verstehen, was ich meine - andere nicht - sie hängen im hedonistisch neoliberalen Denken fest!
Der "schneller höher weiter" Konsument geht mehr oder weniger eine verhängnsvolle Allianz mit den großen Konzernen ein und zerstört damit alles, was sich in der Mitte befindet. Deshalb öffnet sich die Schere in unserer Gesellschaft zunehmend und zwar in allen Bereichen. Hinsichtlich unseres eigenen Konsumentenverhaltens ist folglich die Verantwortung eines jeden einzelnen gefragt - nicht nur im Skitourismus sondern generell!

Für die Skigebiete heisst das:
Wer die Großen zugunsten von Kleineren und Mittlerern öfters auch mal meidet, setzt dem grenzenlosen Expansionsdrang ein Ende! Das Aufsuchen von mehreren Kleineren ist genauso vielfältig und spannend, wie die vielen Pisten der Großen (die kann man eh kaum an einem Tag abfahren) - aber es sichert das Überleben von vielen!
Ich persönlich geniesse die Abwechslung, die ich im Allgäu unter vielen überwiegend Kleinen (<20km Piste) habe!

Hugh - der große Indianergott hat gesprochen! :wink:
 
muss m.E. der Gesetztgeber dem Übermaß eine Grenze setzen und unnötige Vergrößerungen verbieten
Den Gesetzgeber in der Einzahl gibt es selbst im Alpenraum schon mal nicht, denn da hast du die einzelnen Länder, die noch nicht mal alle in der EU sind (Schweiz) .. Und dann hättest du dich nur auf die Alpen beschränkt..
 
Dass hier immer der Wintertourismus tot geschrieben wird?
Als ich jung war, hieß es auch, dass der Skisport tot sei und was haben wir heute? Einen wachsenden Markt.

Wachstum durch Innovation ist natürlich (praktisch, nicht theoretisch) unbeschränkt. Dazu gibt es unzählige Beispiele. Auch Steve Ballmer konnte sich nicht vorstellen, dass sich jemand ein iPhone kaufen wird. Auch Red Bull drängte in einen gesättigten Markt, usw usw. So lange eine Volkswirtschaft über genügend Liquidität verfügt, wird auch mehr konsumiert werden. Daran wird sich zumindest mittelfristig nichts ändern.
Ich sehe da eher die Begrenzung in der Vorstellungskraft der Beteiligten.
 
Es wird doch nichts tot geschrieben? Gewisse Entwicklungen werden kritisch gesehen...

Nach wirklich belastbaren Zahlen such ich zwar auch immer noch, aber der Gesantmarkt in Europa soll wohl eher rückläufig sein..
 
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