Stuttgarts Hleb wechselt nach England
Aliaksandr Hleb wechselt zum englischen Premier-League-Club FC Arsenal. Das gab sein bisheriger Verein, der VfB Stuttgart, heute bekannt. Die Ablöse dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen. Die Schwaben werden somit noch einmal auf Einkaufstour gehen müssen, nachdem auch Kevin Kuranyi den VfB zur kommenden Saison verlässt.
DDP
Spielmacher Hleb (l.): In die Premier League gedribbelt
Stuttgart - VfB-Sportdirektor Herbert Briem war froh, "dass die lange Zeit der Spekulationen jetzt beendet ist. Alex wollte den Wechsel zu Arsenal unbedingt vollziehen. Wir hatten bestimmte Vorstellungen, um diesem Wechsel zustimmen zu können. Diese Bedingungen wurden jetzt erfüllt", so Briem.
"Ich bin sehr glücklich, die fantastische Möglichkeit zu einem Wechsel zu Arsenal zu haben. Es ist ein Club mit großer Geschichte und vielen Weltklassespielern", wird Hleb auf der Arsenal-Website zitiert.
Details wie Vertragslänge oder Ablösesumme wurden nicht bekannt geben. Hleb, der in Stuttgart noch Vertrag bis 2008 hatte, soll einen Kontrakt in London bis 2009 erhalten haben. Arsenal hatte bisher angeblich zwölf Millionen Euro Ablösesumme geboten, die Schmerzgrenze der Stuttgarter soll hingegen bei 15 Millionen Euro gelegen haben. Am Mittwoch steht dem 24-Jährigen noch die sportmedizinische Untersuchung in London bevor.
"Wir sind erfreut, dass Hleb sich dazu entschlossen hat, sich uns anzuschließen. Er ist ein Spieler, den ich bereits seit einiger Zeit bewundere. Ich bin davon überzeugt, dass er unserer Mannschaft große Qualität liefern wird", so Arsenals Teammanager Arsene Wenger laut der Arsenal-Homepage.
"Auf der einen Seite hätte wir Alex gerne weiter in unserer Mannschaft gesehen", so VfB-Sportdirektor Briem, "aber auf der anderen Seite eröffnet uns dieser Transfer neue Perspektiven."
Einschließlich des Verkaufs von Nationalspieler Kevin Kuranyi zum Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 kassierten die Schwaben etwa 23 Millionen Euro für zwei ihrer begehrtesten "Jungen Wilden". Allerdings müssen die Stuttgarter nun schleunigst Ersatz für Hleb und Kuranyi finden, auch wenn Briem immer wieder betont, der Verein überstürze bei der Suche nichts.
Figo voraussichlich kein Hleb-Eratz
"Wir werden in den kommenden Tagen die entsprechenden Entscheidungen treffen und am ersten Bundesligaspieltag eine absolut schlagkräftige Mannschaft ins Rennen schicken", so Briem. Der VfB-Manager hatte Arsenal London mit seiner Ankündigung, wenn Hleb nach Ablauf seiner Sonderferien am Donnerstag zum Training erscheine, sei kein Wechsel mehr möglich, mächtig unter Druck gesetzt. Daraufhin erhöhte Arsenal offensichtlich sein Angebot.
Kein Thema ist wohl die Verpflichtung von Weltstar Luis Figo als Hleb-Ersatz. "Ich denke, er bleibt bei Real Madrid", sagte Trainer Giovanni Trapattoni.
Zu den Favoriten auf die Kuranyi-Nachfolge zählt weiter der Schweizer Alexander Frei, der in Frankreich bei Stade Rennes bis 2006 unter Vertrag steht und rund fünf Millionen Euro Ablöse kosten soll. Als Kandidaten werden in Stuttgart auch der Norweger Azar Karadas von Trapattonis Ex-Club Benfica Lissabon und der Brasilianer Ewerthon von Borussia Dortmund gehandelt.