Nun, die letzte Prüfung ist vorbei, und sogar mit sehr Gut abgeschlossen, jetzt kommt die Zeit, wo man sich massiv ums Hobby kümmern kann. Nachdem ich mich eigentlich entschlossen habe, nach Serfaus zu fahren, kam mir dann doch noch etwas dazwischen. Ein befreundetes Ehepaar, auch passionierte Skifahrer, riefen mich an, ob ich nicht ins Ausserfern mitkommen wolle. Da ich öffentlich dort kaum hinkomme (die Fahrzeiten sind länger als die Skifahrzeit), habe ich natürlich sofort zugesagt. Dort oben war ich schließlich noch nie und die Zugspitze kenne ich auch nur von Fotos aus dem Forum. Höchste Zeit also, dieses Wissensmanko auszubügeln.
Aber jetzt mal ganz der Reihe nach. Treffpunkt war um 8 Uhr angesetzt, schließlich wollen wir auch den ganzen Tag ausnützen. Punkt viertel nach Sieben fiept auch brav der Wecker, der mich so jäh aus meinen Träumen reißt. Ich tappe 3 Mal nach dem Wecker, bis ich es schaffe, ihn abzustellen. Danach geht es Richtung Bad, wo ein Blick in den Spiegel möglichst vermieden wird. Ich will mich ja nicht demotivieren. Nach einer kalten Dusche bin ich endlich munter, immerhin weis ich noch, was ich gestern gemacht habe.
Warum es mir so mies geht? Ganz einfach. Ich war am Tag davor auch Skifahren, und dann hatte ein Freund noch Geburtstag.... Trotz des Vorsatzes, nicht in den Spiegel zu blicken, passiert es mir trotzdem, mein einziger Gedanke, zu der Visage, die mir entgegen blickt: die Nacht war viel zu kurz.
Um 8 Uhr ist es so weit, ich stehe, immer noch müde, am vereinbarten Treffpunkt. Ich muss aufpassen, dass ich nicht einschlafe. Vielleicht hätte ich mir den Kaffee, den ich mir noch in der Wohnung gebraut habe, nicht trinken, sondern intravenös geben sollen. Doch jetzt Schluss mit den Gedanken, die Fahrgelegenheit ist eingetroffen. Rauf mit den Ski auf den Dachträger, rein ins Auto, und ab geht die Partie. Schön langsam werde ich munter, wirkt der Kaffee doch?
Wir haben schnell Innsbruck den Rücken gekehrt, und befinden uns auf der Inntalautobahn, welche wir vor Imst auch schon wieder verlassen. Die Schneekanonen in Hochimst laufen auf Hochtouren, ich mache eine Notiz an mich selbst: da musst du auch mal hin und klicke imaginär auf Speichern. Weiter geht es über den Fernpass, bis schließlich die Zugspitze in Sicht kommt, wir sind im Ausserfern. Und jetzt hatten wir mal wieder die Qual der Wahl. In Berwang noch viel zu viel zu, aber in Lermoos eine neue 6er Sesselbahn. Eigentlich ein Grund, dort mal vorbeizuschauen. In Biberwier war uns noch zu viel Schatten, die Ehrwalder Alm sollte zu Mittag drankommen. Also gut, der Plan steht, es folgt die Umsetzung:
Lermoos Grubigsten:
Um Kurz nach 9 steuert unser Steuermann die drei Mann in einem Boot / Auto (
Nachdem wir uns einmal orientiert haben, ging es gleich mal die Talabfahrt hinunter. Die 6er Sesselbahn ist ja doch so schön neu, da muss man sie gleich nochmals fahren. Die Piste ist übrigens nett zum einfahren, nicht zu steil und nicht zu falch, darüberhinaus schön kuppiert, und immer im Blick, die Zugspitze, sogar die Seilbahn hinauf sieht man.
Unten angekommen, zieht es uns sofort wieder hinauf. Nach einem schnellen Wechsel zur 4er KSB stehen wir auch schon, nach weiteren 5 Minuten Fahrzeit an der oberen Mittelstation. Hier beginnt die fast neue 6er KSB/B „Gamsjet“, welche uns zum höchsten Punkt des Skigebietes bringen sollte und die DSB „Skihüttenbahn“. Zuerst war die 6er Sesselbahn dran, um mal das Gebiet von oben zu sehen. Die Fahrt verläuft über weite Latschenfelder, die immer noch nicht verschneit sind, dazwischen einzelne Rinnen, wo sich immer wieder Skifahrer durchschlängeln. Sie sind teilweise so ausgefahren, dass sie wie eine Bobbahn wirken. Und nein, ich werde es nicht ausprobieren. Oben angekommen, der obligatorische Rundblick, die Zugspitze grüßt, man denkt an die bayrischen Nachbarn und weis, dass GAP nicht weit weg ist.
Und die Abfahrt kann beginnen. Wieder runter zum Gamsjet, eine der zahlreichen Abfahrten, die sich hier anbieten wird dazu auserwählt, die anderen folgen im Lauf des Vormittages. Insgesamt muss uns der Gamjet 5 mal hoch transportieren, damit wir alle Varianten auskosten. Allesamt gut präpariert, die nachtaktiven Bullies haben gute Arbeit geleistet
Aber noch fehlt uns hier eine Bahn. Erraten, die DSB Skihüttenbahn fehlt noch, genau so wie das „Liftle“ im Tal. Und keine Aufstiegshilfe, die in Betrieb ist, wird ausgelassen.
Wir lassen den Gamjet links liegen und fahren vorbei an einem fast leeren Speicherteich, auf dessen Inhalt wir vermutlich gerade herumrutschen. Die Talstation ist sogleich erreicht, die Wartezeiten sind natürlich wieder gering. Kein Mensch vor uns, kein Mensch nach uns. Die DSB bedient aber hauptsächlich Pisten, die der Gamsjet auch bedient, also nichts aufregendes. Es ist mittlerweile 11 Uhr, Zeit, über einen Gebietswechsel nachzudenken, der aber nicht vor dem „Liftle“ und der 6er EUB im Tal auszuführen ist. Also zuerst 6er EUB und dann das „Liftle“. Runter geht es über die Familienabfahrt, die teilweise, weil im Wald, etwas eisig ist. Mir reißt es beinahe die Füße aus, so glatt ist ein Hang. Schnell haben wir die Talstation der 6er EUB erreicht, die uns wieder zur unteren Mittelstation bringt. Von dort aus geht es in flotten Schwüngen zum Liftle, einem alten Schlepper von DM. Die Piste ist nicht aufregend, manche Leute würden sie mit Anfängerhügel beschreiben, dementsprechend viele Beginner tummeln sich trotz Wochentag hier. Über einen Ziehweg erreichen wir um halb Zwölf die Talstation und verstauen unsere Utensilien im Auto. Lediglich der Fahrer tauscht seine fürs Autofahren nicht zu gebrauchenden Skischuhe gegen normale Schuhe und weiter geht es zur
Ehrwalder Alm.
Hier hatte ich widersprüchlich Meldungen gehört, sollte es da nicht eine neue 6er KSB/B geben? Oder ist denen da nicht was dazwischengekommen, na lassen wir uns überraschen. An der Talstation ist mehr Betrieb als im Nachbarskigebiet. Wir müssten mit einem weiter weg vorlieb nehmen. An der Talstation kommt Zillertalfeeling auf, das Design ist ja allzu bekannt. Im Ersten Stock der Station besteigen wir eine der zahlreichen 8er Gondeln von Swoboda. Zeit, Mittag zu machen. In der Gondel werden schnell 2 Schinken Käse Semmel zwischen dem Seilbahnfachgespräch, der Fotografiererei und dem Staunen (wie flach doch die Bahn ist) hinuntergewürgt. Auf nüchternen Magen wohlgemerkt. Durch die Überbeschäftigung vergeht die Fahrt wie im Flug. Die EUB kreuzt übrigens 2 weitere Liftanlagen; die 6er CLD/B „ Ganghofer Blitz“, benannt nach einem Dichter und den Kurvenschlepper. Beide Anlagen werden wir noch ausgiebig erfahren. Zuerst ging es zur 6er Sesselbahn, deren Talstation leider im Schatten lag. Die Wartezeiten hielten sich wieder in Grenzen, wir waren also schnell oben. Die Bergstation der Sesselbahn befindet sich übrigens genau dort, wo die vom Kurvenlift auch ist. Warum es dann noch den Kurvenlift gibt? Auf dieses Rätsel bekomme ich keine Antwort. Nach 3 Fahrten sind die Pisten ausgereizt, übrigens wurden die Pisten immer stumpfer zu befahren, es hatte den Anschein, das es Mitte April wäre, von den Temperaturen zumindest.
Jetzt ging es rüber zum Kurvenlift, dessen Schlepptrasse durch Matten fahrbar gemacht wurde. Auch hier waren die Pisten schnell abgefahren, da der Lift im Großen und Ganzen die selben Pisten bedient wie die 6er Sesselbahn. Schließlich erfuhren wir, was mit der neuen Sesselbahn passiert ist: auf den Pistenplänen ist sie existent, aber nicht in natura. Schade, hätte gerne dem Alpinforum eine neue Bahn vorgestellt. Blieb nur mehr ein Lift über: der SL Kämmli, der nur den Funparc bedient. Die DSB stand leider wegen Schneemangel still.
Das Gebiet war also ausgereizt, wohin jetzt? Wie schaut es in Biberwier aus, warst du auch noch nicht? Dann ist es klar, wohin es geht, auf zum
Marienberg.
Auch hier war man schnell eingetroffen, nur die obligatorische Umzieherei des Fahrers bremste etwas. In Biberwier angekommen, musterten wir als erstes die Panoramakarte, die beiden Sesselbahnen waren in Betrieb, die Schlepper oben nicht, damit kann man leben. Also runter zum Marienbergexpress, eine relativ neue 6er Sesselbahn von DM. Oben dann der Schock, die DSB war nur für Fußgänger offen. Pech, hier liegt auch noch zu wenig Schnee. Dafür war der „Schöne Hanglift“ offen, dieser Lift führte mal ganz hinauf, wurde aber mit dem Bau der DSB verkürzt und jüngst mit neuen Stationen ausgestattet. Die Stützen sind aber die schönen, alten Portalstützen von DM geblieben.
Also vergnügten wir uns den beiden Anlagen die letzten beiden Stunden bis halb 5. Und ja, wir haben sogar fast den letzten Sessel erwischt, leider kam uns noch wer nach, sonst wären wir die Letzten gewesen.
Fazit des Gesamttages: 5 von 6