• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Zweisimmen | März 2014 | Happy Friday

Zweisimmen | März 2014 | Happy Friday

Mittlerweile war ich schon in fast allen grösseren Skigebieten am Alpennordhang der Schweiz. Da die Lust da war, etwas neueres, grösseres kennenzulernen, fiel die Wahl fast zwangsweise auf das Skigebiet rund um Zweisimmen, St. Stephan, Saanenmöser und Schönried. Vor einigen Jahren war ich bei meinem bislang einzigen Besuch in der Region Gstaad noch an diesem Hauptgebiet vorbeigefahren. Die vielen blauen Pisten lassen ein bewaldetes Anfängergebiet à la Sörenberg vermuten, so einseitig ist es allerdings nicht. Also los auf eine Reise durch das weitläufige Skigebiet mit immerhin 9 Kilometern Ausdehnung. Ausser der Talabfahrt nach St. Stephan war alles offen.

Pistenplan: http://www.gstaad.ch/interaktivekarte/index.php?lang=de

Um 9 Uhr war ich am Bahnhof Zweisimmen, danach beeilte ich mich, um möglichst rasch in die lange Gondelbahn hinauf zum Rinderberg zu kommen. Hier wurden Stützen der Vorgängerbahn übernommen, weshalb nicht besonders viel Gewicht getragen kann und die Gondelbahn bloss eine bescheiden Kapazität von 900 p/h hat. Darum meine Eile, die sich auszahlte, denn wenig später sollte sich die übliche Warteschlange bilden. Nach einer Abfahrt am Rinderberg musste ich an der Mittelstation Eggweid bereits ein wenig anstehen, da alle Gondeln gefüllt waren. Deshalb gings anschliessend per Verbindungspiste (schlechter Zustand!) hinüber zum Skigebietsteil von St. Stephan, respektive zur Sesselbahn Lengebrand-Parwengesattel.

14zwe01.jpg

Start der 5km langen Gondelbahn im Grünen

14zwe02.jpg

Startstück der Rinderberg-Pisten

14zwe03.jpg

Blick nach Süden zur Sesselbahn Lengebrand

14zwe04.jpg

auf der 4KSB Lengebrand-Parwengesattel

Die lange Sesselbahn wurde 2005 gemeinsam mit der 4KSB Les Gouilles an der Videmanette gebaut, gefiel mir aber besser als jene Schwesterbahn. Drei, vier Pistenvarianten mit 600 Höhenmetern gibts am Parwengesattel. Oben schöne Hänge, nach unten hin halt eher Ziehweg. Hier dann auch die ersten richtigen Wartezeiten, wie später an fast allen anderen Liften auch. Es waren viel mehr Leute unterwegs, als ich das erwartet hatte, auch wegen dem traumhaften Wetter.

14zwe05.jpg

gebaut 2005 als Ersatz für zwei Skilifte

14zwe06.jpg

Uni-G-Stationen auf dem Parwengesattel

14zwe07.jpg

dank 600 Höhenmetern längere Abfahrten am Parwengesattel, hoch über dem Simmental

Eine tolle Abwechslung zur Lengebrand-Bahn sind die beiden Sesselbahnen im Chaltebrunne-Chessel, die sich an erstgenannte anschliessen und dabei eine Schneeschüssel an der Baumgrenze erschliessen. Vor allem die Abfahrt vom Parwengesattel hinunter gefiel mir mit ihren vielen Übergängen. Etwas voll wars auf der einzigen Piste, da könnte man auch eine zweite anlegen. Aber alles zusammen eine schöne Skischaukel. So blieb ich während längerer Zeit an diesen 3 Liften.

14zwe08.jpg

die beiden Zwillingsbahnen im Chaltebrunne-Kessel

14zwe09.jpg

schön coupierte Piste

14zwe10.jpg

leere Piste nach Lengebrand

14zwe11.jpg

wieder auf der 4KSB Chaltebrunne-Parwengesattel

14zwe12.jpg

die Zwillingsbahnen ersetzten 2008 eine Berg-Tal-Berg-Bahn

Danach gings weiter am Saanerslochgrat. Von Saanenmöser aus wird dieser Berg ebenso wie der Rinderberg mit einer Gondelbahn in zwei Sektionen erschlossen. Oben gibts noch einen kurzen Skilift, der aber akut gefährdewt ist: In der ganzen Region Gstaad besteht das Problem, dass von vielen Orten aus lange Zubringerbahnen ins Gebiet führen, was teuer im Betrieb ist. Aus Spargründen wurden während den vergangenen Jahren bei mehrerer Skiliften der Betrieb eingestellt. Mit dem Resultat, dass es bald nur noch Verbindungs- und Zubringerbahnen gibt.

14zwe13.jpg

Kurzskilift am Saanerslochgrat, steht auf der Speisekarte der nächsten Henkersmahlzeit

14zwe14.jpg

Blick zurück zum Saanerslochgrat

14zwe15.jpg

gegenüber die Hornflue, dazwischen die verschiedenen Lifte am Hornberg

14zwe16.jpg

charakteristisch für diesen Teil des Gebiets: die Back2Back-Gondelbahn, hier kurz vor der Mittelstation

14zwe17.jpg

auch fast 3 Kilometer lang ist dieses Schlachtross von Poma

14zwe18.jpg

nette Waldpisten am Saanersloch

Die Rücken-Rücken-Gondeln, die es so auch in Crans-Montana gibt, prägen diesen Teil des Skigebiets. An der Mittelstation Saanenwald ist jedoch die Durchlaufzeit relativ kurz, was beim Ein- und Aussteigen ein ziemliches Chaos verursacht. Nebenan an der 3KSB Hornberg gabs mit 15 Minuten die längsten Wartezeiten des Tages. Eine flache und in die Jahre gekommene Bahn, die ich nur 2 mal benützte. Ihre Bergstation liegt ziemlich suboptimal, man kommt nirgendwo richtig hin, weder zum Restaurant noch zu den Pisten. Dasselbe gilt für die 3 kurzen Skilifte, die hier (noch) stehen. So muss man alle drei benützen, um die Hintenrum-Piste Seyberg einmal zu fahren. Sowieso war jene nicht besonders spannend, hätte ich mir auch ersparen können.

14zwe19.jpg

auf der flachen 3KSB Hornberg

14zwe20.jpg

gut besuchter Skilift Hornfluh, allerdings sehr kurz

14zwe21.jpg

weiter weg dann die Restaurants und der Skilift Hühnerspiel

14zwe22.jpg

Hintenrum-Piste Seyberg

14zwe23.jpg

gegenüber die Sesselbahn Wasserngrat

Nächstes Ziel war die rote 36, welche am Hornberg startet und dann rund um die Hornfluh nach Schönried hin trassiert ist. Zunächst eine Panorama-Piste, auf der man schön die verschiedenen Skiberge von Gstaad erkennt: Wasserngrat, Wispile, Glacier 3000 und Eggli. Anschliessend aber grösstenteils ein sehr mühsamer, seitlich abfallender Ziehweg. Nerv. Immerhin, danach ist man mitten auf den Horneggli-Pisten. Dies ist der eine Skiberg von Schönried, gegenüber das Rellerli, wo mittlerweile auch 2 von 3 Skiliften gestrichen wurden und bereits Saisonschluss war. Am Horneggli gibts 5, 6 nette, mittelsteile Pisten. Seit geraumer Zeit konnte ich hier wieder richtig fahren. Schwachpunkt ist die Anlage: eine unbequeme und in die Jahre gekommene 3KSB.

14zwe24.jpg

weiter weg das kastrierte Skigebiet Eggli-Videmanette

14zwe25.jpg

Skiberg Wispile, im Hintergrund Diablerets

14zwe26.jpg

flache Pisten am Horneggli, hinten am Gegenhang das bereits geschlossene Skigebiet Rellerli

14zwe27.jpg

kurz vor Schönried

14zwe28.jpg

wieder eine enge und alte 3KSB, immerhin 500 Höhenmeter macht diese Anlage

14zwe29.jpg

eine versteckte und darum leere Pistenvariante

Nach 5 Fahrten am Horneggli gings wieder zurück zum Hornberg, und anschliessend via Saanerslochgrat weiter nach Oeschseite. Von hier aus hat man in den 90er Jahren je eine 2KSB in die Skigebietsteile von Zweisimmen und Saanenmöser gebaut. Keine anspruchsvollen Pisten, aber gemütliches Fahren im sulzigen Frühlingsschnee. Vor allem die 2KSB Oeschseite-Büelti wird nachmittags rege benutzt, da alle Leute, die im Tagesverlauf die Rinderberg-Ronda fahren (also einmal im Gegenuhrzeigersinn durchs Gebiet), sie benützen müssen, um zurück zum Rinderberg zu kommen.

14zwe30.jpg

zurück am Hornberg, Blick zurück auf der flacheren Piste

14zwe31.jpg

Frühlingsschnee auf der Piste Chübeli-Oeschseite

14zwe32.jpg

2SKB Oeschseite-Büelti

14zwe33.jpg

auch hier richtiger Sulzschnee

14zwe34.jpg

auf der anderen 2KSB. 1997 wurden mit diesen Zwillingsbahnen Zweisimmen und Saanenmöser miteinander verbunden.

Mir verblieb noch ein wenig Zeit, um den Tag am Rinderberg ausklingen zu lassen. Hier gibts mit die steilsten Pisten im Gebiet, gerade die schwarze 11a machte nochmals richtig Spass. Leute waren nun kaum mehr unterwegs, und um halb 5 erreichte ich gerade noch eine der letzten Gondeln. Zum Schluss dann die ewig lange Talabfahrt vom Rinderberg runter nach Zweisimmen. Unten an der ersten Sektion natürlich schon flach, aber relativ abwechslungsreich. Knappe und nasse Schneeverhältnisse, gegenüber saftig grüne Wiesen - so muss Frühlingsfahren sein.

14zwe35.jpg

rassige rote Piste am Rinderberg

14zwe36.jpg

Panorama zur Plaine Morte

14zwe37.jpg

am späten Nachmittag: letzte Abfahrt am Rinderberg von zuoberst bis ganz nach unten

14zwe38.jpg

weiter unten an der ersten Sektion

14zwe39.jpg

diverse Strassenkreuzungen gilt es zu bewältigen

14zwe40.jpg

richtiges Frühlingsskifahren, bis hinunter auf 940 m.ü.M.

Vermutlich würde es sich hier lohnen, den Tagesverlauf antizyklisch zu gestalten, um den grossen Massen besser auszuweichen. Trotzdem konnte ich das ganze Gebiet und fast alle Pisten abfahren, und feststellen, dass das besuchte Skigebiet (was ist eigentlich genau sein Name?) dieselben strukturellen Probleme hat wie das Gebiet Eggli-Videmanette, welches ich schon kannte. Insgesamt aber doch weniger Ziehwege und einige schöne Bereiche. Gefallen haben mir Rinderberg und Parwengesattel, auch das Horneggli war ok. Bei einem zweiten Besuch würde ich hingegen den Hornberg komplett auslassen.
 
Bis dato noch keine Rückmeldung zu diesem schönen Bericht??? Was für eine Schande!

Insofern Merci für die vielen Eindrücke und schönen Fotos, insbesondere Zweisimmen mit den prachtvollen Bäumen und dem Rinderberg bereiten Freude. Das Gebiet als Ganzes hat neben einigen Trümpfen halt auch sehr viele Schwachpunkte, wie aus Deinem Bericht gut hervorgeht.
 
Mir hat der Bericht sehr gut gefallen und viele interessante Eindrücke aus dem Zweisimmer Skigebiet geliefert. Habe es auch auf die Liste der Skigebiete gesetzt, die ich in der kommenden Saison oder in der darauffolgenden Saison auf jeden Fall noch mal ansteuern werde.

Vielen Dank dafür.
 
Zurück
Oben