Es sind Semesterferien, trotzdem läutet mich der Wecker aus meinen Träumen, und dabei habe ich gerade vom Slifahren geträumt. Es ist noch dunkel draussen, der Mond scheint noch, doch langsam graut es hinter dem Patscherkofel. Ein herrlicher Wintertag bricht also an. Und was tut man da? Eh klar, die Träume der vergangenen Nacht in die Tat umsetze.
Gestern hab ich mir schon eine passende Verbindung herausgesucht, trotzdem dauert es heute zwei Stunden, ins fragliche Gebiet zu kommen.
Um halb Sieben sitze ich ein einem Reisezugwagen der Österreichischen Bundesbahn, ausser mir ist kein Skifahrer dabei, eher Schüler und Leute, die zur Arbeit fahren. Ich komme mir irgendwie wie ET vor. Nun gut, um halb Acht ist Landeck erreicht, der Anschluss geht erst in einer Dreiviertel Stunde. Zeit genung, um Frühstücken zu gehen. In der Bahnhofsbäckerei findet man da immer ein lauschiges Plätzchen.
Der Bus geht sehr pünktlich. Man muss also schauen, dass man rechtzeitig am Bussteig steht. Einige Schüler, der zu späterer Stunde Schulbeginn haben, verlassen den Bus, ich hingegen packe meine Ski in den Skiträger des Busses und steige ein. Der Bus gehört mir fast alleine. Gemächlich schlängelt sich der Bus durch die Landschaft des Tiroler Oberlandes, die zu dieser Stunde etwas verlassen wirkt. Plötzlich biegt der Bus scharf rechts ab, es geht jetzt stetig den Berg hinauf, vor uns leider ein Schlangenbeschwörer, der es nicht schafft, die Straße zügig zu befahren. Doch der kostet mich gerade mal 3 Minuten. Um 8:53 stehe ich an der Talstation in Ladis. Der Parkplatz hätte noch genug Platz, ich gehe langsam hinauf zur Bahn, um 8:59 meiner Uhr sitze ich in einer der gelben CWA Gondeln, alleine wohlgemerkt. Kein Andrang, kein Nichts, dass mir der Weg in die Gondel versperrt.
Hinter dem Ort Ladis grüßt die Burg Laudegg, rundherum ist alles aper geworden. Die warmen Temperaturen haben also auch Tirols Sonnenplateau nicht verschont. Die Abfahrt neben der Bahn schaut aber wunderbar aus, bretteleben. Trotzdem schwelge ich noch etwas in meinen Gedanken, wohin breche ich als erstes auf? Masner, Schönjoch? So viele Möglichkeiten, und nur noch 7 Stunden Zeit
Aus unerfindlichen Gründen läutet mein Handy und weckt mich aus meinem realen Skitraum. Ein Freund ist es, der was wissen will. Als ich auflege, erschrecke ich, es ist knapp von 12! Ich habe wohl etwas die Zeit übersehen, Masner kann ich mir für heute sparen
Nachdem ich mein Sandwich hinuntergewürgt habe (war übrigens sehr gut), ging es gleich wieder auf die Piste. Über die Schöngampbahn ging es jetzt hinunter auf die Frommes, eine Piste, die einfach sein muss. Schlichtweg eine der perfekten Carvingpisten. Durch die milden Temperaturen hat es übrigens leicht aufgefirnt, der Schnee wurde etwas stumpfer, was für mich kein Problem darstellte, weil meine Ski leider fast keine Kanten mehr haben. Wird Zeit, dass ich da mal was mache(n lasse).
In Fiss war zu dieser Stunde relativ viel los, insbesondere an der Möseralmbahn, hier musste ich doch glatt 3 Minuten warten, bis zwei Skischulgruppen die Gondeln bestiegen haben und auch ich die Gondel besteigen konnte.
Gemächlich schwebt man in dieser 6er EUB gen Berg, immer im Blick, die leider mittlerweile sehr aperen Hänge. Hier legt sich die Sonne anscheinend besonders an und taut den ganzen Schnee weg. Oben an der Bergstation stehen noch 4 Pistengeräte schön vor der Kulisse der Möseralmbahn, einer davon ich ein neuer PB 600. Ein Motiv, was einem ein Foto wert sein sollte. Leider kostet das Fotografieren auch mächtig Zeit. Spätestens jetzt wurde mir klar, dass die Petzidbahn sehr knapp werden würde, da ich ja wieder zurück nach Ladis musste, um rechtzeitig meinen Postbus zu erreichen. Trotzdem war ich (noch) optimistisch. Von der Möseralmbahn wurde rasch in die Sattelbahn gewechselt, ich wollte nicht hinunter nach Serfaus, zumal man ja nie weis, wie lange man anstehen muss. Die Fahrt offenbart einem schöne Blicke auf brettelebene, schwarze Pisten, die ich leider aus Zeitmangel links liegen lassen musste. Schnell ist man am Sattelkopf, der Blick Richtung Palnsegg ist einfach eine Wucht. Ich halte eine Minute inne, und fotografiere diesen so schönen Blick. Und dann lasse ich meine Ski auch schon laufen. Fluchs quere ich die Planseggbahn, und nach weiteren Fahrminuten stehe ich auch schon an ihrer Talstation. Der Sound dieser Bahn ist ein eigener. Manchmal quietscht sie, dann scheppert wieder was, einfach Kult, einfach Poma. Ich kann es nicht lassen, ich muss mit ihr fahren, damit ist gleichzeitig der Zug Richtung Pezid endgültig abgefahren. Trotz mancher Unkenrufe mancher Forumler zum Trotz fährt die Bahn ohne Störungen, schnell bin ich an der Begrstation. Und dann fällt mir ein: am Alpkopf war ich auch noch nicht.........
Also wird kurzerhand endgültig umgeplant, es geht doch noch hinunter nach Serfaus, einmal über die Mittelabfahrt, die menschenleer war und dann hinauf mit der 8er EUB zum Alpkopf. Ausserdem kann ich es nicht lassen, die 4er KSB zu testen. Ausserdem hat es mit die Mittelabfahrt angetan, ich weis nicht warum, aber ich fahre sie nochmals. Schließlich besteige ich dann, völlig aus dem Konzept gebracht, die 6er EUB Komperdell richtung Lazid. Wenigstens die Lawensbahn sollte sich noch ausgehen.
Am Komperdell wird umgestiegen (warum läuft hier die Bahn nicht durch?), schnell husche ich in die zweite Teilstrecke der 6er EUB und bin auch schon am Lazid.
Es ist schon Vieltelvordrei, als ich die ersten Schwünge über die Lazidabfahrt ziehe, welche sich in einem Traumzustand befand. Leider herrschte im unteren Teil schon Schatten, ausserdem macht die vorletzten Akkuladung in meiner Kamera schlapp, es wird also Zeit zum Rückweg, aber vielleicht geht sich die Frommes nochmals aus. Vom Lazid geht es vorbei an den Scheidbahnen hinunter zum Komperdell, wo ich dann die kurze Sesselbahn besteige, um zur Mittelstation zu gelangen. Nachdem ich noch immer etwas Zeit habe, mache ich mit der 4er Sesselbahn noch eine Wiederholungsfahrt, was ich als Frommeskiller hersaustellen sollte. Die Bahn bleibt 5 mal stehen und läuft, weil viele Kinder am Weg sind, sehr langsam. Frommes adieu.
Nun geht es endgültig hinunter nach Serfaus, von wo mich der Sunliner hinauf Richtung Rastbahn bringt. Hier sind, zum ersten Mal an diesem Tag, Wartezeiten jenseits der 5 Minuten einzulegen. An der Rastbahn hingegen steht wieder kein Mensch.....
Jetzt bin ich schon fast in Ladis, nur mehr eine kurze EUB trennt mich vom Ende des Skitages. Jedoch ist die Piste hinunter nach Ladis wieder so schön präparert, dass ich sie nochmal fahren muss.
Es wurde übrigens sehr knapp. Ich komme gerade noch rechtzeitig an die Haltestelle, da fährt auch schon der Postbus vor, und es geht wieder, mit einem Zwischenstopp in Landeck, nach Innsbruck. Wieder Bin ich der einzieg Seifahrer im Zug, alle Anderen gehören der arbeitenden Fraktion an, sie lesen Zeitung und studieren ihre Unterlagen, während ich meine Eindrücke im Kopf noch ein mal revue passieren lasse.
So, und nun die übliche Statistik.
Anfahrt
Innsbruck – Landeck mit ÖBB EC, Landeck Ladis mit Postbus
Wetter
wolkenlos
Temperatur
um die 0 °
Schneehöhe
Auf der Piste einen geschätzten halben Meter, daneben teilweise nichts
Schneezustand
Von Pulver bis pappig und leicht aufgefirnt bis eisig alles dabei
Geöffnete Anlagen
Alle wichtigen Anlagen offen, ein paar Übungslifte noch geschlossen
Geöffnete Pisten:
An jeder offenen Anlage mindestens eine Piste offen.
Fazit: das Gebiet ist ein Traum, der Pistenzustand ebenfalls, besser geht es einfach nicht mehr.
Bewertung: 6 von 6.
MFG Dachstein