Wetter: bedeckt, ganztägig Schneeschauer unterschiedlicher Intensität, zu Mittags kurzfristig ganz kleine Wolkenfenster bzw. durchschimmernde Sonne
Temperatur: an der Bergstation (1547 m) ca. -10 Grad, an der Talstation (536 m) ca. -2 Grad
Schneehöhe: Rax Talstation: ca. 40cm Altschnee und ca. 20-30 cm Neuschnee. Raxplateau: 160cm alt und ca. 60-90 cm Neuschnee, ebenso in den diversen Abfahrtsgräben/-rinnen bis ca. 1m Neuschnee.
Schneezustand: Pulverschnee, mit Ausnahme der unmittelbaren Talnähe wo der Schnee etwas pappig war
Geöffnete Anlagen: nur Raxseilbahn, SL am Plateau wegen Schneeverwehungen und Wind gesperrt
Offene Pisten: wegen geschlossenen SL nur die Talabfahrten/-routen sinnvoll zu befahren
Wartezeiten: es ging sich immer für alle Wartenden aus in die erste Gondel (32 Personen Kapazität) zu kommen.
Gefallen: Powder-Freeride Verhältnisse vom Feinsten, tolles Tree-Skiing, genug Platz für alle Tiefschneefreaks
Nicht gefallen: ich hab eindeutig zu wenig Kondition und zu wenig Kraft, noch dazu verbunden mit inferiorer Technik, was dazu führte, dass ich Gernot und seinem Freund Roland nie nachkam und dauernd hinterherhecheln (im wahrsten Sinne des Wortes) musste. Gebrochener Skistock (300 Hm oberhalb der Talstation ....). Beginnender Muskelkater bereits nach 2 Abfahrten etc.
Nachdem Gernot und ich diese Woche einige PNs ausgetauscht hatten, gings heute morgen (7h30) gemeinsam mit Gernots Auto zur Rax. Beide hatten wir die letzten Tage penibel die Niederschlagsmeldungen (Rax ist eine Berichtsstation) vom ORF verfolgt.
Bereits in Gloggnitz erwartete uns dann recht heftiger Schneefall und schon die Neuschneehöhen im Tal liessen erahnen, dass genug frischer Pulverschnee in den diversen Abfahrtsrouten zu erwarten war. Bei der Auffahrt mit der Raxseilbahn wurden diese Erwartungen dann bestätigt. Der Seilbahngraben lag noch grösstenteils unverspurt und mit einer mächtigen Neuschneedecke verziert unter uns. Selbst die vereiste, felsige Unterbrechungsstelle (vorige Woche noch ein recht unüberwindliches Hindernis) war vollkommen zugeschneit (ohne Gernots Ortskenntnis hätte ich die gar nicht mehr wiedererkannt). Folgerichtig gings gleich direkt von der Bergstation runter in den Seilbahngraben. Die ersten Schwünge gerieten noch ziemlich leichtfüssig. Knietiefer Pulver wäre übrigens eine arge Untertreibung, hüft- bis bauchtiefer (oder sagt man da eher -hoher) Pulver umschreibt die Bedingungen ziemlich korrekt. Das machte zwar ungemein Spass, wurde für mich aber schon bald ziemlich anstrengend. Zu spät merkte ich, dass ich bereits vollkommen dehydriert war ... Letztlich war ich dann froh in den unteren Bereich zu kommen (wo sich Lahngraben und Seilbahngraben vereinen), wo es dann bereits buckelpistenähnlicher war (die 20-30 cm Neuschee auf harten, harschigen Untergrund waren kaum zu merken und überdies sehr rasch ausgefahren).
Für den zweiten Streich waren wir dann zu dritt (Ronald, Gernot und ich). Wir beschlossen mal vorsichtig die steile (zu Beginn ca. 45 Grad)Südrinne, die direkt vom Alpengasthof runterzieht anzutesten. Glücklicherweise war der Schnee in der Rinne ohne erkennbaren Windeinfluss abgelagert, also ungebundener Lockerschnee, was die Gefahr von Schneebrettlawinen hintanstellte. Nach ein paar Testschwüngen durch Ronald stellte sich dann auch heraus, dass der Schnee stabil genug ist, tatsächlich rutschten immer nur unwesentliche Schneemengen (sluffs) mit hinunter. Die Rinne wurde dann ein Steilhangtraum im Pulver par excellence. Teilweise waren die einzelnen Skifahrer im aufgewirbelten Lockerschnee nicht mehr auszumachen. Einzig das Atmen stellte sich (ohne Schnorchel) als kleines Problem heraus. Das war kein Skifahren mehr auf der Schneeoberfläche, sondern ein "Tauchen" im Schnee. So gings fast 400 Hm mit nur gering abnehmender Steilheit hinunter bis die Rinne dann in eine breite, traumhaft zu befahrende, noch immer recht steile Wiese überging. Der Rest der Abfahrt war dann unspektakulär entlang eines Sommerweges bis zum Knappenhof, wo die Standardabfahrt (Schöller) von der Rax ins Tal erreicht wird.
Nach einer Mittagspause im gemütlichen Restaurant an der Talstation gings dann wieder rauf und im gleich nochmal die Rinne runter, wobei diese leider mittlerweile schon von zahlreichen anderen Skifahrern benutzt wurde, was die Abfahrt für mich dann doch etwas mühsamer gestaltete (weniger die vorhandenen Spuren, sondern das zusammengeschobene Material durch die sluffs). Mittels langer Querung (kurz vorm unteren Drittel der Rinne) durch dichten Wald erreichten wir die Gsollwiese und fuhren anschliessend durch bzw. in Nähe des Lahngrabens weiter ab. Dort brach dann auch mein Skistock, was die weitere Abfahrt nochmals kräftezehrender machte. An der Talstation hab ich letztlich dann w.o. gegeben und mir den Langlaufbewerb der nordischen Kombinierer (1. österreichische Medaille dieser Spiele - Silber für Felix Gottwald) angeschaut, während Gernot weiter seine Runden zog (bei der Hinfahrt sagte er mir, dass sein Sommerhobby Triathlon sei, also kein Wunder, dass ich konditionsmässig nicht mithalten konnte ...
Fazit Aus persönlicher Sicht war die Rax heute eine neue Referenz in Sachen Pulverschnee. Bei derartigen Bedingungen wie heute zählt die Rax mit ihren Variantenabfahrten sicher zu den Top-Freeride-Zielen Österreichs (ehrlich !).
Fotos von mir gibts wahrscheinlich Montag abend.
Die wirklich tollen Fotos haben aber ohnehin Gernot und Roland gemacht. Gernot wird die im laufe der nächsten Zeit hier posten.