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Wettrüsten mit Schneekanonen

McMaf

Wildspitze (3774m)
Hab gerade einen schönen Artikel im Focus gefunden.

Wettrüsten mit Schneekanonen?

Für ein "großes Problem" hält der führende Alpen-Ökologe Werner Bätzing von der Universität Erlangen-Nürnberg, dass Deutschland und Österreich Schneekanonen unterschiedlich stark einsetzten. Während hierzulande nur etwa elf Prozent der Flächen künstlich beschneit werden, sind es in Österreich 30 Prozent. Vergangene Woche hatte der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) deshalb gefordert, "alle Spielräume auszunutzen, sonst fahren die Leute nach Österreich". Auch Experte Bätzing hält "die Regelungen in Bayern für sehr streng". Der verstärkte Einsatz von Schneekanonen im bayerischen Alpenland sei deshalb "nach scharfen Umweltverträglichkeitsprüfungen denkbar". Nicht jede Piste werde durch Kunstschnee geschädigt, so Bätzing. Manche würden dadurch vor zu starker Abnutzung geschützt.
Eine große Gefahr sieht der Geograph jedoch "in einem Wettrüsten der extremen teuren Schneekanonen". Dies könne kleine deutsche Skipistenbetreiber ruinieren.

Deutsche Skipisten könnten intensiver beschneit werden - mit reinem Ökogewissen.

Na endlich kümmert sich die CSU, auch mal um die deutschen Skigebiete. Vielleicht wird dann doch eine Beschneinug im Alpspitzgebiet möglich und dadurch auch der Erhalt dieses Skigebiets. Wichtig wärs zumindest für den Wintertourismus in den bayerischen Alpen.
 
Eine große Gefahr sieht der Geograph jedoch "in einem Wettrüsten der extremen teuren Schneekanonen". Dies könne kleine deutsche Skipistenbetreiber ruinieren.

Ääääääääääääähm... klar, weil ohne Schneekanonen ja bald kein Schnee mehr liegen wird, bzw. die Saison ein paar Wochen kürzer ist, kann man länger überleben, als sich Schneekanonen anzuschaffen.

Kann's mir einer erklären? :)

Bauer A kauf Schneekanone und hat super schnee
Bauer B hat Lift daneben und kauft keine Schneekanone

Natürlich fahren dann alle hin zu A, aber ohne Schneekanonen werdens vielleicht beide nicht mehr lang überleben ...
 
Also: Kosten für die Beschneiung steigen - Lifttickets müssen verteuert werden - Kunden können/wollen sich diese Tickets nicht mehr leisten - Liftbetreiber geht pleite
 
ja, aber nochmal: Ohne beschneiung haben die vielleicht bald keinen Schnee mehr und können nur noch ein paar Tage in der Saison aufmachen und gehen dann auhc Pleite.

Also Pleite gehens immer.. :)
 
Tyrolens schrieb:
Also: Kosten für die Beschneiung steigen - Lifttickets müssen verteuert werden - Kunden können/wollen sich diese Tickets nicht mehr leisten - Liftbetreiber geht pleite
dass aber alle kunden sich die skipässe nicht mehr leisten wollen ist unwahrscheinlich. und ganz ohne schnee kann kein einziger kommen. was mich betrifft zahl ich für besseren schnee auch gerne etwas mehr :wink:
 
Also wer meint an Schneekanonen vorbei zu kommen sollte weiterschlafen. Was wäre den in Südtirol nach den schlechten Wintern los wenn die nicht solche Schneianlagen hätten.

Schneekanonen ist die einzige "Aufrüstung" die ich beführworten kann!
 
Kann ich euch allen Alpen-interessierten das Buch nur empfehlen: Werner Bätzing, Alpen. Sehr differenziert, wenig über Lifte, räumt aber mit vielen Mythen und Vorurteilen über die Alpen auf.
Ich habe Herrn Prof Bätzing auf dem Berner Geographentag gesehen und gehört (er hat die Podiumsdiskussion zur Alpenkonvention moderiert), ein äußerst beeindruckender Mann und Wissenschaftler, bei dem übrigens eine Bekannte von mir vielleicht promovieren wird.
Da das Buch z.Z. bei mir im Zimmer liegt, such ich euch mal die "Schneekanonen"-Passage raus und scanne sie zur Gänze. Dass solche Zitate aus dem Zusammenhang gerissen nicht viel aussagen, dürfte jedem klar sein.

Und ich denke auch, dass die "Aufrüstungsspirale" mit Schneekanonen einsichtig sein sollte. Das "Wettrüsten" findet ja heute schon statt (Lifte, Kanonen, Erweiterungen), und wir sehen ja an LSAP, wer alles auf der Strecke bleibt. Nicht hinter jedem kleineren Skigebiet stehen Konzerne wie die CDA, oder Privatimperien wie die Familien Dengg oder Falkner, vor allem nicht in Bayern (jedem Bauern gehören 2-3 Lifte im Skigebiet, z.B. Brauneck, Spitzing, Sudelfeld). Man sieht doch heute schon, dass diese Betreiber die notwendigen Investitionen nicht schultern können. Am Fellhorn werden schließlich auch Kanonen und neue Lifte genehmigt, also geht es doch in Deutschland. Weiß jemand zufällig über die Besitzstruktur vom Fellhorn Bescheid?
 
@Marius: In Oberstdorf gibt es die Nebelhornbahn AG, zu der IIRC auch die Fellhornbahn GmbH dazugehört. Bei der Nebelhornbahn wiederum haben - zumindest teilweise - die Lech-Elektrizitätswerke (LEW) die Finger im Spiel. Lasse mich aber gerne korrigieren...

Weil's ja gerade auch um "Beschneiung in Bayern" ging, hier ein Bericht aus der Augsburger Allgemeinen vom Samstag:

Wiesheu will Frau Holle unter die Arme greifen
Schneekanonen sollen Tourismus sichern - Vorstoß für Lockerung der Genehmigungspraxis

München/Oberstdorf/Pfronten (mun).
Weitere Schneekanonen sollen nach Ansicht von Bayerns Wirtschaftsminister Wiesheu (CSU) den Wintertourismus in Bayern langfristig sichern und ein Abwandern der Gäste in andere Alpenländer verhindern. Nach Informationen von Skilift-Betreibern mehren sich in der CSU die Stimmen, die eine Lockerung der restriktiven Genehmigungspraxis von Beschneiungsanlagen fordern. Dafür freilich müsste der entsprechende Landtagsbeschluss von 1991 neu gefasst werden. Die Landratsämter, die die Genehmigungen für Schneekanonen bearbeiten, stöhnen mittlerweile über die Bürokratie. Denn die Betriebsgenehmigungen müssen alle sieben Jahre neu bearbeitet werden. Unter anderem sind dabei in jedem Einzelfall alle Träger öffentlicher Belange anzuhören. Allein im Oberallgäu liegen in den Akten 33 Genehmigungsbescheide für Beschneiungsanlagen.
Der Landkreis Oberallgäu gilt als derjenige mit den größten künstlich beschneiten Pistenflächen, insgesamt knapp 180 Hektar. Zum Vergleich: Im Ostallgäu sind es 20 Hektar, in ganz Bayern 340 Hektar Pistenfläche. Nach Auskunft der beiden Allgäuer Landratsämter liegen derzeit keine Anträge für neue Anlagen vor. Der Memminger SPD-Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecher Herbert Müller hat Wiesheu als "Schneekanonen-Ideologe" bezeichnet. Die Natur könne nicht mit Technik überlistet werden.
 
Mich wunder sowieso warum der gute Otto beim Thema Schneekanonen so zurückhaltend war. In Bayern ist er als "Planierraupe aus Zolling" bekannt (Stichwort: Donauausbau, Transrapid etc.).
 
Wird auch langsam Zeit. Das Gefälle zwischen Österreich und Deutschland wird immer größer und wenn´s so weiter geht sind wir bald das Licht am Anfang eines langen dunklen Loch´s!
 
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