Bjoerndetmold
Wurmberg (971m)
Es gibt verschiedene Skigebiete, die sich über Ländergrenzen erstrecken. Es gibt aber, wenn ich das richtig sehe, nur drei Zweiländer-Skigebiete, bei denen die beteiligten Länder unterschiedliche Währungen haben.
Das sind
A) Silvretta Arena
B) Matterhorn Paradise (Zermatt, Cervinia, Breuil, Valtournenche),
C) Portes Du Soleil (Champery, Morgens, Morzine, Avoriaz, Châtel u.a.)
Bei diesen Zusammenschlüssen, die auf der einen Seite immer die Schweiz und den Franken, auf der anderen Seite einmal Österreich, einmal Italien und einmal Frankreich, jeweils mit dem Euro, verbinden, ist die Frage der Preisgestaltung besonders sensibel und manchmal vielleicht auch intransparent. Denn in Gebieten mit nur einer Währung wären Preisunterschiede nur schwer vermittelbar:
Dementsprechend zahlt man in Oberstdorf/Kleinwalsertal oder Winklmoosalm/Steinplatte den gleichen Preis, egal wo man den Pass kauft. Ein bisschen komplizierter ist es in der Via Lattea. Montgenèvre, der kleinere französische Part, offeriert ausschließlich den eigenen Pass bzw. einen um wenige italienische Lifte erweiterten Pass, wobei dann der Sechstagepass zwei Tage in der italienischen Via Lattea inkludiert. Das Angebot ist daher nicht wirklich mit dem Via Lattea International-Tarif der italienischen Seite des Verbunds vergleichbar.
Wie gehen nun die drei Zwei-Währungs-Gebiete mit den Herausforderungen um:
A) Silvretta Arena
Die Silvretta Arena müsste eigentlich Samnaun Arena heißen. Mit Ausnahme der Pisten ab der Mittelstation zur Silvretta-Bahn und der ersten Sektion derselben liegen nämlich alle Pisten und Anlagen der Arena in der Samnaun-Gruppe (oder auf dem Grund des Fimbatals, der Grenze zur Silvretta-Gruppe). Na gut, Ischgl war zuerst am Start, hat die Bergbahnen Samnaun mit gegründet und Samnaun Arena wäre vielleicht ein bisschen viel verlangt von den Österreichern...
Früher (noch 2022/23) gab es in der Silvretta Arena nur einen einheitlichen fixen Europreis: wer in Samnaun in Franken den Liftpass gezahlt hat, tat dies zum Wechselkurs. https://www.samnaun.ch/sites/samnaun/files/2021-05/tarife_winter_2021i22.pdf
In dieser Saison sind auf beiden Seiten die Preise gleich, nur die Währung nicht. Ein VIP Gäste-Pass 6 Tage kostet in Samnaun 359 CHF, in Ischgl 359 Euro. Der Schweizer Skipass ist daher je nach Wechselkurs zwischen 8 und 10 Prozent teurer. Wer als nicht-Schweizer seinen Skipass online kauft oder an der Kassa mit Kreditkarte bezahlt, der zahlt zusätzlich zum Kurs noch den Wechselkursaufschlag der Kreditkarte und an der Kassa, wenn er am POS-Terminal "in Euro zahlen" wählt, auch noch einen happigen DCC(Direct Currency Conversion)- Aufschlag.
Es ist aber möglich, den Ischgler Skipass auf der Ischgler Webseite in Euro zu kaufen und trotzdem in Samnaun den Ersteintritt zu machen. Nach Auskunft der Kassa sollte es sogar funktionieren, den Ischgler Pass in Samnaun am Automaten abzuholen. Nur wenn es damit Probleme geben, müsse man sich an die (knapp 2 Autostunden entfernte) Kasse in Ischgl wenden... Risiko...
In den Genuss des "VIP" Gästerabatts kommt man so leider auch nicht, denn die Webshops der beiden Bergbahnen akzeptieren nur die eigenen Gästekarten (und in Samnaun auch die aus dem österreichischen Nachbarweiler Spiss).
Es gibt aber einen kaum kommunizierten Ausweg. Im Skigebiet auf den Hütten kann man fast überall statt in Franken 1:1 in Euro bar zahlen. Und das geht in dieser Saison auch noch an der Liftkasse. Ob das nächste Saison auch noch so ist, ist fraglich. Man kann also gut 10% sparen, wenn man viel, viel Euro-Bargeld mit in die Schweiz nimmt. Auch die Einheimischen tauschen ihre Fränkli übrigens gerne in Euro um und zahlen dann ihren Liftpass bar in Fremdwährung.
Off topic: Was Unterkünfte angeht, sind Ferienwohnungen in Samnaun nach meinem Eindruck günstiger als in Ischgl. Dafür ist der Renovierungsstand meistens schlechter.
B) Matterhorn Paradise (Zermatt, Cervinia, Breuil, Valtournenche)
Hier sollte man ja ebenfalls denken, dass der Schweizer Skipass teurer ist, zumal angesichts der Entfernungen ein Tagesgast kaum die Wahl hat, wo er in das Gebiet eintritt. Der Skipass in Zermatt ist aber nicht teurer, jedenfalls nicht zwingend: Wer heute einen internationalen Sechstagepass ab dem 20.4. kauft, zahlt online in Zermatt 415 CHF, in Cervinia aber 459,50 Euro. Da ist der schweizer Pass beim aktuellen Kurs von 1,09 Euro sogar 13 Euro günstiger. Beide Gesellschaften verwenden aber dynamic pricing, das könnte also auch mal anders aussehen.
C) Portes Du Soleil (Champery, Morzine, Avoriaz, Châtel u.a.)
Ein Sechstagepass ab dem 6.4. in Champery kostet 320 CHF. In Châtel kostet der gleiche Pass 293 Euro. Also 55 Euro teurer ist hier der Schweizer Pass. 15 Prozent Aufschlag.
In den PdS gibt es übrigens immer vergleichsweise (im Vergleich zur deutschsprachigen Schweiz, aber auch zu Österreich) günstige Ferienwohnungen, wie auch ansonsten in der französischsprachigen Schweiz, weil der Trend schon früh zu großen Komplexen mit Eigentumswohnungen (die aber oft "kompakt" geplant sind) ging.
Fazit:
Der Umgang mit dem "Problem" ist nicht einheitlich. In Zermatt zahlt man weniger, in Champery mehr und in Samnaun, wenn man es richtig anstellt, das gleiche, wie im Euroland.
Erstaunlich finde ich, dass die ehrlichste und fairste Variante (die früher in der Silvretta Arena praktiziert wurde), gleicher Preis überall im Gebiet und ggf. Umrechnung zu einem aktuellen oder ggf. fixierten Kurs in die andere Währung, nirgendwo mehr angewendet wird.
Das sind
A) Silvretta Arena
B) Matterhorn Paradise (Zermatt, Cervinia, Breuil, Valtournenche),
C) Portes Du Soleil (Champery, Morgens, Morzine, Avoriaz, Châtel u.a.)
Bei diesen Zusammenschlüssen, die auf der einen Seite immer die Schweiz und den Franken, auf der anderen Seite einmal Österreich, einmal Italien und einmal Frankreich, jeweils mit dem Euro, verbinden, ist die Frage der Preisgestaltung besonders sensibel und manchmal vielleicht auch intransparent. Denn in Gebieten mit nur einer Währung wären Preisunterschiede nur schwer vermittelbar:
Dementsprechend zahlt man in Oberstdorf/Kleinwalsertal oder Winklmoosalm/Steinplatte den gleichen Preis, egal wo man den Pass kauft. Ein bisschen komplizierter ist es in der Via Lattea. Montgenèvre, der kleinere französische Part, offeriert ausschließlich den eigenen Pass bzw. einen um wenige italienische Lifte erweiterten Pass, wobei dann der Sechstagepass zwei Tage in der italienischen Via Lattea inkludiert. Das Angebot ist daher nicht wirklich mit dem Via Lattea International-Tarif der italienischen Seite des Verbunds vergleichbar.
Wie gehen nun die drei Zwei-Währungs-Gebiete mit den Herausforderungen um:
A) Silvretta Arena
Die Silvretta Arena müsste eigentlich Samnaun Arena heißen. Mit Ausnahme der Pisten ab der Mittelstation zur Silvretta-Bahn und der ersten Sektion derselben liegen nämlich alle Pisten und Anlagen der Arena in der Samnaun-Gruppe (oder auf dem Grund des Fimbatals, der Grenze zur Silvretta-Gruppe). Na gut, Ischgl war zuerst am Start, hat die Bergbahnen Samnaun mit gegründet und Samnaun Arena wäre vielleicht ein bisschen viel verlangt von den Österreichern...
Früher (noch 2022/23) gab es in der Silvretta Arena nur einen einheitlichen fixen Europreis: wer in Samnaun in Franken den Liftpass gezahlt hat, tat dies zum Wechselkurs. https://www.samnaun.ch/sites/samnaun/files/2021-05/tarife_winter_2021i22.pdf
In dieser Saison sind auf beiden Seiten die Preise gleich, nur die Währung nicht. Ein VIP Gäste-Pass 6 Tage kostet in Samnaun 359 CHF, in Ischgl 359 Euro. Der Schweizer Skipass ist daher je nach Wechselkurs zwischen 8 und 10 Prozent teurer. Wer als nicht-Schweizer seinen Skipass online kauft oder an der Kassa mit Kreditkarte bezahlt, der zahlt zusätzlich zum Kurs noch den Wechselkursaufschlag der Kreditkarte und an der Kassa, wenn er am POS-Terminal "in Euro zahlen" wählt, auch noch einen happigen DCC(Direct Currency Conversion)- Aufschlag.
Es ist aber möglich, den Ischgler Skipass auf der Ischgler Webseite in Euro zu kaufen und trotzdem in Samnaun den Ersteintritt zu machen. Nach Auskunft der Kassa sollte es sogar funktionieren, den Ischgler Pass in Samnaun am Automaten abzuholen. Nur wenn es damit Probleme geben, müsse man sich an die (knapp 2 Autostunden entfernte) Kasse in Ischgl wenden... Risiko...
In den Genuss des "VIP" Gästerabatts kommt man so leider auch nicht, denn die Webshops der beiden Bergbahnen akzeptieren nur die eigenen Gästekarten (und in Samnaun auch die aus dem österreichischen Nachbarweiler Spiss).
Es gibt aber einen kaum kommunizierten Ausweg. Im Skigebiet auf den Hütten kann man fast überall statt in Franken 1:1 in Euro bar zahlen. Und das geht in dieser Saison auch noch an der Liftkasse. Ob das nächste Saison auch noch so ist, ist fraglich. Man kann also gut 10% sparen, wenn man viel, viel Euro-Bargeld mit in die Schweiz nimmt. Auch die Einheimischen tauschen ihre Fränkli übrigens gerne in Euro um und zahlen dann ihren Liftpass bar in Fremdwährung.
Off topic: Was Unterkünfte angeht, sind Ferienwohnungen in Samnaun nach meinem Eindruck günstiger als in Ischgl. Dafür ist der Renovierungsstand meistens schlechter.
B) Matterhorn Paradise (Zermatt, Cervinia, Breuil, Valtournenche)
Hier sollte man ja ebenfalls denken, dass der Schweizer Skipass teurer ist, zumal angesichts der Entfernungen ein Tagesgast kaum die Wahl hat, wo er in das Gebiet eintritt. Der Skipass in Zermatt ist aber nicht teurer, jedenfalls nicht zwingend: Wer heute einen internationalen Sechstagepass ab dem 20.4. kauft, zahlt online in Zermatt 415 CHF, in Cervinia aber 459,50 Euro. Da ist der schweizer Pass beim aktuellen Kurs von 1,09 Euro sogar 13 Euro günstiger. Beide Gesellschaften verwenden aber dynamic pricing, das könnte also auch mal anders aussehen.
C) Portes Du Soleil (Champery, Morzine, Avoriaz, Châtel u.a.)
Ein Sechstagepass ab dem 6.4. in Champery kostet 320 CHF. In Châtel kostet der gleiche Pass 293 Euro. Also 55 Euro teurer ist hier der Schweizer Pass. 15 Prozent Aufschlag.
In den PdS gibt es übrigens immer vergleichsweise (im Vergleich zur deutschsprachigen Schweiz, aber auch zu Österreich) günstige Ferienwohnungen, wie auch ansonsten in der französischsprachigen Schweiz, weil der Trend schon früh zu großen Komplexen mit Eigentumswohnungen (die aber oft "kompakt" geplant sind) ging.
Fazit:
Der Umgang mit dem "Problem" ist nicht einheitlich. In Zermatt zahlt man weniger, in Champery mehr und in Samnaun, wenn man es richtig anstellt, das gleiche, wie im Euroland.
Erstaunlich finde ich, dass die ehrlichste und fairste Variante (die früher in der Silvretta Arena praktiziert wurde), gleicher Preis überall im Gebiet und ggf. Umrechnung zu einem aktuellen oder ggf. fixierten Kurs in die andere Währung, nirgendwo mehr angewendet wird.