So ich hab hier noch mal skizziert, was ich meine.
Ich habe eine Stütze mal sehr vereinfacht, um es rechnerisch übersichtlich zu halten. Es bleibt aber im Prinzip dasselbe.
Eine Niederhalterstütze in T-Form, deren Stützenkopf mittig auf der Stütze gelagert ist. Der Einfachheit halber habe ich die Rollenbatterien weggelassen und lasse die Seilkräfte direkt am Stützenkopf angreifen. Es ergibt sich folgendes:
Jeweils aussen am Stützenkopf greifen die Seilkräfte F1 und F2 an, in der Lagerung des Stüzenkopfes greift die Gegenkraft F-Lager an. Das statische Gleichgewicht verlangt, dass die Summe aller Kräfte gleich Null ist - somit ist die Summe der Seilkräfte gleich der Gegenkraft, die senkrecht auf das Lager wirkt. Diese Lagerkraft ist bei einer einseitigen Stütze, wo F2 = 0 ist, sogar geringer. Allerdings sind diese Kräfte auch nicht das problem, da sie senkrecht auf das Lager wirken und somit durch sie Stütze selbst aufgefangen werden und nicht das Lager so sehr belasten.
Problematischer sind die im Lager auftretenen Drehmomente, die durch das Lager abgefangen werden müssen. Auch hier gilt für das statische Gleichgewicht, dass die Summe der Momente gleich Null sein muss. Die Drehmomente ergeben sich aus Kraft x Hebelarm, bei zentrischer Lagerung als jeweils F1 x a und F2 x a sowie das gegenwirkende Auffangdrehmoment im Lager. Da die beiden Drehmomente aus den Kräften F1 und F2 einander entgegen gerichtet sind, wirken sie gegen einander. So gitl dementsprechend auch für das im Lager auftretende Drehmoment, dass es umso größer ist je größer die Differenz zwischen F1 und F2 ist (bei konstanter Spur = 2a). Da im Zweifelsfalls F1 und F2 sehr groß sind, ist die Differenz im Verhältnis zu F1 und F2 vermutlich eher gering. Ich vermute mal, dass mindestens gilt 5x|F2 - F1|< F1 bzw. 5x|F2 - F1| < F2; dass also die Differenz zwischen beiden Kräften bei einer normalen Stützenbelastung mindestens um den Faktor 5 kleiner ist als die Kräfte selber. Das heißt aber auch, dass - wenn jetzt eine Kraft wegfällt bei einer einseitigen Stütze und somit F2 = 0 wird - das auftretende Lagermoment um den Faktor 5 größer wird. Anders als die Seilkraft kann dieses Moment auch nicht direkt auf die Stütze übertragen werden, sondern muss durch die Lagerung (z.B. Schrauben) übertragen werden, was dieses Lager belastet. Diese Momentenbelastung ist außerdem im Verhältnis zur Kräftebelastung extrem hoch (Hebelwirkung).
Insofern bedeutet an sich eine Veränderung des auftretenden Drehmomentes um den Faktor 5 schon einen deutlichen konstruktiven Mehraufwand - es sei denn alle Lagerungen werden immer extremüberdimensioniert ausgelegt - das wäre aber Geldverschwendung und wird daher normalerweise nicht gemacht. (Wobei 10t bei einer Gondel ist auch Verschwendung).
Wahrscheinlich ist also, dass ich in meiner Überschlagsrechnung irgendwo daneben liege. Dann würd mich aber interessieren, wo ich mich verschätzt hab. Im Prinzip würde das nämlich heißen, dass entweder die Differenz zwischen F1 und F2 im Normalfall doch weit größer ist als ich angenommen habe oder das noch weitere Kräfte in der REalität auftreten, die weit größer sind und ein größer dimensioniertes Lager sowieso erfordern. Wüsste aber nicht, was das sein sollte. Im Prinzip habt ihr natürlich recht, dass auch bei einer normalen Stüze nie beide Seiten gleich belastet werden - schon wegen des Antriebs und der Tatsache, dass Bergwärts mehr Leute drinsitzen. Die Frage ist aber ztotzdem , wie groß ist der Unterschied zwischen F1 und F2. Wenn F1 = 25kN und F2 = 30 kN bei beidseitiger Belastung und F1 = 25kN und F2 = 0 kN bei einseitger Belastung, dann ist das Lagerdrehmoment bei einseitiger Belastung schon wieder statt 5a kNm 25a kNm - Faktor 5 Differenz. Bei einer Spur von 5m hat man also ein Lagerdrehmoment von 62.500 Nm statt 12.500 Nm. Das macht schon was aus. Na ja, ihr könnt ja mal Eure Meinung äußern - bin neugierieg.