Gundelfingen, 15.8.2004 - das erste Mal
14:45 Uhr
Das super Wetter an diesem Sonntag muß einfach genutzt werden! Also Badehose geschnappt und rein ins Auto. Die Anlage liegt ca. 6-7 km nördlich von Günzburg an der B16. In weniger als 25 Minuten bin ich dort, muß dann allerdings noch einen kleinen Umweg über die Innenstadt von Gundelfingen drehen da ich feststelle, kaum noch Bargeld zu besitzen. Naja was man nicht im Kopf hat...
15:30 Uhr
Da ist der See, nicht besonders groß aber auch nicht gerade klein. Im Lift scheint schon einiges los zu sein. Sieht irgendwie ganz gemütlich aus, wie die da um die Kurven fahren... sollte das alles sein?
15:35 Uhr
Am See ist alles vorhanden: kleines Restaurant, Sonnenterrasse, Shop. Viele Autos und Leute, allerdings wie es aussieht auch viele nur zum Essen da. Naja mir soll's recht sein. Kaufe mir eine Anfängerkarte, zwei Stunden für 19 Euro, Leihski und Schwimmweste werden gestellt. Noch eine kurze Rückfrage der Frau an der Kasse: "Haben Sie die Tafel mit der Anleitung gelesen?" Hab ich nicht, wird gleich nachgeholt. Im Prinzip steht da nur, daß man am Start in die Hocke gehen soll und in jeder Kurve durch die roten Bojen fahren soll. War das wirklich schon die ganze Weisheit?
15:40 Uhr
Hab mich umgezogen und begebe mich ans Ufer. Ganz schön was los am Lift. Ich ergattere das - in diesem Moment - letzte paar Ski.
Die Wasserski sind ungefähr so lang wie Alpinski, allerdings wesentlich breiter. Trotzdem sind sie leichter - ersaufen werd ich damit wohl nicht. Es gibt eine einfache Gummibindung zum Reinschlüpfen. Außer den Paarski (v.a. für Anfänger) gibt es auch noch Monoski und Wakeboard. Wakeboards sehen ein bißchen aus wie Snowboards, auch das fahren scheint wohl ähnlich zu sein. Ich reihe mich in die Schlange ein.
15:45 Uhr
Ich bin endlich an der Reihe. Der Typ am Lift gibt mir noch letzte Instruktionen, fragt ob ich wirklich mit Brille fahren will (die Kontaktlinsen hatte ich gleich daheim gelassen). Ich will zunächst, allerdings meint er, es sei wohl besser ohne. Gut, geben wir uns den Spaß halt mit -4.5 Dioptrien.
15:46 Uhr
Ich gehe in die Hocke, nehme das Seil in die Hand. Der Lift fährt los. Zack, das war's... fünf Meter weiter liege ich erstmal im Wasser. Klassischer Fehlstart beim ersten Versuch.
Die Ski haben sich - trotz anderslautender Befürchtungen meinerseits - schon von den Füßen gelöst. Die Brille wäre wohl jetzt bereits weg gewesen. Ich sammle die Ski ein und schwimme so schnell wie es geht wieder ans Ufer. Ich rechne schon fest mit ein wenig Gelächter oder zumindest Grinsen der dort versammelten Personen, allerdings Fehlanzeige. (Später werde ich noch jede Menge solcher Fehlstarts bei anderen Leuten sehen.)
15:55 Uhr
Zweiter Versuch. Man darf übrigens maximal drei Runden am Stück fahren, damit auch andere mal drankommen. Ob ich das überhaupt mal schaffe?

Es klappt! Ich hab den Start geschafft. Die folgende Gerade stellt keine besondere Schwierigkeit dar. Am anderen Ende des Sees erkenne ich die roten Bojen. Der Lift umfährt dort drei "Ecken". Auch das klappt. Ich komme auf die Gegengerade, fahre wieder langsam Richtung Restaurant. Hier sind nur zwei Ecken, die dafür entsprechend schärfere Kurven haben. Kurz vor dem Restaurant sehe ich die roten Bojen viel zu spät und gelange ich in eine viel zu weit innen gelegene Bahn. Schon weiß ich was das für Folgen hat: Das Seil hängt zuerst durch, spannt dann plötzlich wieder, man verliert das Gleichgewicht - und tschüss.
16:10 uhr
Dritter Versuch. Das muß doch zu schaffen sein. Ich ärgere mich ein wenig über die fünf Minuten Anstehzeit, will endlich wieder fahren.
Am Einstiegsplatz ist eine Anzeige: der Lift fährt momentan 30 km/h, kann aber laut Prospekt auch 60 km/h fahren. Wahnsinn. Der Wasserskilift, übrigens erbaut von SESITEC, erinnert in Aussehen und Technik ein wenig an einen Poma Stangenschlepper. Mit diesem gemein hat er auf jeden Fall auch den katapultartigen Start.
Es geht los. Diesmal schaffe ich tatsächlich die drei Runden. Jetzt verstehe ich auch, was Kraft in den Armen bedeutet - ich könnte jedenfalls mehr davon gebrauchen. Nur drei Runden, und die Unterarme sind bereits am Ende.
16:45 Uhr
Habe ein paar Durchgänge hinter mir. Bin schon ziemlich kaputt, mache erstmal eine kleine Trinkpause. Hätte nie gedacht, daß das bißchen Fahren so anstrengend sein kann...
17:40 Uhr
Letzte Fahrt. Zwei Stunden mit Pausen zwischendrin, insgesamt werden es vielleicht 20 Runden gewesen sein. Das reicht dann aber auch fürs erste. Speziell in der jeweils dritten Runde sind die Arme total kraftlos.
Tag darauf, 19:50
Ich schreibe diesen Bericht. Es hat jedenfalls einen wahnsinns Spaß gemacht, und es war sicher nicht das letzte Mal. Habe einen guten Muskelkater... aber es gibt schlimmeres, oder nicht?
