Welch durchwachsene Woche. Mittwoch der schneereichste Tag der Saison. Welch ein Geschenk! Endlich ging sogar mein Hausberg mit Tourenski direkt vor der eigenen Haustür. Donnerstag dann katastrophales Tauwetter, Langlaufen auf der Heide viel schlechter als erwartet im tiefen Sumpf. Vollwinter als Eintagsfliege.
Aber da war etwas das Hoffnung machte: Der Niederschlag am Freitag sollte mit markantem Temperaturrückgang in Schnee übergehen und noch ein paar Zentimeter Winteroptik bringen.
Da die Saison nicht mehr viele Optionen für das eigene Saisonziel offen hält war es an der Zeit den Mont Blanc ins Sauerland zu holen. Geplant waren also 4.810hm mit den Tourenski. Wäre dann beinahe schon um 3:45 Uhr gescheitert, weil auf der Anfahrt über die Feuereiche Warnblinklichter zu sehen waren. War tatsächlich erstaunlich glatt. Da ein Städter gerutscht ist für ihn die logische Konsequenz: "Wir sind gerutscht. Die Straße ist abschüssig. Man kann nicht weiterfahren." Im Ruhrgebiet vielleicht nicht. Ich kam jedenfalls dran vorbei und bin um 4:10 Uhr mit einem Kumpel am Köhlerhagen gestartet. Kalt, unangenehm windig und immer wieder Schneefall. Nachdem wir auch etwas Sicht hatten und es heller wurde war es hervorragend zu fahren. Ein paar Zentimeter Neuschnee auf einer betonharten, einwandfrei präparierten, Piste. Ohne den Neuschnee wäre der Aufstieg mit Tourenski im Steilhang zur Tortur geworden und unser Vorhaben unrealistisch. Mit Beginn des Skibetriebs füllte es sich etwas. Der Wind schlief ein, die Sonne kam raus. Herrlich! Tatsächlich hat der Tag bei mir einen Sonnenbrand mit markantem Mützenrand im Gesicht hinterlassen

. Am Nachmittag war die Piste im Steilhang natürlich eisig und glatt. Vorher super Verhältnisse und oben und unten hielt es sich den ganzen Tag. Durch die harte Unterlage (abgesehen von wenigen Ausnahmen im Steilhang) den ganzen Tag recht gleichmäßige Piste.
Der Mont Blanc war noch während des Liftbetriebs erreicht. Die Beine noch ziemlich frisch. Und so leerte sich die Piste mit Betriebsende wieder. Parallel zum Pistenbully haben wir unsere letzten Schwünge (natürlich im noch nicht präparierten Bereich) gesetzt und blicken nach einem stimmungsvollen Sonnenuntergang und 24 Aufstiegen (Köhlerhagen jeweils komplett von unten nach oben) auf etwa 6.240 Höhenmeter zurück. Da Dynafit den "SnowLeopardsDay" veranstaltet darf Dynafit dafür 62,40 € spenden (1 ct pro Höhenmeter).
Ich bin den Mitarbeitern im Skigebiet sehr dankbar, da ich meine Fitness den Trainingsmöglichkeiten am Ettelsberg (meist früh morgens vor der Arbeit) verdanke. Die Liftmitarbeiter tolerieren uns nicht nur, sie sind auch immer gut gelaunt und freundlich. Es versteht sich von selbst, dass man keine frisch präparierten Hänge niederfährt oder der Raupe in die Quere kommt. Dann klappt das hier glücklicherweise hervorragend.
Wir haben es den Tag beim Köhlerhagen belassen. Dicke Reserven hats halt keine. Die Skitourensaison wird daher nicht besonders lang. Die Woche mit Betrieb wird sich vermutlich nicht mehr großartig lohnen. Wartezeiten gab es auch gestern keine. Trotzdem fahren die Massen lieber nach Winterberg.
Wer gestern unterwegs war (judyclt scheint ein schüchterner AFler zu sein, der stets unter dem Radar bleibt

) hat uns am Köhlerhagen sicher mal bemerkt.