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Verschollen geglaubtes Märchen der Gebrüder Grimm entdeckt

gerrit

Punta Indren (3250m)
Deutschland.
Wie heute bekannt wurde, fanden sich auf einem Speicher in Leipzig alte Manuskripte, die - neben vielen schon bekannten Märchen - ein bis dato völlig unbekanntes Werk aus der Sammlung der Gebrüder Grimm beinhalteten. Ein Vorab-Exclusivabdruck konnte für das Alpinforum organisiert werden:
Der gläserne Berg

Es war einmal ein Forum, in dem lebte das Mädchen Ischglstria mit seinen sieben Brüdern gletscherfloh, trincerone, GMD, feserli, starli, k2k und d-florian.
Ischglstria war ein bescheidenes und braves Mädchen, das nicht viele Ansprüche stellte, ihre sieben Brüder jedoch besaßen jeder für sich ein Spielzeug, auf das sie schrecklich stolz waren.
Gletscherfloh hatte einen Fotoapparat mit unbegrenztem Speicher, der 1000 Jahre ohne Akkuwechsel funktionierte, trincerone war Eigentümer eines Skigebiets südlich des Hauptkammes, voll mit alten Pendelbahnen und verrosteten Korbliften, GMD verfügte über einen Führerschein, der ihn zum Lenken aller boden-, luft- oder wassergebundenen Transportmittel berechtigte, sogar mit feserlis Schatz, einer Sonderanfertigung eines Audi A8 Avant mit 789 PS konnte er fahren, starli verfügte über den Prototyp einer Schneekanone, die auf seinen Skispitzen montiert war und ihm immer ideal beschneite Hänge bescherte, k2k war Besitzer eines weithin berühmten Gletscherplateaus, daß er völlig von der Verschandelung durch Liftstützen freihielt und d-florian besaß eine Tarnkappe, die ihn unverwundbar gegenüber Blitzen aller Art machte.
So lebten die acht Geschwister jahrein - jahraus im Forum, bis eines Tages ein böser Fluch in Form eines Systemabsturzes über sie kam und die Lieblingsspielzeuge der sieben Brüder plötzlich vom Server verschwunden waren.
Darauf verfielen sie in tiefe Trauer, das Leben erfreute sie nicht mehr und sie zogen sich in ihre Festplatten zurück, so daß Ischglstria niemanden mehr zum Spielen hatte.
Da überkam auch sie eine tiefe Traurigkeit, und sie beschloß, in die Welt hinaus zu gehen um ihren Brüdern zu helfen.
Viele Wochen zog sie dahin, bis sie zu Meister Doppelmayr kam und ihm ihr Leid klagte. Dieser hörte sich die Geschichte an, wiegte den Kopf und sagte: „Leider kann ich Dir nicht helfen, mein Kind, aber vielleicht kann es der Rätselkönig, der auf dem gläsernen Berg wohnt. Ich gebe Dir eine EUB frisch aus der Fabrik mit auf denen Weg, es könnte sein, daß du sie noch einmal brauchen kannst!“ Ischglstria bedankte sich für das Geschenk, packte es in ihren Rucksack und zog weiter. Bald kam sie zu Meister Leitner und erzählte ihm ihre Geschichte. Nachdenklich hörte er ihr zu und sagte dann: „Auch ich kann Dir da nicht weiterhelfen, Du mußt wohl den Rätselkönig am gläsernen Berg suchen, aber vielleicht kann Dir die nagelneue KSB helfen, die ich Dir schenken möchte, sie hat sogar beheizbare Sitze!“ Ischglstria steckte die KSB zur EUB in ihren Rucksack, bedankte sich und wanderte weiter.
Schließlich erreichte sie das Haus von Meister Graffer, und auch er hörte sich bereitwillig ihre Geschichte an. Auch seine Antwort lautete: „Ich kann Dir da nicht helfen, da mußt Du schon zum Rätselkönig auf dem gläsernen Berg, wenn Du sein Monsteroverkillrätsel lösen kannst, dann wird er vielleicht den Fluch bannen können. Nimm Dir aber den ESL, der draußen im Hof herumliegt, vielleicht kann er Dir helfen!“. Ischglstria bedankte sich, suchte im Hof die unkrautüberwucherten Einzelteile des ESL zusammen und steckte sie zu den anderen Bahnen in den Rucksack. Sie wanderte weiter, doch der Rucksack mit den Bahnen lastete schwer auf ihren Schultern und bald war sie erschöpft. Sie öffnete den Rucksack und überlegte, welche Teile sie zurücklassen konnte und beschloß, zwei der Betonstützen des Grafferlifts zu opfern.
Wieder vergingen viele Wochen, bis sie schließlich das Land der hohen Berge erreichte, in dessen Zentrum sich MM, der Rätselkönig zurückgezogen hatte, um an einem wahren Monsteroverkillrätsel zu arbeiten. Er hatte vor vielen Jahren eine der Fragen im Monsterrätsel eines anderen, viel unbedarfteren Rätselstellers nicht lösen können und wohnte seitdem auf einem hohen gläsernen Berg, um das ultimative Rätsel zu erschaffen. Zu seinem Ärger blätterte auch der Glaspanzer seines Berges, der durch einen früher weithin bekannten Gletscher gebildet wurde, immer mehr ab und er mußte viel seiner Zeit dafür aufwenden, das Eis von der sengenden Sonne zu schützen.
Als nun Ischglstria am Fuß des gläsernen Berges angekommen war, sah sie, daß sie Pendelbahn, die bis auf den Gipfel führte, gerade in Revision war. Vielleicht hatte sie der Rätselkönig aber auch nur abgestellt, um in Ruhe an seinem Monsteroverkillrätsel arbeiten zu können. Ischglstria erkannte nun, wozu ihr die Geschenke der drei Meister nutzen konnten und baute zunächst die Doppelmayr-EUB auf und – siehe da – sie reichte bis zum Gipfel. Das Mädchen war sehr glücklich und wollte gerade einsteigen, als sich von der Bergspitze eine riesige Lawine löste und die Bahn mit sich riss. Ischglstria war entmutigt, erinnerte sich aber bald, daß sie ja noch eine Bahn im Rucksack hatte.
Sie zog die Leitner-KSB heraus, und auch sie reichte bis zum Gipfel. Gerade als sie einsteigen wollte, kam neuerlich eine gewaltige Lawine aus der Höhe und zerstörte auch diese Bahn.
Beklommen sah Ischglstria wieder in ihren Rucksack und holte den Grafferlift heraus. Sie baute ihn auf und kaum, als sie damit fertig war, löste sich eine dritte Lawine vom Gipfeleisfeld, doch sie konnte dem soliden Lift nichts anhaben. Sie stieg ein und fuhr hoch, doch ihr ESL er reichte nur knapp bis unter den obersten Bereich des gläsernen Eispanzers, genau die beiden Stützen, die sie zurückgelassen hatte, fehlten ihr nun.
Nun sah sie aber ein unüberwindliches Hindernis vor sich und dachte, daß sie nun niemals den Gipfel erreichen und den Rätselkönig um Hilfe bitten könnte. Sie setzte sich hin und begann bitterlich zu weinen. Ihre heißen Tränen fielen zu Boden und – siehe da – der Eispanzer des gläsernen Berges war durch die heiße Sonne schon so dünn und spöde geworden, daß er binnen Minuten dahinschmolz und Ischglstria wie über eine Treppe zum Gipfel des Berges emporsteigen konnte.
Hier trat sie nun vor den Rätselkönig und wollte auch ihm ihre Geschichte erzählen, doch er winkte ab und gebot ihr, erst das Monsteroverkillrätsel zu lösen, dann wäre er bereit, ihr Gehör zu schenken. So machte sich Ischglstria an eine fast unlösbare Aufgabe, tausend Fragen waren zu beantworten, eine schwieriger als die andere. Doch das Mädchen verzagte nicht, und – auch wenn Wochen darüber vergingen – es kam der Augenblick, als sie neunhundertneunundneunzig der Rätselaufgaben gelöst hatte und sich der letzen zuwandte. Sie lautete: „Wie hieß der Aprilscherz des Forums im Jahre Zweitausendundfünf?“ Ischglstria begann zu zittern, sie stand vor einem entsetzlichen Problem. Konnte sie diese Frage nicht lösen, so würde ihr der Zauberkönig nicht dabei helfen, den Fluch, der über ihre Brüder gekommen war, zu bannen. Sie fasste allen Mut zusammen und stellte sich der Wahrheit: Sie selbst war der Aprilscherz des besagten Jahres und damit keine real existierende Person. Damit hatte sie zwar das tausendste Rätsel gelöst, allerdings ist es nicht möglich, gleichzeitig ein lebendiges Wesen und ein Aprilscherz zu sein, daher löste sie sich mit dieser Erkenntnis in Nichts auf.
Nun hatte sie zwar alle Tausend Rätsel des Monsteroverkillrätsels gelöst, der Rätselkönig hätte ihr gerne geholfen, aber leider er es ihr ja vorher nicht gestattet, ihm ihr Begehr mitzuteilen.
Das ist nun der Grund, warum Gletscherfloh immer Probleme mit seinem Fotoapparat hat, plötzlich ein Funifor in trincerones Skigebiet steht, GMD sich mit der Schweizer Bahn und feserli mit 280 PS begnügen müssen, starli dazu verurteilt ist seine Ski über Steine und Erde zu lenken, k2k´s Gletscher erschlossen wird und d-florian Angst davor hat, in der Gondel vom Blitz erschlagen zu werden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trauern sie noch heute.
 
Eine tolle Idee. Ich fühl mich irgendwie zurückversetzt :wink:
Dieses Märchen sollten alle Kinder lesen!
 
... und wenn sie nicht gestorben sind, dann posten sie noch heute :D Geile Geschichte!!

Arme Ischglstria :tear:
 
Hehe, köstlich :lol:

Allerdings fehlen mir so ein paar klassische Paradigmen, es geht nicht gut aus, keiner kriegt die Frau (jaja, Brüder - schon klar) und was um alles in der Welt ist die Moral :?: :wink:

Jedenfalls sehr gut beobachtet und super geschrieben.
 
Das ist wirklich lustig, auch ich habe mich köstlich amüsiert! Ich vermisse nur Meister Garaventa, Meister V. R., Girak etc. Aber die kannst du ja im obligatorischen Teil 2 auftreten lassen. Es blieben sogar noch genug Seilbahnmeister für einige weitere Fortsetzungen (Hollywood lässt grüssen) übrig. Ich glaub ich sichere mir die Filmrechte an dem Stoff, dann habe ich ausgesorgt!
 
Oh geil- Ischglstria ist gerade in A (United Staats of Grillteller), die muß ich ja sofort mal informieren!


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trauern sie noch heute.
...oder treffen sich im April in Ischgl :lol:
 
alter gerrit, du hast doch gestern abend den gepflogenheiten des ambros' gehuldigt, gibts zu... ;) (du weißt schon, das was den schnee so richtig scheee macht.... ) ;)

Sehr geil jedenfalls! :D Vor allem das Monsteroverkillrätsel... das kann ich mir irgendwie sehr gut vorstellen, der MM oben auf seinem gläsernen Berg, der seit 1000 Jahren an dem ultimativen Monsteroverkillrätsel arbeitet (und am Ende lautet die Lösung "42" ;) ) und alle Leitner- und DMlifte mit Lawinen bombadiert. :D :D
 
McMaf schrieb:
Dieses Märchen sollten alle Kinder lesen!
Naja, gibt ja welche mit Kindern im Alpinforum, vielleicht könnten die es ja mal vorlesen oder lesen lassen. (Vielleicht sollt ich aber da wieder die Signatur ändern, sonst muß vielleicht irgendjemand erklären was der Unterschied zwischen "gekuppelt" und "verkuppelt" ist und welcher Gipfel da nun erreicht wird.... :wink: )

Ist übrigens nicht so weit hergeholt mit den Gebrüdern Grimm, wenn´s wen interessiert:
[öffentlich-rechtlicherbildungsauftragsmodusan] Die Märchen wurden ja nicht von den Gebrüdern Grimm geschrieben, sondern nur gesammelt, es gab auch andere Märchensammlungen (Bechstein, Haltrich, Kuhn, Zingerle, Wolf, Busch,....), sodaß viele Märchen in teils ähnlichen, teils aber auch unterschiedlichen Versionen kursieren. Ebenso kommen bestimmte Motive immer wieder vor. Eines dieser Motive ist das Mädchen, das auszieht, um seine Brüder zu retten ("Vom Mädchen, das seine Brüder suchte", "Die sieben Schwäne", "Die sieben Raben"), in manchen dieser Märchen und in anderen, davon unabhängigen kommt der gläserne Berg vor, hier wird oft aus Hühnerknochen, die die Protagonistin auf ihrer Wanderschaft von Sonne, Mond, Wind oder anderen bekommen hat, eine Leiter gebaut und meist fehlt oben eine Stufe, sodaß sich die Heldin meist den kleinen Finger abbeißt als Ersatz (so brutal wollte ich aber mit Ischglstria nicht verfahren, schließlich löst sie sich ja ohnehin auf). Manchmal wohnen die verzauberten Brüder auf dem gläsernen Berg und der Bann ist durch das Auftauchen der Schwester gebrochen, in anderen Geschichten muß sie innerhalb von 7 Jahren 7 Hemden aus Brennesseln weben und darf nichts dabei sprechen (meist wird sie dann noch im Wald von einem Königssohn gefunden...)
Märchen haben sich im Lauf der Geschichte immer wieder geändert, andere Motive und Handlungsstränge aufgenommen, d.h. die Geschichte von Ischglstria ist nichts anderes als ein Fortführen einer jahrhundertealten Tradition, wobei u.a. einfach Hühnerknochen durch Grafferlifte ersetzt wurden.
Die Sache mit dem sich selbst auflösendem Rätsel (wenn man es genau betrachtet, dann löst sich Ischglstria ja gleich zweimal auf, eimal als Rätsel, einmal als Individuum) kommt allerdings meines Wissens in den alten Märchen nicht vor, da müßte man vielleicht eher bei den "Robotermärchen" von Stanislaw Lem nachlesen, um Vergleichbares zu finden. [öffentlich-rechtlicherbildungsauftragsmodusaus]

liebe Grüße - Euer Märchenonkel :wink:
 
Dieser Fund birgt noch eine weiter historische Sensation. Seilbahnen wurden schon viel früher erfunden als bisher angenommen! Denn Jacob Grimm lebte von 1785 bis 1863, sein Bruder Wilhelm von 1786 bis 1859.

Lem habe ich als Jugendlicher auch verschlungen. Vor allem seine Kurzgeschichten sind so wunderbar skurill! Wäre es allerdings eine Werk von ihm, so hätte Ischglstria eine kybernetische Seilbahn zum Gipfel konstruiert.

Apropos Ischglstria: Wie sieht sie wohl aus? Ich weiss nur, dass sie vermutlich einen grünen Skianzug trägt. :)
 
Apropos Ischglstria: Wie sieht sie wohl aus?Ich weiss nur, dass sie vermutlich einen grünen Skianzug trägt.
oder weiß/ rot? :wink:

Kein Märchen- gesehen im Dezember
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(nee, die Handynummer hab ich nicht)
 
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