Aufschaukeln von EUBs

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Maximus
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Aufschaukeln von EUBs

Beitrag von Maximus »

Hallo Leute

also letztes bei der Schönjochbahn in Fiss ist es mir extrem aufgefallen, aber auch bei anderen EUB und bei der Silvrettabahn in Ischgl habe ich es schon bemerkt, dieses Aufschaukeln (in auf/abwärtsrichtung) in ganz bestimmten Spannfeldern.
Letztens hat mich meine Familie etwas besorgt gefragt, weil sie wissen, dass ich mich für Seilbahnen interessiere. Ich konnte sie ein wenig beruhigen aber eine wirkliche Erklärung für dieses Phänomen konnte ich nicht geben. Desshalb meine Fragen:
Was ist die Ursache? Wurde der Stützenabstand zu groß angesetzt?
Ist das keine Überbeanspruchung des Materials?

Gruß
Max

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lanschi
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Beitrag von lanschi »

Ist nicht nur bei EUBs so.

Bei der DSB aufs Riedlkar ist das auch ganz witzig - an Stütze 1 befindet sich eine Tafel "Schaukeln verboten", ohne dass du aber irgendwas machst schaukelst du bis etwa Stütze 6 dahin, was einer Fahrzeit von etwa 3 min entspricht. Komisch...
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Sebi
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Beitrag von Sebi »

Ich glaube Maximus meint nicht "schaukeln" wie auf einer normalen Schaukel (das ist ja bei vielen DSB's so, da schaukelt's nach dem Einsteigen ganz enorm), sondern das sogenannte "Pumpen", d.h. Schwingungen in vertikaler Richtung. Wie es dazu kommt weiß ich allerdings auch nicht.
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Sebi
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Beitrag von Sebi »

Doppelmayr sagt dazu in seinem Buch, das dieses Pumpen durch ungünstige Stützenabstände bzw. Fahrbetriebsmittelabstände ensteht. Wenn der Stützenabstand ein genaues Vielfaches des Gondelabstandes beträgt, dann fahren mehrere Gondel gleichzeitig über die Stützen, was verstärkte Schwingungen verursacht. Im ungünstigen Fall treffen diese Schwingungen die Erregerfrequenz des Spannfeldes, wodurch das Pumpen enorm verstärkt wird. Außerdem steht geschrieben das Gondelbahnen wegen höherer Einzellasten anfälliger für Pumpen des Förderseiles sind als Sesselbahnen.
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Schmalspurfan
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Beitrag von Schmalspurfan »

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Beitrag von lift-master »

die damalige expo-bahn in hannover hatte bei 5 m/s auch ein wahnsinniges pumpen,so gute 6-8 meter waren da drin.
und der kuppelbare DM 3er im skigebiet silvretta-nova(alpe nova richtung valisera) hat auch ein wahnsinniges pendeln.
...willst du die berge sehn,dann mußt du zum schi fahrn gehn...
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Beitrag von trincerone »

Ja gut, aber das kannst ja recht leicht ausrechnen. ich geh mal davon aus, dass beim Bau einer Bahn schon mal ein bisschen deren Schwingungsverhalten durchgerechnet wird. :)
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Sebi
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Beitrag von Sebi »

Ich denke ganz ausschließen kann man das nie. Selbst wenn die Stützen relativ zu den Fahrbetriebsmitteln in optimalem Abstand stehen, kann durch den Besetzungsgrad der Bahn ein Pumpen verursacht werden. (Laut Doppelmayr)

Bei Zweiseilumlaufbahnen sind mir auch schonmal unangenehme Tragseilschwingungen vor der Stützenüberfahrt aufgefallen (Penkenbahn in Mayrhofen). Da schiebt das Laufwerk die Tragseilschwingung vor sich her, wodurch diese bis zur Stützenüberfahrt ihre Frequenz erhöht und die Gondel ganz schön durchrüttelt.
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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

Also an ein Pumpen der Expobahn kann ich mich nicht entsinnen.
Die hatte eher Querpendelprobleme, durch die Luftverwirbelungen über dem Schnellweg.


Die hydraulische Abspannung ist auch sehr träge. Daher wird nicht sofort auf die Laständerung reagiert.

Dies könnte ja den Pumpeffekt auch nochmal verstärken, oder?
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Beitrag von Seilbahnjunkie »

Kamen die Luftverwirbelungen der EXpobahn nicht von den Dächern des Themenparks?
Also das mit dem pumpen ist mir bei der Silvrettabahn noch nie aufgefallen.
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Sebi
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Beitrag von Sebi »

Ich denke das eine trägere Spannvorrichtung eher dämpfend wirkt und die Amplitude der Schwingung verringert.
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Ram-Brand
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Beitrag von Ram-Brand »

Bei der Silvrettabahn gibt es starkes Stützenschwingen. Daher können da wohl nicht alle Kabinen gleichzeitig fahren.

Jedenfalls stand vor ein paar Jahren dazu etwas auf der Internetseite von ISR.
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Maximus
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Beitrag von Maximus »

Hallo

Scheint doch ein interessantes Thema zu sein.
Nun bei der Silvrettabahn ist es mir auch nur bei dem Spannfeld vor der Mittelstation aufgefallen, aber dort umso mehr. 8O

Gruß
Max

PS:
Daher können da wohl nicht alle Kabinen gleichzeitig fahren
Was meinst du damit?
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Ram-Brand hat geschrieben:Bei der Silvrettabahn gibt es starkes Stützenschwingen. Daher können da wohl nicht alle Kabinen gleichzeitig fahren.
Wenn das wirklich stimmt, wär die Anlage ja eine ziemliche Fehlkonstruktion, oder? Mehr Kabinen gekauft als fahren können... also naja!
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Beitrag von master00max »

Wenn genau die Resonanzfrequenz eines Spannfeldes oder der ganzen Bahn getroffen wird, kann es auch zur Resonanzkatastrophe kommen.

Dass das zumindest den Absturz des Seils und damit der Fahrbetriebsmittel zur Folge hat, muss wohl nicht näher ausgeführt werden.
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Chris
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Beitrag von Chris »

Bei der 8EUB Ruis am Kronplatz gabs sowas auch mal zwischen der dritten und vierten Stütze.
Allerdings nur in einem Jahr. Irgendetwas haben die daran wohl gemacht.
Auf Anfrage habe ich nur gehört, dass es bei einer bestimmten Förderleistung zu dem Pumpen gekommen sei.

Ciao
Chris
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Alter, gibts denn hier keinen Lift?
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