Artikel der Südwestpresse Ulm
Zwei Bieter bei Kässbohrer noch im Rennen
Der Verkauf von Kässbohrer Pistenbully durch Ludwig Merckle ist ins Stocken geraten. Nun wird spekuliert, die Preisvorstellungen könnten zu hoch sein.
Laupheim Zwei Bieter interessieren sich anscheinend noch für den Pistenbully-Hersteller Kässbohrer Geländefahrzeug AG (Laupheim), den der Ulmer Unternehmer Ludwig Merckle verkaufen möchte. Dabei handelt es sich nach den Informationen der Financial Times Deutschland um Mitglieder der Familie Ströher, die vor einigen Jahren den Haarpflegespezialisten Wella verkauft haben und nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen.
Außerdem gehöre ein Finanzinvestor zu den Kaufinteressenten - jedoch nicht Triton, der noch im Frühsommer dabei gewesen sein soll. Bereits seit Wochen sollen die Bieter um letze Kaufpreisdetails ringen, so dass auch ein Verkaufsstopp nicht mehr ausgeschlossen werde, heißt es unter Berufung auf das Verhandlungsumfeld. Eine Frist für den Verkauf gebe es nicht. Derzeit ist Ludwig Merckle mit seiner Lume Vermögensverwaltung und einem Anteil von rund 90 Prozent Hauptaktionär bei dem börsennotierten Fahrzeugbauer. Das Unternehmen hatte zuletzt Anfang August seine Mitarbeiter darüber informiert, dass der Verkauf sich verzögert. Ursprünglich war angepeilt worden, das Unternehmen bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahrs am 30. September zu veräußern. Zu den neuen Informationen über den Stand der Verkaufsverhandlungen wollte das Unternehmen sich gestern nicht äußern. Man habe dazu keine neuen Erkenntnisse. Der Weltmarktführer erwartet im laufenden Jahr einen steigenden Umsatz, der bei mindestens 180 Millionen Euro liegen soll (Vorjahr: 176 Millionen).
Nach den Angaben der Zeitung ist ein deutlich zweistelliges Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von etwa 24 Millionen Euro geplant. Merckle wolle das Unternehmen für deutlich mehr als 100 Millionen Euro verkaufen, heißt es. Die Bieter rechneten jedoch noch die Schuldenlast von Kässbohrer dazu und könnten so auf einen Unternehmenswert von 150 Millionen Euro kommen - der ihnen jedoch zu hoch sei, heißt es in dem Bericht.