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Wirtschaft nach Schengen-Veto in Sorge

miki

Chimborazo (6310m)
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23. Juli 2002
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Mich jucken zwar die Finger was zum Thema zu schreiben, lasse es aber vorerst unkommentiert. Wie ich zum Thema stehe, dürfte inzwischen im AF bekannt sein (während ich 2015 nur die Grenzkontrollen für überflüssig hielt, bin ich inzwischen - besonders nach den Erfahrungen von 2020 und 2021 - fest überzeugt dass die Staaten per se überflüssig sind), und daran ändert auch die Tatsche nichts, dass für mich die mit Abstand wichtigste Grenze am dem 1. 1. 2023 fallen wird:

https://orf.at/stories/3297128/

In Rumänien würden sich die Boykottaufrufe gegen österreichische Firmen, Produkte und Dienstleistungen mehren. (...)

https://www.kleinezeitung.at/politi...Van-der-Bellen_Werden-Preis-fuer-das?from=rss

"Wir werden einen Preis für diese Entscheidung zahlen", kommentiert Bundespräsident Alexander Van der Bellen das österreichische Veto, das einen Beitritt Rumäniens und Bulgariens zum Schengen-Raum verhindert.

https://www.kleinezeitung.at/politi...-Rumaenien-wird-zum-Boykott-oesterreichischer

Verbittert hat vor allem Rumänien auf das Wiener Schengen-Veto reagiert. In den sozialen Medien werden auch Forderungen nach einem Boykott österreichischer Produkte laut.

Anstatt meiner Kommentare erlaube ich mir ein Post eines rumänischen Users in einem anderen Forum, wo ich ab und zu mitlese, zu zitieren:

Austria acted completely irrational and apparently against their basic economic interests, as though being some Zombies infected with a foreign virus. That is scary and should raise serious security concerns in Romania.
:respekt:
 
Moin,

wenn ich Europa meinen Wahlkampfinteressen unterordne und mit dem wohlfeilen Flüchtlingsthema Wähler abgraben will, dann treffe ich halt auch so seltsame Entscheidungen. Und wie sollen wir in Europa auf einen Nenner kommen, wenn ich drei Staaten Regeln auferlege, die sie dann erfüllen, um zwei davon dann im Regen stehen zu lassen. So wird das nichts mit einer wirklich starken Union, und ohne Reformen was die Einstimmigkeit angeht auch nicht ....
 
Oesterreich ist halt historisch Ungarn eng verbunden und sagt sich, was die Ungarn können, koennen wir schon lange :biggrin:
 
Die Blockadehaltung hat sich Österreich von Ungarn abgeschaut.
Was mich aber vor allem wundert: Warum es gerade die ÖVP ist, die blockiert. So schielt doch die gesamte Wirtschaftsbranche schon lange nach Osteuropa. Man erhofft sich wohl dadurch ein paar FPÖ Wähler zurückzugewinnen, verliert andererseits aber bei den Interessensvertretern aus der Wirtschaft.
 
Passend dazu:
https://www.intellinews.com/the-vie...n-membership-for-romania-and-bulgaria-264833/

This has not gone unnoticed in Bucharest or Sofia. A palpably deflated Austrian delegate with whom I spoke told me off the record that the decision is entirely “political” and that this would make life needlessly difficult for Austrian businesses, especially in Romania, which is one of the largest destinations in the EU for Austrian foreign investment. The government has not only thrown two allies under the bus, but its own economic interests as well. This is also ominous for the Western Balkans, where Vienna continues to command substantial influence even as it has declined elsewhere.
(...)
Austrian opposition to the Schengen membership of Romania and Bulgaria is a sobering demonstration of just how parochial its political culture has become – and that this parochialism threatens to be periodically belched out of the domestic vacuum.
 
Aber die Ausländer!

(sorry, aber mehr fällt mir zum ÖVP-Wahnsinn aktuell nicht mehr ein)
 
LOL schrieb:
Was mich aber vor allem wundert: Warum es gerade die ÖVP ist, die blockiert. So schielt doch die gesamte Wirtschaftsbranche schon lange nach Osteuropa. Man erhofft sich wohl dadurch ein paar FPÖ Wähler zurückzugewinnen, verliert andererseits aber bei den Interessensvertretern aus der Wirtschaft.

Manchmal ist die Verzweiflung kein guter Ratgeber ... die CDU ind Deutschland hat ja auch noch immer nicht begriffen das man damit vielleicht die AFD päppelt, aber keine Wähler zurückgewinnt. Vor allem, weil Ungarn genau das macht, was die Österreicher nebulös Rumänen und Bulgaren vorwerfen, nämlich Flüchtlinge nicht zu registrieren und einfach durchzuschleusen.
 
So verspielt man Vertrauen:
https://orf.at/#/stories/3297382/
Niemand in Rumänien könne folglich nachvollziehen, „was binnen zwei Tagen“ bzw. zwischen dem 16. und dem 18. November passiert sei, um den urplötzlichen Sinneswandel der österreichischen Seite zu bewirken. Politspielchen dieser Art seien „eines Landes mit einer gefestigten Demokratie und einer so reichen politischen Tradition wie jene Österreichs unwürdig“, schrieb Bode.
Ich kann es freilich nicht aus rumänischer, sondern nur aus der slowenischen Perspektive schreiben: während Österreich in den 90ern und auch noch in den frühen 2000ern hierzulande als Vorbild und Leuchtturm für unsere (gemeinsame) Zukunft gesehen wurde, ist es heute aus der Sicht vom unsereinen nur noch der kleine (sic!) Bruder Ungarns, mit dem Unterschied, dass ich zum Orban wenigstens ungehindert reisen kann :-( ...
 
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