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Tres Valles einmal anders - oder die Road nach Farellones (Chile)

Diesen September wurde ich von einer argentinischen Universität eingeladen ein Seminar zu halten.

Zum Auskurieren des Jetlags war natürlich ein wenig Skifahren durchaus zielführend, und dazu bot sich ein Zwischenstopp in Santiago de Chile an. Dort kann man nicht nur ohne nervigen Flughafenwechsel wie in Buenos Aires in die argentinische Provinz umsteigen, sondern es gibt auch gleich mehre Skigebiet unweit der Stadt.

07.09.2023 - Ankunft und erste Schritte auf Schnee

Gegen halb 9 sass ich am Flughafen von Santiago endlich im Mietwagen und war auf dem nach Valle Nevado. Das Skigebiet ist eines von denen die oberhalb der Ortschaft Farellones liegen und kollektiv Tres Valles genannt werden. Die Skigebiete sind alle miteinander verbunden, aber im Gegensatz zu den französischen Namensvettern agiert man hier aber isoliert und bietet keine gemeinsamen Skipässe an. Früher gab es gemeinsamen Skipässe wohl (wenn auch recht teuer und nicht bei jeder Verkaufsstelle), aber das wurde genauso wie die gemeinsame Saisonkarte vor ein paar Jahren eingestellt wie mir später ein Einheimischer erzählte.

Nach Valle Nevado wollte ich für den Einstiegstag weil ich dort mit meinem Ikon Pass 7 Tagen fahren kann, und ich nicht unbedingt gleich am Tag der Ankunft gross herumprobieren wollte. Durch Santiago ging die Fahrt über dir recht neue Stadtautobahn recht schnell, dann ist man aber nach wenigen Kilometern auf der Ruta G-21 nach Farellones, die sich in 39 Serpentinen den Berg ca. 1500 Höhenmeter herauf windet.

Am Anfang steht gleich ein Checkpoint der Carabineros, wo geprüft wird ob man bei Schneekettenpflicht auch Schneeketten dabei hat. Diese werden auch von freundlich winkenden Menschen an der Straße davor verliehen. Nachdem das wetter sonnig und recht warm war, dachte ich überhaupt nicht daran dass das heute nötig wäre, was die uniformierten Herren aber anders sahen. Da mein eh immer bescheidenes Spanisch in den letzten Jahren auch noch gut eingerostet war fuhr ich erst mal auf die Seite um mich mittels Übersetzungsprogramm der Diskussion zu stellen. Nach einem wenig hin und her war klar dass die Schneekettenpflicht nur für die Talfahrt gilt, und da ich am Nachmittag und damit vor den angesagten Schneefällen wieder herab wollte keine brauchte.

Also geht es weiter. Irgendwo oben ist die Straße dann voll mit Schneematsch und die meisten Auto halten an und ziehen Ketten auf. Uiiiii 8O 8O . Das Fahren geht aber gut, und ich schaffe es locker auf die kleine Hochebene nach Farellones, und nehme den Abzweig Richtung Valle Nevado. Dort geht es wieder in Serpentinen hinauf, aber jetzt gibt es bald eine festgefahrene Schneefahrbahn, dazu noch ein wenig staubig-trockenen Neuschnee. Langsam wir die Traktion etwas "tricky". Irgendwann geht es dann
wirklich auch nicht mit Schwung weiter. Super Start in den Tag :? :cry:

Nach kurzer Bedenkpause kehre ich um, und fahre zum Parkplatz des kleinen Skigebietes von Farellones, das laut allen Unterlagen mehr oder weniger Teil des größen Skigebietes "El Colorado" ist.

Der Skipass kostet 26.500 Pesos (gut 26 Euro) und ich bin um halb zwölf endlich im Lift, einem alten DSB von Doppelmayr der in Zeitlupe fährt, auch weil er viele Fußgänger befördert.

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Aus dem Lift sieht man unten dass es hier von Anfängern und nicht-Ski Touristen nur so wimmelt:

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Auf der anderen Seite liegen viele Teile für einen weiteren Sessellift, sogar mit Rundrohrstützen. Die Rinnen darüber wären bei 1-2 Meter Schnee auch durchaus reizvoll.

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Wie sich herausstellt ist Verbindung nach El Colorado ist nicht geöffnet und es läuft nur dieser eine Lift. Die Piste ist scheißflach, und auch ein bisschen im neben der Piste im Pulverschnee zu fahren bring nicht viel. Eigentlich gäbe es noch einen gedoppelten Schlepper der obersten und am wenigsten flachen Teil der Piste erschliesst, aber der steht still.

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Stattdessen wird ein Schneemann gebaut:

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Ebenso steht der Lift, der die Verbindung nach El Colorade darstellt. Aber dort ist immerhin die Piste präperiert,
und es sind ein paar Spuren vorhanden, deshalb beschliesse ich nach einigen Fahrten im Sessellift einfach die Ski zu schultern und neben der Lifttrasse aufzusteigen. Felle wären jetzt praktische gewesen.

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Nach dem Scheitelpunkt mit T-Stütze sieht man den ersten Lift von El Colorado, wieder ein gedoppelter Schlepper, und zumindest die Seite die in Betrieb war ist mit Diesel betrieben. Das Drehkreuz will mich mit meinem Armband nicht hereinlassen, aber es ist einfach zu umgehen.

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Aus dem Lift kann man jetzt das Skigebiet ganz gut einsehen.

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Mitteleinstieg.

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Der "Ort" besteht vor allem aus Hochhäusern mit Apartments.

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Man kann auch nach La Parva schauen, das Skigebiet und der Ort liegen direkt nebenan.

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In El Colorado wollte ich dann schauen ob ich mein Ticket upgraden kann, ging aber nicht. Halbtags oder Stundenkarte sowieso nicht. Nur die Tageskarte für 63.000 Pesos (ca 67 EUR) plus noch mal 6.000 Pesos für die RFID-Karte. Für die 2 Stunden die mir noch bleiben lohnt sich das nicht. Dann lieber am flachen Pioneros-Schlepper noch ein paar Runden unter Umgehung des Drehkreuzes fahren und den Abstauberpowder im recht flachen Hang genießen. Da ich eh nicht auf Winterwetter vorbereitet war nur meine leichten Telemark-Allmountain Ski eingepackt hatte war auch das ein wenig sportlich.

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Irgendwann dann über die durchaus spannende und recht steile Verbindungspiste wieder runter nach Farellones.

Der Sessellift nimmt übrigens mittels einem riesigen Gestänge an jedem zweiten Sessel Skibobs mit. Hier aus irgendeinem Grund auch mal talwärts.

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Titanium schrieb:
Schöner Bericht, allerdings unter "restliches Europa" nicht ganz korrekt eingeordnet. Chile ist ja doch schon ein paar Jahr unabhängig. :D

Ich weis nicht ob ich mir das nur einbilde, aber ich bin mir Sicher dass es als ich den Beitrag eingestellt habe eine Kategorie "Südhalbkugel" gab. Kann es sein, dass das Forum umorganisiert wurde, oder bin ich einfach nur verwirrt? Ich werde auf jeden Fall mal das Thema melden und schauen ob die Admins es verschieben können.

Franken_Lorenz schrieb:
Wie war denn die Ski Qualität vor Ort?
So wie man es bei uns aus den Alpen kennt oder eher so alte Mittelgebirge Verleih Service?

Also meine Ski waren super, aber was den lokalen Verleih angeht weiss ich leider überhaupt nichts.
 
Franken_Lorenz schrieb:
Vielen Dank für den ausführlichen, guten und Interessanten Bericht aus Chile.
Ich war aus geschäftlichen Gründen, heuer im Mai/Juni mal für 2 Wochen in Santiago. Also leider bisschen zu früh zum Skifahren. Hätte ich sonst gerne mal ausprobiert, sofern die Zeit dafür da gewesen wäre…

Wie war denn die Ski Qualität vor Ort?
So wie man es bei uns aus den Alpen kennt oder eher so alte Mittelgebirge Verleih Service?

Hab vor 20 Jahren die Ski und Stiefel in einem Laden direkt in Santiago gemietet. Über das Geschäft lief auch der Minibus-Transport. So weit ich mich erinnern kann, waren das durchaus gute und moderne Ski. Es waren auf jeden Fall Carver, was Anfang der 2000er zumindest bei älteren Ski noch nicht immer der Fall war.
 
hch schrieb:
Titanium schrieb:
Schöner Bericht, allerdings unter "restliches Europa" nicht ganz korrekt eingeordnet. Chile ist ja doch schon ein paar Jahr unabhängig. :D

Ich weis nicht ob ich mir das nur einbilde, aber ich bin mir Sicher dass es als ich den Beitrag eingestellt habe eine Kategorie "Südhalbkugel" gab. Kann es sein, dass das Forum umorganisiert wurde, oder bin ich einfach nur verwirrt? Ich werde auf jeden Fall mal das Thema melden und schauen ob die Admins es verschieben können.

Franken_Lorenz schrieb:
Wie war denn die Ski Qualität vor Ort?
So wie man es bei uns aus den Alpen kennt oder eher so alte Mittelgebirge Verleih Service?

Also meine Ski waren super, aber was den lokalen Verleih angeht weiss ich leider überhaupt nichts.

Okay.
Der Preis für das Sperrgepäck war bei solch einem langen Flug bestimmt auch nicht ganz billig, oder?
 
Das Skigepäck war komplett kostenlos. Bei eigentlich allen großen Fluggesellschaften kann man ein Sportgepäck kostenlos anstelle eines normalen Gepäckstückes mitnehmen solange es nicht schwerer als das normale Gepäcklimit ist und gewisse Maße (typischerweise 2 Meter Länger für Skigepäck) überschreitet.
 
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