MacMof wir holen gleich mal den „Gouvernator“. Sicher ist er beim nächsten Treffen bestimmt wieder dabei.
Ja, ja der Arnie, das alte Haus, hat jetzt bei den Amis das Sagen.
"Ungloablisch"
Na kommt, bitte seid nicht so hart (wir NRW'ler müssen doch zusammen halten)!skikoenig hat geschrieben:Bin mir noch nicht ganz im klaren über den aktuellen Strafenkatalog!
Aber bei 52 Beiträgen in 1Woche ist schon mal 2Wochen Forumsverbot angebracht! Oder Fotos von mind. 10 Liftbaustellen!
Richtig, hatte ich auch so in Erinnerung, meine sogar, dass die extrem lange ausser gefecht gesetzt war, deswegen war ich mir auch nicht sicher, ob die überhaupt wieder in Betrieb gegangen war!Die Bahn auf den Drachenfels hatte in den 50er Jahren wohl mal einen ziemlich grauenhaften Unfall, der die Anlage wohl für einige zeit außer Gefecht gesetzt hatte
Bild : Die Zahnradbahn zum Drachenfels in einer Originalzeichnung von Rudolf Lichtenberg kurz nach der Fertigstellung.Gründerzeit im Siebengebirge - Die Drachenfelsbahn als Folge des Aufbruchs
Der sagenumwobene 321 m hohe Gipfel des Drachenfels liegt wie der Petersberg unmittelbar am Rhein und bietet einen wunderbaren Blick zwischen Norden, Westen und Süden. Nach Napoleon und dem Aufwachen der Deutschen als Nation, begann die Rheinromatik aufzublühen. Mit den ersten Raddampfern zogen die ersten Reisenden aus England und Holland den Rhein aufwärts. In verschiedenen Schriften beschrieben sie die Schönheit der Landschaft des Siebengebirges.
Bonner Studenten wanderten zur Abwechslung ins Siebengebirge. Mit dem Bahnbau wurde das Siebengebirge Erhohlungsgebiet nicht nur für die Bonner, sondern auch für die Kölner, die am Wochenende hier wandern konnten. Besonders der Drachenfels war ein beliebtes Ziel, da von hier aus ein weiter Blick bis zu hohen Acht in die Eifel möglich ist.
Mit der Gründerzeit des letzten Jahrhunderts (siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts) gab es einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, der zwar rasch in einen großen Börsenkrach (1873) mündete, trotzdem wurde weiter stark investiert. Die Kleinstaaterei war von gestern und in Büchern, Zeitungen wurde häufig vom Rhein geschwärmt. Immer mehr Touristen kamen vorbei und stürmten auf den Berg. Königswinter hatte stark steigende Übernachtungszahlen. Schon damals wurde der Drachenfels der meist besuchte Berg Europas. Nur der Zuckerhut in Rio hat mehr Besucher als der Drachenfels weltweit.
1881 beantragte der Aufsichtsrat und der Vorstand der "Deutschen Lokal- und Straßenbahngesellschaft" die Konzession zum Bau einer Bergbahn zum Gipfel des Drachenfels. (die historischen Wertpapiere dieser Gesellschaft , 5000 wurden gedruckt – sind heute über DM 1000 in Sammlerkreisen wert!)
In der Region war dies eine Sensation. Diese Gesellschaft betreute verschiedene Bahnprojekte im Ruhrgebiet und am Niederrhein. In der damaligen Zeit war es für die Bevölkerung kaum vorstellbar, daß eine Lokomotive den steilen Berg zum Drachenfels bezwingen könnte.
Später wurde es offiziell, im Lokalblatt "Echo des Siebengebirges" wurde bekanntgegeben, daß es schon in der Schweiz eine Bahn gibt, die einen steilen Berg hinauffährt. Am Rigiberg bei Vitznau fährt seit Jahren eine Bahn den Berg hinauf. Ein Herr Riggenbach hat diese Dampfbahn konstruiert und gebaut. Seit 1866 gibt es aber schon in Amerika die erste Zahnradbahn der Erde.
In der Mitte zwischen den üblichen zwei Schienen liegt eine dritte Zahnschiene. In diese Stange paßt genau die Zahnung eines Rades, daß die Lokomotive als drittes Rad an ihrer Treibachse führt.Die Lokomotive schiebt diese Wagen den Berg hinauf, so daß kein Wagen sich selbständig machen kann.
Die Kutscher und Reittiervermieter fanden die Neuerung gar nicht gut, da sie schwindende Geschäfte befürchteten. Sie sagten, diese Gesellschaft würde von Fremden geführt und würde den Einheimischen die Butter vom Brot nehmen. Die Freude an der Natur würde zudem gestört, durch diese neuartige Bahn.
Zwischen Bonn und Königswinter dachten viele so, daß die Natur Natur bleiben sollte. Nur in Köln glaubte man an den Fortschritt und begrüßte in der Kölnischen Zeitung den weiteren Schritt.
Ein Jahr später nach den ersten Gerüchten kamen die Landmesser und Ingenieure nach Königswinter. Die Besitzer der Grundstücke hatten der Gesellschaft den nötigen Boden schon verkauft und schon 1882 sollte, so planten des die Ingenieure die Bahn den Berg hinaufkriechen.
Zur gleichen Zeit baute der Baron Sarter das Drachenschloß und da sah man schon, wie lange es dauerte, bis die Baustoffe in der Höhe ankamen und der Bau voranging. Innerhalb von wenigen Monaten kann keine ganze Bahn den Berg hinauf gebaut werden- das ist unmöglich.Im November 1882 konnte Einigkeit über den Streckenbau mit der Verwaltung erzielt werden und der Bau begann. Die Strecke sollte auf 1,5 km einen Höhenunterschied von 220 m überwinden. Die Planer haben die Strecke so geschickt angelegt, daß von fast keiner Seite die Bahn direkt zu sehen ist. Der Blick zum Drachenfels wurde nicht gestört !
Je näher der erste Spatenstich sich näherte, um so größer wurden die Auseinandersetzungen um dieses Projekt. Schon im November 1882 kamen dann die Kolonnen von Arbeitern um die Bahn zu bauen.23000 cbm Erde waren zum Großteil von Hand zu bewegen, diese Masse mußten gehoben, transportiert und aufgeschüttet werden 4537 cbm Mörtelmauerwerk, 1211 cbm Trockenmauerwerk waren herzustellen
An der Talstation wurde eine weite offene Halle gebaut, zudem eine Werkstatt, Vorratsräume, eine Wasserstation und eine Schiebebühne.
Bis Pfingsten 1883, passend zum Beginn der Sommersaison,sollte alles fertig sein.In den Zeitungen gewann der Bau der Bahn immer mehr Platz, wobei die Stimmung zwischen Bewunderung und Ablehnung schwankte.
Die Kosten für die Bahn, waren für die damalige Zeit beachtlich. Der Grund und Boden kostete 167297 Mark. Insgesamt mußten für den Bau der Bahn 611 719 Mark aufgewendet werden ! Zu Pfingsten 1883 war dann auch alles fertig. Der Betrieb konnte beginnen.3 Lokomotiven und 6 Wagons mit je 40 Sitzplätzen wurden gefertigt.Schon zu Ostern pilgerten tausende zur neuen Bahn, um das Wunderwerk zu besichtigen. Gemessen an den Vorjahren hatte sich der Zulauf zum Siebengebirge durch die Bahn noch verstärkt.
Am 14. Juni 1883 war es dann soweit, die erste Lokomotive mit Wasser und Kohle gefüllt wartete auf ihren Einsatz. Die erste Testfahrt fand mit einem Lokaljournalisten statt.
Am 7.Juli 1883 wurde die Bahn abgenommen und der Betrieb startete ab dem 17.Juli 1883Innerhalb von 14 Tagen fuhren 5554 Personen mit der Bahn den Drachenfels hinauf – ein voller Erfolg für die neue Bahn.Der August brachte 16000 Berg und 11000 Talfahrten Mit dem Oktober und dem einsetzenden Herbstwetter gingen die Zahlen stark zurück.Insgesamt fuhren im ersten Jahr 63000 Personen mit der Bahn
1908 wurde das 25 jährige bestehen der Bahn gefeiert. 2,6 Millionen Passagiere fuhren mit der Bahn.
Mit dem ersten Weltkrieg wurde der Betrieb eingestellt, da die Mannschaft in den Krieg ziehen mußte.
1919 fehlten die Kohlen für die Bahn und erst 1923 wurde Schuppen und Schalter wieder aufgebaut.
Schon 1913 trennte sich die Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft von ihren Bergbahnunternehmen. Der neue Besitzer war Ferdinand Mülhens, Chef und Inhaber des weltbekanntes Hauses 4711.
Der großzügige Gründer und Stifter nutze die Chance zum Kauf, um die Attraktivität des Siebengebirges zu erhalten Seit 1889 bestand die Petersbergbahn, zusammen mit dieser baute er die Bergbahnen im Siebengebirge AG auf.1914 erbaute er das Kurhotel Petersberg.
Auch in seinem Sohn Peter Mülhens hatte das Siebengebirge einen Freund (Die Erben der Familie Mühlens sind die Besitzer bis heute), allerdings löschte der Krieg beide aus und die Erben betreuen die Bahn bis heute
Mit dem 2. Weltkrieg kam auch das Unheil für die Bahn. Bis September 1944 blieb die Bahn in Betrieb. Auch mitten im Krieg transportierte die Bahn noch 77000 Fahrgäste an 24 Sonntagen !
März 1945 sorgten die Bombenangriffe der Amerikaner für erhebliche Beschädigungen. Während die Petersbergbahn drei Volltreffer erhielt, gab es bei der Drachenfelsbahn nur einen Volltreffer.
Ab 1947 wurde der Betrieb wieder aufgenommen, die Genehmigung der Besatzungbehörden trafen ein. An 27 Betriebstagen beförderte die Bahn immerhin 117000 Personen.
Viele Besatzungsangehörige erkauften sich die Fahrt zum Drachenfels mit einer Zigarette. Jeder Ober nahm diese Zigarette wieder an und verkaufte sie an die nach Tabak lechzenden Gäste weiter. Die Bahn gab eine gute Leistung gegen fast wertloses Papiergeld ab.
Schon vor dem Krieg dachte man über eine Elektrifizierung der Drachenfelsbahn nach, aber erst danach brach man mit der Tradition der Dampflokomotiven, nach 70 Jahren Dienst.
Ab dem 12.6.1953 gab es dann endlich eine elektrische Bahn auf dem Drachenfels, die bis heute in Betrieb ist.
1958 kam es zu einem schweren Unfall auf der Bahn. Im September entgleiste die Bahn, da sich das Zahnrad verklemmte. 17 Menschenleben waren zu beklagen.
1959 wird der Betrieb der Petersbergbahn eingestellt und durch Omnibusse ersetzt.
1965 wird die gesamte Gleisstrecke neu ausgebaut.
Deswegen habe ich das wichtige für dieses Topic markiert!Also, Ich denke keiner hat sich oben den Text durchgelesen, ist ja viel zu lang