Anlässlich dieses Threads habe ich im Wintersportgeschäft meines Vertrauens mal nachgefragt, wie das mit dem Z-Wert funktioniert. Die Aussage von denen deckt sich mit dem
Wikipedia-Eintrag dass es da grundsätzlich zwei verschiedene Methoden gibt, die auf unterschiedlichen Parametern beruhen. Das hat mich auch überrascht, dass bei der Methode, die dort angewendet wird, das Gewicht überhaupt keine Rolle spielt! In die Berechnung gehen nur die Breite des Knies, Geschlecht, Alter, (subjektives) Fahrkönnen und (wichtig!) die Länge der Schuhsohle ein! Die Argumentation dazu ist, es geht ja darum, das Knie vor zu großer Krafteinwirkung zu schützen. Die Bindung soll auslösen, wenn die
tatsächlich einwirkende Kraft die
Belastbarkeit des Knies überschreitet. Diese Grenze hängt aber nur davon ab, wie das Knie selbst gebaut ist, aber nicht, wie viel Masse da noch oben drauf sitzt. Und die Kraft selbst wird ja auch durch die Bindung direkt "festgestellt", also 100 kg Druckkraft sind eben 100 kg, egal ob sie aufgrund des Körpergewichts oder der Fliehkraft entstehen.
Bei der anderen Methode wird dagegen als Parameter tatsächlich auch das Gewicht verwendet, aber nur sozusagen als Krücke, um daraus "statistisch" die Belastbarkeit des Knies zu ermitteln - also im Grunde wieder das gleiche, nur eben über einen Zwischenschritt mehr.
Was aber bei beiden Methoden ganz entscheidenden Einfluss auf das "Rechenergebnis" hat ist die Länge der Schuhsohle! Davon hängt nämlich in erheblichem Maß die Hebelwirkung beim Auslösen der Bindung ab. Deswegen kann man auch nicht so einfach sagen, dass zu einem bestimmten Gewicht (bzw. einer entsprechenden Kniestärke) dieser oder jener Z-Wert gehört, sondern bei ansonstem gleichen Körperbau muss die Bindung bei einem langen Schuh viel früher auslösen als bei einem kurzen, weil bei gleicher Kraft an der Bindung dann das Drehmoment im Knie entsprechend größer ist.
Wie gesagt, dies die Erklärung meines Fachhändlers, die für mich aber gut nachvollziehbar klingt. Ich hoffe ich habe das alles dann auch richtig wiedergegeben. Auf jeden Fall interessant, über das Thema mal etwas mehr nachzudenken.