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Verbindungsbahn Arosa Lenzerheide

Herbi

Massada (5m)
Ich bin am Samstag mit der neuen Verbindungsbahn gefahren und habe festgestellt, dass die beiden Gondeln nicht gekoppelt sind, nicht zur gleichen Zeit abfahren und sich auch nicht in der Mitte kreuzen. Weiss jemand wie dieses System funktioniert, und was es bezweckt?

Gruss Herbi
 
Herbi schrieb:
Weiss jemand wie dieses System funktioniert, und was es bezweckt?
Wie es funktioniert weiß ich nicht genau, wahrscheinlich gibt es einfach zwei voneinander unabhängige Zugseile, damit jede Gondel individuell fahren kann. Aber zur Technik dahinter können andere Leute sicherlich mehr sagen. Ich nehme an, dass der Zweck darin liegt, dass jede Gondel fahren kann, wenn sie voll ist und nicht noch warten muss, bis auf der anderen Seite noch Personen zugestiegen sind, oder anders herum, dass eine Gondel nicht halb gefüllt fahren muss, sondern warten kann, bis sich die Fahrt lohnt.
 
Wie es genau funktioniert kann ich nicht sagen, las jedoch dass man zum Beispiel auch beide Gondeln parallel fahren lassen kann. Dies verdoppelt dann die Transportkapazität in eine Richtung, falls nötig.
 
Aber nur kurzfristig, da die Dinger ja dann auch wieder gleichzeitig zurück müssen kommt dann dafür drüben länger keine mehr an.
Die Idee von der Sache ist anscheinend dass man so die Spitzenenergie verringern will und eine gleichmässigere Auslastung des erreichen will. Um das zu erreichen ist dann in der Antriebsstation auch noch ein Dieselgenerator am werkeln.
Wie das alles genau geht werden wir dann wohl in den nächsten Wochen in verschiedenen Bahnpräsentationen lesen. Vielleicht kann einer der Energieexperten hier dazu mehr sagen.
 
Da die Bahn in beide Richtungen benützt wird, ist der Fall denkbar, dass bei zwei voll besetzen Kabinen in der Mitte der Strecke aus irgend einem Grund angehalten und anschließend wieder angefahren werden muss. In diesem Fall wären die beiden voll besetzen Kabinen jeweils bergauf zu ziehen. Um diesen seltenen, aber möglichen Extremfall abfangen zu können müsste der Antrieb beim klassischen Pendelbahn-Prinzip entsprechend stark ausgelegt werden, bis hin zu einer passenden Energieversorgung. Das kann man sich sparen, wenn man zwei unabhängige, einspurige Bahnen mit entsprechend kleineren Antrieben baut. Hinzu kommt, dass man bei wenig Andrang nur eine Bahn fahren lassen kann und durch die Redundanz zweier unabhängiger Systeme eine erhöhte Verfügbarkeit erreicht - wenn eine Bahn kaputt ist, kann immer noch die andere fahren.
 
Zu so einer besonderen Erschließung lässt der erste Bericht bestimmt nicht lang auf sich warten;) Vielleicht gibt es ja auch irgendwann mal einen "Tag der Offenen Tür" o.ä.

Das Konzept soll ja eigentlich irgendwie Energie sparen (Kabine A fährt abwärts und Motor im Generatorbetrieb für Kabine B und deren Motor).Was hat es mit dem Dieselgenerator auf sich?
 
Es handelt sich um zwei einspurige Pendelbahnen wobei jede Spur aus einer weitgehendst unabhängigen Bahn besteht (insbes. getrennte Antriebe). Vorteil ist, dass z.B. während einer Revision eine Spur weiterhin im Betrieb bleibt, nachteilig ist der technische Mehraufwand und der Energieverbrauch, da selbst bei synchronisierten Fahrten die Energiebilanz schlechter als bei einer echten Pendelbahn ausfällt.

Bekannte Beispiele dieser Konfiguration sind z.B: die 200er Doppelstock PB Vanoise Express und die Breitspur PB Roosevelt Island.

Eine Querrettung mit Passerelle ist nicht möglich und zudem werden zunehmend grosse Pendelbahnen mit integrierter Rettung ausgestattet (war bereits beim Vanoise Express der Fall, ebenso wie Sorebois (Grimentz - Zinal)) wobei der "Sauvetage intégré" (Intregrierte Rettung) à la Poma vom Vanoise Express doch was übertrieben komplex gestaltet ist, ganz nach dem typisch französchischem Motto "Pourquoi simple quand on peut compliqué".
 
Auf Facebook hats Fotos von der Rettung einer Kabine in die andere. Etwas hilflos erscheint mir die von Theo erwähnte Spitzenglättung per Diesel. Da gäbe es elegantere Lösungen mit Gyrospeicher usw. Wahrscheindlich zu teuer.
 
Das mit Passerelle ist erstaunlich, wobei ich allerdings nicht weiss, wie das Rettungskonzept dieser Steurer Bahn ausgelegt ist. Beim Vanoise Express ist keine Passerelle vorgesehen.
 
Lagorce schrieb:
Das mit Passerelle ist erstaunlich, wobei ich allerdings nicht weiss, wie das Rettungskonzept dieser Steurer Bahn ausgelegt ist. Beim Vanoise Express ist keine Passerelle vorgesehen.
Es handelt sich um so eine Art Seilbahn von einer Kabine in die andere.
 
Um den Vorteil dieser Lösung im Bezug auf Leistungsbezug der Bahn zu zeigen, habe ich euch 2 Zeichnungen grob skizziert. Erstes Bild Leistungsspitze wenn beide Bahnen gleichzeitig losfahren, bzw wenn die Bahn nur einen Antrieb und 2 Kabinen besässe, zweites Bild ist die Lösung von Arosa. Gut zu sehen, dass man einen Teil der Benötigten Leistung beim befahren des Gegenanstieges durch die generatorische Leistung der abfahrenden Kabine decken kann.
wyy6cguf.jpg

bbibr24e.jpg


Bild ist nur eine Erklärungshilfe.
 
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