Münchner wollte doch tatsächlich den Aufstieg zur LSAP-Bergstation der DSB „Neue Welt“ wagen – als wir bei unserem Schitag im November 2010 davon das erste Mal gesprochen hatten, konnte ich mir nicht vorstellen, dort einfach so mal hinaufzukraxeln. Aber leider stehen alte LSAP-POMA-Stationen ja leider nicht in großer Vielzahl auf bayrischen Bergen herum und NOCH kann die am Schneefernerkopf eben besichtigt werden. (Dass die noch kein Umweltaktivist gesprengt hat – aber wahrscheinlich nur deswegen, weil der Lärm des Dynamits sich schädlich auf das Paarungsverhalten seltener Frösche in Ehrwald auswirken würde

)
Mit weichen Knien schon beim Telefonat sagte ich dazu, diesen Wahnsinn mitzumachen. Wir haben ja beide keine besondere Klettererfahrung, wenn auch wir eine gewisse Trittfestigkeit nach etlichen Jahren zahlreicher LSAP-Erkundungen entwickelt haben.
Als ich mir am Abend noch Bilder im Netz (also vom Schneefernerkopf – nicht die, welche sich vermutlich zahlreiche Geschlechtsgenossen anglotzten) ansah, war ich mehr als skeptisch, ob das wirklich eine gute Idee war. (Aber Münchner brannte darauf, dort heraufzuklettern. Ob das was mit der Pfändung seines Fuhrparks und des schmucken Anwesens am Seeufer in Starnberg zu tun hatte, vermag ich nicht zu beurteilen.)
Am Parkplatz – mit dem letzten Tropfen Sprit übrigens – angekommen. (Vor lauter Ratschen hatte ich das Tanken vergessen. Aber wenigstens diesmal nicht die Autobahnausfahrt...)
Nun sollte der Wahnsinn also tatsächlich beginnen – irgendwie hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Ich knipste zur Zerstreuung vor dem waghalsigen Aufstieg noch ein paar schöne Motive ab...
Ich dachte noch kurz an Flucht – doch Münchner hatte mich fest im Griff und zerrte mich zur Talstation
Die Bremse der alten Zugspitzbahn soll das sein...
Wir bewegten uns auf „internationalem“ Parkett. Aber zu der frühen Morgenstunde war noch nichts los und wir konnten in aller Ruhe die enorm billigen Karten – NUR 48 EUR pro Person !!! - kaufen.
Hier standen wir bei unserem Schitag im November ordentlich an – Erinnerungen an das total bescheuerte Kind wurden wach, das damals auf mich und Münchner einboxte, weil wir in der Schlange vor ihm standen und es UNBEDINGT ganz nach vorne wollte. Als sich die Tür für die nächste Bergfahrt öffnete, drehte der Schratz dann völlig durch – ich glaube, so was hatte ich bis dato noch nie erlebt. (Bei der Talfahrt mit der Gletscherbahn aufs Platt runter kamen dann wieder Hiebe von unten, weil wir halt am Fenster standen und besagter Rotzlöffel es wieder mit Gewalt versuchte. Dem hätte man eigentlich eine watschen sollen...)
Doch an jenem Sommertag ging es ruhig und gemütlich zu.
Würde ich da lebend wieder runterkommen oder dem LSAP-Wahn zum Opfer fallen?
Die Bahn ist eine wahre Pracht! Die muss man einfach gefahren sein...
Nun gab es kein Zurück mehr...
Wie auch immer unser Trip ausgehen sollte – zuvor gab es wenigstens noch ein paar überaus schöne Ausblicke...
Angekommen – ich wollte mich schon wieder bei der Talabfahrt anstellen, doch Münchner ließ sich nicht erweichen und zog mich zur anderen Seilbahn, mit der wir aufs Platt hinunterfuhren.
Da sollte ich da rechts oben wirklich hinaufklettern? Aber Münchner ließ sich nicht von seinem Plan abbringen. Gierigen Blickes fokussierte er bereits die Bergstation der abgebauten Doppelsesselbahn.
Ich hoffte, diese Fotos irgendwann mal noch zu Gesicht zu bekommen...
Die hatten noch nicht viel zu tun – bald aber würde es hier von Touristen wimmeln...
Münchner hatte in letzter Zeit arg zugelegt...
Für Sommerschi leider zu wenig. Außerdem lagen dort überall Steine im Schnee rum.
Nun ging es unaufhaltsam auf den Klettersteig am Schneefernerkopf zu...
Münchner ging voraus – zum ersten Mal seit April kam ich wieder mit Schnee in Berührung und hätte am liebsten eine Abfahrt unternommen, anstatt meinen Hals zu riskieren.
Blick zurück.
Das Ziel unserer selbstmörderischen Träume. Wir sollten es leider nicht erreichen. Aber ich bin trotzdem froh, vernünftig geblieben zu sein. Es passiert genug in den Bergen und schließlich gibt es noch sooo viele LSAP-/ Wander-/ und Schiziele „abzuarbeiten“...
Hier sind wir noch im November Schi gefahren – damals herrschte trübes, kaltes Herbstwetter...
Fundament des leider nie erlebten Doppelsessellifts „Neue Welt“.
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Von hier oben hatte man einen noch viel besseren Blick aufs Schigebiet.
Auf dem Geröll kämpften wir uns zum Klettersteig empor.
Schaufelten wir uns gerade das eigene Grab?
Doch selbst in dieser Region verloren wir nicht das Auge für Motive.
Auf die andere Seite des Gebirgskamms kletterten wir am Samstag nicht
Höher ging ich nicht – hier kam die Entscheidung, umzudrehen. (Münchner bekam von seinem Anwalt den Anruf, dass Ferrari und Villa doch nicht gepfändet würden

)
Zwar sah hier der Aufstieg lange nicht mehr so steil aus wie von der Zugspitze aus – aber trotzdem verließen wir uns lieber auf unser Bauchgefühl. Außerdem wussten wir nicht sicher, ob die Stufen auch wirklich bis ganz nach oben führen und das Seil zum Festhalten konnten wir nicht auf seiner gesamten Wegstrecke zum Gipfel erkennen. Aber nachher ist hier – wie schon von Münchner erwähnt – ein älterer Engländer wie ein Wiesel raufgehuscht. (Vielleicht hat kommt daher die Bezeichnung „Inselaffe“...)
Na ja, vielleicht mal mit Helm und einer Klettersteigausrüstung – aber am Samstag war es auf jeden Fall richtig, die Tour abzubrechen.
Man sieht übrigens auch noch Fundamente der DSB Neue Welt.
Das Windloch. Also wenn einer im Forum Millionenschulden hat und was zum Springen sucht....
Ach – hier sieht man übrigens die Trasse der Gamskarlifts (oder so) – ein alter Steuer-Kurvenschlepper im Schigebiet Wetterstein. Den bin ich im
Januar gefahren – wirklich ein netter Schlepper.
Münchner stand missmutig noch vor dem Aufstiegsweg – wir waren dann beide kurze Zeit etwas enttäuscht.
Aber so genossen wir einfach das schöne Ambiente des Gletschergebiets hier oben – schließlich kommt man hier ja in Anbetracht der Fahrpreise auch nicht gerade fünf Mal im Jahr herauf. Und im Sommer ist es auch ohne den Schneefernerkopf und seiner LSAP-Bergstation eine Reise wert, hier herumzustiefeln.
Das Brunnthal hat noch nicht offen.
Passend zur Stimmung war die Sonne hinter einem Wolkenfeld verschwunden.
Schade – ein bisserl mehr Schnee und man könnte hier...
Einige Kinder freuten sich übers Sommerrodeln.
So fuhren wir wieder zurück. In jenem Moment dachte ich wieder an den Engländer, der in 20 min die Aufstieg zur Bergstation schaffte. Was dem wohl durch den Kopf ging, als wir ihm beim Gespräch über was von „to dangerous“ erzählten?
Wir nahmen dann noch auf der Aussichtsplattform ein Bad in der Menge
Hier wohnt jetzt Jörg K. …
Kurzer Auslandstrip.
Also von hier sieht es echt steiler aus, als wenn man direkt unterhalb des Hangs steht. Wenn unsere Ehefrauen erfahren hätten, dass wir da raufklettern wollten – der Absturz nach Ehrwald wäre weniger schmerzlich gewesen...
LSAP-Kiosk?
Vor der Fahrt ins Tal...
Auf der Talfahrt prügelten wir uns zu den Fensterplätzen durch – die Methode des Kindes, das wir hier im November kennenlernen durften, ist echt genial.
Diese Trasse...einfach nur genial!
Zurück im Sommer.
Hier ging mal der obere der beiden Schlepper am Eibsee hoch – warum hat man den denn abgerissen?
Zoom
Der untere, flache Lift, steht nocht. Na ja – Tallifte habens in Garmisch nicht leicht. Am Hausberg sollen früher ja einige gestanden haben und nur noch ein letzter ist dort „am Leben“...
Nun was sollten wir mit dem angebrochenen Nachmittag anfangen?
Wir entschieden uns, noch in Lermoos den LSAP-ESL am Grubigstein zu besichtigen, anstatt mit der Eckbauerbahn und er Laberbahn zu fahren.
Zwar unterhielten wir uns noch lange über unsere Umkehr. Aber spätestens am Abend war ich mir sicher, das Richtige getan zu haben.