Vereistes Tragseil bei PB?

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lanschi
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Vereistes Tragseil bei PB?

Beitrag von lanschi »

Gestern sind wir in der Feuerkogel-Seilbahn bei der ersten Fahrt stehengeblieben. Begründung laut Gondelführer: "Die Seilbahn hat wegen vereistem Tragseil automatisch abgeschaltet".

Danach sind wir gleich wieder weitergefahren.

Kann mir jemand erklären, wie dieses System funktioniert? Gibt´s das bei jeder PB oder nur am Feuerkogel?

sänger
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Beitrag von sänger »

@lanschi: Ich kenne die Feuerkogel-PB nicht, aber ich gehe davon aus, dass es sich um eine klassische PB mit zwei Fahrzeugen handelt (zweispurige PB). In diesem Fall ist meine erste Reaktion die, dass der Kabinenführer nicht so genau weiss, wie die Signalübertragung Kabinen->Steuerung funktioniert. Das mag besserwisserisch von mir tönen...
Aber das Tragseil ist normalerweise geerdet und elektrisch nicht mit dem Laufwerk verbunden. Die Signalübertragung von der Kabine zur Steuerung verläuft in der Regel über das Zug-/Gegenseil zur Steuerung; d.h. die Steuerung "weiss" gar nicht, ob das Tragseil vereist ist oder nicht.
Anders sieht die Sache bei einspurigen PB's (nur ein Fahrzeug) aus. Bei diesen Bahnen muss das Tragseil als Potential herhalten, weil's nur eine Zugseilschlaufe gibt. Der elektrische Kontakt zum Tragseil wird über Kontaktplättchen in den Laufrollen oder ober Bürsten hergestellt. Wenn nun dieser Kontakt wegen Tragseilvereisung unterbrochen ist, kommt es zu einem Nothalt der Bahn.
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Theo
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Beitrag von Theo »

Der meinte dann wohl das Zugseil und nicht das Tragseil.

Da bei eigentlich allen PB's das Zugseil auch gleichzeitig Steuerseil ist kann es durchaus vorkommen das wenn eine noch mit Eis bedeckte Stelle des Zugseils in der Station durch den Bereich fährt wo die Daten übermittelt werden es kurzzeitig zu einem Unterbruch kommt und desshalb die Bahn stoppt.
Es ist bei uns schon vorgekommen das wir, wenn das Zugseil ganz mit Eis und Schnee zugepappt war, zuerst mal zwei Fahrten mit überbrückter Sicherheitsanlage machen mussten um das Zugseil sauber zu kriegen sodass die Verbindung wieder auf der ganzen Länge funktionierte.
Erst dann konnte der Betrieb aufgenommen werden.

Aber wie gesagt: Verbindungsunterbruch zum Zugseil, aber wohl kaum zum Tragseil.
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lanschi
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Beitrag von lanschi »

Danke für eure Informationen!!

@sänger: Ja kann schon sein, unser Gondelführer ist nicht grad die hellste Leuchte :wink:
HP
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Beitrag von HP »

Bekanntlich ist es zurzeit sehr kalt. Z.B. in Arosa etwa - 20 Grad.

Mich würde es mal interessieren, bis wieviel Grad die Bahnen noch normal funktionieren bzw. wann es z. B. mit der Vereisung des Tragseils oder anderen techn. Einrichtungen (z.B. Motoren) kritisch wird (Sicherheitstechnisch) ?
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Beitrag von Schmalspurfan »

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Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich würde nicht sagen das der Gondelführer keine Ahnung hat. Vielleicht hat die Bahn ein extra Sicherheitssystem das kontrolliert ob das Tragseil vereist ist. Wenn das Tragseil nämlich star vereist ist könnte es zu Problemen bei einem Zugseilriss kommen. (Tragseilbremse)
HP
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Beitrag von HP »

Danke für die Infos. Zusammenfassend kann man sagen, dass bei minus ca. 15 - 18 Grad grundsätzlich es eigentlich keine Gefahr beim Seilbahnfahren/Sesselbahnfahren geben sollte. Die Vereisung von Tragseilen ist offenbar bekannt. Man kann davon ausgehen, dass diese maschinell oder manuell geprüft wird und dementsprechend gehandelt wird.

Habe schon erlebt, dass man die Pendelbahn anhielt, um einen Seilfachmann von der Stütze abzuholen, der die Vereisung kontrolliert bzw. entfernt hatte.


So kann ich als "Angsthase" beruhigt die Seilbahn benützen ......
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Beitrag von Dresdner »

Um Problemen bei vereisten Tragseilen in gewissem Unfang zu begegnen, könnte man den Laufwerken Heizvorsätze vorschalten.
Bei Stadtbahnen, hier dem NGT12DD, verwendet man beheizbare Stromabnehmer.
Bild
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Beitrag von motorschaden »

Heute wurde in Hintertux der Betrieb vom Gletscherbus 3 eingestellt, weil es oben -27°C hatte und das bei starkem Wind. Aber laut einem Angestellten nicht wegen dem Material, sondern weil es für Menschen da oben einfach zu kalt sei zum Skifahren!
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Beitrag von F. Feser »

es gibt kein schlechtes wetter :)
Es gibt nur schlechte ausrüstung :)
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Beitrag von GMD »

Alpin-Forum|LSAP hat geschrieben:es gibt kein schlechtes wetter :)
Es gibt nur schlechte ausrüstung :)
Ich hasse diesen Spruch, seit ich ihn in der Rekrutenschule immer wieder habe anhören müssen.
Probably waking up
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Beitrag von sänger »

Eis am Tragseil sollte nun wirklich kein Problem sein. Die Gründe:
1. Bei Temperaturen unter 0°C gibt's in der Regel Schnee. Dieser wird, wenn er sich auf das Tragseil legt
2. durch die Eiskratzer am Laufwerk entfernt.
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Am obersten Ende des Laufwerks - nach der letzten Laufwerksrolle - ist der Eiskratzer sichtbar
Am obersten Ende des Laufwerks - nach der letzten Laufwerksrolle - ist der Eiskratzer sichtbar
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Schmalspurfan
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Beitrag von Schmalspurfan »

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Beitrag von Dresdner »

Ja, die beheizbaren Stromabnehmer bewähren sich. Es geht darum, den Kontakt Fahrleitung - Stromabnehmer zu gewährleisten. Was mit dem geschmolzenen Eis passiert, ist letztendlich egal.
Ich gehe mal davon aus, dass mittels Oberleitung gespeiste ZRB dieses Hilfssystem auch nutzen.
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