"Why Is Everyone So Angry At Vail Resorts?" Vail hat auch für den Gast unübersehbar Mitarbeiterführung und -Kultur völlig umgekrempelt.
Ehemals war es in USA/CDN so, dass es für junge Leute quasi eine Ehre war, für ein paar Jahre in einem Skigebiet zu arbeiten, zB. vor der weiteren Ausbildung. Das galt insbesondere für Schulabgänger als "epic". Die Bezahlung war eher bescheiden, aber das war auch weniger ein Kriterium.
Episch war vielmehr für die blutjungen Leute, bei der Community dabei gewesen zu sein. Personal gibt es ja (bei den Skipasspreisen...) in Hülle und Fülle in nordamerikanischen Skigebieten, zB. zum manuellen Kontrollieren der Skipässe, oder als Skiguides rumstehend. Gearbeitet wurde zwar auch viel und hart, aber dennoch mit Raum zur menschlichen Entfaltung in der großen Familie sozusagen. Ineffizienzen gab es auch zur Genüge, aber who cares, es soll auch Spass und Ehre dabei sein. Für alle, vom untersten Ticketknipser bis zum obersten Chef.
Sie bekamen wenig, hatten aber eine tolle Zeit, mit vielen Skisessions im Team und mächtigen Parties im Mitarbeiterhaus.
Manche sind geblieben, und bildeten sich zu professionellere Tätigkeiten fort, wie Pistenpatrouille oder spezialisierteres Anlagenpersonal. Für ein Skiresort zu arbeiten, war durchaus angesehen, wegen dem besonderen Spirit in der gesamten Mannschaft. Das wurde auch von der Unternehmensführung geschätzt, Mitarbeiter wurden quasi jedes Jahr wie garantiert nochmals übernommen, falls dies gewünscht wurde.
Hier in den Alpen ist die Arbeitnehmerkultur in Skigebietsbetreibern eher eine andere. Es gilt mehr oder weniger unverblümt "
Wir vom Tal mit unserem Dialekt sind wichtig.
Ihr von Auswärts seid für alles da, wofür wir keine Lust haben (Fritteuse bedienen, KSB-Notaus drücken...), und dann schleichts euch. "
Daher hat es hier in den Alpen kaum ein besonderes Flair oder Reiz, in einem Skigebiet zu arbeiten. Außer einigen Jungidealisten aus flachen Ländern kommen die Leute überwiegend rein zum Geldverdienen. "Ski-Bums" sind kaum dabei (von Statur und Bauch eher viele Bier-Bums).
Zurück zu Nordamerika: Vail hat hier viel umgekrempelt, und zwar auch die Mitarbeiterkultur. Kurz zusammengefasst wurde aus einem ehemals hoch angesehenen - ja fast vergötterten- Job, eine seelenlose Hire-and-Fire Maschine.
Was sich ehemals cool und relaxed anfühlte, wurde zu einem hoch optimierenden prozessorientierten System à la MacDonalds umgebaut, in dem der Mitarbeiter zur reinen Funktionsfigur degradiert wurden. Personal wird durch "Human Ressources" Abteilungen irgendwo nach irgendwelchen Business Kriterien rekrutiert, statt ehemals der vor Ort wohnende Spezl vom langjährigen Mitarbeiter usw.
Die angekündigte Lohnerhöhung von Vail ist auch vor diesem Hintergrund zu sehen: Mac-Jobs sind nicht attraktiv. Da muss man Geld nachschießen. Schade drum.
Aber auch aus Alpenländischen Skigresorts lässt sich noch viel rausholen, sobald diese Vail-ähnlich von durch Börsennotierung getriebenen Konzernen zusammengekauft und geführt werden. Der Prozess befindet sich jedoch noch in der allerersten Startphase.
Quellen: Beobachtungen in Canada, tolle Zeit mit Locals dort, i-net:, u.a.:
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https://www.instagram.com/epicliftlines/
https://www.skitalk.com/threads/epicliftlines-com.25702/
https://www.change.org/p/vail-resorts-hold-vail-resorts-accountable
https://mobile.twitter.com/hashtag/epicliftlines
https://www.gofundme.com/f/pcpspa-solidarity-fund
Edit:
Testimonial
https://youtu.be/Kbh1HSGKNs0?t=1049
Auch die Kommentare darunter lesen....