-tom- schrieb:
Wenn ein Radfahrer vom Rad geschossen wird, wirken die gleichen Kräfte wie bei einem Motorradfahrer.
Das kommt drauf an, von was. Ein Radfahrer fährt klassischerweise gegen ein fast stehendes Fahrzeug, dass ihm die Vorfahrt genommen hat, um nur mal eine Modellsituation durchzuspielen. Dabei hat er wahrscheinlich eine Geschwindigkeit von 10-30km/h.
Nimmt man nun mal den klassischen Motorradunfall, bei dem jemand mit ca. 80-100km/h in der Kurve wegrutscht und gegen ein Hindernis prallt, so muss man keine große Rechnung aufmachen, um festzustellen, dass die Belastungen, die die jeweiligen Helme aushalten müssen doch leicht unterschiedlich sind.
Bei einem Skihelm ist ein Aufprall bei 100km/h auch nicht so weit hergeholt, weil sich die Geschwindikeiten der beiden Unfallpartner im ungünstigsten Fall addieren.
Da hast Du Recht. Gleiches gilt aber für Rad- und Motorradfahrer ebenso.
In beiden Fällen helfen aber die entsprechenden Helme nur sehr bedingt, ein Motorradhelm schon deutlich besser.
Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Allerdings ist jeder zusätzliche Schutzmechanismus, egal in welchem Bereich wünschenswert, wenn, und da sind wir bei dem zweiten Punkt, die Relationen stimmen. In unserem Fall (Wintersport) haben klassische Motorradintegralhelme nichts zu suchen, da sie durch ihre massive Bauweise den Sportler zu sehr von seiner Umwelt abschirmen. Die daraus resultierende mangelhafte Wahrnehmung der Umgebung birgt daher unkalkulierbare Risiken.
Mal ganz davon abgesehen, ist Skifahren immernoch ein Freizeitsport, der Spaß machen soll und dazu gehört für mich, dass mein Helm auch für den ganzen Tag bequem sein soll.
Dass es genormte Testkriterien gibt, die auf theoretsichen Annahnen beruhen bedeutet nicht, dass die Helme in der Praxis auch tatsächlich schützen. Bisher habe ich dazu nich keine wissenschaftliche Studie gesehen, die belastbar wäre.
Ganze Crashsimulationen in der KFZ-Industrie beruhen ausschließlich auf theoretischen Annahmen. Und der berühmte EuroNCAP-Crashtest wird mit nur
64 km/h durchgeführt.
Ohne es ins lächerliche ziehen zu wollen, gibt es statistisch deutlich gefährlichere Tätikeiten (Treppen steigen, Fenster putzen, über die Straße gehen, etc.) bei denen niemand auf die Idee kommen würde, einen Helm zu tragen obwohl er hier genauso gut oder schlecht schützen würde wie auf dem Rad oder auf Ski.
Natürlich ereignen sich die meisten Unfälle im Alltag. Das liegt jedoch nicht unwesentlich daran, dass im Alltagstrott oft die Konzentration verloren geht.
Im Übrigen kann man auch von einem Asteroiden erschlagen werden, während man über einen Zebrastreifen geht.
(gibts dafür eigntlich Versicherungen?)
Davon abgesehen will ich natürlich niemandem seinen Helm madig machen, jeder sollte hier selbst entscheiden (dürfen).
Hey, wieder eine tausendprozentige Übereinstimmung. Jeder soll und muss sogar selbst entscheiden, ob er einen Helm trägt. Da jeder in erster Linie für sich selbst verantwortlich ist, bin auch ich, als langjähriger Helmträger, gegen eine Helmpflicht zumindest für Erwachsene. Bei Kindern und Jugendlichen sollte man darüber allerdings nochmal nachdenken. Wie bereits erwähnt, schaffen es ja manche Erwachsene nicht, sich selbst zu organisieren.
In Serfaus habe ich letztens einen Skifahrer mit Bauarbeiterhelm (auch falsch herum) gesehen. Ich fand das witzig.
Vielleicht hat der sich auf Karneval vorbereitet.
In diesem Sinne
passt auf Euch auf!