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Verschleißteile an Seilbahnen

jojo2

Fichtelberg (1214,6m)
Hi,

vielleicht hat eine etwas dumme Frage: Ich hab mich beim Skifahren heute gefragt, ob Seilscheiben eigentlich Verschleißteile sind. Zumindest die der Antriebsstation, dort ist die Außenseite ja auch oft die Bremsscheibe. Vergleiche ich das mit dem Auto müsste die sich doch theoretisch abnutzen, oder ist das bei Seilbahnen so marginal, da viel seltener gebremst wird?
 
Nein Seilscheiben sind keine Verschleißteile in dem Sinne. Lediglich die Gummieinlage (Seilscheibenfutter) wo das Seil drüber läuft muss gewechselt werden. Das kommt aber nicht so oft vor, wir haben sie nach über 30 Betriebsjahren mal machen müssen. Ist aber je nach Verschleiß soweit ich weiß. Ansonsten sind auch noch die Lager selten mal zu wechseln.

Vom Bremsen her muss nur der Bremsbelag getauscht werden, wenn dieser verschlissen ist.

Ansonsten halt regelmäßig putzen um Bremsstaub und anderen Dreck entfernen sowie die Bremsfläche fettfrei halten.
 
Die Scheibe selber nicht, nur Lager und Gummi/Kunststoffeinlage der Seilrille. In der Regel ist die Bremse an der Seilscheibe eher als Notbremse gedacht, klar, die muss es geben um die Bahn etwa bei einem Antriebswellenbruch noch kontrollieren zu können, die Betriebsbremse sitzt aber in der Regel zwischen Motor und Getriebe und trägt den Verschleiß im Normalbetrieb. Ok, wie es bei den Direct Drive Antrieben aussieht weiß ich ehrlicherweise nicht, vermutlich wird hier im Normalbetrieb elektronisch über den FU gebremst.
 
Spezialwidde schrieb:
Die Scheibe selber nicht, nur Lager und Gummi/Kunststoffeinlage der Seilrille. In der Regel ist die Bremse an der Seilscheibe eher als Notbremse gedacht, klar, die muss es geben um die Bahn etwa bei einem Antriebswellenbruch noch kontrollieren zu können, die Betriebsbremse sitzt aber in der Regel zwischen Motor und Getriebe und trägt den Verschleiß im Normalbetrieb. Ok, wie es bei den Direct Drive Antrieben aussieht weiß ich ehrlicherweise nicht, vermutlich wird hier im Normalbetrieb elektronisch über den FU gebremst.

Normale Bremsungen funktionieren nach der heutigen Bremsphilosophie bei allen Umlaufbahnen über den FU die Bremse(n) kommen erst unter der Minimalgeschwindigkeit von 0,3 m/s zur Wirkung.
 
Latesn schrieb:
Normale Bremsungen funktionieren nach der heutigen Bremsphilosophie bei allen Umlaufbahnen über den FU die Bremse(n) kommen erst unter der Minimalgeschwindigkeit von 0,3 m/s zur Wirkung.

Danke, das dacht ich mir fast schon. Die auf der Seilscheibe kommt also sowieso praktisch nie zum Einsatz.
 
Die Sicherheitsbremse (immer auf der Seilscheibe) kommt eh bei den meisten Abschaltungen von der Bahn selber zum Einsatz. Beispielsweise Klemm-/ bzw. Federkraft, Blenden etc.

Wenn die Sicherheitsbremse öfter verwendet wird schadet das der Bremsfläche auf der Seilscheibe selber auch nicht. Beispiel aus der Praxis: wir haben einen Kuppelbaren Sessellift von Anfang der 2000er welcher noch nach dem alten Gesetz von Österreich gebaut ist. Folglich gibt es noch keinen schnellen "NOT HALT" Befehl wo der Antrieb elektrisch abgeregelt wird. Lediglich ein elektrisches "HALT" welches einen sehr langen Bremsweg hat. Ein Auslösen der Betriebsbremse zwischen Motor und Getriebe wird auch nur bei manchen Störungsabschaltungen der Anlage ausgelöst. Die ganz normalen Abschaltungen wegen den Fahrgästen sind alles "GEFAHR AUS" also immer mit der Sicherheitsbremse, welche auf der Antriebsseilscheibe sitzt. Dadurch wird gerade bei viel Betrieb sehr oft über die Sicherheitsbremse abgestellt und das macht der Seilscheibe gar nichts aus.

Das die Sicherheitsbremse fast gar nicht verwendet stimmt also nur bedingt :wink:
 
Schmiddi schrieb:
Die Sicherheitsbremse (immer auf der Seilscheibe) kommt eh bei den meisten Abschaltungen von der Bahn selber zum Einsatz. Beispielsweise Klemm-/ bzw. Federkraft, Blenden etc.

Wenn die Sicherheitsbremse öfter verwendet wird schadet das der Bremsfläche auf der Seilscheibe selber auch nicht. Beispiel aus der Praxis: wir haben einen Kuppelbaren Sessellift von Anfang der 2000er welcher noch nach dem alten Gesetz von Österreich gebaut ist. Folglich gibt es noch keinen schnellen "NOT HALT" Befehl wo der Antrieb elektrisch abgeregelt wird. Lediglich ein elektrisches "HALT" welches einen sehr langen Bremsweg hat. Ein Auslösen der Betriebsbremse zwischen Motor und Getriebe wird auch nur bei manchen Störungsabschaltungen der Anlage ausgelöst. Die ganz normalen Abschaltungen wegen den Fahrgästen sind alles "GEFAHR AUS" also immer mit der Sicherheitsbremse, welche auf der Antriebsseilscheibe sitzt. Dadurch wird gerade bei viel Betrieb sehr oft über die Sicherheitsbremse abgestellt und das macht der Seilscheibe gar nichts aus.

Das die Sicherheitsbremse fast gar nicht verwendet stimmt also nur bedingt :wink:

Eben je nach Bremsphilosophie :) Pendelbahnen gibts ja auch kaum mit dem schnellen E-Halt. Aber selbst da ist der Verschleiss an den SB-Belägen marginal, geschweige denn von der Antriebsscheibe.
 
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