Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

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Arlbergfan
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Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von Arlbergfan »

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Anfang Februar war ich zusammen mit Freerider84 für eine Woche lang als Skilehrer im Alpen-Mekka Ischgl tätig. Wir sind beide eher ein ruhiges Skigebiet gewöhnt, nicht so viel Trubel und alles überschaubar. Genau deswegen wollten wir uns mal das komplette Gegenteil ansehen, damit wir auch diese Erfahrung mitnehmen können.

Mit Vorfreude aber auch mit einem etwas mulmigen Gefühl gings am 31.1. gegen Mittag von Innsbruck ins Paznauntal. In Innsbruck war eine dicke Hochnebelschicht und so waren wir beide mehr oder weniger eher spät aus den Federn gekommen. Als wir jedoch den Tunnel bei Imst hinter uns gebracht hatten, strahlte uns blauer Himmel an. Also was soll der Geiz, schnell Skier ausgepackt und noch nen Skigebietspunkt in Kappl abgeholt. Nettes kleines Skigebiet das mit 2 guten 4KSB ziemlich viel Skiraum erschließt. Nur die Talabfahrt ist sehr gewöhnungsbedürftig.

Um spätestens 17Uhr sollten wir im Büro der Skischule sein. Schon beim Betreten des Dorfzentrums mit dem dröhnenden Kuhstall und den vielen Menschenmassen die einem entgegenlaufen weiß man, was in Ischgl an der Tagesordnung steht. Massentourismus vom Feinsten.

Im Skilehrerbüro ging recht flott alles über die Bühne...das tolle Outfit haben wir gleich ins Herz geschlossen. Ganz neue hellblaue Halti-Anzüge. Wir mussten einen Zettel unterschreiben, dass wir doch 300 Euro zahlen müssen, falls dem teurem Stück was zustößt. Zu schade aber auch.
Als wir unser Quartier aufsuchten kam der erste Wehrmutstropfen. Als Skilehrer in Ischgl wohnst du natürlich nicht dort. Nein, nein, du wohnst 8km weit entfernt in Kappl. Nun ja, das heißt, mit dem Feiern am Abend wirds etwas schwierig.

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Nichtsdestotrotz stürzten wir uns am ersten Abend noch ins Nachtleben. Trofana, Skihütte, Fire&Ice, Kuhstall, Post, Pascha. Alles wurde abgeklappert. Am Ende war eines klar. Man kann ganz schnell arm werden!

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1. Tag. 9:00 Idalp. Kindergarten. Einweisung vom Chefskilehrer.

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Von da an war klar: Als Skilehrer mit einer deutschen Ausbildung hast du in Tirol wenig zu sagen. Sie dürfen, egal wie hoch die Ausbildung ist, rechtlich gesehen nur Leute als Skilehrer beschäftigen, die die Skilehrerprüfung in Tirol abgelegt haben. Wir arbeiten also als Kinderskilehrer. Das geht. Gesagt getan stand ich die nächsten Tage im Kinderland auf 2300m, hab schreiende 3 jährige versucht zu beruhigen, hab zig Kinder wieder auf die Beine gestellt und unter anderen das Maskotchen der Skischule "BOBO" gemiemt. Klar kann man sagen, das ist jetzt nicht der beste Job, aber denkt mal drüber nach: Wer sonst kann schon auf 2300m eine Woche lang in der Sonne stehen und dabei noch Geld verdienen. Ja, doch, das war schon recht angenehm! 8)

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Und noch ein kleines Video von einem Mädel, dass ich zu gerne hatte. Ich darf vorstellen: Katharina, 3 Jahre alt, aus Deutschland! Super Kind!

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Ein weiter Plus am Skilehrerjob ist, dass man normalerweise vor der Arbeit und auch nach der Arbeit noch ne Stunde selbst fahren kann. Klar fordert das auch Selbstdisziplin, sich jeden morgen um halb 8 aus dem Bett zu schmeißen, egal wie lang die Nacht am Tag zuvor ging, aber ich kann das besonders in Ischgl nur empfehlen. Gleich hoch auf die schweizer Seite und dort die ersten Abfahrten auf platt gewalzten Pisten in der Morgensonne genießen. Die Fotos bestätigen das:

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^^ 8:30 geht bestimmt die erste Bahn zur Idalp hoch. Die Liftschneise der Silveretta- und Fimbabahn ist immer wieder beeindruckend!

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^^ Nächster Lift ist die Flimjochbahn. Meistens fährt sie schon 10 vor 9, so dass man wirklich oben mit den ersten Sonnenstrahlen das Skifahren beginnen kann.

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^^ Dann erwartet einem so ein Anblick. Wunderbar!

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^^ Besonders die 6KSB Greitspitzbahn ist am morgen ein heißer Tipp!

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^^ Der Blick Richtung Palinkopf lässt allen Skifahrern das Wasser im Munde zusammenlaufen.

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^^ In der 6KSB Höllbodenbahn

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^^ 2 wunderbare Beschäftigungsanlagen. 6KSB Zeblasbahn und die 4KSB Palinkopfbahn.

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^^ Trotzdem heißt es spätestens um 10 Uhr ... Kinderland!

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^^ Doch bereits um 15 Uhr gehts wieder los und man versucht noch 2-3 gute Runs zu machen.

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^^ Auf der Idalp sammeln sich in der Zwischenzeit die Menschen...

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^^ ...aber wir genießen nochmal das Bergpanorama...

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^^ ...genießen die Ruhe, die hier oben einkehrt.

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^^ An manchen Tagen kommen tollen Stimmungen zustande!

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^^ Am Ende jeden Tages sieht doch alles wieder gleich aus...

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^^ ...und eine Armee von Pistenraupen rückt aus, damit der Massentourismus am nächsten Tag genauso gut läuft, wie die Tage zuvor!


Fazit unseren Aufenthalts:
Ischgl ist kein Skiort, Ischgl ist eine durchorganisierte, rießige Freizeit-Erlebniswelt, die ganz und gar darauf aufgerichtet ist, möglichst viele Menschen zur gleichen Zeit zu beglücken. Im freien Skiraum gelingt dies am besten, wenn man sich aber den Talabfahrten zuwendet wird eines schnell klar: Man ist hier nicht alleine. Dann kommt der Abstecher in den Kuhstall oder ins Schatzis (wo Gogogirls auf dem Tresen tanzen) und spätestens hier wird klar: Geld spielt keine Rolle, auch nicht in der Wirtschaftskrise.
Bei der Skischule ist das nicht anders. Egal wie viel Mühe man sich gibt, die Leute kommen sowieso. In anderem Skiorten brüllen Skigruppen um die Wette "Zickezackezickezacke-HEUHEUHEU"...in Ischgl hört man keine einzige. Trotzdem sind die Kurse auch in der Zwischensaison gut gebucht. Der Rubel läuft, die Maschine Ischgl auch und solange dies so ist, wird Ischgl das Alpen-Mekka auch bleiben. Ich bin gespannt, wie lange das so bleibt!
Zuletzt geändert von Arlbergfan am 27.02.2009 - 12:53, insgesamt 1-mal geändert.
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superman
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von superman »

hallo arlbergfan,

toller bericht :wink:

ich gebe dir mit allem vollkommen recht. war vor paar jahren die wintersaison als skilehrer in st anton....da ist es ähnlich wie in ischgl. ich würde meine kinder niemals in solch einem skigebiet zur skischule schicken.
bei mir in der skilehrerausbildung (habe die skilehrerlizenz in österreich gemacht) waren leute aus australien, dänemark etc , die haben noch nie auf ski gestanden.....die wollten bzw haben den anwärter gemacht um in ischgl, st anton, sölden usw in der skischule zu arbeiten. wurden dort auch genommen und als kinderskilehrer eingesetzt!
und die deutsche skilehrerausbildung wird damit gleichgestellt....ein witz!
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von xcarver »

schöner, interessanter bericht :)
@arlbergfan: was hast du für eine ausbildung?
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von harry1988 »

Hey Arlbergfan,

vielen Dank für die Schilderung deiner Eindrücke. Ich hab letzte Saison selber 2 Monate als Skilehrer in Ischgl gearbeitet, insofern freut es mich besonders von dort mal einen Skischulbericht zu lesen.

Ich habs grundsätzlich dort ja ganz cool gefunden, allerdings ist die Skischule halt ein extremer Massenbetrieb und die Bezahlung, naja wie soll man sagen, nicht gerade auf hohem Niveau. :roll:

Würd auf jeden Fall gerne mal wieder hin, wenn sichs ausgeht.
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Arlbergfan
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von Arlbergfan »

xcarver hat geschrieben:schöner, interessanter bericht :)
@arlbergfan: was hast du für eine ausbildung?
Ich hab die deutsche Grundstufe. Das ist ein bisschen besser sagt man, als der österreichische Anwärter. Eigentlich müsste ich auch mal eine höhere Ausbildung in Angriff nehmen, aber erstens mag ich nicht mehr beim Deutschen Skilehrerverband ne Prüfung ablegen und zweitens ist mir das einfach zu viel Geld. Der Kurs inclusive Prüfung kostet 800 Euro und dafür verdienst du dann 5 Euro mehr pro Tag als mit der normalen Ausbildung.
harry1988 hat geschrieben:Ich habs grundsätzlich dort ja ganz cool gefunden, allerdings ist die Skischule halt ein extremer Massenbetrieb und die Bezahlung, naja wie soll man sagen, nicht gerade auf hohem Niveau. :roll:
Die Bezahlung fand ich relativ normal. In Maria Alm gabs auch nicht mehr. Wo hast du denn damals gewohnt? Das fand ich eher ein bisschen nervig.

Ich werde nächste Woche auch noch den Skilehrerbericht von Maria Alm reinstellen. Da sieht man dann den Unterschied. ;-)
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von harry1988 »

Ich hab in Kappl, Weiler Wiese, bei den Appartements Zangerle gewohnt. Die Unterkunft empfand ich aber als recht ok, zumal ich in einem gemütlichen Doppelzimmer gewohnt hatte und mein Mitbewohner recht lässig war.

Wo hast denn du gewohnt? In Ulmich und Nederle ists ja nicht sonderlich aufregend, soweit ich weiß.
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piano
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von piano »

Argh, frisch gewalzte, unverspurte Pisten in der Morgensonne - das ist sogar in Ischgl ein Traum.
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Re: Skilehrerbericht ***ISCHGL*** 01.02. - 07.02.2009

Beitrag von Arlbergfan »

harry1988 hat geschrieben:Ich hab in Kappl, Weiler Wiese, bei den Appartements Zangerle gewohnt. Die Unterkunft empfand ich aber als recht ok, zumal ich in einem gemütlichen Doppelzimmer gewohnt hatte und mein Mitbewohner recht lässig war.

Wo hast denn du gewohnt? In Ulmich und Nederle ists ja nicht sonderlich aufregend, soweit ich weiß.
Ich glaub sogar da haben wir im gleichen Haus gewohnt. Das Wohnen fand ich auch recht angenehm. Da kenn ich aus Maria Alm schon viel schlimmere Absteigen. Aber ich finds halt einfach a bissl schade, dass man nicht näher an Ischgl wohnt. Das Skibusfahren find ich schon ziemlich nervig.

piano hat geschrieben:Argh, frisch gewalzte, unverspurte Pisten in der Morgensonne - das ist sogar in Ischgl ein Traum.
Wie sogar in Ischgl? Diese Stimmung da in Samnaun hab ich bisher in noch ganz wenigen Skigebieten erlebt! ;-)
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