Ein ganz interessanter Artikel zum Thema Architektur am Berg:
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Recycelt: Die Bergstation der Horbergbahn in Schwendau.
Foto: Wett
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Adlerhorst: Die Mittelstation der Vallugabahn in St. Anton, erbaut 1954 von Willi Stigler sen. Foto: Schletterer
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Die Bergstation Seegrube, entworfen von Franz Baumann.
Foto: Böhm
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Neues Wahrzeichen: Zara Hadids Bergiselschanze.
Foto: Murauer
Wenn Architektur Höhenluft schnuppert
Alpine Architektur darf wieder in neue Höhen streben. Zumindest ansatzweise.
Vom Ort der Geheimnisse zum Spielplatz der Helden: Der alpine Raum ist zum Erlebnispark mutiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die Eroberung der Alpen, Städter suchten die romantische Bergwelt. Und mit dem Aufkommen des modernen Tourismus entdeckte auch die Architektur eine neue Spielwiese in luftigen Höhen. Seilbahnstationen wurden zu Landmarks, wie Adlerhorste kleben sie in den Bergen.
In St. Anton am Arlberg, Kitzbühel und Innsbruck entstanden in der Pionierzeit des Tiroler Tourismus - in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts - die ersten Zeugnisse moderner Bergarchitektur. Architekten wie Alfons Walde (Hahnenkammbahn, Kitzbühel), Clemens Holzmeister (Galzigbahn, St. Anton) und Franz Baumann (Nordkettenbahn, Innsbruck) setzten Zeichen.
"Die Architektur von damals hat den Ort miteingebunden, sich an die Landschaft angepasst und trotzdem Akzente gesetzt", erklärt Arno Ritter vom Architekturforum Tirol. Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit dem Einsetzen des Massentourismus, legte die Architektur dann allerdings eine Pause ein. "Der rein technische und ökonomische Blick ließ für Architektur keinen Raum mehr. Da kommt die Seilbahn dann eben aus dem aufgeblähten Bauernhaus heraus", erzählt Ritter. Doch die Touristiker erkannten, dass auch die technisch ausgefeilteste Seilbahn einer Hülle badarf, um glänzen zu können. Touristen wollen nicht nur befördert werden, sie wollen erleben.
Mitte der Achtzigerjahre wurde wieder Architektur in den Schnee gesetzt und heute gibt es in Tirol zahlreiche Beispiele für Architektur, die auf der Höhe ist. Von der von den Innsbrucker Architekten Helmut Reitter und Michael Pfleger umgebauten Horbergbahn in Schwendau im Zillertal bis hin zum vom Architekturbüro Holz-Box gestalteten Frau-Hitt-Lift auf der Seegrube. "Im Tourismus hat ein Umdenkprozess stattgefunden. Qualität soll wieder vermehrt an erster Stelle stehen, auch beim Bau", schaut Ritter in die Zukunft.
Wobei der Leiter des Architekturforums Tirol sich keinen architektonischen Allerwelts-Einheitsbrei wünscht. "Es geht vielmehr darum, unsere Tradition - auch ein Bauernhaus ist ein High-Tech-Produkt - zu verstehen und sie zu übesetzen. Das ist die Herausforderung, jenseits von Kitsch und Selbstdarstellung."
Gerade Innsbruck und sein Umland haben für Arno Ritter als touristische Region gewaltiges Potenzial: "Innsbruck hat sich ein neues Selbstbewusstesein aufgebaut und bietet eine tolle Verbindung von Kultur- und Naturraum." Und setzt das neue Selbstbewusstsein auch architektonisch um. Zaha Hadids Entwurf für die erste Sektion der Nordkettenbahn ist nur eines der neuen Zeichen.
2004-12-09 07:51:38