Sorry Herr Betriebsleiter, mit dieser Geheimniskrämerei kann man auch genau gegensätliches erzeugen, dass dieser Arbeitsunfall eben falsch interpretiert wird. Man sollte daraus nun niemanden einen Strick drehen. Schließlich ist es immer noch besser, wenn solche Zwischenfälle im Vorwege passieren, auch wenn sie beim heutigen Stand der Technik eigentlich nicht passieren dürften. Aber da steckt halt niemand mehr drinnen.Ein gerissener Kettenzug in Sölden sorgt für Schrecksekunden
Ein Arbeitsunfall in Sölden sorgt für Unruhe und Gerüchte. Beim Heben einer Bergegondel reißt ein Kettenzug. Verletzt wurde niemand.
Sölden und Unfälle bei Seilbahnen sind nach den vergangenen Monaten ein sensibles Thema. Hansjörg Posch, Betriebsleiter der Bergbahnen Sölden, fürchtet denn auch, "dass dieser Arbeitsunfall falsch interpretiert werden könnte."
Was war passiert? Vor etwa drei Wochen stürzte eine Bergegondel des Gletscherexpresses ab, allerdings nicht vom Seil der Gondelbahn, sondern schon beim Versuch, die Gondel auf das Seil zu heben.
"In der Talstation haben wir zwei Bergegondeln, in der Bergstation eine. Sie hängen dort an Haken, haben mit der Gondelbahn keine Verbindung", erklärt Posch. "Vor einem Einsatz müssen sie mit einem Kettenzug vom Haken gehoben und die Rollen auf das Seil der Gondelbahn aufgesetzt werden. Dann können sie mit einem Dieselaggregat gestartet werden."
Der Unfall passiert während einer Funktionsprobe außerhalb der Betriebszeiten, bevor die Bergegondel überhaupt am Seil der Gondelbahn hängt: Der Kettenzug reißt beim Hochheben vom Haken, die Gondel stürzt zu Boden und wird beschädigt. Eine Gefährdung für Menschen habe es nicht gegeben, erklärt Posch, "denn während des Vorgangs darf kein Arbeiter in der Gondel sein."
Seitens der Behörde sei sofort verfügt worden, die Kettenzüge auszutauschen und dann eine Bergeübung durchzuführen. "Das haben wir gemacht, dann ist die Bahn wieder gefahren", erzählt Posch, der die große Kälte als mögliche Ursache sieht: "Es hatte minus 20 Grad, vielleicht war das der Grund. Das wird aber jetzt von technischen Sachverständigen untersucht."
Ganz nebenbei: Dann müßte der Zwischenfall ja passiert sein, als ich vor Ort war. Da habe ich unbewußt den Gletscherexpress und die Bergebahn fotografiert, als die Bergbahnangestellten sich mit der Bergebahn auf der Trasse bewegten. Hier gehts nochmal zu meinem Bericht aus Sölden u.a. mit den Bildern der Bergebahn am Gletscherexpress.
Warum kommen diese Probleme/Defekte/Unfälle nur in Sölden vor? Oder bei anderen Bergbahnen auch, nur wenns in Sölden passiert sind die Medien nach den Vorfällen in der Vergangenheit besonders sensibel?