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Wirtschaftliche Situation der Seilbahnbranche in Österreich

Werna76

Matterhorn (4478m)
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27. Sep. 2004
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4.534
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1.072
Falls die Skiverrückten hier im Forum so etwas langweiliges wie statistische Auswertungen interessiert:

Skifahrertage (unter Skifahrertage versteht man Gäste, die an einem Tag das 1. Mal eine Liftanlage benutzen, dh auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast nur ein Skifahrertag gezählt):
2005/06: 52,7 Mio
2006/07: 43,7 Mio
2007/08: 53,2 Mio
2008/09: 56,9 Mio
2009/10: 52,6 Mio

Gästebeförderungen:
2005/06: 613,3 Mio
2006/07: 494,3 Mio
2007/08: 611,5 Mio
2008/09: 626,4 Mio
2009/10: 587,6 Mio

Im Durchschnitt hat sich somit jeder Gast 11 Mal pro Tag befördern lassen.
Dieser Wert ist über die Jahre ziemlich konstant.

Quelle: Statistik Austria
 
Interesante Daten, danke für diese.
Die Zahlrenreihen schwanken realtiv geringfügig um einen Mittelwert.
Bis auf die Saison 2006/07 mit seinem extremen "Gästeschwund" um nahezu ein fünftel. Das muss auch wirtschaftlich ziemlich durchschlagend gewesen sein. Kann mich aber garnicht mehr an "Katastrophenzahlen" dieser Saison erinnert....zumal die Tourismusbranche ja immer jammert, unabhängig vom Ergebnis...
War 06/07 ein besonders schneearmer Winter? Was war da los?
 
Ja 06/07 war sehr sehr Schneearm, da hats wirklich ganz schön rein gehaun, ich meine sogar da mussten eineige Gebiete mit dem zusperrn kämpfen!
 
Christopher schrieb:
Ja 06/07 war sehr sehr Schneearm, da hats wirklich ganz schön rein gehaun, ich meine sogar da mussten eineige Gebiete mit dem zusperrn kämpfen!

Ja, gerade über Weihnachten war noch kaum Schnee gefallen und der Januar war damals auch extrem schneearm. Soweit ich mich erinnere hat es allerdings im März nochmal einiges an Schnee gegeben, sodass zumindest zum Saisonende nicht komplett zugesperrt werden musste.
 
Denke mal das der Einbruch wirklich was mit dem schneearmen Winter zu tun hat,
das macht mal wieder deutlich wie wichtig inzwischen eine Leistungsstarke Beschneiung ist.
10 Mio weniger Skifahrertage à 20-30€(tief gerechnet) sind 200-300 Mio Euro weniger Einnahmen und entsprechend auch weniger Steuereinnahmen für Staat und Gemeinde
Das ist schon ne Hausnummer

Gruss Nitram
 
Grobdarstellung der Bilanzzahlen der Seilbahnbranche, Quelle: Branchenmonitoring Statistik Austria
Durchschnitte aus den Bilanzjahren 2007-2009

1=Unternehmen mit Betriebsleistung zwischen 1-5 Mio EUR
2=Unternehmen mit Betriebsleistung zwischen 5-20 Mio EUR
3=Unternehmen mit Betriebsleistung über 20 Mio EUR

Betriebsergebnis in % der Betriebsleistung (ohne a.o. Aufwendungen und Erträge)
1: -6,4 %
2: 3,9 %
3: 9,8 %

Ordentlicher Cash-flow in % der Betriebsleistung:
1: 21,2 %
2: 27,8 %
3: 32,1 %

Eigenkapitalquote in % der Bilanzsumme:
1: 24 %
2: 30 %
3: 50 %

Bankverbindlichkeiten in % der Bilanzsumme:
1: 53 %
2: 47 %
3: 30 %

Die Zahlen sind wie gesagt nur sehr grob dargestellt, wobei sich auch die Anzahl der Unternehmen innerhalb der einzelnen Kategorien über die Jahre hin verändern.

Grob zusammengefasst:
Je größer desto besser, wobei die absoluten Zahlen der Bankverbindlichkeiten der großen Betriebe doch schon beachtliche Ausmaße annehmen und mit jedem Jahr wachsen! Ein schlechter Winter darf da nicht kommen, sonst wird sehr schnell der Ruf nach Förderungen/Unterstützungszahlungen laut werden. Bin neugierig ob uns die Griechen dann finanziell aushelfen werden ;-)
Die Kleinen werden mittelfristig mehr und mehr Liquiditätsprobleme bekommen. Bestes Beispiel dafür sind die Konkursfälle in den letzten Wochen.

Ähnliche Auswertung hätte ich auch noch für die Hotelbranche falls das jemanden interessiert such ich das auch noch raus.
 
interessante Statistiken

ja lad bitte auch noch die vom hotel hoch
aber dass es so schlecht mit kleinen Gebieten steht hätt ich nicht gedacht.
 
Vielen Dank Werna, fürs heraussuchen der Zahlen.
Vor über fünf Jahren sagte mir ein Vertreter der Salzburger Seilbahnen, dass in den letzten Jahren immer etwa 30% des Cash-Flows pro Jahr reinvestiert worden wäre - in etwa das Doppelte von dem, was wirtschaftlich nachhaltig wäre.
Diese Sachverhalte sollten wir uns vielleicht ab und an vor Augen führen, wenn wir neue Anlagen, mehr Beschneiung, geringere Preissteigerungen etc fordern...
 
Update, gleiche Quelle wie oben angeführt, Bilanzjahr 2009/2010:

1=Unternehmen mit Betriebsleistung zwischen 1-5 Mio EUR
2=Unternehmen mit Betriebsleistung zwischen 5-20 Mio EUR
3=Unternehmen mit Betriebsleistung über 20 Mio EUR

Betriebsergebnis in % der Betriebsleistung (ohne a.o. Aufwendungen und Erträge)
1: -2,0 %
2: 6,9 %
3: 10,4 %

Ordentlicher Cash-flow in % der Betriebsleistung:
1: 24,2 %
2: 30,9 %
3: 33,4 %

Eigenkapitalquote in % der Bilanzsumme:
1: 26 %
2: 33 %
3: 52 %

Bankverbindlichkeiten in % der Bilanzsumme:
1: 49 %
2: 48 %
3: 35 %

Insgesamt sehr solide Zahlen.
 
AKTUALISIERUNG, Quelle diesmal WKO, Wirtschaftsbericht der Seilbahnen Winter 2010/2011 (mit leicht abweichenden Vorjahreszahlen zu den von mir oben geposteten Zahlen der Statistik Austria):

Skifahrertage (unter Skifahrertage versteht man Gäste, die an einem Tag das 1. Mal eine Liftanlage benutzen, dh auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast nur ein Skifahrertag gezählt):
2005/06: 52,7 Mio
2006/07: 43,7 Mio
2007/08: 53,2 Mio
2008/09: 56,8 Mio
2009/10: 53,0 Mio
2010/11: 51,2 Mio

Gästebeförderungen:
2005/06: 613,3 Mio
2006/07: 494,3 Mio
2007/08: 611,5 Mio
2008/09: 625,7 Mio
2009/10: 602,1 Mio
2010/11: 588,1 Mio

Die Abweichungen gegenüber den Zahlen der Statistik Austria ergeben sich aus unterschiedlichen Berechnungsmethoden für die Betriebe die keinen detaillierten Daten liefern.
 
Gibt es schon einen Auswertung von 2011/2012 die Saision ist ja vorbei?
 
Fritz24 schrieb:
Gibt es schon einen Auswertung von 2011/2012 die Saision ist ja vorbei?

damit musst du wohl noch länger warten! Nicht mal die einzelnen Skigebiete haben die Saison schon ausgewertet. Bei denen wird dass wohl erst noch einige Monate dauern.
 
Nachdem es die Auswertung 2010/11 erst seit einigen Tagen gibt, wird die Auswertung 2011/12 wohl noch ein Weilchen dauern... :wink:
 
hanseat schrieb:
Christopher schrieb:
Ja 06/07 war sehr sehr Schneearm, da hats wirklich ganz schön rein gehaun, ich meine sogar da mussten eineige Gebiete mit dem zusperrn kämpfen!

Ja, gerade über Weihnachten war noch kaum Schnee gefallen und der Januar war damals auch extrem schneearm. Soweit ich mich erinnere hat es allerdings im März nochmal einiges an Schnee gegeben, sodass zumindest zum Saisonende nicht komplett zugesperrt werden musste.

Hier zwei Bilder vom 21.01.2007 - Talabfahrt vom Hochwurzen nach Schladming.



 
AKTUALISIERUNG:

Skifahrertage (unter Skifahrertage versteht man Gäste, die an einem Tag das 1. Mal eine Liftanlage benutzen, dh auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast nur ein Skifahrertag gezählt):
2005/06: 52,7 Mio
2006/07: 43,7 Mio
2007/08: 53,2 Mio
2008/09: 56,8 Mio
2009/10: 53,0 Mio
2010/11: 51,2 Mio
2011/12: 50,0 Mio

Gästebeförderungen:
2005/06: 613,3 Mio
2006/07: 494,3 Mio
2007/08: 611,5 Mio
2008/09: 626,4 Mio
2009/10: 602 Mio
2010/11: 588 Mio
2011/12: 554 Mio

Insgesamt ist in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen.

Quelle: Branchenmonitoring Statistik Austria
 
AKTUALISIERUNG 12/13:

Skifahrertage (unter Skifahrertage versteht man Gäste, die an einem Tag das 1. Mal eine Liftanlage benutzen, dh auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast nur ein Skifahrertag gezählt):
2005/06: 52,7 Mio
2006/07: 43,7 Mio
2007/08: 53,2 Mio
2008/09: 56,8 Mio
2009/10: 53,0 Mio
2010/11: 51,2 Mio
2011/12: 50,0 Mio
2012/13: 50,9 Mio

Gästebeförderungen:
2005/06: 613,3 Mio
2006/07: 494,3 Mio
2007/08: 611,5 Mio
2008/09: 626,4 Mio
2009/10: 602 Mio
2010/11: 588 Mio
2011/12: 554 Mio
2012/13: ???
 
lanschi schrieb:
Kernaussagen zu den großen Liftbetreibern:
- HiWu und Hochficht profitabel
- HiWu mit mehr Umsatz als die DAG (?!)
- DAG (Gosau, Krippenstein, Feuerkogel) tiefrot

Ist natürlich nicht ganz richtig (nicht von dir, sondern von den OÖN), denn wenn HiWu und der Ficht die Investitionen zur Gänze selber zahlen müssten, würde es hier auch ganz anders aussehen. Auch hat der Journalist nicht überrissen, dass DAG (Krippenstein und Teile von Dachstein West) nichts mit dem Feuerkogel (Traunsee Touristik) zu tun hat. Ein Blick aufs Organigramm der OÖ Landesholding würde ja genügen. Beide Gesellschaften sind lediglich in der OÖ Seilbahnholding, welche wiederum Teil der OÖ Landsholding ist, zusammengefasst, sind jedoch getrennt zu werden. Es müssten daher zwei verschiedene Bilanzen vorliegen. Auch wurde nicht geschrieben, auf welche Bilanz (welches Jahr) sich der Journalist bezieht. Denn der letzte Winter als auch der letzte Sommer waren wettermäßig nicht schlecht.

MFG Dachstein
 
Mir sind in den letzten Wochen einige Bilanzen von den Gletscherskigebieten aus dem Winter 2013/14 untergekommen.
Der schneearme Winter 13/14 hat sich bezüglich Skifahrertagen außerordentlich positiv für die Gletscherskigebiete ausgewirkt. Einige können da Bilanzen zum Einrahmen präsentieren.
Von den Nicht-Gletscherskigebieten gibts noch fast keine Bilanzen zum Winter 13/14. Man kann sich denken wieso. :wink:
 
AKTUALISIERUNG 13/14:

Skifahrertage (unter Skifahrertage versteht man Gäste, die an einem Tag das 1. Mal eine Liftanlage benutzen, dh auch bei mehrmaliger Beförderung wird pro Gast nur ein Skifahrertag gezählt):
2005/06: 52,7 Mio
2006/07: 43,7 Mio
2007/08: 53,2 Mio
2008/09: 56,8 Mio
2009/10: 53,0 Mio
2010/11: 51,2 Mio
2011/12: 50,0 Mio
2012/13: 50,9 Mio
2013/14: 50,8 Mio

Gästebeförderungen:
2005/06: 613,3 Mio
2006/07: 494,3 Mio
2007/08: 611,5 Mio
2008/09: 626,4 Mio
2009/10: 602 Mio
2010/11: 588 Mio
2011/12: 554 Mio
2012/13: ???
2013/14: 585 Mio
 
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