Ski Ausserfern, 30.1.07

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Dachstein
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Ski Ausserfern, 30.1.07

Beitrag von Dachstein »

Ski Ausserfern, die Freaktour: Lermoos, Ehrwald, Biberwier. Drei Mann in einem Auto, drei Skigebiete an einem Tag ;)

Nun, die letzte Prüfung ist vorbei, und sogar mit sehr Gut abgeschlossen, jetzt kommt die Zeit, wo man sich massiv ums Hobby kümmern kann. Nachdem ich mich eigentlich entschlossen habe, nach Serfaus zu fahren, kam mir dann doch noch etwas dazwischen. Ein befreundetes Ehepaar, auch passionierte Skifahrer, riefen mich an, ob ich nicht ins Ausserfern mitkommen wolle. Da ich öffentlich dort kaum hinkomme (die Fahrzeiten sind länger als die Skifahrzeit), habe ich natürlich sofort zugesagt. Dort oben war ich schließlich noch nie und die Zugspitze kenne ich auch nur von Fotos aus dem Forum. Höchste Zeit also, dieses Wissensmanko auszubügeln.
Aber jetzt mal ganz der Reihe nach. Treffpunkt war um 8 Uhr angesetzt, schließlich wollen wir auch den ganzen Tag ausnützen. Punkt viertel nach Sieben fiept auch brav der Wecker, der mich so jäh aus meinen Träumen reißt. Ich tappe 3 Mal nach dem Wecker, bis ich es schaffe, ihn abzustellen. Danach geht es Richtung Bad, wo ein Blick in den Spiegel möglichst vermieden wird. Ich will mich ja nicht demotivieren. Nach einer kalten Dusche bin ich endlich munter, immerhin weis ich noch, was ich gestern gemacht habe.
Warum es mir so mies geht? Ganz einfach. Ich war am Tag davor auch Skifahren, und dann hatte ein Freund noch Geburtstag.... Trotz des Vorsatzes, nicht in den Spiegel zu blicken, passiert es mir trotzdem, mein einziger Gedanke, zu der Visage, die mir entgegen blickt: die Nacht war viel zu kurz.
Um 8 Uhr ist es so weit, ich stehe, immer noch müde, am vereinbarten Treffpunkt. Ich muss aufpassen, dass ich nicht einschlafe. Vielleicht hätte ich mir den Kaffee, den ich mir noch in der Wohnung gebraut habe, nicht trinken, sondern intravenös geben sollen. Doch jetzt Schluss mit den Gedanken, die Fahrgelegenheit ist eingetroffen. Rauf mit den Ski auf den Dachträger, rein ins Auto, und ab geht die Partie. Schön langsam werde ich munter, wirkt der Kaffee doch?
Wir haben schnell Innsbruck den Rücken gekehrt, und befinden uns auf der Inntalautobahn, welche wir vor Imst auch schon wieder verlassen. Die Schneekanonen in Hochimst laufen auf Hochtouren, ich mache eine Notiz an mich selbst: da musst du auch mal hin und klicke imaginär auf Speichern. Weiter geht es über den Fernpass, bis schließlich die Zugspitze in Sicht kommt, wir sind im Ausserfern. Und jetzt hatten wir mal wieder die Qual der Wahl. In Berwang noch viel zu viel zu, aber in Lermoos eine neue 6er Sesselbahn. Eigentlich ein Grund, dort mal vorbeizuschauen. In Biberwier war uns noch zu viel Schatten, die Ehrwalder Alm sollte zu Mittag drankommen. Also gut, der Plan steht, es folgt die Umsetzung:

Lermoos Grubigsten:

Um Kurz nach 9 steuert unser Steuermann die drei Mann in einem Boot / Auto ( ;) ) zur neuen 6er Sesselbahn Hochmoos-Express. Wir bekommen direkt an der Talstation einen Parkplatz. Generell sind nicht viele Autos am Parkplatz. Oben hört man schon das Geräusch einer Sesselbahn, die sich in Betrieb befindet. Also rasch in die Skischuhe, Ski geschultert und rauf zur Bahn. Oben natürlich, wie immer, keine Wartezeiten, nur der Liftbedienstete steht etwas einsam und alleine da. Er grüßt freundlich, wir erwidern. Während wir aufs Aufsesseln warten, schaue ich mir noch die Gestaltung der Station genauer an. Die Glasfassade erinnert mich an die Kriegerhornbahn in Lech, die Uni G Verkleidung hingegen ins facegeliftet und mir daher unbekannt. Die Station hat ein etwas grimmiges Aussehen, was sich aber nicht schlecht macht. Die Sessel sind mit Komfortpolsterung bezogen, nur die Sitzheizung, von ein paar Tirolern scherzhaft Hämoridenkocher genannt, fehlt der Bahn, was aber bei den Temperaturen um die 0 Grad kein Manko ist. Auf der Piste stellen die Schneekanonen langsam ihre Arbeit ein, ein letztes Pistengerät zieht sich in die dunkle Höhle der Garage zurück (scheinen Tageslichtscheu zu sein, die Bullies ;) ) und wir haben die untere Mittelstation erreicht. Hier befinden sich die Bergstationen der Grubigstein 6er EUB, scherzhaft von einem meiner Begleiter „Affenschaukel“ genannt, und eines Schleppliftes, sowie die Talstationen der Einersesselbahn „Grubigsteinlift“ und der 4er KSB „Grubigalm“, Die Einersesselbahn ist von Girak, eine herrlich alte Bahn, währenddessen die 4er KSB eine DM Standardbahn aus der frühen Erzeugungsära der Firma Doppelmayr ist, sie stammt aus dem Jahre 1991. Wech astronomisches Alter, besonders dann, wenn man an das Alter der Einersesselbahn (Baujahr 1960) denkt. Der ESL ist leider geschlossen, zu gerne hätte ich mit ihm eine Runde gedreht. Dennoch sollte ich ihn noch in Betrieb erleben, wenn auch nur für den Bierkistentransport.
Nachdem wir uns einmal orientiert haben, ging es gleich mal die Talabfahrt hinunter. Die 6er Sesselbahn ist ja doch so schön neu, da muss man sie gleich nochmals fahren. Die Piste ist übrigens nett zum einfahren, nicht zu steil und nicht zu falch, darüberhinaus schön kuppiert, und immer im Blick, die Zugspitze, sogar die Seilbahn hinauf sieht man.
Unten angekommen, zieht es uns sofort wieder hinauf. Nach einem schnellen Wechsel zur 4er KSB stehen wir auch schon, nach weiteren 5 Minuten Fahrzeit an der oberen Mittelstation. Hier beginnt die fast neue 6er KSB/B „Gamsjet“, welche uns zum höchsten Punkt des Skigebietes bringen sollte und die DSB „Skihüttenbahn“. Zuerst war die 6er Sesselbahn dran, um mal das Gebiet von oben zu sehen. Die Fahrt verläuft über weite Latschenfelder, die immer noch nicht verschneit sind, dazwischen einzelne Rinnen, wo sich immer wieder Skifahrer durchschlängeln. Sie sind teilweise so ausgefahren, dass sie wie eine Bobbahn wirken. Und nein, ich werde es nicht ausprobieren. Oben angekommen, der obligatorische Rundblick, die Zugspitze grüßt, man denkt an die bayrischen Nachbarn und weis, dass GAP nicht weit weg ist.
Und die Abfahrt kann beginnen. Wieder runter zum Gamsjet, eine der zahlreichen Abfahrten, die sich hier anbieten wird dazu auserwählt, die anderen folgen im Lauf des Vormittages. Insgesamt muss uns der Gamjet 5 mal hoch transportieren, damit wir alle Varianten auskosten. Allesamt gut präpariert, die nachtaktiven Bullies haben gute Arbeit geleistet ;) .
Aber noch fehlt uns hier eine Bahn. Erraten, die DSB Skihüttenbahn fehlt noch, genau so wie das „Liftle“ im Tal. Und keine Aufstiegshilfe, die in Betrieb ist, wird ausgelassen.
Wir lassen den Gamjet links liegen und fahren vorbei an einem fast leeren Speicherteich, auf dessen Inhalt wir vermutlich gerade herumrutschen. Die Talstation ist sogleich erreicht, die Wartezeiten sind natürlich wieder gering. Kein Mensch vor uns, kein Mensch nach uns. Die DSB bedient aber hauptsächlich Pisten, die der Gamsjet auch bedient, also nichts aufregendes. Es ist mittlerweile 11 Uhr, Zeit, über einen Gebietswechsel nachzudenken, der aber nicht vor dem „Liftle“ und der 6er EUB im Tal auszuführen ist. Also zuerst 6er EUB und dann das „Liftle“. Runter geht es über die Familienabfahrt, die teilweise, weil im Wald, etwas eisig ist. Mir reißt es beinahe die Füße aus, so glatt ist ein Hang. Schnell haben wir die Talstation der 6er EUB erreicht, die uns wieder zur unteren Mittelstation bringt. Von dort aus geht es in flotten Schwüngen zum Liftle, einem alten Schlepper von DM. Die Piste ist nicht aufregend, manche Leute würden sie mit Anfängerhügel beschreiben, dementsprechend viele Beginner tummeln sich trotz Wochentag hier. Über einen Ziehweg erreichen wir um halb Zwölf die Talstation und verstauen unsere Utensilien im Auto. Lediglich der Fahrer tauscht seine fürs Autofahren nicht zu gebrauchenden Skischuhe gegen normale Schuhe und weiter geht es zur

Ehrwalder Alm.

Hier hatte ich widersprüchlich Meldungen gehört, sollte es da nicht eine neue 6er KSB/B geben? Oder ist denen da nicht was dazwischengekommen, na lassen wir uns überraschen. An der Talstation ist mehr Betrieb als im Nachbarskigebiet. Wir müssten mit einem weiter weg vorlieb nehmen. An der Talstation kommt Zillertalfeeling auf, das Design ist ja allzu bekannt. Im Ersten Stock der Station besteigen wir eine der zahlreichen 8er Gondeln von Swoboda. Zeit, Mittag zu machen. In der Gondel werden schnell 2 Schinken Käse Semmel zwischen dem Seilbahnfachgespräch, der Fotografiererei und dem Staunen (wie flach doch die Bahn ist) hinuntergewürgt. Auf nüchternen Magen wohlgemerkt. Durch die Überbeschäftigung vergeht die Fahrt wie im Flug. Die EUB kreuzt übrigens 2 weitere Liftanlagen; die 6er CLD/B „ Ganghofer Blitz“, benannt nach einem Dichter und den Kurvenschlepper. Beide Anlagen werden wir noch ausgiebig erfahren. Zuerst ging es zur 6er Sesselbahn, deren Talstation leider im Schatten lag. Die Wartezeiten hielten sich wieder in Grenzen, wir waren also schnell oben. Die Bergstation der Sesselbahn befindet sich übrigens genau dort, wo die vom Kurvenlift auch ist. Warum es dann noch den Kurvenlift gibt? Auf dieses Rätsel bekomme ich keine Antwort. Nach 3 Fahrten sind die Pisten ausgereizt, übrigens wurden die Pisten immer stumpfer zu befahren, es hatte den Anschein, das es Mitte April wäre, von den Temperaturen zumindest.
Jetzt ging es rüber zum Kurvenlift, dessen Schlepptrasse durch Matten fahrbar gemacht wurde. Auch hier waren die Pisten schnell abgefahren, da der Lift im Großen und Ganzen die selben Pisten bedient wie die 6er Sesselbahn. Schließlich erfuhren wir, was mit der neuen Sesselbahn passiert ist: auf den Pistenplänen ist sie existent, aber nicht in natura. Schade, hätte gerne dem Alpinforum eine neue Bahn vorgestellt. Blieb nur mehr ein Lift über: der SL Kämmli, der nur den Funparc bedient. Die DSB stand leider wegen Schneemangel still.
Das Gebiet war also ausgereizt, wohin jetzt? Wie schaut es in Biberwier aus, warst du auch noch nicht? Dann ist es klar, wohin es geht, auf zum

Marienberg.

Auch hier war man schnell eingetroffen, nur die obligatorische Umzieherei des Fahrers bremste etwas. In Biberwier angekommen, musterten wir als erstes die Panoramakarte, die beiden Sesselbahnen waren in Betrieb, die Schlepper oben nicht, damit kann man leben. Also runter zum Marienbergexpress, eine relativ neue 6er Sesselbahn von DM. Oben dann der Schock, die DSB war nur für Fußgänger offen. Pech, hier liegt auch noch zu wenig Schnee. Dafür war der „Schöne Hanglift“ offen, dieser Lift führte mal ganz hinauf, wurde aber mit dem Bau der DSB verkürzt und jüngst mit neuen Stationen ausgestattet. Die Stützen sind aber die schönen, alten Portalstützen von DM geblieben.
Also vergnügten wir uns den beiden Anlagen die letzten beiden Stunden bis halb 5. Und ja, wir haben sogar fast den letzten Sessel erwischt, leider kam uns noch wer nach, sonst wären wir die Letzten gewesen. ;)

Fazit des Gesamttages: 5 von 6
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Piste an der Marienbergbahn
Piste an der Marienbergbahn
Schöner Hanglift am Marienberg
Schöner Hanglift am Marienberg
6er KSB Marienberg I
6er KSB Marienberg I
Pistenzustand
Pistenzustand
Kurvenlift auf der Ehrwalder Alm
Kurvenlift auf der Ehrwalder Alm
6er Blitz Ganghofer
6er Blitz Ganghofer
Ehrwalder Almbahn
Ehrwalder Almbahn
Lermoos mit Talstation der Grubigsteinbahn
Lermoos mit Talstation der Grubigsteinbahn
Bierkistentransport mit der Einersesselbahn
Bierkistentransport mit der Einersesselbahn
Grubigalmbahn
Grubigalmbahn
Nettes Panorama
Nettes Panorama
Die neue Sesselbahn am Grubigstein
Die neue Sesselbahn am Grubigstein

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Huppi
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Beitrag von Huppi »

Toller Bericht... da werden Erinnerungen wach an gestern!
scheinen Tageslichtscheu zu sein, die Bullies
nur in diesem Punkt stimme ich dir nicht ganz überein... einfach mal auf die Rückseite der Talstation des Girak ESL schauen... ich habe dort gesichtet 1x PB 600; 1x PB300 W Kandahar; 1x PB 300 W; 1X PB300 Polar, 1X Pb 300

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Beitrag von PB_300_Polar »

Bei den Almbahnen von ehrwald musst du bei der Bergstation schauen etwas unterhlab von der Einfahrt von der EUB stehen meistens die Raupen.
Der Schnee kommt.....
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Roberto
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Beitrag von Roberto »

...die Sitzheizung, von ein paar Tirolern scherzhaft Hämoridenkocher genannt,...
...in Deutschland geht man etwas blumiger vor und nennt sowas Rosettenwärmer.

Ansonsten hübsche Bilder! Sieht ja richtig winterlich aus da.
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starli
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Beitrag von starli »

Bei dem eingeschränkten Betrieb am Marienberg wärt ihr besser ins Wetterstein-Gebiet - oder war das gar nicht offen bzw. auch nur sehr eingeschränkt?
Auch hier war man schnell eingetroffen, nur die obligatorische Umzieherei des Fahrers bremste etwas.
Man kann auch mit dem Bus fahren :) Und obligatorisch ist das gar nicht, ich fahr problemlos mittags 40-100km mit meinen Skischuhen Auto, wenn ich das Skigebiet wechsel. Hab aber auch Automatik und sicher mit meinen Strolz Maßskischuhen mehr Gefühl als einer mit 08/15-Schuhen ...
Dafür war der „Schöne Hanglift“ offen, dieser Lift führte mal ganz hinauf, wurde aber mit dem Bau der DSB verkürzt und jüngst mit neuen Stationen ausgestattet.
Nö, der Lift wurde erst vor wenigen Jahren verkürzt.. so ca. 5 ? Hatte es schon im Alpinforum als Neuigkeit gepostet..
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