Im Rahmen der Bozner Messe Alpitec werden mittels historischer Plakate Südtirols Pionierleistungen im Bereich der technischen und touristischen Erschliessung der alpinen Landschaft ins Rampenlicht gerückt. Vom 9. bis 11.April 2008. Die Ausstellung Immer auf Draht… will mit den historischen Plakaten das Bewusstsein für die technischen Pionierleistungen stärken. Seilbahngeschichte geschrieben hat Südtirol schon zu Kaisers Zeiten mit der ersten öffentlich zugelassenen Personenbergschwebebahn der Welt von Bozen nach Kohlern (1908).
Der erste Weltkrieg bereitet dem Aussichtstourismus ein jähes Ende. Seilbahn-Ingenieur Luis Zuegg baute nach der Vigiljoch-Bahn (1912) Kriegsbahnen an der Dolomitenfront.
Dank dieser Erfahrungen wurde Zuegg mit der Musterseilbahn Meran Hafling 1923 zum Bahnbrecher.
Luis Zuegg und Karl Hölzl waren auch Erbauer der für die Winterspiele der faschistischen Hochschuljugend in Auftrag gegebenen Seilbahn von St. Ulrich auf die Seiser Alm (1937).
In Corvara gab es um diese Zeit eine „Slittovia“ .
1947 baute der Hotelier Erich Kostner mit Karl Hölzl und dem heutigen Weltleader Italiens ersten kollaudierten Sessellift auf den Col Alt.
Aus bescheidenen Anfängen heraus entwickelte sich auf Initiative von Erich Kastlunger und Kostner das grösste Skikarussel der Welt. Der Tarifverbund wurde unter Gianni Marzola zum Hightech –Unternehmen mit inzwischen mehr als 460 Anlagen und einer Gesamtförderleitung von 580.000 Personen pro Stunde.
Die Projekt- und Baugeschichte der Bergbahnen in Alt Tirol gibt Einblick in ein ungewöhnlich interessantes Zeitbild. Die Aufbruchstimmung in Wirtschaft, Politik und Kultur der ausklingenden Donaumonarchie prägen die Eisenbahn- und Fremdenverkehrsgeschichte im altösterreichischen Tirol.
Das Tauziehen zwischen der Wiener und Tiroler Eisenbahnpolitik, der Konkurrenzkampf mit dem Fremdenverkehrsaufsteiger Schweiz, die nationale Konfliktsituation im mehrsprachigen Grenzland des südlichen Tirols machen die altösterreichische Bahnlandschaft von Kufstein bis zum Gardasee zu einem heißen Pflaster, das zu technischen Pionierleistungen angespornt hat.
Das vielfach unwegsame und steile Gelände der Alpenregion Tirol hat es Planern, Ingenieuren, Bauherren und Arbeitern bei der technischen Erschließung nicht gerade leicht gemacht. Doch gerade diese widrigen geographischen Bedingungen, die Höhenunterschiede und die wilden, noch ungezähmten Wasserressourcen waren Herausforderung und Chance zugleich. Bergbahnen und Kraftwerke hierzulande zählen weltweit zu den technischen Highlights des vorigen Jahrhunderts. Der geniale Lösungsansatz und das vorhandene Krativitätspotenzial haben zu Meisterleistungen der Technik geführt.
Der Fremdenverkehr ist eines der bedeutendsten Phänomene des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Entwicklung des Tourismus geht einher mit der technischen Entwicklung. Das 19. Jahrhundert wird deshalb zu Recht als ein ausgesprochen technisches Zeitalter bezeichnet. Die Eisenbahn wurde für Tirol nach der Jahrhundertmitte zu einem festen Begriff und die Seilbahnen sorgten für die Erschließung der Berge.
23 ausgewählte Plakate im Foyer der Messehalle eröffnen einen faszinierenden Einblick in die Bahnlandschaft Alttirols und den Aufsteiger Fremdenverkehr.
Die landschaftliche Schönheit, Technik und Natur werden in der Plakatkunst aussagestark umgesetzt von Künstlern wie Josef Weber Tyrol (Stubaitalbahn, Vigiljoch-Seilbahn, Valsuganabahn), Paul Tautenhahn (Hungerburgbahn) Tony Grubhofer (Überetscher Bahn und Rittner Bahn), Max von Esterle (Trient Malè Bahn), Albert Stolz (Kohlerer Bahn), Otto Barth (Langkofelhütte).
Eine Ausstellung von: Kuratorium für technische Kulturgüter
Plakate : Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Zeughaus, historische Sammlungen.
Gestaltung: Karlheinz Steiner, Wittfrida Mitterer.
Messe Bozen
Text und Bild: tecneum.it
Dresdner