@christoph84: Wg meiner Anmerkung, dass die effektivste Energieeinsparung das Ableben wäre: schade, dass die Ironie nicht ganz rüber gekommen ist.
Das gesamte Leben in unserer modernen Zivilisation ist pure Energieverschwendung, oder wie Miki das so schön dargestellt hat (früher hat man es bei 17°C in der Wohnung auch ausgehalten). Das Problem ist tatsächlich, von diesem Anspruchsniveau wieder herunter zu kommen.
Der Idealismus, den einige User hier an den Tag legen, in allen Ehren, aber, Leute, ein bisschen mehr Realismus sollte auch mit von der Partie seien. Von schönen Reden ist noch kein Problem gelöst worden (z.B. jeder sollte einen Beitrag leisten etc. => stimmt zwar, aber ständiges Wiederholen hilft auch nicht immer, vgl. Politiker die in jeder Sonntagsrede Rassimus etc. kritisieren, was die wirklich relevante Zielgruppe aber leider auch nicht erreicht...), auch Bahn-Idealismus macht die DB nicht wettbewerbsfähiger. Warum verliert denn der Güterzugverkehr seit Jahrzehnten an Marktanteilen? Das liegt doch nicht daran, dass alle Entscheidungsträger möglichst der Umwelt schaden wollen! Schon mal etwas von Nutzenmaximierung gehört? Das macht jeder von uns, der eine wohnt in der Stadt braucht kein Auto, der andere auf dem Land und braucht es. Wenn es umgekehrt wäre, wäre es doch total widersinnig!
Das zu Recht angesprochene Problem der externen Effekte (z.B. Umweltbelastung beim Wirtschaftsprozess) ist IMHO nur schwer lösbar. Wie soll denn das bewerkstelligt werden? Alles pauschal um 100% verteuern durch eine "Externe Effekte-Steuer"? Und was soll mit diesem Geld angestellt werden? Und wie misst man z.B. wissenschaftlich exakt wie viel Umweltbelastung bei welchen Aktivitäten/Tätigkeiten entsteht? Eine qualitative Analyse, im Stile von "Industrieproduktion schadet der Umwelt" bringt uns da nicht weiter. Und Quantifizierung ist wie immer auch sehr kritisch. Wenn man soweit gehen würde zu sagen, eine Tonne CO2-Ausstoß kostet so und so viel, dann müsste man als nächstes eine Rangfolge erstellen und festlegen welche Tätigkeit etwas kosten und welche nicht (außer ihr wollt das Atmen besteuern, was Elmar Brandt ja in seinem Steuer-Song so unnachahmlich vorgeschlagen hat).
Thema "Bedauern des Gletscherschwunds": bitte lassen wir doch jedem seine privaten Vorlieben, okay? Ich fahre Ski und Auto und bedauere den Gletscherschwund, und andere bedauern den Gletscherschwund nicht und fahren kaum Auto und halten Predigten mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger. Jeder soll nach seiner Facon selig werden! Und deshalb halte ich es für legitim, auch wenn es nicht der Realität entspricht, zu bedauern, dass wg dem Gletscherschwund vielleicht die skifahrerischen Möglichkeiten eingeschränkt werden. Die bergsteigerischen und ästethischen Möglichkeiten leiden ja auch. Das zu bedauern ist hoffentlich aber "erlaubt"?!
Thema Wirtschaftsprozess: natürlich gibt es große Fehlallokationen, aber ich warte nach wie vor auf eine wirtschaftliche Organisationsform in der es "besser" läuft, als in der unseren! Will heißen: Wohlstand für die meisten, soziale Sicherheit für die meisten, relativ intakte Umwelt. Das haben wir doch momentan in der westlichen Welt mehr oder weniger realisiert. Natürlich wären Verbesserungen wünschenswert, sie sollten sich aber im realisierbaren Rahmen bewegen und nicht in reine Phrasendrescherei ausarten.