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Unfälle am Tuxer Gletscher

Emilius3557

Shisha Pangma (8013m)
Registriert
20. Sep. 2002
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371
Habe folgendes heute morgen in der SZ (Süddeutsche Zeitung) gelesen:
Tödlicher Sturz in Gletscherspalte
Ein deutscher Wintersportler ist am Sonntag auf einem Tiroler Gletscher töflich verunglückt, drei weitere haben mit viel Glück Bergunfälle überlebt. Der Skifahrer verließ das gesicherte Gelände auf dem Tuxer Gletscher und stürzte fünf Meter tief kopfüber in eine Gletscherspalte, wo er vermutlich im Schnee erstickte. Ein 38-jähriger Snowboarder schickte am Samstag nach dem Sturz in eine 15 Meter tiefe Gletscherspalte mit seinem Handy eine SMS an seine Freudin in Deutschland, die daraufhin die Bergrettung alarmierte. Der Mann wurde unterkühlt geborgen. Am Tuxer Ferner stürzte ein Snowboarder in eine 30 Meter tiefe Gletscherspalte. Nach acht Meterm blieb er hängen und wurde von einem Notarzthubschrauber unverletzt aus seiner prekären Lage befreit.
Was sagt ihr dazu? Leichtsinn? Schlechte Absperrung? Spalten im Pistenbereich? Die haben viel Glück gehabt. Das hätten auch vier Tote sein können!
 
Der tote Skifahrer war selber Schuld. Wer auf nem Gletscher ski fährt, muss wissen, dass es abseits der Pisten gefährlich sein kann. Und bei den momentanen Neuschneemengen ist es einerseits sehr verlockend im Tiefschnee zu fahren und andererseits für die Pistenkontrolle gar nicht möglich, Spalten in der Nähe von Pisten (aber schon ausserhalb der Markierungen) zu erkennen.
Nix gegen Snowboarder aber die sind auch für Tiefschneefahrten neben der Piste bekannt, deshalb trifft wohl selbiges wie oben für diese zu.
Schon krass, da hat die Saison noch gar nicht richtig begonnen und schon Tote und Verletzte. Meiner Meinung nach sollte man an den Liftstationen noch stärker auf die hochalpinen Gefahren aufmerksam machen und denen, die sich nicht dran halten auch mal die Karte wegnehmen. Teilweise werden ja auch andere dadurch gefährdet.
 
Und dann steht in der BILD:
Profitgier und Tourismuswahn tötet Menschen!
Könnte ich mir zumindest vorstellen; in den Talkshows machen dann alle betroffene Gesichter und kritisiere die Betreiber der Gletscherskigebiete. Bei der Kaprun-Katastrophe haben ja fast alle den Massentourismus und die Ausbeutung der Natur kritisiert. Wenn ein U-Bahn-Zug in München verunglücken würde, würde doch auch niemand den Sinn von Städten und öffentlichem Nahverkehrsmitteln in Zweifel stellen, oder?
Die Schilder stehen einfach nicht zum Spaß da! Letzen November war ich in Tux und bin das Schussstück von der Gefrorenen Wand hinüber zu den Kaserer-Liften gefahren, das führt doch mitten durch die Spaltenzone, ist aber gut abgesperrt, mit durchgehendem Seil! Trotzdem fährt ein Snowboarder durch in Richtung Tal, direkt auf den wilden Eisbruch zu! Das ist doch reiner Selbstmord! Die haben keine Ahnung von der Gegend, in der sie sich aufhalten! Bei der Liftfahrt oder von der Restaurantterrasse ist der Eisbruch doch nicht zu übersehen!
 
Am Tuxer Gletscher in eine Gletscherspalte zu fallen grenzt ja schon fast an ein Kunststück. Wenn man sich einigermassen an die (gut sichtbaren) Pistenmarkierungen hält kann das ja kaum gelingen.

Und wer sich gerne abseits von den Pisten bewegt sollte sich vorher grundlegend über die Gefahren eines Gletschers erkundigen. Diese meist unkundigen Skifahrer, die ohne gross nachzudenken ins Gelände fahren sind meist ja auch die Top Kandidaten fürs "Lawinenlostreten"
 
Also als ich auf dem Gletscher war! Nicht so ein Gletscher wie ihr mein ein richtiger Gletscher! Das sind wir stehts immer am Seil gefahreN Damit wenn der Fordeste rein fällt die anderen ihn halten können! Ist zwar nicht einfach aber sicherer! Vor allem bei schlechter sicht!
 
Wer abseits der Markierung fährt ist für mich ein Gehirnamputierter.
So ein schwachsinn machen nur Lebensmüde!

Selbst Schuld!
Und falls man einen mal nicht findet gibts für die Leute
in ein paar hundert Jahren wieder einen Ötzi! :wink: :roll:
 
Soweit ich mich an die ORF-Bereichte erinnere, war das teilweise sogar die selbe Gletscherspalte...

Ich finde auch, selber schuld, weil die Pistenabsperrungen bei den gefährlichen Abschnitten mit Bändern versehen ist und alle paar Meter ein Schild "Todesgefahr, Gletscherspalten" steht... und daß die paar cm Neuschnee nicht reichen, um die Spalten gänzlich zu füllen .. hausverstand!

Außerdem sind halt mal am Hintertuxer die Gletscherspalten extrem (das Eis ist teilweise 110m dick), und jedes Jahr wird darüber berichtet, auch in "Notruf" auf RTL war mal was (gibts das eigentlich noch? schon ewig nicht mehr gesehen :) ) ...

Im übrigen gibts am Hintertuxer kleinere Spalten sogar auf Pisten, die nur mit Stecken abgesichert sind, am Stubaier ist man auf der Liftauffahrt über ein tiefes Loch gefahren, und am Pitztaler ist die Pistenabsperrung teilweise grad mal 2 Meter von riesigen Spalten entfernt. Da möcht ich nicht stürzen und reinrutschen :)
 
Scheint so!
Meine Schwester war Anfang letzter Woche auf dem Hintertuxer Glescher und die hat gesagt da war eine Spalte mitten auf der Piste.

Naja die war halt nicht groß und tief auch nicht :-)
 
ich war vor drei jahren mal am ötztaler, da ist mir was lustiges passiert.
du bist in den lift eingestiegen, und hochgefahren (SL) .... am ersten tag war da ein kleines loch.
am zweiten tag war es größer
am dritten musste man dran vorbeifahren
und am vierten wurde es wieder aufgefüllt.
trotzdem ist die gefahr in spalten zu fallen nicht wirklich gegeben, hält man sich an die regeln, und bleibt auf der piste.
Auch hier gilt:
spätestens wenn ein Abbruch kommt, der da nicht hingehört sollte man lieber die Pistenmenschlein rufen, weils dann doch bös ausgehen kann ;
 
News von der Pitztaler Homepage:
Kanadischer Snowboarder in Randspalte gestürzt und konnte nur noch tot geborgen werden.
Beim Variantenfahren am Brunnkogel hat die Gruppe anscheinend bei 40 cm Neuschnee eine Lawine ausgelöst, die das Opfer in die Spalte geworfen hat.
Ich möchte hier nur an Starlis Gletscherspalten-Photo erinnern!
 
von der Mittelstation zum brunnkogel-SL (unterhalb der Loipen) gabs auch ein paar hübsche spalten, da hba ich auch schon mal snowboarder fahren sehen, die sind dann aber 10-20m vor den spalten stehengeblieben und zur Piste rüber ....
 
Im neuen Spiegel ist ein Artikel über einen, der in Hintertux in eine Spalte gefallen ist und sich durch eine SMS retten konnte. Ganz rührende geschichte...

Gruss
Jakob
 
Ja, habe ich auch gelesen. Aber typische SPIEGEL-Berichterstattung über Alpen und Skifahren: die wichtigste Frage haben sie gar nicht gestellt, nämlich WO das passiert ist! Auf der Piste oder ABSEITS der Piste! Das hätte mich interessiert, und sie hätten den Menschen fragen können, wie um Himmels Willen er auf die Idee gekommen ist, außerhalb der Absperrung zu fahren.
 
Ja, denke ich auch.
Aber dann sollen die es bitteschön auch berichten und nicht nur erklären, dass der gute Mann sehr viel Glück hatte, sondern vorher auch ziemlich leichtsinnig war, denn die Schilder und Absperrungen sind nicht zu übersehen.
 
Dass der abgestürzte Blödmann ausserhalb der Absperrungen fuhr, ergibt sich schon aus dem Spiegel-Artikel. Dort ist ein Ausriss aus der Süddeutschen Zeitung im Faksimile abgedruckt, in dem steht, dass der Snowboarder das "gesicherte Gelände" verlassen hatte.
 
das hirnrissigste ist doch wohl, daß er 'ne SMS an seine Freundin in Deutschland schickt, die erst mal die dortige Polizei informiert, die sich wiederum an die tiroler Bergrettung wendet (soweit ich das in Erinnerung hab) .... man hätte auch gleich 110 wählen können ... ;-)
 
Laut Spiegel hatter er in Kopfhöhe keinen Empfang zur Sprachübermittlung mehr, der halbe Meter mehr Höhe und die Kürze der Übertagungszeit haben aber ne SMS zugelassen.
Tja, ich hab men Handy schon seit Jahren immer beim Skifahren dabei. Allein schon, um für jemanden anderen die Rettung rufen zu können. Habs bisher zum Glück noch nie gebraucht. (klopf auf holz das das so bleibt)
 
ahja, dann wärs ja verständlich. dann hättens das aber auch von vornherein schreiben können, dann hätt's auf orf.at wesentlich weniger dumme kommentare dazu gegeben :)
 
Unglaublich, aber wahr:

Brite überstand Sturz in Gletscherspalte
Unverletzt hat ein Snowboarder am Dienstagnachmittag den Sturz in eine Gletscherspalte überstanden. Der junge Brite war auf dem Hintertuxer Gletscher außerhalb des gesicherten Skiraums rund sechs Meter in die Tiefe gestürzt.

Orf, 11.3.2003.

Stürze in Gletscherspalten mitten im Frühjahr ... mal was ganz was neues, zumindest in den Gletscherskigebieten ... wird Zeit, daß es noch ein paar Meter schneit, sonst dürfen wir im Sommer mit noch weniger Schnee als letztes Jahr rechnen :-(

Am Stubaier sieht man in der Panorama-Cam zwischen Bergstation Daunferner und Eisjoch-SL auch schon wieder den Gletscher... ich dachte, das war letztes Jahr bis spät im Juli überhaupt nicht sichtbar (kann mich aber auch täuschen) ...
 
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