Tag 5, Mi 01 06, Clusone Umgebung
Clusone – der Vormittag
Der Tag fängt diesmal bereits frühmorgens kurz nach 5 Uhr an. Nicht etwa, dass wir schlecht von Seilbahnen geträumt hätten, nein, Thomas K. stand kreideblass im Hotelzimmer und hatte sich bereits mehrmals übergeben müssen. Die Situation war schnell analysiert, heftige Bauchschmerzen mit den üblichen Begleiterscheinungen, konnten eigentlich nur eine Ursache haben: Die Muscheln vom Risotto waren verdorben gewesen! Angesichts der frühen Stunde hieß es nun erstmal abwarten, möglicherweise würde sich Thomas K. Zustand bald bessern. Ein Irrtum, denn die Frequenz der Magenentleerungen erhöhte sich stündlich und die Tour, was zu diesem Zeitpunkt allerdings mehr als nebensächlich war, stand vor dem Aus. Thomas K. musste, obwohl er sich weigerte, unbedingt das örtliche Krankenhaus aufsuchen. Glück im Unglück, dass unsere Unterkunft, zentral gelegen, nicht einmal fünf Gehminuten vom örtlichen Hospital entfernt war. Das hätte bei Weitem schlimmer kommen können …
Im Krankenhaus angekommen, mussten zuerst bürokratische Hindernisse aus dem Weg geräumt werden … Thomas K. hatte seinen Auslandskrankenschein vergessen und erst nach paar Telefonaten und Interventionen war die Bezahlung durch die Krankenkasse gesichert. Eine freundliche Ärztin, die wenigstens halbwegs der englischen Sprache mächtig war, verfrachtete Thomas K. in eine Art Kabine, in welcher die Erstversorgung stattfand. Alpenkönig musste derweilen im sterilen Gang der Ambulanz, der sich langsam füllte, auf erste Lebenszeichen von Thomas K. warten. Wie schlimm war die Vergiftung, die sich Thomas K. zugezogen hatte? Mittlerweile war Leben in die Ambulanz eingekehrt, man unterhielt sich in emotionaler Weise, wie es wir von unseren südlichen Nachbarn gewohnt sind - auch in diesem tristen Ambiente. Ein Drang zur Konversation und Emotionen, die wir in ähnlichen Situationen aus unseren Breiten nicht gewohnt sind, aber die manchmal durchaus wünschenswert wären. Thomas K. wurden inzwischen Infusionen verabreicht … Minuten … , nein, eigentlich Stunden vergingen … und erst am späten Vormittag öffnete sich wieder die Ambulanztür, wo Alpenkönig einem blassen, aber angesichts des Wiedersehens doch schon etwas erleichterten Thomas K. entgegentrat. Eine Beratung folgte und das Gespräch zwischen den Fundamenti Kriegern, aber vor allem auch der behandelnden Ärztin, sollte über alles Weitere entscheiden.
Eine Heimreise von Clusone schied an diesem Tag angesichts des instabilen Gesundheitszustandes von Thomas K. natürlich aus. Folglich hieß es abwarten und zumindest auf die Erlaubnis der Ärztin hoffen, den Patienten wenigstens ins Hotel (rück-)überstellen zu dürfen und dort in weiterer Folge auf eine baldige Genesung zu warten. Ein Wunsch, der nach kurzer Diskussion erfüllt werden sollte und die letzte Unterschrift empfanden wir, allen voran natürlich Thomas K., mehr oder weniger als eine Art Befreiung. Zu viele Pläne, oder auch Träume für die restlichen Tage geisterten noch in unseren Köpfen herum, ohne dass wir uns tatsächlich mit der ernüchternden Realität abfinden wollten. Nachdem Thomas K. im Hotelzimmer erstversorgt worden war, schlug er Alpenkönig vor, doch noch für den Rest des Tages die Gegend, sprich ein paar Schigebiete unsicher zu machen. Nach anfänglichem Zögern – vor allem der Gedanke Thomas K. in seinem jetzigen Zustand alleine zu lassen – stimmte Alpenkönig letztendlich dann doch zu. So kam ab diesem Zeitpunkt den Handys die wichtige Rolle als „Notruf“ zu und Alpenkönig brach kurz nach Mittag ins Valseriana Richtung Lizzola auf.
Nach soviel Dramatik wieder zurück zur eigentlichen Geschichte und es folgt der bereits gewohnte Überblick über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.
16 … Borno
17 … Passo della Presolana
18 … Lizzola
19 … Spiazzi
20 … Valcanale
21 … Colere
22 … Schilpario
23 … Albino
24 … Aviatico
25 … Alpe Arera
26 … Piazzatorre
Teil 18 Lizzola
Alpenkönig brach also mittags auf, um alleine loszuziehen. Wie sich herausstellte, war die Region um Clusone und das Valle di Scalve reich an LSAP-Anlagen. Sogar in Clusone selbst führte einmal eine Bahn zum Montagnina, deren Überreste wir jedoch aus Zeitgründen nicht mehr besichtigen konnten. Nur ein Beispiel, das stellvertretend für vieles Mehr in den Bergamasker Alpen stehen soll. Wer ein wenig in der obigen Straßenkarte schnüffelt, wird mit Sicherheit noch die eine oder andere aufgelassene Anlage entdecken.
Das Valle Seriana ist nicht unbedingt das, was man gemeinhin als Touristental bezeichnet. Die Straße war stellenweise eng und unübersichtlich, doch hielt sich der Verkehr in Grenzen. Ein rasches Fortkommen war aufgrund von Baustellen, landwirtschaftlichen Fahrzeugen und sonstigen Hindernissen dennoch nicht möglich. So dauerte es eine gute Stunde bis Alpenkönig schon nahe dem nördlichen Talschluss die Ortschaft Valbondione erreichte, von dort führte eine gut ausgebaute Straße steil bergwärts nach Lizzola. Ein Dorf, das malerisch angesiedelt, hoch über den Valle Serinana thront und sicherlich zu den architektonischen Höhepunkten der Fundamenti Tour zählte.
Gleich zwei Panoramakarten!? Richtig, auf der Rückseite, hinab Richtung Valle Sedornia, erweitert die Seggiovia del Sole – Sponda Vaga das Angebot von Lizzola. Auf deren Webseite ist gar von einer neuen Bahn die Rede, die erst in der Saison 2005/06 eröffnet wurde. Etwas sonderbar, da an selbiger Trasse bereits in älteren Karten eine Sesselbahn eingezeichnet ist, aber auch die Bilder der Webseite den Eindruck einer nicht mehr ganz so frischen MEB Doppelsesselbahn vermitteln. Vielleicht ist damit auch nur eine Wiedereröffnung gemeint …?
Neben dieser „neuen“ DSB, gibt es noch drei weitere Sesselbahnen, allen voran die zwei „Hauptbahnen“, DSB Lizzola - Cavandola, als Fortsetzung die DSB Cavandola - Rambasi. Und zu guter Letzt die 3 SB Due Baite – Biok, die zum Zeitpunkt der Visitation noch nicht auf der örtlichen Panoramakarte eingezeichnet war, stattdessen verrichtete auf selbiger Trasse noch ein Schlepplift seine Dienste. Wenn man Informationen auf funivie Glauben schenken darf, handelt es sich bei dieser Leitnersesselbahn um eine Gebrauchtanlage aus Alta Badia. Die Bilder dazu findet man ebenfalls auf der für diese Region ungewohnt informativen Webseite.
DSB Lizzola – Cavandola, eine Sacif Konstruktion, mit Lizzola
Die Station von der Seite
Betrachtungen eines Antriebes …
Die Strecke der ersten Sektion
Die Länge ist nicht gerade berauschend. Das weiße Dach, welches links der DSB hervorsticht, gehört bereits zur zweiten Sektion.
Das Bergdorf Lizzola ist knapp an einem Abhang gebaut. Im Hintergrund hüllen sich die Spitzen der Valteliner Alpen in Wolken. Die Sonne ließ sich nur ganz selten blicken.
Teil 19 Spiazzi
Beeilung war angesagt, der Patient sollte nicht zu lange in Clusone warten. Alpenkönig brauste wieder talwärts und bog etwa auf der Hälfte der Strecke zurück nach Clusone Richtung Spiazzi ab. Die übliche Serpentinenquälerei folgte und alsbald war Spiazzi erreicht. Die Wetterlage hatte sich leider nicht gebessert, die Gewitterfront schien sich mit ihren Resten hartnäckig festgesetzt zu haben.
In diesem urigen Bergdorf verbirgt sich ...
... eine schon etwas betagte MEB DSB.
Antrieb in Nahaufnahme, alles recht gepflegt und aufgeräumt. Kein Wunder, bald sollte hier wieder die Sommersaison starten, denn …
… die DSB Monte Vodala bedient zusätzlich eine Sommerrodelbahn!
Die wuchtigen Betonniederhalter dieser DSB mit dem Ende der Sommerrodelbahn. Aussteigen heißt es jedoch …
… schon ein paar Meter vorher. Die italienische Antwort auf Wiegand Bahnen?
Die technischen Daten der DSB Monte Vodala. Trotz 1900m Länge nicht die längste Sesselbahn in Spiazzi. Es geht noch länger …
Der flache untere Abschnitt, erst später …
… steigt die Trasse ordentlich an
Zudem muss es noch eine Mittelstation geben, um den Ausstieg für den Rodelbetrieb zu ermöglichen und wir vermuten eben dort, wo die Bahn in den steileren Abschnitt übergeht.
In der Bildmitte zu sehen ist die 2163 m hohe Cima di Timogno, die allerdings nicht lifttechnisch erschlossen ist.
In Spiazzi gibt es natürlich auch etwas für die, die noch wackelig auf den Brettern stehen. Und was für ein antiker Leitner Tellerschlepper! Hört, wie könnte es anders sein, auf den Namen Sciovia Campo Scuola.
Talstation im Wellblechdesign
Die Strecke des Tellerschleppers mit idyllischer Trasse.
Weiter zum Rekordhalter in Sachen Länge. Die 2040m lange Leitner DSB Orsini – Costa Gosa mit ihren charakteristisch roten Sesseln.
Das ist das einzige Photo von der Talstation, weil sich plötzlich ein aggressiver Bulle zum Bewachen der Anlage animiert fühlte und Alpenkönig schleunigst die Flucht ergreifen musste. Folglich war Rückzug angesagt, Alpenkönig wollte nicht noch einmal das Krankenhaus in Clusone von Innen sehen.
Halt, die Panoramakarte fehlt noch! Ausgeliehen von der dem Internetauftritt von Spiazzi, vor Ort waren Panoramakarten Fehlanzeige. Ob möglicherweise genau der Stier davor gestanden war, daran mag sich Alpenkönig nicht mehr so genau erinnern.
Numero 3 … Seggiovia Monte Vodala
Numero 5 … Seggiovia Costa Gosa
Numero 9 … Sciovia Campo Scuola
Zum Abschluss noch ein Stimmungsbild von Spiazzi.
Schon in unmittelbarer Nähe, das nächste Ziel Alpenkönigs, Valcanale, das am Ende des gegenüberliegenden Tales und der wetterbedingt nur teilweise sichtbaren Flanke der Alpe Arera liegt.
Teil 20 Valcanale
Alpenkönig musste dank des Valle Seriana die Straße, die er vorher mühselig hinauf nach Spiazzi gekurbelt war, wieder runter kurven. Die Straße nach Spiazzi ist – zumindest für den normalen Straßenverkehr eine Sackgasse, ebenso wie die Bergstraße nach Valcanale, beide enden in Talschlüssen vor wuchtigen Gebirgsmassiven. Wobei vor allem Valcanale eine Abgeschiedenheit vermittelte, die wir bisher noch nicht auf der gesamten Tour erlebt hatten. Alpenkönig berichtete später, dass er sich wie am Ende der Welt gefühlt hätte und ihm jeglicher Zivilisationsstress fremd geworden war. Ebenso in Erinnerung geblieben waren die verdutzten Gesichter der älteren Herrschaften, die gemütlich am Marktplatz von Valcanale auf ihren Bänken hockten und das Autokennzeichen so musterten, als ob plötzlich ein Fremdling aus fernen Ländern in ihr Hoheitsgebiet eingedrungen wäre.
Irgendwelche Hinweisschilder auf ein Schigebiet waren Fehlanzeige und aufgrund der Enge des Tales und fehlender Abzweigungen war ein Verfahren kaum möglich. Folglich erhärtete sich ab diesem Zeitpunkt der Verdacht eines LSAPs immer mehr.
Valcanale war durchfahren und eine schmale, aber asphaltierte Straße führte gleichmäßig ansteigend in Richtung vermuteter Liftstation, von welcher Alpenkönig bis zu diesem Zeitpunkt immer noch keinen Hinweis, egal welcher Art, gefunden hatte. Doch plötzlich war Endstation, ein voluminöser Schranken versperrte Alpenkönigs Weg und die Suche musste in Folge zu Fuß weiter geführt werden. Zweifel, ob der Richtigkeit des Weges, kamen auf. War der Lift in der Karte gar falsch eingezeichnet? Zweifel, die sich jedoch bald als falsch erwiesen. Aber nun alles der Reihe nach.
Valcanale mit seinen paar Häusern. Die Aufnahme stammte von jener Stelle, an der ein Schranken Alpenkönig an der Weiterfahrt hinderte.
Der Herbergsbetrieb zur Rechten ist längst geschlossen. Doch wo ist der Lift?
Dieses Gebäude sieht verdächtig aus, Alpenkönig näherte sich.
Eine ESL, aber nach LSAP schaut die eigentlich gar nicht aus! Die Sessel hängen noch am Seil, kein auffälliges Gerümpel steht herum und man erwartet auf den ersten Blick, dass der Lift bald wieder in Betrieb gehen wird.
Die Ausfahrtrollenbatterien können sich ebenfalls sehen lassen ...
Erst jetzt wird es augenscheinlich, dass diese Sesselbahn nie wieder fahren wird, die Trasse wächst sicherlich seit gut 10 Jahren zu. Den Stützen nach eine Sacif Anlage, die Portalstütze hätte allerdings genau so gut von MEB sein können. (siehe Spiazzi)
Nochmals die von MEB erneuerten Ausfahrtrollenbatterien mit der Alpe Arera im Hintergrund, welche Alpenkönig an diesem Tag und wir am nächsten Tag nicht in voller Pracht zu Gesicht bekommen sollten.
Doch nun zur Talstation. Ob es da wohl noch etwas Interessantes zu entdecken gibt?
Umlenkscheibe im Detail, der Antrieb befindet sich nicht sichtbar oberhalb. Ja und ganz ohne Müll geht es dann doch nicht.
Doch die eigentlichen Schätze prangern an der Außenmauer der Talstation. Zuerst ein alter Pistenplan von Valcanale ... dort oben gäbe es sicherlich noch so einiges zu entdecken
Und eine Wanderkarte, etwas abseits des Weges gefunden. Obwohl dem Eindruck nach halbwegs neu, sind noch alle Lifte eingezeichnet - Markierungspunkte der etwas anderen Art.
Das zweite und ebenso interessante Fundstück: Eine alte Karte von Presolana Ski! Dazu mehr in Detailausschnitten..
In voller Auflösung -> hier klicken -> viel Spaß beim Stöbern!
Die Detailausschnitte:
Leider hat die Qualität gelitten, aber Valcanale ist durchaus zu erkennen. Und nicht zu übersehen das zweite Geisterschigebiet rund um den Pizzo Arera -> Alpe Arera. Mehr zu diesem „Mega-LSAP“ am letzten Tag der Tour.
Ein Plan vom Passo della Presolana mit dem Skigebiet Malga di Pora, die geplante Verbindung beider Schigebiete ist jedoch bis heute nicht fertiggestellt. Siehe dazu Kapitel 17!
Spiazzi, Lizzola und Colere im Überblick
Ein Wort zu den Projekten: Die DSB Sponda Vaga in Lizzola wurde erst letztes Jahr verwirklicht. Steht ja bereits weiter oben geschrieben.
Schilpario im Detail. Das Gebiet hatte auch schon bessere Tage gesehen, doch dazu auch später mehr.
Ein letzter Blick zu dem verfallenden Hotel, dann hieß es für Alpenkönig wieder aufbrechen und schleunigst ins Hotel nach Clusone zu brausen, um dem blassen Thomas K. einen weiteren Besuch am Kranken- äh Hotelbett abzustatten. Natürlich nicht ohne eine sofortige Berichterstattung und Vorführung der Bilder. Hätten die Ärzte im Krankenhaus die Bilder gesehen, so wäre Alpenkönig wahrscheinlich ans Bett gefesselt und gleich in die psychiatrische Abteilung überstellt worden.
Teil 21 Colere
Nach dem Zwischenspiel in Clusone – Thomas K. Zustand hatte sich inzwischen weiter etwas gebessert - brach Alpenkönig am späten Nachmittag zu einer zweiten Besichtigungstour auf. Stets mit griffbereiten Handy, um eventuell sofort auf Notrufe des Patienten schnell reagieren zu können. Viel Zeit blieb nicht mehr, aber es würden sich auf alle Fälle noch zwei Gebiete ausgehen.
Der Weg führte Alpenkönig an Clusone vorbei wieder auf den Passo della Presolana, diesmal jedoch von der anderen Richtung. In etwa der Mitte zwischen Passhöhe und der Einmündung in die Talstraße SS 294 ins Valle di Scalve zweigte die Straße nach Colere ab. Die italienische Gründlichkeit – schließlich sind Schotterstraßen ein Dorn im Auge – wurde dieses schmale Bergsträßchen gerade asphaltiert, was wunderschöne Teerflecken am Lack hinterließ. (Anm. Alpenkönig: Was muss ich da lesen? Warum erfahre ich dies erst ein Jahr später??)
Im Gegensatz zu der vorherigen und auch folgenden Station war Colere ausnahmsweise kein Fall für den Alteisenhandel.
Blick von der Straße nach Colere ins Valle di Scalve.
Ganz schön tiefe Taleinschnitte
Im Talstationsbereich der DSB Carbonera – Polzone. Wie immer wurde alles akribisch untersucht und in diesem Falle wenigstens der Talstationsbereich für die Nachwelt auf der Speicherkarte festgehalten. Über den Zustand der Anlage selbst lässt sich streiten, mehr dazu ein paar Bilder später. Das Innere der Talstation machte einen halbwegs gepflegten Eindruck, der Gerümpelfaktor war dann doch eher im unteren Bereich der nach oben offenen Mülllscala anzusiedeln.
Ausfahrt DSB
Man beachte die massiven Rundrohrstützen aus dem Hause MEB. Bisher waren wir von MEB mehr die eckigen Formen gewohnt. Auf unserer gesamten Tour fiel uns MEB überhaupt durch deren Kreativität in Sachen verschiedener Ausführung auf, die besonders die Unterscheidung zu Sacif erschwerte. Mal abgesehen davon, dass sich wiederum Sacif Bahnen gerne mit MEB Rollen schmücken, was vor Ort die eine oder andere Falschidentifizierung zur Folge hatte.
Die weitere Strecke. Im Hintergrund versteckt sich ein weiterer Niederhalter. Warum der wohl dort ist?
Ein Felseinschnitt muss eben mit Hilfe dieser überwunden werden.
Talstation + Colere
Soviel zum Thema Zustand!
Aber sie fährt noch, und wie …
Während Alpenkönig nämlich noch ein paar Bilder knipste, um die Details in der Talstation festzuhalten, knatterte und ratterte es plötzlich. Ein Sprung zur Seite! Was war denn das??? Alpenkönig blickte erstaunt zur Seite und konnte es kaum glauben. Die Sesselbahn setzte sich wie von Geisterhand gesteuert in Bewegung, jemand musste sie in Betrieb genommen haben. Da im Talstationsbereich weit und breit keine Menschenseele zu erspähen war, kann nur jemand in der Bergstation den Schalter umgelegt und die Reise nach unten angetreten haben. Kurzzeitig kam Alpenkönig der Gedanke diese Chance auf eine Gratisbergfahrt zu nutzen, was er aber angesichts der Tatsache auf mächtig viel Ärger dann doch blieben ließ …
Etwas Statistik muss sein – die aktuelle Panoramakarte
Wie man sieht, wurde hier im Gegensatz zu anderen Gebieten investiert. Beachtlich zudem die Höhenunterschiede und die variantenreichen Abfahrten in der oberen Etage, Colere hinterließ einen recht guten Eindruck.
Der alte Plan: Die DSB hatte sogar eine Mittelstation, Vermutlich seit der Beschneiung der Talabfahrt nicht mehr notwendig. Überpinselt wurde der Schlepplift Plan di Vione zwischen den Abfahrten F und L und die 3 SB Corna Gemelle - Ferrantino wird noch als Projekt geführt.
Teil 22 Schilpario
Das Vorhandensein eines Korbliftes in Schilpario war uns bereits bekannt. Hatte doch Petz in seinem unermüdlichen Forscherdrang diesen auf seinen Motorradtouren ausfindig gemacht. In diesem Zusammenhang mussten wir auch, dass das Gebiet schwerstes LSAP ist. Angesichts unserer Planung war es ja auch nicht ganz unbeabsichtigt, etwas häufiger auf Liftleichen zu stoßen. Man hat sozusagen ein Fossil vor sich und analysiert dessen Entstehungsgeschichte und Ende. Wenn man so will, Sezieren der etwas anderen Art.
Alpenkönig kurvte durch die kleinen Nester Teveno und Pezzolo nach Vilminore, wo er wieder auf die SS 294 traf, die nach Schilpario führte. Der Korblift selbst war aufgrund seiner auffälligen Farbgebung dann recht leicht zu finden.
Annäherung an eine Unbekannte. Das sieht schon mal gut aus – richtig schön verfallen!
Von vorne schaut es weniger gut aus, da der massive Gitterzaun weitere Forschungsarbeiten im Inneren der Talstation verhindert. Das Ding rostet seit sehr vielen Jahren vor sich hin!
Dennoch kann Alpenkönig ein paar Bilder von der „Gerätekammer“ ernten. Die Pistenwalze hatte auch schon bessere Tage gesehen und die Tellerliftgehänge scheinen auch nur Ersatz zu sein. Und überall jede Menge Rost.
Ausfahrtrollenbatterie - das Seil liegt nicht mehr in den Führungsrollen.
Die Rollen selber schauen von der Seite halbwegs neu aus. Aus der Nähe betrachtet hat der Laufflächengummi mehr Risse als der Grand Canyon.
Die Konstruktion eines Flugdaches nach italienischen Normen. Sehr kreativ auf das Seil gelegt.
Alpenkönig gab sich bei diesem Lustobjekt nicht mit ein paar Bildern der Talstation zufrieden! So führte ihn sein Weg bis zur Bergstation des Tellerliftes.
Stimmungsbild mit Schilpario.
Es stürmte ganz ordentlich!
Nach der Wiese folgt ein Waldstück – der Korblift verschwindet fast darin. Der lange Stillstand hat die Bäume geradezu in die Höhe schießen lassen.
Das fröhliche Körbesuchen im Wald, ein Osterbrauch in Schilpario
Eingewachsen! Ein paar Jahre später hat die Natur die Stütze endgültig zurückerobert.
Nach dem Waldstück quert der Korblift die Abfahrtsschneise
Die letzten Meter Alpenkönigs vor der Umkehr. Ein Aufstieg bis zur Bergstation schien ihm aufgrund der unbeständigen Witterung, des Nebels am Berg und der späten Tageszeit nicht mehr wirklich sinnvoll, obwohl es gar nicht mehr so weit bis zur Bergstation gewesen wäre. Der Verlauf der weiteren Trasse ist noch halbwegs zu erkennen und links davon, mittlerweile eine Mischung aus Geröll und Vegetation, war eine der Talabfahrten verlaufen.
Bei der Stützenkombination 8 und 9 war dann endgültig Endstation. Bevor das Gelände steiler wird, verschwindet der Korblift ein zweites Mal im Wald.
Blick zurück auf Schilpario mit den markanten rot-gelben Körben.
Und weil sie so schön fertig sind - zum Ersten von der Seite und …
… zum Zweiten von unten
Stütze Nummer 2 im Detail. Hersteller Carlevaro & Savio anno 1960. Der Korblift Schilpario – Malga Epolo steht seit 1987 still.
Nochmals der untere Abschnitt dieses frühen LSAP
Diesmal wird von oben angefangen – die Bergstation des Tellerliftes.
Kontraste zwischen Betrieb und Stillstand, zwischen alt und neu, Gegenwart und Vergangenheit.
Die Talstation des MEB Tellerliftes aus dem Jahre 1998, der bereits ein Ersatz für ein älteres Modell gewesen sein muss.
Zum Abschluss noch ein Pistenplan von Schilpario. Zwei Abfahrten sind bereits auf dieser alten Karte gestrichen.
Nach Schilpario waren die Erkundungen für Alpenkönig beendet. So führte ihn sein Weg zurück über den Passo della Presolana nach Clusone.
Der Zustand Thomas K. hatte sich weiter etwas gebessert. Kurz wurde noch die letzte Bilderausbeute präsentiert und bald begaben sich die beiden Haudegen, aus unterschiedlichen Gründen erschöpft, zur Nachtruhe. Jedenfalls stand vor dem morgigen Tag noch ein großes Fragezeichen …