Die OÖ Nachrichten berichten:
Wer verdient das Geld mit Ihrem Skipass?
LINZ. Oberösterreichs Skigebiete haben sich in den letzten Jahren gemausert und sind auch für Mehrtages-Skiurlaube eine gefragte Alternative geworden. Doch: Wie viel kostet das Skifahren und in wessen Säckel fließt das Geld für die Skikarten?
Sieben große und zehn kleinere Skigebiete hat unser Bundesland den Liebhabern der weißen Pracht zu bieten (falls diese dann einmal zu fallen gedenkt ...). In den großen "Snow- und Fun"-Gebieten hat die öffentliche Hand noch bei der Hälfte eigentumsrechtlich die Finger mit im Spiel. Die andere Hälfte der Top-7 ist in privaten Händen.
Die dominante Einzelperson, um die man im oberösterreichischen Skizirkus nicht umhin kommt, ist ÖSV-Präsident und Seilbahninvestor Peter Schröcksnadel. Ihm gehören über seine Vereinigte Bergbahnen GesmbH nicht nur 53 Prozent an den Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen (den Rest teilen sich Land OÖ mit 16 und Streubesitz-Anteilseigner mit 31 Prozent), sondern auch 50 Prozent am Familienskigebiet Hochficht. Hier waltet Schröcksnadel gemeinsam neben dem Stift Schlägl, nachdem sich das Land zurückgezogen hat. Die Ötscherlifte sind ebenso Bestandteil des Schröcksnadel'schen Ski-Imperiums wie Lifte am Großglockner und am bulgarischen Vitosha, Hausberg von Sofia.
Der Schiene Schröcksnadel ist es auch zu verdanken, dass Hinterstoder den Anschluss an den internationalen Skizirkus geschafft hat. Es ist auch das einzige Skigebiet unter den Top-Nächtigungsgemeinden des Landes, dessen Nächtigungszahlen laut Tourismusverband vergangenen Winter nicht gesunken, sondern um sieben Prozent gestiegen sind.
Das mit Abstand größte oö. Skigebiet ist Dachstein West (Gosau) und Dachstein Krippenstein mit zusammen 184 Liften. Vor allem der Krippenstein gilt zwar unter Snowboardern als Geheimtipp, doch die Massen verirren sich dorthin mangels Infrastruktur nicht. Eigentümer dieses finanziellen Sorgenkindes bzw. auch der Dachstein West ist die Dachstein Tourismus AG, die zu 66 Prozent der OÖ Seilbahnholding (Land), zu 8,4 Prozent der Gosauer Seilbahn- und Skilift-GesmbH, zu 18,9 Prozent den Salinen und zu 6,6 Prozent den Bundesforsten gehört.
Die letzte hundertprozentige Landesbeteiligung besteht noch am verlustträchtigen Feuerkogel mit der Traunsee Touristik GmbH. Es ist kein Geheimnis, dass dieses veraltete Skigebiet, das 2007 sein 80jähriges Seilbahn-Jubiläum feiert, entsprechend renoviert werden muss, um sein Antik-Flair loszuwerden.
Die Kasberg Lift GmbH steht im Besitz lokaler Betreiber (Drack Friedrich sen. und jun., Haupteigner Hinterberger Franz, Raiffeisen, Tourismusverband).
Große Änderungen in den Besitzverhältnissen der Top-Skigebiete des Landes erwarten Branchenkenner nicht. Bekannt ist, dass sich das Land um Investoren für den Feuerkogel bemüht.
Die kleineren Skigebiete wie Forsteralm (Franz Forster) stehen überwiegend in Privatbesitz. Aber auch die Gemeinden engagieren sich, wie bei der Katrin Seilbahn AG (Gemeinde Bad Ischl 95 Prozent) oder den Sternstein Sesselliften (Gemeinde Bad Leonfelden 22,15 Prozent).
Bei den Top-Skigebieten in OÖ mischt neben dem Land auch ÖSV-Chef Schröcksnadel mit.
vom 19.12.2006
