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Trends im Seilbahnbau

-tom-

Vogelsberg (520m)
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30. Nov. 2005
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Hallo zusammen,

wenn man sich die Geschichte der Seilbahnen in den letzten Jahrzehnten so ansieht, erkennt man doch immer wieder Trends und Modewellen. Wenn wir mal die Funi Schlitten außen vor lassen, wurden anfangs fast ausschließlich Sesselbahnen (Einer und Doppel, teilweise sogar kuppelbar) gebaut. Irgendwann kam dann der Schlepplift in Mode und es wurden raue Mengen von Schleppliften gebaut. Teilweise wurden sogar Sessellifte zum Schlepplift umgebaut.
Wenige Jahrzehnte später haben die Schlepper überwiegend ausgedient und es werden massiv neue Sessel gebaut. Dieser Trend hält nun schon gute 20 bis 30 Jahre an. Mittlerweile meine ich manchmal einen leichten Trend weg vom Sessel hin zur EUB zu erkennen, dies aber nur in manchen Gebieten.

Was meint Ihr, welcher Trend kommt als nächstes bzw. als Zwischenlösung bis wir endlich beamen können. :D

Gruß, Tom
 
Ich glaube der Trend geht hin zu mehr Komfort und schnick-schnack.
Heizung, Komfortpolsterung, bunte Bubbles.


P.S.:
Hoffentlich können wir nicht beamen.
Dann gäbe es glaube ich die größte Massenarbeitslosigkeit aller Zeiten.
Aber warscheinlich bomben die Menschen bis dahin sowieso die Erde in die Luft. :roll:
 
Und wie sieht es mit den Kombi-Bahnen aus? Sind die auch derzeit Trend?
Weil ich z.B. erkenne bei diesen Bahnen noch keinen Sinn.
 
Und wie sieht es mit den Kombi-Bahnen aus? Sind die auch derzeit Trend?
Weil ich z.B. erkenne bei diesen Bahnen noch keinen Sinn.
Bei Kombibahnen, die z.B. offene und geschlossene FBM gleichzeitig fahren lassen, kannst du dir aussuchen, welche Beförderungsform du bevorzugst. Teilweise sind die Fahrpreise unterschiedlich - war zumeindest bei der alten Wurmbergseilbahn so. Eine weitere Möglichkeit ist, auf bestimmte Witterungsverhältnisse und Besucherspitzen zu reagieren - man ist flexibler als bei Bahnen mit einer FBM-Art.
Dresdner
 
RegioCardIrrer schrieb:
Und wie sieht es mit den Kombi-Bahnen aus? Sind die auch derzeit Trend?
Weil ich z.B. erkenne bei diesen Bahnen noch keinen Sinn.

Also, es gibt schon einen Sinn..

z.B.:
  • Fussgängerbeförderung (oder Paragleider, Schlitten-Fahrer, ....)
  • Für Kinder (Es fallen ja immer mal wieder Kinder aus Sesseln)
  • Für (Snowboard) Anfänger: Der Ausstieg aus einem Sessel mit dem Snowboard ist für einen Anfänger auch nicht ganz so einfach..
  • Spezielle Beispiel: Zermatt.
    Hier hast Du erst eine Standseilbahn, dann eine Kombi-Bahn und dann eine PB.
    Wenn man also von unten bis oben fahren möchte, braucht man also nicht zwischendurch die Ski anzuschnallen (für den Sessel) nur um sie gleich wieder (wg. der Pendelbahn) ausziehen zu müssen..

Gruß, Jens
 
Als Erstes gabs meines Wissens vor ca. 100 Jahren die SSB.

Dann kamen in den 20ern bis 30ern erstmal Schlepper dazu.

Ungefähr ab den 40ern bis 50ern kamen dann die großen Pionierplanungen und Bauten der Pendelbahnen, die die Erschließung hochalpiner Regionen ermöglichten.

Vielelicht eher so ab den 50ern erst die Sessel, die sich als Skifahrerbeförderungsanlage aber nur als Zubringer mit der Möglichkeit zur Talfahrt bei Schneearmut oder bei für SL ungeeigneten Trassen durchsetzten?

So richtig in Mode kamen die Sessel erst später mit der Kuppelbarkeit, wie sie heute üblich ist.

Oder liege ich da jetzt so sehr daneben?
 
Ich denke auf jeden Fall, dass in der nächsten Zeit wahrscheinlich keine neuen Seilbahnsysteme erfunden werden.

Wie Ram-Brand schon sagt, werden die Investitionen eher in Komfort getätigt werden.

Auch denke ich, dass sich die Investitionen mehr auf die Instandhaltung (Nachrüstungen) und Ersatz älterer, bestehender Anlagen beziehen werden; also kaum Neuerschließungen.

In Großprojekten, wie z. B. die Verbindung Ötztal-Pitztal, sehe ich sowieso keine Verwirklichung.
Im Angesicht dessen, dass die Nullgradgrenze in den nächsten 50 Jahren auf mehrere Meter steigt, sind eigentlich sowieso alle Seilbahnanlagen, die nicht später mal für Sommerbetrieb dienen können, fehlinvestiert.

Ein weiterer Blick in die Zukunft:
Es werden nur die Hauptanlagen überleben, die auch jetzt für den Sommerbetrieb benutzt werden. Alle anderen Anlagen (z.B. Schlepplifte) werden einsam vor sich hin rosten, da den Seilbahnunternehmen das Geld zum Rückbau fehlt.
Spätestens dann ist die Zeit gekommen, wo man sich frei in den Stationen an Liftteilen bedienen kann!

Letztendlich denke ich, dass sich der Trend der kuppelbaren Sessellifte und Kabinenbahnen weiter fortsetzt, auch wenn diese Investitionen nur auf Zeit Sinn machen.

--------
MfG ETT
________________________________________________
Seilbahnen - eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt
 
Bezüglich Pitztal.

Seilbahnanlagen werden meist für 20 Jahre geplant. Die Gletscher dort oben werden ja wohl nicht in 20 Jahren schon weg sein. Also wenn man jetzt eine Bahn bauen würde und in 40 Jahren wären die Gletscher weg, würde sich die Anlage trotzdem lohnen.

Wenn muss man das Geld verdienen so lange es geht. So ist Kapitalismus.
Und wer weiß was dann kommt. Vielleicht eine Sommer-Geröllrutschbahn vom Tiefenbach zum Pitztal. Dann wäre die Weiternutzung auch gesichert. :mrgreen:
 
Also wenn man sich die letzten Entwicklungen im Seilbahnbau ansieht fehlt eigentlich noch die letzte ultimative Bahn. Eine Kombination aus Funitel, Funifor und 3S. Eigentlich also eine Bahn die sämtliche Kabienenbahnsysteme in einem vereint. Das gäbe extreme Windstabilität bei großen Spannfeldern und hoher Kapazität. Bin mal gespannt wer sich sowas bauen lässt. :lol:
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Also wenn man sich die letzten Entwicklungen im Seilbahnbau ansieht fehlt eigentlich noch die letzte ultimative Bahn. Eine Kombination aus Funitel, Funifor und 3S. Eigentlich also eine Bahn die sämtliche Kabienenbahnsysteme in einem vereint. Das gäbe extreme Windstabilität bei großen Spannfeldern und hoher Kapazität. Bin mal gespannt wer sich sowas bauen lässt. :lol:

Du willst also ein Pendelsystem mit einem Umlaufsystem kombinieren? Und jetzt erklär uns mal, was das bringen soll bzw. wie das gehen soll.

MFG Dachstein
 
Ich könnte mir vorstellen, dass die Systeme etwas flexibler werden. So könnte ich mir z.B. eine Bahn vorstellen, die in der Station einen Pool von FBM vorhält, die auf die Strecke gehen, sobald sie bestiegen wurden. So könnte eine Kombibahn immer "on the fly" die gerade benötigten FBM auf die Strecke schicken, ohne dass umständlich ein- und wieder ausgaragiert werden muss. Wenn keiner fahren will, läuft das Seil halt einen Moment leer, wenn eine große Anfängergruppe kommt, besteigt diese einen Schwung Gondeln in der Station und geht damit "en bloc" auf die Strecke, kommen viele "normale" Skifahrer passiert das gleiche mit den Sesseln. Kommt Sturm auf, werden halt nur noch Strumsessel auf die Strecke geschickt, usw.

Gruß, Tom
 
Dachstein schrieb:
Seilbahnjunkie schrieb:
Also wenn man sich die letzten Entwicklungen im Seilbahnbau ansieht fehlt eigentlich noch die letzte ultimative Bahn. Eine Kombination aus Funitel, Funifor und 3S. Eigentlich also eine Bahn die sämtliche Kabienenbahnsysteme in einem vereint. Das gäbe extreme Windstabilität bei großen Spannfeldern und hoher Kapazität. Bin mal gespannt wer sich sowas bauen lässt. :lol:

Du willst also ein Pendelsystem mit einem Umlaufsystem kombinieren? Und jetzt erklär uns mal, was das bringen soll bzw. wie das gehen soll.

MFG Dachstein

Natürlich nicht, du hast dir genau den falschen Teil vom Funifor ausgesucht. Ich dachte mehr an ein Funitel mit Tragseilen.
 
Ich warte auf den ersten Funitel-Funifor-Kurven-Pendel-Schlepplift :mrgreen:

Ich glaube auch, dass es im Seilbahnbau nur noch Verbesserung bezüglich Komfort evt. sogar Schnelligkeit geben wird.
Ich sehe nur noch Fortschritte bei der Materialentwicklung... z.b stabilere leichtere Seile.
Man sieht es ja auch bei der Eisenbahn... das Konzept ist schon seit zig Jahrzehnten gleich.
 
Tribal schrieb:
Man sieht es ja auch bei der Eisenbahn... das Konzept ist schon seit zig Jahrzehnten gleich.
Oberflächlich gesehen magst du da recht haben: Stahlräder fahren auf einer Stahlschiene.
Bei genauer Betrachtung finden sich aber viele technische Innovationen bei der Eisenbahn der letzten Jahrzehnte, z. B. Lückenlos verschweißtes Gleis, feste Fahrbahn (schotterloses Gleis), Schnellfahrweichen, elektronische Stellwerke, Achszähler als Gleisfreimeldung, Drehstrom- und Thyristorabtriebe, Hochgeschwindigkeitszüge, Nieder- oder Mittelflurtechnik für stufenlosen Einstieg in die Reisezüge, Stadtbahn auf Eisenbahngleisen (Karlsruher Modell), um nur einige zu nennen.

Ähnlich ist es doch im Seilbahnbereich: Oberflächlich gesehen ein von mehr oder weniger Seilen gezogenes und getragenes System. :biggrin:
Wie die Entwicklung wirklich verlaufen ist, wissen die meisten hier im Forum besser. Wer hätte vor ein paar Jahren z. B. an Riesenräder in Seilbahnstationen gedacht. :wink:
 
Eben, so betrachtet ist in St. Anton das Riesenrad (unterschied 11 m) in der Funitel Unsinn... Sieht zwar gut aus -war aber nicht umbedingt nötig. Tja wers Geld hat... :roll: :roll:
__________
Gruß Mark13
 
-tom- schrieb:
Ich könnte mir vorstellen, dass die Systeme etwas flexibler werden. So könnte ich mir z.B. eine Bahn vorstellen, die in der Station einen Pool von FBM vorhält, die auf die Strecke gehen, sobald sie bestiegen wurden. So könnte eine Kombibahn immer "on the fly" die gerade benötigten FBM auf die Strecke schicken, ohne dass umständlich ein- und wieder ausgaragiert werden muss. Wenn keiner fahren will, läuft das Seil halt einen Moment leer, wenn eine große Anfängergruppe kommt, besteigt diese einen Schwung Gondeln in der Station und geht damit "en bloc" auf die Strecke, kommen viele "normale" Skifahrer passiert das gleiche mit den Sesseln. Kommt Sturm auf, werden halt nur noch Strumsessel auf die Strecke geschickt, usw.
Grundsätzlich denkbar. Es sind jedoch gewisse Besonderheiten zu beachten. Z.B. können wegen des Verdrehens FBM meist nur gruppenweise befördert werden da vereinzelte FBM mit sehr Zwischenabständen meist nicht zulässig sind. Um eine gleichmässige Abnüztung der Klemmen zu erlauben ist eine ausgeklügelte Stationslogistik z.B. mit Umlaufgaragierungschlaufe erforderlich (ggf. mit RFID Kennzeichnung der FBM). Steuerungstechnisch ist das Ganze problemlos lösbar, also in erster Linie eine Softwarefrage.


Meine Prognose:
- Einführung von Funk-FUAs (technisch durchaus machbar, jedoch mehrkanalig mit FHSS modems; Linkperformance ist stark Modemherstellerabhängig).
- Flexibleres automatisches Management der Anzahl FBM während des Betriebes.
- Lineardirektantriebe.
- Wirbelstromlinearbremsen.
- Werbedisplays od. evtl. sogar Interaktive Touchscreens (als on-ride Entertainment????), Werbung wird mittels Internet von Spezialisierten Firmen direkt übertragen (d.h. z.B. periodisch in die Displays geladen). Finde ich zwar was blödsinning aber ich wette, dass sowas kommen wird. Gewisse erwarten sicher mit WiFi ausgestattete FBM.
- Pendelbahngrossraumkabinen mit Seitenwänden, die sich vertikal bewegen, um einen Zugang entlang der gesamten Kabinenlänge zu erlauben.
- Für sehr hohen Förderleistungen wären Standseilbahnen mit kuppelbaren Zügen denkbar, wobei die Züge seitlich zu den Ein- u. Ausstiegszonen verschoben würden (ähnlich wie bei gewissen Roller Coaster). Ebenfalls denkbar wäre eine Art Umlauf-Standseilbahn.
 
Lagorce schrieb:
Meine Prognose:
- Einführung von Funk-FUAs (technisch durchaus machbar, jedoch mehrkanalig mit FHSS modems; Linkperformance ist stark Modemherstellerabhängig).
- Flexibleres automatisches Management der Anzahl FBM während des Betriebes.
- Lineardirektantriebe.
- Wirbelstromlinearbremsen.

Von Linarantrieben und Wirbelstrombremsen ist man mittlerweile wieder abgekommen. Die Technik ist einfach zu kompliziert und zu teuer für eine Seilbahn.

Die kuppelbare Standsteilbahn mit Umlauf gibt es im Grunde nach schon. Den "Cable Liner" von DM kann man mittlerweile auch als kuppelbar in den Stationen erwerben.
Allerdings macht das Ganze am Berg keinen Sinn. Man würde statt einer Schiene mit Ausweiche in der Mitte zwei Schienen brauchen. Bleibt die Frage ob das wirtschaftlich ist?! -Ich meine nicht!
 
mark13 schrieb:
Eben, so betrachtet ist in St. Anton das Riesenrad (unterschied 11 m) in der Funitel Unsinn... Sieht zwar gut aus -war aber nicht umbedingt nötig. Tja wers Geld hat...

Ach, ich fands nicht schlecht...
Deutlich besser, als wann man hier Treppen laufen müßte oder sich in einen Aufzug quetschen müßte.
Gerade für Familien mit Kindern ist so ein "Level Walk-In" tausend mal besser als Treppen oder Aufzüge.

Klar, wirklich notwendig ist es nicht - aber viele Menschen suchen die Ski-Gebiete auch nach Komfort-Gedanken aus.
Und Komfortabler ist das Riesenrad unbestritten...
Wenn Du nach "nötig" gehst, bräuchte man auf keine Sessel-Bahnen - Ski-Lift sind wesentlich günstiger..

P.S.: Ein "normaler" Level Walk In wäre hier nicht möglich gewesen, da dann die Gondel zu tief gehangen hätten..

Gruß, Jens
 
Tribal schrieb:
Lagorce schrieb:
Meine Prognose:
- Einführung von Funk-FUAs (technisch durchaus machbar, jedoch mehrkanalig mit FHSS modems; Linkperformance ist stark Modemherstellerabhängig).
- Flexibleres automatisches Management der Anzahl FBM während des Betriebes.
- Lineardirektantriebe.
- Wirbelstromlinearbremsen.

Von Linarantrieben und Wirbelstrombremsen ist man mittlerweile wieder abgekommen. Die Technik ist einfach zu kompliziert und zu teuer für eine Seilbahn.

Die kuppelbare Standsteilbahn mit Umlauf gibt es im Grunde nach schon. Den "Cable Liner" von DM kann man mittlerweile auch als kuppelbar in den Stationen erwerben.
Allerdings macht das Ganze am Berg keinen Sinn. Man würde statt einer Schiene mit Ausweiche in der Mitte zwei Schienen brauchen. Bleibt die Frage ob das wirtschaftlich ist?! -Ich meine nicht!

Oberflächlich betrachtet gebe ich dir natürlich Recht, aber man könnte die Fahrzeuge und damit auch die Fahrspur dann ja schmäler machen. Das spart schon Kosten. Auserdem würde das ganze die großen Probleme von SSBs beheben indem man höhere Kapazitäten (auf längere Strecken) und kompfortablere FBMs hätte. Dazu kämen die typischen SSB Vorteile einer extrem hohen Windstabilität und einer höheren Fahrgeschwindigkeit. Wenn man allerdings keine FBMs mit Niveauausgleich einsetzt (was aber kein Problem darstellen sollte) braucht man Schiebebühnen an den Enden statt der Drehscheiben des Cable Liners. Meines Wissens ist der kuppelbare Cableliner übrigens tot und DM konzentriert sich auf die fixe Variante. Leitner hat dagegen bis jetzt nur ein kuppelbares System realisiert.
 
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