Auf Skitour alleine

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Jubi
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Auf Skitour alleine

Beitrag von Jubi »

Also ich bin jetzt schon zahlreiche Skitouren gegangen, aber noch nie alleine.
Kann die Lawinengefahr auch recht gut einschätzen, jedoch bleibt ja immer ein Restrisiko.

Ich habe jetzt schon oft gehört und hatte anfangs auch die Meinung, dass man nicht alleine auf Skitour gehen sollte. Wenn ich ehrlich bin, desto mehr Touren ich mache, desto unbegründeter finde ich diese Meinung.

In einer Gruppe unterwegs zu sein, bedeutet auch immer einen gewissen Gruppen zwang, mal mehr mal weniger, aber er ist in jeder Gruppe vorhanden.

Beispielsweise wenn man in nen Heißen Hangbereich kommt, der gerade so über der Grenze dessen ist wo man alleine abbrechen würde, jedoch gerade noch vertretbar ist (Nach Lehrmeinung...).
Würde man alleine eher umdrehen als wenn man zu zweit unterwegs ist! Meist kommt dann der Gedanke wenn ich umdreh muss der andere auch, also vermassel ich nicht nur mir den Aufstieg sondern auch meinem Partner und deswegen schraubt automatisch jeder seine Grenze rauf. Oder man denkt sich wenn der andre nichts sagt oder umdreht ist das schon in Ordnung. (Im besten Fall denkt sich das dann jeder ;-) ) (Auch wenn das Falsch ist, es macht meiner Meinung nach jeder, der eine mehr der andere weniger). Ein Gruppenphänomen aus dem Motorradsport beweist das auch, wenn der eine Überholt muss ich auch noch überholen damit ich dran bleibe, auch wenn das Überholmanöver Gefährlich und wenn man alleine unterwegs ist nie gemacht werden würde. (Da gibt es zick Fallbeispiele aus anderen Teilen des Lebens, und egal wie Selbstbewusst oder Meinungsstark man ist es betrifft irgendwie jeden). Das gleiche ist auch das man nur noch auf Harte Fakten hört und weniger auf sein Gefühl von dem man sich eigentlich auch leiten lassen sollte. (ABer wie soll man das seinem gegenüber Plausibel erklären können, deswegen wird man meist erst umdrehen wenn man ein richtig schlechtes Gefühl hat und nicht schon bei nem mulmigen bis starken)

Deswegen sehe ich eigentlich den einzigen Vorteil zu zweit unterwegs zu sein dass man im Notfall Hilfe hat die man so natürlich nicht hat und wenn man dann richtig verschüttet werden sollte, wird man dies nicht überleben. Gleichzeitig geht man in na Gruppe mehr Risiko ein. Das heißt das Risiko verschüttet zu werden wird Größer.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was ist besser???

Ich bin zu der Meinung gekommen wer im Sommer alleine Hochalpine oder Gefahrenreiche Touren macht kann auch alleine auf Skitour gehen. Im endefekt muss das jeder selber beurteilen. Aber vielleicht kann ich mich ja überzeugen lassen dass dies gerade bei SKitouren nicht gemacht werden sollte :-)

Wie ist denn eure Meiinung zu diesem Thema?

p.s. Habe üübrigens über diese Thema mal gegoogelt und habe keine vergleichbare Diskosion gefunden.

:twisted:

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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von Foto-Irrer »

Die Gefahr, alleine zu verunglücken und kein zweiter ist zur Hilfe zur Stelle, ist m.E. IMMER größer als die Gefahr, die durch Leichtsinn in der Gruppe entstehen würde.
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3303
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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von 3303 »

Ich habe noch nie eine Skitour gemacht, kenne aber zumindest eine Person sehr gut, die auch oft alleine so unterwegs ist. Im Gegenzug gibt es natürlich die einhellige Meinung, dass man sowas nie alleine machen sollte.
Ich sehe es so, dass das einfach jeder selbst für sich entscheiden muss.

Bezüglich Sommertouren sehe ich das ähnlich. Beim Wandern sind die potentiellen Risiken im Endeffekt genau so groß, wenn man allein unterwegs ist.
Ich persönlich kehre beim Wandern alleine eher um als in der Gruppe, wenns brenzlich wird. Ob das jetzt das Risiko des Alleingehens kompensiert, lässt sich mE nicht pauschal beantworten, da sich manche Risiken durch Umkehren nicht ausschalten lassen. Tendenziell wird man allein jedoch einem höheren risiko ausgesetzt sein.
Wandern habe ich öfters alleine gemacht und es kann eben wie bei Skitouren etwas passieren, das einem den Rückzug unmöglich oder schwer möglich macht.
Steinschlag, Abrutschen, Abstürzen, Fuß verletzen etc. - alles Sachen, die man nicht grundsätzlich durch Equipment verhindern kann. Es ist mE im Endeffekt dann genau so gefährlich, wie allein auf Skitour zu gehen. Über die Höhe des Risikos entscheiden dann die Verhältnisse und die Frequentierung.
Bei trockenem Hochdruckwetter in der Ferienzeit den Heilbronner Weg zu gehen ist eben etwas vollkommen anderes als z.B. im Herbst auf Berge wie den Piz Duan im Bergell zu steigen, wo vielleicht einmal pro Woche jemand drauf ist, wenn überhaupt.
Wenn man dann kein Telephonnetz hat, wovon man in vielen Gegenden ja ausgehen muss, kann man dann nachts z.B. schnell erfrieren.

Mein Fazit: Jeder selbst muss es wissen. Ich würde nicht auf eine Tour verzichten wollen, wenn sich niemand findet, der mitkommt. Gleichzeitig würde ich aber natürlich nicht öffentlich empfehlen, allein zu gehen.
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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von jens.f »

3303 hat geschrieben: Bezüglich Sommertouren sehe ich das ähnlich. Beim Wandern sind die potentiellen Risiken im Endeffekt genau so groß, wenn man allein unterwegs ist.
Ich würde sagen, das man das nicht vergleichen kann - m.e. sind die Risiken - im Winter und Sommer ganz anders.

Das größte Todes-Risiko sind im Winter eindeutig Lawinen - und bei Lawinen ist nun mal der Zeitfaktor sehr entscheidend. Nach 30 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit rapide!

Sprich: Hier ist es noch wichtiger als im Sommer, dass jemand in der nähe ist und a) sofort die Rettung anruft und b) selbst versuchen kann, den verunglückten zu retten.
Kammeradenrettung ist immer noch das "beste" Überlebensmittel bei Lawinen.

Aber auch bei anderen Verletzungen ist der Zeitfaktor im Sommer ein anderer als im Winter:
Wenn man sich bei einer Wanderung im Sommer das Bein bricht und nicht mehr weiterkommt, wird man im Notfall sicher trotzdem die Nacht überleben und dann am nächsten Tag hoffentlich bei der Suchaktion gefunden werden.
Wenn man aber im Winter nicht weiterkommt und nicht gerade eine biwak-Ausrüstung dabei hat, sieht das schlecht aus - wenns nicht gerade eine sehr warme Frühlingsnacht ist, würde ich die Überlebenswahrscheinlichkeit eher gegen 0 sehen..

Gruß, Jens
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3303
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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von 3303 »

jens.f hat geschrieben:
3303 hat geschrieben: Bezüglich Sommertouren sehe ich das ähnlich. Beim Wandern sind die potentiellen Risiken im Endeffekt genau so groß, wenn man allein unterwegs ist.
Ich würde sagen, das man das nicht vergleichen kann - m.e. sind die Risiken - im Winter und Sommer ganz anders.
Richtig, die Risiken selbst sind nicht vergleichbar, da weitgehend vollkommen unterschiedlich gelagert.
Jedoch kommt es mE immer auch drauf an, was man jeweils unternimmt. Besonders wenn man nicht gerade bei Lawinenwarnstufe 1 im flacheren Gelände unterwegs ist.

Viele verbinden mit Sommer immer Wärme und Wanderwege mit Wanderern. In dem Bezug gebe ich Dir natürlich Recht und sehe hier (besonders hinischtlich der "Allein-Frage") die Skitouren natürlich auch als wesentlich riskanter an.

Aber wer aber mal im Sommer oder Herbst wirklich höher im Gebirge unterwegs war weiß, wie schnell auch im Hochsommer bei einem Wetterumschwung der Gefrierpunkt erreicht ist. Und wer sich mal abseits der Touristenstöme bewegt hat weiß auch, dass häufig tagelang niemand vorbeikommt und Rettung holt.
Wer schon mal eine instabile Moräne herunter ist weiß, dass das bei Regen oder gar Vereisung SEHR gefährlich werden kann und wie schnell manche Hänge ins Rutschen kommen ohne dass man Einfluss darauf hat und ohne dass man eine andere Route wählen kann.
Die Aufzählung könnte selbst ich beliebig verlängern. Und ich mache keine Hochtouren oder dergleichen sondern gehe nur Wandern.
Wie gesagt sollte man die Risikofrage stets differenziert betrachten.

Und im Eingangsposting ging es ja explizit um hochalpine, gefahrenreiche Sommertouren.
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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von baeckerbursch »

Für mich hört sich das so an als ob du einen Freibrief für solo Touren suchst :biggrin:

Den gibt es aber bestimmt nicht....


Wie kann ich nun mein Risiko möglichst minimieren?

1, auf das eigene Können setzen!
2, sein Können nicht überschätzen!
3, nich mehr Risiko als nötig eingehen
4, sinnvolles Equipment mitnehmen (Handy; ABS- Rucksack)
5, immer Leuten erzählen wo du unterwegs bist und wann du wieder zurück bist
Jubi
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Re: Auf Skitour alleine

Beitrag von Jubi »

albe hat geschrieben:meine Einstellung hierzu ist:

ich gehe alleine nur Touren bei denen die Lawinengefahr quasi Null ist. Konsequenterweise lasse ich dann auch meist LVS, Schaufel und Sonde @home. Die nehme ich nur mit, falls ich an beobachtbaren Lawinengefaehrdeten Bereichen vorbeikomme.

Allgemein ist meine Bereitschaft kritische Haenge zu gehen alleine deutlich niedriger als zu zweit/zu mehreren.

cu albe.
Es exestiert immer ein Risiko einer verschüttung, kein LVS und co mit zu nehmen bedeutet dann aber auch selbst wenn andere im Hang unterwegs sind können dich diese nicht Retten können , und auch umgekehrt.
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